Mittwoch, 7. Dezember 2016

Diktator Park Geun-hye klammert sich an die Macht wie ihr Vater Diktator Park


Einar Schlereth

7. Dezember 2016


Am sechsten Wochenende haben jetzt wieder hunderttausende Koreaner in Seoul und anderen Städten Südkoreas (insgesamt geschätzte 2 Millionen) gegen die Diktatorin Geun-Hye demonstriert und ihren Rücktritt verlangt. Die Parteien der Opposition haben in der vergangenen Woche eine Gesetzesvorlage für ihre Absetzung eingebracht, die von der Mehrheit der Abgeordneten unterstützt wurde, doch erfordert dies Papier die Zustimmung von zwei Dritteln der Volksvertreter.
Fackelmarsch zum Blauen Haus am 12. November  
Ebenso große Demonstrationen gab es nur vor 35 Jahren (in den 1980-er Jahren) gegen ihren Vater, dessen Brutalität sie von ihm geerbt hat. Diktator Park führte damals neoliberale Gesetze ein und ging rabiat gegen die Gewerkschaften vor. Die damaligen Demonstrationen gingen dann in die pro-Demokratie-Bewegung über. General Park war durch einen Militärcoup an die Macht gekommen und wurde 1979 ermordet, nachdem 4 Jahre zuvor schon versehentlich seine Frau bei einem ihm zugedachten Anschlag ermordet wurde.
Die allergrößte Demo fand am 12. November statt, als allein in Seoul 1 Million Menschen demonstrierten. Die Diktatorin ist verwickelt in Korruptions-Affären und Vetternwirtschaft, insbesondere mit der Tochter eines berüchtigten Sektenführers, der schon mit Papa Park eng befreundet war.

Die Tochter des Sektenführers nutzte ihre guten Beziehungen zur Diktatorin, um große Unternehmen zu erpressen. Außerdem habe sie sich in Staatsangelegenheiten eingemischt. Zuerst ging es eigentlich nur um sie, bis herauskam, dass Geun-Hye eifrig mitgemischt hat. Darauf ist die Zustimmungsrate für Heung auf 5 % gesunken, ein Rekord in der südkoreanischen Geschichte. Trotzdem ist sie in keiner Weise zur Kooperation mit den Gerichten bereit, um das Ausmaß des Skandals zu erforschen. Diese Arroganz hat die Wut der Bevölkerung weiter angefacht.

Deswegen wird angenommen, dass die Demo am nächsten Wochenende noch größer werden wird. Aus wahlpolitischen Gründen halten sich die Oppositions-Parteien noch etwas bedeckt.

Gleichzeitig hat der Terror gegen die Arbeiter und ihre Gewerkschaften weiter zugenommen. Heung hatte 2013 bei den (gefälschten) Wahlen ökonomische Reformen und höhere Löhne versprochen, woraus aber nichts geworden ist.

Hingegen hat sie ihren Eifer der Glorifizierung ihres Vaters gewidmet und versuchte, die Geschichtsbücher neu zu schreiben, vor allem auch für den Schul-Unterricht.
Auch die Privatisierung des Gesundheitswesens und der Eisenbahn lag ihr am Herzen, wogegen es große Streiks gegeben hat. Und in ihrer Amtszeit wurde auch gegen alle Proteste, die teilweise mit Gewalt niedergeschlagen wurden, die riesige neue US-Marinebasis auf der Insel Jeju gebaut, die von der UNO zum Weltkulturerbe erklärt wurde (s. meinen Artikel hier).

Es ist zu hoffen, dass die Opposition ihre kleinlichen taktischen Manöver unterlässt und sich tatkräftig dem Willen des Volkes anschließt, um diese koreanische „Killary“ mit der nächsten Mamuth-Demo hinwegzufegen.

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