Montag, 4. Juni 2012

Willkommen im Irrenhaus


Ich schätze Chris Hedges sehr als unerbittlichen Kritiker des US-Imperiums und seiner Schandtaten. Hier gibt er ein realistisches Bild unserer gegenwärtigen Situation auf Erden wider. Schätzenswert ist auch, dass er die tiefsinnigen Erkenntnisse von Marx über die vormodernen Gesellschaften ausgegraben hat. Seiner Vorstellung allerdings, dass wir zu einer Art Gentil-Gesellschaft zurückkehren könnten, kann ich nicht folgen, da dafür keinerlei materielle Basis vorhanden ist. Zumal das, was Chris Hedges im Sinn hat, sich keineswegs groß von dem unterscheidet, was Marx und Engels im Sinne hatten, was er allerdings als Utopie abtut. Dann aber sind seine voluntaristischen Forderungen an "die Menschheit" in weit höherem Maße utopisch.

Chris Hedges
30. April 2012

Wenn Zivilisationen zu sterben beginnen, dann drehen sie durch. Lasst das Eis in der Arktik schmelzen. Lasst die Temperaturen steigen. Lasst die Luft, den Boden und das Wasser vergiften. Lasst die Wälder sterben. Lasst die Meere von Leben geleert werden. Lasst einen nutzlosen Krieg nach dem anderen geführt werden. Lasst die Massen in extreme Armut und ohne Arbeit geschleudert werden, während die Eliten, trunken von Hedonismus, riesige Schätze durch Ausbeutung, Spekulation, Betrug und Diebstahl anhäufen. Die Wirklichkeit wird am Ende zum Durchbruch kommen.Wir leben in einer Zeit, wo die Nachrichten aus Snookis Schwangerschaft bestehen, aus Hulk Hogans Sexbändern und Kim Kardashians Leugnung, dass sie die nackte Frau sei, die Eier auf einem Foto kocht, das im Internet zirkuliert. Politiker, Präsidenten eingeschlossen, treten in Comedy Shows spät abends auf, um Witze zu reißen und führen Wahlkampagnen mit Themen, wie etwa, eine Mondkolonie zu gründen. „Zu Zeiten, wo ein neues Blatt aufgeschlagen wird,“ schrieb Louis-Ferdinand Céline in „Von einem Schloss zum anderen“, „wenn die Geschichte alle Irren zusammenführt, öffnet sie ihre Epischen Tanzhallen! Hüte und Köpfe im Wirbelwind! Die Höschen über Bord!“


Das Streben einer bankrotten Elite in den letzten Tagen des Imperiums, immer größeren und größeren Reichtum anzuhäufen, wie Karl Marx bemerkte, ist die Version eines primitiven Fetischismus der modernen Gesellschaft. Dieses Streben, da es immer weniger auszubeuten gibt, führt zu einer zunehmenden Unterdrückung, zunehmenden menschlichen Leiden, einem Kollaps der Infrastruktur und am Ende zum kollektiven Tod. Es sind die sich selbst Täuschenden, jene an der Wall Street oder unter der politischen Elite, jene, die uns unterhalten und informieren jene, denen die Fähigkeit fehlt, die Begierden in Frage zu stellen, die unsere Selbst-Vernichtung garantieren, die als Exemplare von Intelligenz, Erfolg und Forschritt gepriesen werden. Die Weltgesundheitsorganisation kalkuliert, dass eine von vier Personen in den USA unter chronischer Angst, Gemütsstörung oder Depression leidet – was für mich eine normale Reaktion zu sein scheint auf unserem Marsch zum kollektiven Selbstmord. Willkommen im Irrenhaus.


Wenn die grundlegendsten Elemente, die das Leben erhalten, zur Geldware werden, hat das Leben keinen eigentlichen Wert. Die Auslöschung „primitiver“ Gesellschaften, die durch Animismus und Mystizismus definiert wurden, die den zentralen Wert menschlicher Vorstellungskraft respektierten, beseitigte das einzige ideologische Gegengewicht zu einer selbstverschlingenden kapialistischen Ideologie. Jene, die vormoderne Religionen hatten wie die Indigenen Amerikas, die sich dem Leben in der Gemeinschaft und Selbsthingabe widmeten statt dem Raffen und Lohnausbeutung, konnten nicht eingegliedert werden in die Ethik der kapitalistischen Ausbeutung, dem Kult des Selbst und der Lust auf imperiale Expansion. Das Prosaische stand dem Allegorischen gegenüber. Statt dem Kollaps des Ökosystems des Planeten entgegenzurasen, müssen wir diese ältere Vision vom Leben wiederherstellen, wenn wir überleben wollen.


Der Krieg gegen die indigenen Amerikaner, wie die Krieg der Kolonialisten in der ganzen Welt, wurden nicht nur geführt, um Völker auszulöschen sondern auch eine konkurrierende Ethik. Die ältere Form der menschlichen Gemeinschaft war antithetisch und feindlich gegenüber dem Kapitalismus, dem Primat des technologischen Staates und den Forderungen des Imperiums. 


Dieser Kampf zwischen Glaubenssystemen ist Marx nicht entgangen. „Die Ethnologischen Notizbücher von Karl Marx“ enthalten eine Serie von Beobachtungen, die aus der Lektüre von Marx der Werke von Historikern und Anthropologen stammten. Er machte Notizen über Traditionen, Praktiken, Sozialstruktur, ökonomische Systeme und Glaubens-Vorstellungen zahlreicher indigener Kulturen, die ihrer Zerstörung entgegensahen. Marx notierte geheime Details über die Bildung von der Einheimischen Amerikanischen Gesellschaft, aber auch, dass „das Land  im gemeinsamen Besitz der Stämme war und Wohnhäuser im gemeinsamen Besitz ihrer Bewohner“.  Er schrieb von den Azteken und ihrem „Land in Gemeinde-Besitz; dem Leben in großen Haushalten, die aus einer Anzahl verwandter Familien bestanden“. Er fuhr fort, „ … Gründe anzunehmen, dass sie in den Haushalten den Kommunismus praktizierten“. Die indigenen Amerikaner, besonders die Irokesen, lieferten das Regierungsmodell für die 'Union der amerikanischen Kolonien'  und waren auch wichtig für die Vision von Marx und Engels vom Kommunismus.
Marx, obwohl er einen naiven Glauben an die Macht des Staates hatte, seine Utopie der Arbeiter zu schaffen und wichtige soziale und kulturelle Kräfte außerhalb der Ökonomie nicht berücksichtigte, war sich sehr bewusst, dass etwas Wesentliches für die menschliche Würde und Unabhängigkeit verlorenging mit der Zerstörung der vor-modernen Gesellschaften. Der Irokesenrat der Gentes, wo die Indianer zusammenkamen, um gehört zu werden wie es die alten Athener taten, war, wie Marx notierte, eine „demokratische Versammlung, wo jedes erwachsene männliche und weibliche Mitglied eine Stimme hatte in allen Fragen, die vorgebracht wurden“. Marx lobte die aktive Teilnahme der Frauen an den Stammesangelegenheiten und schrieb „Den Frauen [war] es erlaubt, ihre Wünsche und Meinungen durch eine Sprecherin ihrer Wahl auszudrücken. Entscheidungen traf der Rat. Einstimmigkeit war das grundlegende Gesetz der Handlung bei den Irokesen“. Die europäischen Frauen auf dem Kontinent und in den Kolonien hatten keine solche Macht.


Die Wiederherstellung dieser älteren Vision der Gemeinschaft, die auf Kooperation statt Ausbeutung gegründet ist, wird für unser Überleben ebenso wichtig sein wie die Änderung unserer Konsummuster, der örtliche Anbau von Nahrung und Beendigung unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die vormoderne Gesellschaften von Sitting Bull und Crazy Horse – obwohl sie nicht immer idyllisch waren und Akte der Grausamkeit wie Verstümmelung, Folter und Hinrichtung von Gefangenen begingen – ordneten nicht das Heilige dem Technischen unter. Die Gottheiten, die sie verehrten, waren nicht außerhalb oder getrennt von der Natur.


Die europäische Philosophie des 17. Jh. und die Aufklärung verherrlichten jedoch die Trennung der Menschen von der natürlichen Welt, ein Glaube, der auch von der Bibel geteilt wird. Die natürliche Welt zusammen mit jenen vormodernen Gesellschaften, die in Harmonie mit ihr lebten, wurden von der industriellen Gesellschaft der Aufklärung nur der Ausbeutung für wert gehalten. Descartes argumentierte z. B., dass die volle Ausbeutung der Materie für jedweden Gebrauch die Pflicht der Menschheit wäre. Die Wildnis wurde, in der religiösen Sprache der Puritaner, satanisch. Sie musste christianisiert und unterworfen werden. Die Durchsetzung der technischen Ordnung resultierte, wie Richard Slotkin in „Regeneration Through Violence“ (Regenerierung durch Gewalt) schreibt, in der Vorrangstellung des „westlichen Karrieremannes, des Spekulanten und des fragwürdigen Bankers“. Davy Crockett und später George Armstrong Custer, bemerkt Slotkin, wurden „nationale Helden, indem sie nationale Ziele definierten im Sinne von soundsovielen Bären getötet, soundsoviel Land erworben und soundsoviele Bäume gefällt, soundsoviele Indianer und Mexikaner in den Staub gelegt“.


Das irrsinnige Projekt der endlosen kapitalistischen Expansion, des verschwenderischen Konsums, der sinnlosen Ausbeutung und des industriellen Wachstums ist jetzt am Implodieren. Die Abzocker der Multis sind ebenso blind für die Auswirkungen ihrer selbstzerstörerischen Wut wie Custer, die Goldspekulanten und die Eisenbahnmagnaten es waren. Sie rissen das indianische Land an sich, töteten seine Bewohner, metzelten die Büffelherden nieder und fällten die Wälder. Ihre Erben führen Kriege im ganzen Nahen Osten, verschmutzen die Meere und die Wassersysteme, vergiften die Luft und die Böden und spielen mit Rohstoffen, während der Globus in furchtbare Armut und Elend versinkt. Das Buch der Offenbarung definiert diese unbeirrbare Gier nach Profit als Übergabe der Autorität an das „Ungeheuer“.


Die Verschmelzung von technologischen Erfolgen mit dem menschlichen Fortschritt führt zur Selbst-Anbetung. Vernunft macht Berechnungen möglich, Wissenschaft und technologische Erfolge der industriellen Zivilisation, aber Vernunft verbindet uns nicht mit den Kräften des Lebens. Eine Gesellschaft, die die Fähigkeit für das Heilige verliert, der die Macht der menschlichen Vorstellungskraft fehlt, die keine Empathie empfindet, sichert letztlich ihre eigene Zerstörung. Die indigenen Amerikaner verstanden, dass es Mächte und Kräfte gibt, die wir niemals kontrollieren können  und verehren müssen. Sie wussten, wie die alten Griechen, dass Selbstüberschätzung der tödlichste Fluch der menschlichen Rasse ist. Dies ist eine Lektion, die wir wahrscheinlich für uns lernen müssen auf  Kosten von ungeheurem Leiden.


In William Shakespeares „Der Sturm“ ist Prospero auf einer Insel gestrandet, wo er zum unbestrittenen Herrn und Meister wird. Er versklavt das primitive „Monster“ Caliban. Er wendet die magischen Machtquellen an, die im Geist Ariel verkörpert sind und die aus Feuer und Luft bestehen. Die Kräfte, die in der Wildnis der Insel entfesselt wurden, das wusste Shakespeare, könnten zu unserem Nutzen sein, wenn wir die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Ehrfurcht hätten. Aber sie können uns auch zum monströsen Bösen treiben, da es kaum Hemmungen gibt, Plünderung, Vergewaltigung, Mord, Gier und Macht zu zügeln. Später sollte Joseph Conrad in seinen Portraits der Vorposten des Imperiums denselben giftigen Rausch mit Barbarei gleichsetzen.


Der Anthropologe Lewis Henry Morgan, der 1846 von den Seneca, eins der fünf Völker des Irokesenverbundes,  „adoptiert“ wurde, schrieb in „Ancient Society“ über die soziale Evolution unter amerikanischen Indianern. Marx notierte zustimmend in seinen „Ethnologischen Notizbüchern“, die Betonung von Morgan der historischen und sozialen Bedeutung der „Vorstellungskraft, die große Fähigkeit, die so viel zur Erhebung der Menschheit beigetragen hat“. Die Vorstellungskraft, wie der Shakespeare-Schüler Harold C. Goddard hervorhob, „ist weder die Sprache der Natur noch die Sprache des Menschen, sondern beides gleichzeitig, das Medium der Kommunion der beiden … Die Vorstellungskraft ist die Elementarsprache in jeder Hinsicht, die erste und die letzte, des primitiven Menschen und der Dichter.“

Alles, was mit Schönheit und Wahrheit zu tun hat, mit den Kräften, die die Kraft haben, uns zu verändern, werden stetig von dem Staat der Multis zerstört. Kunst. Erziehung. Literatur. Musik. Theater. Tanz. Poesie. Philosophie. Religion. Journalismus. Keine dieser Disziplinen ist im korporativen Staat der Unterstützung oder der Vergütung wert. Dies sind Aktivitäten, die selbst an unseren Universitäten als unpraktisch verdammt werden. Aber es ist gerade durch dies Unpraktische, durch das unsere Vorstellungskraft gestärkt wird, wordurch wir als Spezies gerettet werden können. Die prosaische Welt der Nachrichten, das Sammeln von wissenschaftlichen und faktischen Daten, Börsen-Statistiken und das sterile Aufzeichnen von Taten als Geschichte erlaubt uns nicht, die elementare Sprache der Vorstellungskraft zu verstehen. Wir werden niemals in das Mysterium der Schöpfung eindringen oder den Sinn der Existenz, wenn wir nicht diese ältere Sprache wiederentdecken. Poesie zeigt dem Menschen seine Seele, schrieb Goddard, „wie ein Spiegel das Gesicht“. Und es sind unsere Seelen, die die Kultur des Imperialismus, des business und der Technologie zu zerstören sucht. Walter Benjamin sagte, dass der Kapitalismus nicht nur eine „von Religion bedingte“ Einrichtung ist, sondern ein „wesentlich religiöses Phänomen“ sei, wenn auch eines, das nicht mehr versucht, die Menschen mit den geheimnisvollen Kräften des Lebens zu verknüpfen. Der Kapitalismus, wie Benjamin bemerkte, fordert die menschlichen Gesellschaften auf, unaufhörlich und vergeblich nach Geld und Gütern zu streben. Dieses Streben, warnte er, verewigt eine Kultur, die von Schuld beherrscht wird, einem Gefühl von Ungenügen und Selbsthass. Sie versklavt beinahe alle ihre Anhänger durch Löhne, Unterwürfigkeit gegenüber der Warenkultur und Schuldknechtschaft. Das Leiden der indigenen Amerikaner, als die Expansion nach Westen beendet war, mussten bald auch andere erdulden, in Kuba, den Philippinen, Nicaragua, der Dominikanischen Republik, Vietnam, Irak und Afghanistan. Des Schlusskapitel dieses traurigen Experiments der menschlichen Geschichte wird uns geopfert sehen, so wie jene am Rande des Imperiums geopfert wurden. Darin liegt eine Art von Gerechtigkeit. Wir profitierten als Nation von dieser irrsinnigen Vision, wir blieben passiv und schweigend, als wir diese Verbrechen in unserem Namen hätten verurteilen sollen, und jetzt, wo das Spiel zu Ende geht, gehen wir alle gemeinsam unter.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Ein düsteres Szenario! Dem kann und will ich aber nicht folgen. Zugegeben, ich blicke auch nicht sehr optimistisch in die Zukunft, weil das Wirtschaftssystem und deren Eigentumsgrundlage (vorwiegend privat) nur durch sogenanntes Wachstum (hemmungsloser Verbrauch vs. tendenzieller Fall der Profitrate) existieren kann. Die existentiellen Grundfragen der Menschheit bestehen wirklich in den Eigentumsverhältnissen. Aber das ist ja bereits Marx.

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  2. Ich vermag weder dem Chris Hedges zuzustimmen, noch dem Kommentar von "Anonym 4. Juni 2012 22:17".

    Hier nur zum geschätzten "Anonym 4. Juni 2012 22:17":
    Zitat: "Die existentiellen Grundfragen der Menschheit bestehen wirklich in den Eigentumsverhältnissen. Aber das ist ja bereits Marx."
    Antwort: Den ersten Satz halte ich für grundsätzlich falsch und völlig wirklichkeitsfremd!

    1.) Richtig ist lediglich daß die beiden 'bösen Zwillinge' - der Liberalismus und der Marxismus - allerdings das EIGENTUM zu einem geradezu göttlichen Götzen verherrlichen. Aber dies auch nur um EIGENTUM, wo sie es vorfinden, zu ENTeignen und es ihrer jeweiligen Nomenklatura zuzuordnen.

    Dabei sind die Liberalisten eindeutig die allerschlimmsten ENT-Eigner. Dagegen sind sogar die Kommunisten Waisenknaben! Die Liberalisten haben ganze Kontinente(!) - Amerika, Australien, Neuseeland - den rechtmäßigen Eigentümern enteignet!
    Die Kommunisten/Marxisten enteignen zuerst das Privateigentum und d a n n das Gemeineigentum - und die Liberalisten machen es nur in der Reihenfolge andersherum

    2.) Das was unser Land (und viele Länder auf der Welt) derzeit kaputtmacht sind die liberalen Extremisten und Verfassungsfeinde. Sie zerstören allenthalben das Eigentum der Bürger, der Kommunen, der Länder, des Bundes. Siehe die Diskussion auf http://www.burks.de/burksblog/2012/02/16/kapitalismus-revisited-2 .

    Dabei versuchen sie die Bürger zu verwirren, indem sie ihnen ständig vorgaukeln, sie seien angeblich die Schützer(!) des “Eigentums”! Daß diese Extremisten das PRIVAT-Eigentum in den Vorgrund rücken, soll nur die von ihnen betriebene Enteignung des Kommunalvermögens verschleiern.

    Für keine ideologische Verrenkung sind diese Verfassungsfeinde zu schade. Auf dem eben angegebenen link findet ihr die Behauptung, “… daß der Erfolg Europas eben auf Privateigentum basiert”

    Schwachsinn! Erstens ist Europa nicht besonders erfolgreich: Ziu Gaddafis Zeiten waren die libyschen Bürger wohlhabender als die Portugiesen und sämtliche Osteuropäer (vielleicht mit Ausnahme der Russen und Polen).

    Und zum zweiten beruht der Erfolg Europas auf dem “LEHEN” (die Inkas/Ketschuas hatten nach meiner Einschätzung auch ein “Lehens”-Denken). Und Lehen ist eben “Besitz” – und gerade nicht(!) Eigentum. An nicht produktiven Gegenständen gab’s natürlich überall Eigentum. Den Schmuck der Ketschua-Bäuerin durfte man so wenig klauen wie den Schmuck des fränkischen Burgfräuleins.

    Auch in unserer heutigen “Wirtschaft” spielt das EIGENTUM an Produktionsmitteln keine wirkliche Rolle. Wenn der Maschinenpark nicht ohnehin im Sicherheitseigentum einer Bank steht, dann ist er geleast. Z. B. der Chip-Hersteller Infineon, der wegen des technischen Fortschritts laufend Maschinen einer jeweils neuen Generation benötigt, wäre doch blöd, wenn ‘er’ kaufen statt leasen würde. Was soll er denn mit den ausrangierten Maschinen älterer Generation anfangen?
    So weit ich weiß, gehören auch Arcor-Karstadt noch nicht mehr die Grundstücke, auf denen die Kaufhäuser stehen. Ich meine auch gelesen zu haben, daß auch Metro das Grundstückseigentum in eine ganz anders Unternehmen ausgegliedert – oder sogar verkauft – hat, so daß für diese riesigen Metrokaufhallen immer Miete gezahlt werden muß.

    So sehr ich auch Karl Marx einen guten Willen und eben auch Mitgefühl für die damalige leidende (Arbeiter-)Bevölkerung zuspreche - ich halte seinen Lösungsweg für einen Irrweg.
    Zur Kritik an den LINKEN bzw. Lafontaine siehe: http://www.medienanalyse-international.de/laforousseau.html .

    j

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  3. Fortsetzung 1:
    Derzeit werden wir von div. liberalistischen Mafien ausgenommen (die Marxisten sind derzeit ja ehe unfähig sich auch nur selbst ordentlich zu wehren) .

    Um dies vorweg zu sagen: Ich bin Merkantilist, und zwar preußischer (nicht niederländischer oder französischer oder englischer).

    Aus merkantilistischer Sicht sind die ideologische Kampfeinsätze der Liberalisten unter logischen Gesichtspunkten völlig gegenstandlos!
    Nehmen wir z. B. das derzeit ideologisch durchgeprügelte Thema "Geistiges Eigentum": Geistiges Eigentum ist im Regelfall - zumindest bei wirtschaftlich relevantem geistigen Eigentum" zu 99 % (!) Eigentum der Bürgergemeinschaft.

    Dies muß man argumentativ wie folgt herleiten: Den homo sapiens sapiens gibt es genetisch praktisch unverändert seit deutlich mehr als 100.000 Jahren. Eine (unmaßgebliche) genetische Änderung mag es seit der Zeit der Herdenvölker (etwa seit 10.000 Jahres - auch der Ackerbau wurde in etwa derselben Zeit 'erfunden') gegeben haben. Und zwar betrifft dies eine genetische Änderung dahin, daß auch Erwachsene Milch (von Pferden, Rindern, Kamelen) abbauen können. Menschen des sinischen Typus können z. T. Milch (auch als Erwachsene!) abbauen, wie z. B. die Mongolen, Tibeter. Und z. T. eben nicht: Chinesen, Japaner, Vietnamesen usw.
    Aber das GEHIRN was vor 100.000 Jahren genauso leistungsfähig wie beim heutigen homo sapiens sapiens.

    Wieso wurde also nicht schon vor 100.000 Jahren der Reißverschluß,. Der Klettverschluß, das Auto, das Fahrrad, das DOS-, Windows-, Apple-Betriebssystem erfunden? Oder der Kugelschreiber?
    Die Antwort lautet: Weil allein die GESELLSCHAFT bzw. das Gemeinwesen bzw. die Kommune solche "Erfindungen" ERMÖGLICHTE, indem die Gesellschaft die VORAUSSETZUNGEN für solch "geistiges Eigentum" schaffte. Zu den Voraussetzungen gehört übrigens gerade die Tradierung bzw. die Fähigkeit zu Erinnern und das Erinnerte Generation für Generation weiterzugeben.

    Dasselbe gilt für persönlichen wirtschaftlichen Erfolg: Dieser wäre ohne den Staat nicht denkbar. Deshalb rate ich immer großmauligen Unternehmern, die z. B. über die "Lohnnebenkosten" maulen, ihren Betreib umgehend abzureißen und in Bangla Desh oder im Tschad wiederaufzubauen. Dort gibt’s keine(!) Lohnnebenkosten. Aber das wollen die Großmaule dann plötzlich doch irgendwie nicht! Mein Ruf "dann geht doch nach drüben"! verhallt unerhört - und dies aus gutem Grund!

    j

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  4. Fortsetzung 2

    Wenn nun dem "Staat" (Gemeinwesen - uns allen gehörend, quasi in "Gesamthand") 99% aller wirtschaftlichen und geistigen Errungenschaften 'gehört', so heißt dies nicht, daß die Bürger auch wollen, daß der "Staat" sein Recht immerfort zu 99 % geltend macht. Die Bürger - die immerhin über die staatlichen Verhältnisse zu bestimmen haben (oder sollten) wollen z. B. auch an ihre Kinder vererben. Die Bürger bestimmen deshalb, daß der "Staat" von seinen 99 % erhebliches abgeben muß. Das gilt auch für Erfindungen oder musische Werke.
    Dieses "Freigeben" durch das Gemeinwesen ist natürlich auch produktiv. Der Staat belohnt also Erfinder oder Künstler indem er seine Rechte weitgehend freigibt.

    Graf Mirabeau rügte Friedrich den Großen einmal völlig zu Recht, weil dieser das Prinzip merkwürdiger Weise nicht durchschaute: Friedrich hatte, wie es sich für einen damaligen Merkantilisten gehörte, fleißig Kanäle durch das Land graben lassen. Das waren damals perfekte "Straßen" - denn Autobahnen oder die Eisenbahn gab es damals nicht. Friedrich erhob nun aber eine Kanalnutzungsgebühr von den Kaufleuten, die sehr hoch war, weil auch die Erstellungskosten eben sehr hoch gewesen waren. Und so blieben die Kanäle unbenutzt und die Kaufleute betreiben weiterhin ihre primitiven Fuhrwerke auf den damals sehr holperigen Straßen. Mirabeau fordert Friedrich deshalb auf, die Kanalgebühr auf 0,00 Kreuzer herunterzusetzen. Er argumentierte: Die preußische Staatskasse werde unendlich viel mehr durch die Steuern auf den aufblühenden Handel bei einer reichlichen Nutzung der Kanalwege gewinnen als durch diese blöde Kanalnutzungsgebühr.
    Und natürlich hatte Mirabeau recht!

    Wenn uns nun in Deutschland immer die liberalistische Mafia das Anschauen oder Anhören von Internetvideos auf youtube oder sonstwo durch die GEMA abblockt, so gilt dies: Die Bürger, die über den "Staat" zu bestimmen haben, wollen hier nicht, daß der Staat seine 99 % Eigentumsrechte einfach freigibt. Vielmehr soll der "Staat" hier darauf bestehen, daß die Bürger ungehindert anschauen können. NUR IM ÜBRIGEN wird freigegeben. Das ist Bürgerwille!

    j

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  5. (Mein Hauptbeitrag ist irgendwie nicht erschienen - deshalb hier nochmal )

    Ich vermag weder dem Chris Hedges zuzustimmen, noch dem Kommentar von "Anonym 4. Juni 2012 22:17".

    Hier nur zum geschätzten "Anonym 4. Juni 2012 22:17":
    Zitat: "Die existentiellen Grundfragen der Menschheit bestehen wirklich in den Eigentumsverhältnissen. Aber das ist ja bereits Marx."
    Antwort: Den ersten Satz halte ich für grundsätzlich falsch und völlig wirklichkeitsfremd!

    1.) Richtig ist lediglich daß die beiden 'bösen Zwillinge' - der Liberalismus und der Marxismus - allerdings das EIGENTUM zu einem geradezu göttlichen Götzen verherrlichen. Aber dies auch nur um EIGENTUM, wo sie es vorfinden, zu ENTeignen und es ihrer jeweiligen Nomenklatura zuzuordnen.

    Dabei sind die Liberalisten eindeutig die allerschlimmsten ENT-Eigner. Dagegen sind sogar die Kommunisten Waisenknaben! Die Liberalisten haben ganze Kontinente(!) - Amerika, Australien, Neuseeland - den rechtmäßigen Eigentümern enteignet!
    Die Kommunisten/Marxisten enteignen zuerst das Privateigentum und d a n n das Gemeineigentum - und die Liberalisten machen es nur in der Reihenfolge andersherum

    2.) Das was unser Land (und viele Länder auf der Welt) derzeit kaputtmacht sind die liberalen Extremisten und Verfassungsfeinde. Sie zerstören allenthalben das Eigentum der Bürger, der Kommunen, der Länder, des Bundes. Siehe die Diskussion auf http://www.burks.de/burksblog/2012/02/16/kapitalismus-revisited-2 .

    Dabei versuchen sie die Bürger zu verwirren, indem sie ihnen ständig vorgaukeln, sie seien angeblich die Schützer(!) des “Eigentums”! Daß diese Extremisten das PRIVAT-Eigentum in den Vorgrund rücken, soll nur die von ihnen betriebene Enteignung des Kommunalvermögens verschleiern.

    Für keine ideologische Verrenkung sind diese Verfassungsfeinde zu schade. Auf dem eben angegebenen link findet ihr die Behauptung, “… daß der Erfolg Europas eben auf Privateigentum basiert”

    Schwachsinn! Erstens ist Europa nicht besonders erfolgreich: Ziu Gaddafis Zeiten waren die libyschen Bürger wohlhabender als die Portugiesen und sämtliche Osteuropäer (vielleicht mit Ausnahme der Russen und Polen).

    Und zum zweiten beruht der Erfolg Europas auf dem “LEHEN” (die Inkas/Ketschuas hatten nach meiner Einschätzung auch ein “Lehens”-Denken). Und Lehen ist eben “Besitz” – und gerade nicht(!) Eigentum. An nicht produktiven Gegenständen gab’s natürlich überall Eigentum. Den Schmuck der Ketschua-Bäuerin durfte man so wenig klauen wie den Schmuck des fränkischen Burgfräuleins.

    Auch in unserer heutigen “Wirtschaft” spielt das EIGENTUM an Produktionsmitteln keine wirkliche Rolle. Wenn der Maschinenpark nicht ohnehin im Sicherheitseigentum einer Bank steht, dann ist er geleast. Z. B. der Chip-Hersteller Infineon, der wegen des technischen Fortschritts laufend Maschinen einer jeweils neuen Generation benötigt, wäre doch blöd, wenn ‘er’ kaufen statt leasen würde. Was soll er denn mit den ausrangierten Maschinen älterer Generation anfangen?
    So weit ich weiß, gehören auch Arcor-Karstadt noch nicht mehr die Grundstücke, auf denen die Kaufhäuser stehen. Ich meine auch gelesen zu haben, daß auch Metro das Grundstückseigentum in eine ganz anders Unternehmen ausgegliedert – oder sogar verkauft – hat, so daß für diese riesigen Metrokaufhallen immer Miete gezahlt werden muß.

    So sehr ich auch Karl Marx einen guten Willen und eben auch Mitgefühl für die damalige leidende (Arbeiter-)Bevölkerung zuspreche - ich halte seinen Lösungsweg für einen Irrweg.
    Zur Kritik an den LINKEN bzw. Lafontaine siehe: http://www.medienanalyse-international.de/laforousseau.html .

    j

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  6. Eigentum kann man schlechterdings nicht abschaffen. Es ist ein Verhältnis zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft. Und man darf sogar philosophisch hinzufügen: Das Eigentum hat den Menschen (Gattung) gemacht. Somit ist die Abschaffung des Eigentums, worunter der Laie gewöhnlich ein materielles Ding versteht, eine dubiose Unterstellung. Worum es denn gehen wird, ist die soziale Gleichstellung der Individuen und damit verbunden die genuine Demokratie. Ob das je verwirklicht werden kann, ist zu bezweifeln, denn das käme der (unmöglichen) Verwirklichung eines Ideals nahe. Viel gewonnen wäre es, wenn wenigsten versucht würde, das Ziel der sozialen Gleichstellung anzustreben.

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  7. @ Anonym 5. Juni 2012 07:14
    Zitat: "Worum es denn gehen wird, ist die soziale Gleichstellung der Individuen und damit verbunden die genuine Demokratie. Ob das je verwirklicht werden kann, ist zu bezweifeln, denn das käme der (unmöglichen) Verwirklichung eines Ideals nahe. "

    Antwort: Das ist natürlich richtig. Sowohl das Streben nach Gleichstellung, wie auch die erkenntnis, daß dieses zeil wohl nie erreciht werden wird. Man denke daran, daß ja auch die Schönheit (bei ihm oder ihr) sehr ungerecht verteilt ist, obwohl die soziale Macht der schönheit kaum überschätzt werden kann.

    Zizat: "Viel gewonnen wäre es, wenn wenigsten versucht würde, das Ziel der sozialen Gleichstellung anzustreben".
    Antwort: Dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Denn ich habe nicht das Ziel der "sozialen Gleichstellung". Mich stört es nicht, daß etliche Leute stinkreich sind - ich aber nicht. Oder daß ich nicht zu den wichtigen Zirkeln der Stadt oder des Landes gehöre und dort auch nie Einlaß finden werde.

    Ich denke auch nicht, daß das Ziel der Demokratie die "soziale Gleichstellung" ist.
    Richtig ist allerdings, daß eine "Gleichstellung" z. B. bei der Wahl ("one man one vote) unverzichtbar ist. Auch was die Beteiligung am nationalen Wirtschaftsgewinn betrifft, muß es diese "Gleichstellung" geben. Dem preußischen Merkantilismus lag die Vorstellung zugrunde, daß alle Bürger gleichberechtigte Gesellschafter einer Kaugfmannsgesellschaft seien und demnach ein Recht auf gelichberechtigte Ausschüttung des Staatsgewinns hatten.

    1.) Was das Eigentum angeht, so müssen wir m. E. zwischen Gemeinschafts- und Privateigentum untzerscheiden. Derzeit besteht erheblicher Handlungsbedarf hinsichtlich des Gemeinschaftseigentums, denn dieses wird von der Liberalisten allenthalben geraubt und gestohlen. Das ist nicht nur in Libyen so , sondern eben auch bei uns. Das jeweilige "Tafelsilber" des Bundes (z. B. Post, Bahn, DDR-Vermögen usw.),.der Länder und der Gemeinden wird ja mit vollen Händen an die Räuber VERSCHENKT!

    Wir brauchen nicht nur Vergesellschaftungen (z. B. bei Banken, die jetzt, da pleite, mit sehr geringen verfassungsgemäßen Entschädigungssummen übernommen werden könnten - Art. 14 GG) sondern wir brauchen auch mehr gewerbliche(!)Staatsbetriebe – nicht bloß auf dem Versorgungssektor.
    So etwas, wie seinerzeit das staatliche Volkswagenwerk oder die staatlichen Renault-Werke. Überaus erfolgreich – Käfer und Bully DAS Hippie-Auto in den USA, Renault R4 DAS Auto der deutschen Jugendlichen in den 60ern und 70ern! Daß beide Autoproduzenten waren, war kein Zufall, denn das war das ‘Ding’ der damaligen Zeit – so wie der Lokomotiven und Schienenbau vor ca. 100 Jahren. Heute wären Staatbetriebe auf dem Chemiesektor angesagt. Ein riesiger(!) Komplex die “Chemie”! Das geht von der Entwicklung und Herstellung von Materialien (für so völlig verschiedene Bebiete, wie Bau, Kfzs, Schiffe, Geräte, Militärtechnik, mit vorsicht: Nano, usw.,), bis zu Medizin, Landwirtschaft usw. usw. Dann AUTOMATEN bzw. moderner Maschinenbau.


    j

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  8. Fortsetzung:

    Der song “In The Year 2525″ geht noch ganz arglos davon aus, daß der technologische Fortschritt ganz normal DEN BÜRGERN zugute käme (und nicht “der “Wirtschaft” – was meinen die eigentlich mit “die Wirtschaft – WIR(!!) sind doch “DIE WIRTSCHAFT”!) – und diese nur eine Verkümmerung ihrer Gliedmaßen wegen exzessiv verwöhnter Faulheit zu befürchten hätten: http://de.video.search.yahoo.com/video/play?p=In%20The%20Year%202525&tnr=21&vid=5014465105494148&turl=http%3A%2F%2Fts1.mm.bing.net%2Fvideos%2Fthumbnail.aspx%3Fq%3D5014465105494148%26id%3De645d27c75e6191b99419530719825cf%26bid%3DHsG4XaakBwDekQ%26bn%3DThumb%26url%3Dhttp%253a%252f%252fwww.youtube.com%252fwatch%253fv%253d0G-XAyBDWdw&rurl=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D0G-XAyBDWdw&sigr=11ab4t30e&newfp=1&tit=In+The+Year+2525+-+Zager+and+Evans+-+Cover+-+Remix+-+Pete+Stark .

    Der Staat ist verpflichtet(!) das Geld der Bürger (denn das ist die Staatskasse!) kapitalbringend wirtschaften zu lassen. Zugleich kann er damit auch Arbeitsplätze und weiterhin Forschungs- und wissenschaftliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Nur so kann ein Land eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Top-Position reichen und halten und dadurch auch zu einem attraktiven Standort für private Unternehmen und ausländische Gelder werden.

    Das Gegenargument, in den kommunistischen Ländern hätte sich ja gezeigt, daß Staatbetriebe nicht erfolgreich wirtschaften können, geht fehl: Denn selbstverständlich meine ich “merkantilistische” Staatsbetriebe und nicht sozialistische. Letztere litten nämlich unter der unsinnigen a) Planwirtschaft und b) Zentralwirtschaft.

    2.) Beispiele für erfolgreiche Staatsbetriebe:
    a) Im Deutschen Reich bis 1918 trugen die Staatsbetriebe in ganz erheblichen Maße zum Haushalt des Reiches und zum Landeshaushalt Preußens bei.
    b) Übrigens das Inka-Imperium war ein einziger VEB (“Volkseigener Betrieb”). Und den Leuten dort ging es unter den Inka-Fürsten zumindest besser als ihren Nachfahren noch einige Jahrhunderte danach. Hunger gab’s da nicht.
    Auch hätte ich möglicherweise – nur was das Wirtschaftliche angeht – lieber unter die Azteken in diesem staatswirtschaftlich errichteten ‘charmanten Venedig’, genannt “Tenochtitlan” gelebt, als im heutigen Mexiko-Ciudad.

    Den Kommunisten laste ich an, daß sie den (fortlaufend enteignenden) Liberalisten einen unerhörten Propagandaeffekt frei Haus geliefert haben!

    j

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  9. Man kann das Ganze tatsächlich hochintellektuell zerreden oder bauernschlau auf einen Nenner bringen: ZUVIELISATION!
    Als Animist ist mir klar was mit unserer Welt passiert ist und das vergass der Autor noch zu erwähnen.
    Vorgängig wurden die Kultur und die schriftlosen Religionen in unseren Breiten zerstört, an ihren heiligen Orten wurden Kirchen gepflanzt und diese "primitiven" fortan Heiden genannt.
    Im zwangschristianisierten Mittelalter, ging der Besitz des Denunzierten zu 10% an den Denunzianten, der Rest an die Kirche.

    Das war doch ein lukratives Geschäft, Menschen zu verleumden!

    Psychopathen aus jeder gesellschaftlichen Schicht machten sich das nutzbar um so zu Macht, Einfuss und Vermögen zu kommen!
    Auf dieser Grundlage wurde es erst möglich industriell zu kolonisieren.
    Gaddafi sprach von 5,4 Billionen Schulden der UNwertegemeinschaft,Wiedergutmachung allein für Afrika.
    Man kann sich fragen, ob in unserer aufgeklärten Welt wo nicht Hexen für Naturkatastrophen schuldig sein können, Haarp unterirdische Atombomben oder die Satanische Elite generell bemüht wird, weil andere Erklärungen einfach zu banal sind.
    Jedenfalls sind die Kämpfe der Indianer noch lange nicht vorbei:
    http://www.youtube.com/watch?v=iWz5w2kys-Q&list=LLeyyCa62GPUZHh5mkZMIm1Q&feature=mh_lolz

    Man muss nicht unbedingt mit Marx etc. Vergleiche anstellen. Deutschland hatte genügend grosse Denker die beschrieben wie es zu verhindern sei plötzlich von Konsumzombys umgeben, in einer von Psychopathen geführten Gesellschaft zu erwachen.
    Leider werden schon im Vorschulalter die weichen für eine Ellenbogengesellschaft gestellt. Indem man Kindern Leistung, Wettbewerb und Erfolgsgefühl beibringt. Solange das nicht ändert und eine Zweckmoral bestimmt, ändert sich gar nichts!

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  10. Untergang als Chance

    Irgendwo macht der Beitrag von Chris Hedges auch Mut. Schließlich kann das nicht ewig so weitergehen wie bisher. Irgendwann ist eben Schluss und das ist gut so, denn nur dann kann Neues nachwachsen. Die Natur macht es uns ständig vor. Wenn bspw. Wildschweine eine Wiese durchpflügt haben, können sich in dem aufgerissenen Erdreich andere Arten ansiedeln, die sonst keine Chance gehabt hätten gegen den alten Bewuchs. Es entstehen neue Habitate, locken ihrerseits neue Insekten an, diese wiederum Vögel und so weiter. Die Natur erfüllt sich selbst.

    Oder als seinerzeit die Saurier ihrem Ende entgegengingen, ist die Artenvielfalt regelrecht explodiert. Bevor die alten Pfeffersäcke nicht weg sind, wird kein Leben auf die Erde zurückkehren. Daher lieber ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende. Jenen, die das überleben, winkt die Freiheit.

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