Samstag, 19. März 2016

Spannende Neuigkeiten aus Russland

Stefan Lindgren
14. März 2016


Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Verblüffende Kunstwelle

Zwei Kunstausstellungen in Russland haben ein derartiges Interesse der Allgemeinheit geweckt, dass viele Beobachter zu grübeln begannen und nach Erklärungen für dies Interesse des Volkes zu suchen.
Tretjakow-Galerie
Einerseits handelt es sich um eine Ausstellung in der Tretjakow-Galerie (an der Krimbrücke, s. Bild) in Moskau des Portrait-Meisters Walentin Serow (1865-1911), die 485 000 Besucher anzog.

Andererseits geht es um eine Ausstellung von Leonid Bakst (in Grodno, Weißrussland 1866 geboren und 1924 in Paris gestorben) im Russischen Museum in St. Petersburg. Die Ausstellung in St. Petersburg überschritt die Halb-Millionen-Grenze.

Warum gerade Serow und Bakst? Eine frühere Ausstellung von Natalia Gontscharowa (1881-1962, in Paris verstorben) zog „nur“ 140 000 Besucher an. Eine psychologische Erklärung sind die Farben und das Licht, die in Krisenzeiten besonders verlockend sind.

„Die Leute haben ökonomische Probleme und suchen unbewusst Zuflucht in der Kunst. Das haben wir auch in der Sowjetzeit gesehen, wo das Interesse für Kunst sehr groß war. Dann ging es zeitweise verloren. Jetzt werden die Menschen wieder an höhere Werte erinnert. Auch wenn es anfänglich bekannten Namen gilt, kann das Interesse sich allmählich auch auf die zeitgenössische Kunst ausweiten“, sagt der Vorsitzende im Künstlerverband Sergej Zagrajevskij.

rb.ru vom 25. Februar und hier


Positiver Gesundheitstrend im Jahr 2015


Am 10. März gab Gesundheitsministerin Weronika Skworzowa in einem Bericht zur Gesundheitslage bekannt, dass sowohl die Säuglingssterblichkeit als auch die Mütter-Sterblichkeit 2015 weiter gesunken ist und im Januar 2016 ebenfalls.

Die Säuglingssterblichkeit sank um 12 % 2015 auf 6.5 % auf tausend Lebendgeburten und sank im Januar auf 6.2 % (ungefähr derselbe Wert, den Schweden 1990 erreichte). Dies ist ein absolutes historisches Minimum.

Gleichzeitig ist es wichtig zu notieren, dass mehr als die Hälfte der russischen Regionen – 44 von 85 – eine noch niedrigere Säuglingssterblichkeit haben. Z. B. liegt sie bei 1.7 % in der Tomsk- und Tula-Region; bei 2.9 % in Kabardino-Balkarien (eine Zahl wie in Schweden). Beinahe 20 Regionen haben Zalen unter 3, 5 oder 4 % von 1000. Die Müttersterblichkeit ist auch um über 11 % gesunken und erreichte 2015 ein historisches Minimum. 2016 werden 32 perinatala Zentren in 30 Regionen gebaut.

Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Russen auf 71.2 Jahre erhöht. Und ein großer Teil der Erhöhung fällt auf die Männer. Die Kluft zwischen der Lebenserwartung von Männern und Frauen ist im vorigen Jahr von 11.2 Jahren auf 10.8 Jahre geschrumpft.


Kremlin.ru vom 10. März


Positive Entwicklung der Landwirtschaft

Laut Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschow haben die Investitionen des vergangenen Jahres für die Landwirtschaft von insgesamt 237 Mrd. Rubel (ca. 3,5 Mrd. €) sind die größte staatliche Subvention seit 20 oder 30 Jahren oder noch mehr.

Das resultierte in guten Ernten. Im vorigen Jahr wurde Russland mit 23.5 Millionen Tonnen der größte Weizenexporteur der Welt. Der gesamte Export der EU betrug 32.5 Mill. t. Gleich nach Russland kam Kanada mit 22 Mill. t, USA mit 21.5 Mill. t, Australien mit 17.5 Mill. t, Ukraine mit 15.5 Mill. t, Argentinien und Kasachstan mit je 6.5 Mill t.

Der russische Getreideexport ging in der Säson 2014/15 vor allem in die Türkei (15%), Ägypten (11%), Saudiarabien (7%), Iran (7%) und Aserbaidschan (5%).

Russlands gesamter Getreideexport belief sich im Vorjahr auf 30 Mill. Tonnen. Gleichzeitig legte das Land Reserven in Höhe von 25 Mill. t an. Außerdem haben russische Landwirtschaftsunternehmen begonnen, Federvieh, Schweinefleisch und Rindfleisch zu exportieren, vor allem nach China und in den Nahen Osten.

Die russischen Behörden widersetzen sich kategorisch genmanipuliertem Saatgut. Laut Landwirtschaftsminister Tkatschow merkt man in Russland eine zunehmende Nachfrage nach russischen Produkten, die ökologisch relativ sauber sind. Was die Milchproduktion angeht, ist man jetzt dabei, elektronische Zertifikate einzuführen, die Verfälschung und Schmuggel von Milchprodukten verhindern sollen.

Kremlin.ru von 9. März

Neues Verbot triff den russischen Sport


Am 1. Januar hat das PRIVATE ANTIDOPINGSBÜRO WADA [Was für ein Skandal! Ein privates kapitalistisches Unternehmen bestimmt über Auslandsbeziehungen! D. Ü.] das Präparat Meldonium auf seine Dopingliste gesetzt. Nun wurde der russische Tennisstar Maria Scharapowa positiv getestet und auf unbestimmte Zeit aus dem internationalen Tennisverband ausgeschlossen.

Meldonium (auch unter dem Namen Mildronat bekannt) wurde von dem lettischen Forscher Ivar Kalvin 1980 erfunden, schreibt die TASS. Das Präaparat gibt es seit 30 Jahren auf dem Markt und wird von etwa 2 Millionen Menschen angewendet.

Von Seiten russischer Behörden wird unterstrichen, dass man bereit sei, mit WADA zusammenzuarbeiten, um das Dopping im Sport in den Griff zu bekommen, aber man kritisiert das Büro, weil es nicht russische Forscher konsultierte, bevor Scharapowa überraschend ausgeschlossen wurde. Auch eine Reihe OS-Medaillisten in Sotschi wurde positiv für Meldonium getestet.

rt.com vom 9. März

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Die Menschen in Russland, sind anders wie zu Zeiten des US Gouverneur Jelzin, nicht mehr mit Hungern und Verrecken Beschäftigt. So das sie zu den ganz normalen Menschlichen Regungen zurückkehren konnten und dazu gehört Kultur und innerhalb der Kultur, die darstellende Kunst, die Musik, das Theater und das Essen und Trinken. Der Russische Präsident Putin, hält im Gegensatz, zu unseren Marionetten, seinen Amtseid: Zum Wohle des Russischen Volks, zu wirken EIN.

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  2. Bei allen seinen Spleens muss man ihm das wirklich als großes Verdienst anrechnen, Felix.

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  3. OT

    Haben sich Deine Beschwerden durch die Behandlungen in Thailand gebessert?

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    1. Teilweise. Ich werde dazu noch einen Bericht auflegen.

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