Sonntag, 12. April 2020

Zur Faschismus-Frage


Einar Schlereth

12. April 2020

Klaus Hartmann, Vorsitzender des deutschen Freidenker-Verbandes, hat in der neuesten Nr. “Der Freidenker” (nr.1/20) einen Artikel geschrieben, in dem er erläutert, was Faschismus und was Antifaschismus ist. Das war an der Zeit, denn der Wirrwarr in allen Medien, der bewusst von unseren Volksvertreter/Innen angerichtet wurde, ist haarsträubend. Die einzigen Leute, die ganz genau wissen, wohin sie gehören, sind die Atlantiker, die regelmäßig ihre Instruktionen in Washington, bei EZB, IWF, Weltbank, der City of London abrufen. Die haben ihren Stallgeruch, der sie niemals in die Irre leitet. Genau wie der Hochadel, der so eine feine Nase besitzt, dass er genauestens die Ränge von Freiherr, Graf, Fürst bis zum Königshaus erschnüffeln konnte.

Auch Proletarier haben einen Stallgeruch, aber mit einem Unterschied, der leider fatal ist. Sie können nur in den seltensten Fällen feststellen, ob Mann/Frau Kommunist, Katholik, Demokrat, Königstreuer oder sonstwas ist. Denn in sein untrainiertes Hirn können die Herrschenden beliebigen Mist hineinkippen, wovon der Gefährlichste die Religion ist. Wobei es ziemlich egal ist, ob die Religion schwarz, grün oder safranfarben ist. Sie alle, ob Katholiken, Moslems oder Hinduisten haben gemeinsam, dass dem Kleinkind die Angst vor der Obrigkeit eingebleut wird. Egal also, welche Farbe, die Hauptsache wir haben einen Gott oder Führer.

Jeder Mensch sollte von klein auf einen Leitfaden geschenkt bekommen, der aus nur zwei kleinen Wörtchen besteht: Cui bono! Dieses geflügelte Wort hat vor über 2000 Jahren der römische Staatsmann Cicero geprägt und es bedeutet: Wem nützt es? Mit diesem Instrument kann auch ein einfaches Gemüt feststellen, ob das, was ihm jemand andrehen möchte, ihm oder dem anderen oder einem dritten zugute kommt.

Drückt dir jemand ein Flugblatt (Heft, Buch oder Fernseh-Werbung) für die CDU in die Hand, dann frage dich, ob die Partei die Banken und die Großindustrie verstaatlichen will. Bist du für die Banken, dann bist du bei der CDU richtig. Auf diese Weise kann auch ein Kommunist genau herausfinden, wie du gestrickt bist.

Diese kleine Frage kann jeder dann erweitern und weitere Fragen stellen wie es Klaus Hartmann auch tut. Die Frage, was wir dem russischen Volk zu verdanken haben; warum wir zum vierten Mal wieder gegen den Osten marschieren sollen; warum die DDR verteufelt wird. Jeder kann tausend Fragen stellen und versuchen, sie zu beantworten. Dann wirst du nicht zu jenen Millionen armen Arbeitern gehören, die wieder elendig in einem Schützengraben verrecken werden.

Auf Seite 18 führt Klaus Hartmann ein Zitat (von wem und wo es endet verrät er nicht) an, das von größter Bedeutung für jeden Kommunisten ist:


Die zentrale Erkenntnis, dass Faschismus eine Form der Kapitalherrschaft ist, will die Propagandamaschine des Kapitals unbedingt aus den Köpfen schlagen. (Hier ist wohl das Ende des Zitats.)

Die Zerfaserung und Schredderung jedes konsistenten Faschismusbegriffs durch das Angebot beliebiger Faschismus-Zuschreibungen soll vor allem vergessen machen, was nach Faschismusforscher Reinhard Kühnl tatsächliches und herausragendes Merkmal des Faschismus ist: Die erbitterte Feindschaft gegenüber der organisierten Arbeiterbewegung mit Verbot und Zerstörung ihrer Parteien, Gewerkschaften und Kultur- Organisationen, die Verfolgung und physische Zerstörung ihrer Aktivisten und Funktionäre, der pathologische und mörderische Antikommunismus. (Nicht zu vergessen, dass regelmäßig der gesamte Besitz der KP’s geklaut und nie zurückerstattet wird.)

Klaus Hartmann sagt dann noch einen entscheidenden Satz: “Dies kennzeichnet den Faschismus in allen Ländern, zu allen Zeiten und in den unterschiedlichen Formen, in denen er bisher auftrat.”

Ja, und dieser Satz ist richtiger als obiges Zitat von dem Anonymus, wo der Faschismus “als EINE Form der Kapitalherrschaft” bezeichnet wird. Welch “andere Formen” gibt es denn? Die Republik, die Demokratie? Da möchte ich doch gerne wissen, wo es die einmal gegeben hat. Nun, ich weiß schon: Frankreich, England, USA, Deutschland, Indien etc. So? Frankreich nach der großen Revolution? Als alle Menschen als gleich deklariert wurden, was aber nicht für Gelbe, Rote und Schwarze galt. Wo das Kapital als heilig bezeichnet wurde? Das soll Demokratie sein? In Englands Kolonien, wo Menschen millionenfach abgeschlachtet wurden, im eigenen Land, wo die Arbeiter in Drecklöchern hausten, an Hunger und Krankheiten verendeten? Demokratie? In den USA? Wo 20 Millionen Indios abgeschlachtet wurden und bis heute misshandelt und verachtet werden? Demokratie? Danke. Fragt doch mal die indigenen Völker! Ach nein, die lügen ja immer, nichtwahr? 

Im Deutschland von Weimar oder Adenauer?
In Weimar erreichten die Faschisten ihre Blütezeit und die Kommunisten wurden geprügelt, inhaftiert, ermordet, aber nie Faschisten. Demokratie? Unter Adenauer: Verbot der KP, Gefängnis, Verbrennung von unliebsamen Büchern? Demokratie? Danke. Und Indien? Das ist ja das Paradestück einer Demokratie. Da solltet ihr die 70 Millionen Indigenen mal fragen, die Millionen Unberührbaren, die 600 Millionen Hungrigen.
Und jetzt eine fabelhafte Hindu-Faschismus-“Demokratie”.

Nie
und nirgends hat es eine echte Demokratie gegeben. Kapitalherrschaft ist immer ein immanenter Faschismus. Vor allem in der US-Demokratie wurden Kommunisten so gründlich ausgerottet, dass man sie heute mit der Lupe suchen kann. Das haben sie so gut hinbekommen, dass sie nicht mal Sozialdemokraten brauchten, die erprobte 5. Kolonne des Kapitals. Jetzt gibt es Leute in den USA, die auf die Idee kamen, die USA sozialdemokratisch zu gestalten. Fragt Bernie, wie weit er es gebracht hat. Hätte er sich nicht an die Zionisten angeschmiert, wäre er nicht einmal so weit gekommen.

Demokratie ist unmöglich, weil die Demokraten nie und nimmer ohne das Kapital auskommen. Und Kapital ist a priori geraubtes, erpresstes Gut. Kapital ist Raub im Super-Maßstab am Gemeingut (the commons), am Wasser, Luft, Boden (Gold, Silber, Edelsteine, Metalle, seltene Erden) – alles wird gestohlen
und beim Prozess der Verarbeitung wird das Land zerstört, vergiftet, in Wüsten verwandelt. Werden die Seen, die Flüsse, die Ozeane versaut und vergiftet. All dies geht auf das Konto des Kapitals. Da braucht mir niemand mit Demokratie kommen.

Da kann es eine relativ gute, keineswegs vollkommene Demokratie wie in Bolivien geben und was passiert? Echte Faschisten, die unbescholten im Lande leben und ihren Unfug treiben konnten haben mit Washingtons Hilfe und brutalen Morden und Massakern alles kurz und klein gehauen.

Mit dem Kapitalismus ist es wie mit der Schwangerschaft. Es gibt nicht ein “bisschen schwanger sein”. Es gibt nicht ein “bisschen Faschismus”. Manchmal wird er ein bisschen besser versteckt. Aber das Kapital hat ja sämtliche Machtinstrumente stets in der Hand: Militär, Polizei, Justiz, die Gefängnisse, Kzs (sind in den USA prophylaktisch schon gebaut worden). Plus Kirchen, Schulen, fast sämtliche Medien. Es ist nur dann ein bisschen human, wenn die Klasse der Arbeiter gründlich geknechtet ist, wenn sie derart verblödet wurde, dass selbst jeder Arbeiter unbedingt mal in die USA fahren will. Von den hirnrissigen und total indoktrinierten Intellektuellen ganz zu schweigen, auch von weiten Teilen der Weiblichkeit, die sich alle ordinären Mode-und Hollywood-Eigenschaften angeeignet hat, bis sie wie richtige Barbiepuppen aussehen. Inklusive der Fresssucht, was aber für beide Geschlechter gilt. Das wird bei uns Demokratie genannt. Wie wir so auf den Hund kommen konnten, ist ein anderes Kapitel.

Kommentare:

  1. Die einzig vernuenftige Form der Demokratie die es gab findet man im Buch von Heinz J Stammel " Die Apotheke Manitous"
    Demokratie ist Diktatur der Deppen ! Warum ? Mal einfach Larken Rose googeln der erklaert wieso.

    Der Artikel benennt die Gruende, alles Richtig, aber mich interessieren Ursachen und Prinzipien.

    Mein Motto: Tiefer bohren, heisst auch das Hinterfragte zu hinterfragen.
    Gilt auch fuer das weiter oben geschriebene.

    Danke fuer die Infos Einar es sind immer Denkanstoesse.

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  2. Hallo Gerit, es wird eine nachkapitalistische Gesellschaft geben, die hauptsächlich durch Einklassigkeit gekennzeichnet ist, das wiederum bedeutet, dass VOLK an allem zugleich als Investor, Eigentümer und Nutznießer teilhat. Dort wiederum ist Demokratie nichts Anzustrebendes, sondern Basis und Struktur. Aber: Karl Marx hat an Stalinscher und Pol Pot - Politik etwa so viel Anteil, wie Jesus Christus an kinderschändenden Priestern, an Kreuzzügen und Hexenverbrennungen.

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  3. Danke, fuer den Hinweis. Leider kenne ich keine allgemeingueltige Definition von Demokratie.
    Deme ist nicht das Volk also der Plebs sondern die Eliten. Kratie ist Herrschaft. Also Elitenherrschaft!
    Kommt auf die "Elite" an aber da gehts mir wie beim,nur als Beispiel den Naturschutz. Ich bin gegen Naturschutz weil ich fuer eine Welt bin, die keinen Naturschutz braucht. Bislang hat die Herrschaft des Menschen ueber Menschen nichts gutes gebracht. Egal wo man hinschaut, egal welche Ideologie dieses Konzept hat sich schon immer als (Massen)-moerderisch erwiesen. Ein "freundlicher Diktator" ist mir lieber als eine den Menschen gegenueber "unfreundliche Regierung! Beide haben nicht meine Zustimmung!Und an diesem Kernproblem scheitert auch die "Demokratie". Der Weg zur Hoelle war schon immer mit guten Vorsaetzen gepflastert.
    Eine nachkapitalistische Gesellschaft im Sinne von den Geldeliten? Klingt wiederspruechlich ist aber deren Plan. Trau schau wem!

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