Sonntag, 19. April 2020

Die sogenannte CORONA-KRISE


Die sogenannte CORONA-KRISE
 
Freidenkerbrief April 2020

Das „neuartige Corona-Virus“ (SARS-CoV-
2) und die dazugehörige Infektionskrank-
heit CoViD-19 lösen weltweit Besorgnis
und Ängste aus, die von Regierungen und
Gesetzgebungsorganen mit dem erklär-
ten Ziel der Eindämmung der Virusaus-
breitung verhängten Maßnahmen grei-
fen tief in das Leben der Menschen und
ihre Rechte ein. Über die vom Virus aus-
gehenden Gefahren gibt es unterschied-
liche Einschätzungen, ebenso über die
Zweckmäßigkeit und Motivation der
staatlichen Maßnahmen.
Der Deutsche Freidenker-Verband be-
fürwortet Diskussionen, die rational und
erkenntnisfördernd sind, die kontrovers
sein dürfen, aber im Geist des gegensei-
tigen Respekts und der Toleranz geführt
werden, als kulturvoller Meinungsstreit.
Wir beteiligen uns daran mit der Über-
zeugung, dass wir nicht schon alles ganz
genau wissen, und sagen könnten, wer
Recht hat und wer falsch liegt. Deshalb
warnen wir auch vor Unduldsamkeit und
den aus Glaubenskriegen resultierenden
Spaltungsgefahren. Jenen, die in dieser
Situation (wie jüngst zum „Klima“) den
Kampf „jung gegen alt“ befeuern wollen,
muss Widerstand entgegengesetzt wer-
den.
Freie und rationale Diskussion –
keine Panik!
Wir kritisieren die unzureichende und
widersprüchliche Informationslage: ohne
flächendeckende Tests gibt es keine be-
lastbare Ausbreitungszahl, die ungenaue
Unterscheidung zwischen Infizierten und
Erkrankten bei Verzicht auf repräsentati-
ve Tests macht Prognosen zumindest
unsicher, unterschiedliche Zählweisen
und mangels Obduktionen fehlende
exakte Angabe von Todesursachen füh-
ren zu einem Statistik-Hokuspokus, der
manipulativ ist und Verunsicherung und
Spekulationen nährt. Virologie, Epidemi-
ologie und Immunologie sind prinzipiell
empirische, exakte Wissenschaften. Wo
ihnen Daten und gesicherte Zusammen-
hänge fehlen, müssen sie auf Vermutun-
gen zurückgreifen. Die Diskussion über
Eigenschaften und Gefahren von SARS-
CoV-2 und CoViD-19 muss auf fachwis-
senschaftlicher Ebene weitergeführt wer-
den, ohne Politisierung und Ideologisie-
rung. Wir lehnen eine Verengung des
„erlaubten“ Meinungsspektrums ab, das
freie, wissenschaftsbasierte Denken ist
auch in der Virus-Debatte gegen Ver-
dächtigungs-„Kultur“ wie Gleichschaltung
zu verteidigen.
Wir nehmen die Ängste und Befürch-
tungen von Menschen um die eigene
Gesundheit und die ihrer Angehörigen
und Freunde ernst und bekräftigen ihren
Anspruch auf Schutz und maximale Ge-
sundheitsvorsorge. Ebenso nehmen wir
die Befürchtung ernst, dass unter der
Flagge des „Gesundheitsschutzes"

Grund- und Menschenrechte einschließ-
lich sozialer Rechte dauerhaft außer Kraft
gesetzt oder eingeschränkt werden kön-
nen. „Angst ist ein schlechter Ratgeber“
– die alte Volksweisheit muss nach bei-
den Richtungen hin bedacht werden,
sowohl gegenüber der Parole: wir müs-
sen unser Überleben sichern, koste es,
was es wolle; als auch gegenüber der
Beschwörung: der neue Faschismus
kommt im weißen Kittel.
Wir wollen nicht, dass „Ihr in Panik ge-
ratet“ – Panik ist der Feind des vernünf-
tigen Denkens. Wir unterstützen zielge-
richtete und effektive Schutzmaßnah-
men, aber lehnen unspezifische Not-
standsmaßnahmen ab.


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