Dienstag, 18. August 2015

Eine Regierung auf der Flucht

Dieser Artikel gefällt mir sehr gut, auch wenn er kleinere Schwächen hat, wie im Kommentar gezeigt wird. Diese Hetze gegen Flüchtlinge, Ausländer, Pack - ich kenne sie nur zu gut, denn ich als siebenjähriger Deutscher aus dem Osten habe alle diese Sprüche zu hören bekommen. Wir waren die Polacken, hergelaufenes Pack und die falsche Religion hatten sie auch noch - Protestanten! Mitten in dem warmen Mief der fränkischen katholischen Fundamentalisten, wo im ganzen Krieg nicht das kleinste Bömbchen gefallen war, lassen sich Protestanten nieder. Und ich mit meiner Familie als Heiden!!! Da hört sich doch alles auf! Hochwürden, bitte den Weihwasserkessel. Damals wie heute steckt die Wahnsinnsangst dahinter, etwas teilen zu müssen, sei es ein Brot oder eine Wohnung. Von unserem riesigen Klan väterlicherseits, die alle fett auf ihren Höfen hockten oder wohlbestallte Pfaffen waren, bekamen wir nicht eine Brotkante zu fressen. Was mich kleine Rotznase veranlasste, mir zu schwören, mit den Leuten unter keinen Umständen je etwas zu tun haben zu wollen. Den Schwur hielt ich ein. Und damals wie heute wird die Frage der Schuld sorgfältig umgangen. Schuldig? Wir? I wo denn. Das waren die anderen und außerdem hat's Krieg immer gegeben und dies Gesockse ist doch selber schuld. Man lehnt sich zurück und faltet fromm die Hände über dem Bierbauch. Und diese Art Leute gibt's überall. Ergänzend hierzu könnt ihr hier lesen, wie sich die deutschen Touristen heute in Griechenland aufführen. Ohja, sie tun alles, um sich beliebt zu machen. Und auch dies und dies ist lesenwert über jene, die eifrig bemüht sind, das Chaos in Europa zu vergrößern.

Eine Regierung auf der Flucht

Flüchtlinge bedrohen die Bundesrepublik

Autor: U. Gellermann
Datum: 17. August 2015
Da geht er hin, der Innenminister, und schüttelt eine Flüchtlingshand in der "Bearbeitungsstraße" der Bundespolizei in Deggendorf, dem Flüchtlings-Aufnahmelager. Mehr als einen feuchten Händedruck hat er nicht zu bieten. Vielleicht ist das besser als die aufgesetzten Streicheleinheiten der Kanzlerin für ein Mädchen aus dem Libanon: "Das hast Du doch gut gemacht". Was hat das reiche, große Land und seine offizielle Politik neben der Überforderung der Ämter noch zu bieten? Ein Abwehr-Video des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF): "Ruinieren Sie nicht sich und ihre Familie (durch die Flucht)" heißt es dort an Asyl-Suchende gewandt. Und mit Facebook-Anzeigen werden potentielle Flüchtlinge in Serbien und Albanien vor einem Asyl-Antrag in Deutschland gewarnt. Achtung: Schnelle Abschiebung.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR von Mitte 2015 sind weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht - so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Gut 38 Millionen von ihnen irren im eigenen Land umher, knapp 20 Millionen gelten als Flüchtlinge, knapp zwei Millionen als Asyl-Suchende. In Deutschland gingen 2014 rund 202.800 Asyl-Anträge ein. Die Türkei nahm rund 1,6 Millionen Flüchtlinge auf. Es folgen Pakistan (1,5 Millionen), der Libanon (1,2 Millionen), der Iran (1 Million), Äthiopien und Jordanien (je knapp 700.000). All diese Länder nehmen – im Verhältnis zur Einwohnerzahl – viel, viel mehr Flüchtlinge auf als Deutschland.

Kommentare:

  1. Lieber Einar, auch auf die Gefahr hin, mir Deine Symphatie zu verscherzen, muss ich drauf hinweisen, dass es auch eine andere Sicht der Dinge gibt:
    1) Selbst wenn wir alle Hunderttausende Flüchtlinge aufnehmen würden, wäre das Problem ja nicht gelöst. Im Gegenteil, die für Krieg und Chaos und Mord Verantwortlichen hätten es noch leichter, ihre Agenda von der Weltherrschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Sie würden noch mehr verdienen und lästige Konkurrenz (hier Europa) mit in den Abgrund reißen.
    2) Wir würden ausgerechnet die Leute unterstützen, die es am wenigsten verdient haben, weil: wer nicht bereit ist, seine persönliche Freiheit und seinen persönlichen Wohlstand auch persönlich zu verteidigen (siehe den vorbildlichen Donbass), der kann auch keinen Anspruch geltend machen, dass Andere das für ihn tun. Solche charakterlose Lebewesen möchte ich nicht um mich haben.
    3) Solche Flüchtlingsströme zerstören letztlich jede Kultur, sowohl die fremde als auch die eigene. Zurückt bleibt, was den Weltenherrschern am meisten nützt: eine amorphe Masse von Menschen, die zwar fähig zum arbeiten aber unfähig zum eigenen Denken ist.

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  2. Lieber Hmann, du denkst wohl nicht über den Tellerrand hinaus. Du verurteilst damit auch die Millionen und aber Millionen Deutschen, die 1945 geflohen sind; die zig-Millionen, die im 19. Jahrhundert in die USA, nach Kanada etc vor Hunger und Elend in Deutschland geflohen sind; das DRITTEl der schwedischen Bevölkerung dito, alle 60 - 65 Millionen Menschen, die heute auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung durch UNS und UNSERE Waffen und Armeen sind. Gewiss kann man sagen, warum haben die denn nicht den Kampf gegen ihre Kapitalistenklasse geführt? Tja, warum hat es noch keine große Revolution in Westeuropa gegeben? Aber das WICHTIGSTE, was ich immer wieder betone, ist, dass wir unsere Kriegstreiber und Kriegsgewinnler an die Kandare nehmen und helfen, die zerstörten Länder wieder aufzubauen, denn dann würden die Menschen nicht ihre Heimat verlassen. Da kannst du Gift drauf nehmen. Also denke ein bisschen weiter.

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    1. Lieber Einar, die Flucht der Deutschen am Ende des WK II ist nun wirklich in keinster Weise mit dem zu vergleichen, was wir heute an Flüchtlingsströmen haben.
      Ich versuch's noch mal mit dem klugen Bert Brecht, mit einem Spruch, dessen Anfang jeder kennt, dessen Ende aber nicht verstanden oder ignoriert wird:
      "Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin . . . dann kommt der Krieg zu Euch!
      Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und lässt andere kämpfen für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."
      Denk mal drüber nach.

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  3. Ganz deiner Meinung !

    Und trotzdem gute arbeit und alles gute Einar
    Grüße aus Solingen .

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  4. "Tja, warum hat es noch keine große Revolution in Westeuropa gegeben? Aber das WICHTIGSTE, was ich immer wieder betone, ist, dass wir unsere Kriegstreiber und Kriegsgewinnler an die Kandare nehmen und helfen, die zerstörten Länder wieder aufzubauen, denn dann würden die Menschen nicht ihre Heimat verlassen. Da kannst du Gift drauf nehmen. Also denke ein bisschen weiter."

    Es ist bekannt, dass Revolutionen Mord und Totschlag erfordern. So etwas möchten die meisten Menschen nicht / tun. Die Menschen möchten nicht morden. Sie möchten auch kein bestehendes System so destabilisieren, dass es zu Hunger/Tod kommt.
    Soviel Intelligenz, sowie Respekt vor dem Leben, besitzen die meisten Menschen . Dass man aus religiösen Gründen/ Karma nicht töten soll, spielt auch hinein. Die Menschen passen auf ihre Seelen auf.

    Mit der "Flüchtlingssituation sind die Menschen aller Seiten überfordert. Besonders die Frauen und Kinder.

    Dass Dir bekannt ist, wie extrem verschieden die Kulturen sind, setze ich mal voraus.

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