Montag, 23. Oktober 2017

Bericht des britischen Parlaments führt aus, wie der NATO-Krieg 2011 gegen Libyen auf Lügen basierte


Freund Klaus Madersbacher hat die große Arbeit übernommen, diesen Bericht am 22. Oktober zu übersetzen. Damit hat sich wieder einmal eine KONSPIRATIONSTHEORIE in die reinste Wahrheit verwandelt. Am Ende der Übersetzung hat Klaus eine lange Reihe von Links zu seinen Artikeln dazugelegt, die er im Laufe der Jahre zu Libyen übersetzt hat. Wenn ich meine Artikel, die nur auf diesem Blog liegen, auch noch dazu lege, wird seine Liste genau um das Doppelte verlängert, obendrein mit einer Menge Fotomaterial und Videos. Dazu braucht ihr nur hier rechts auf 'Blog durchsuchen' als Stichwort Libyen eingeben und klicken. Bei uns wird die Wahrheitsfindung also einfach gemacht. Meiner Meinung nach gäbe es an dem Bericht eine Menge zu kritisieren, aber ich will nur einen Punkt nennen, der dort am Ende hätte stehen sollen: Angesichts des Versagens der britischen Politik, was zu entsetzlichen Folgen für das libysche Volk führte, wäre es die Pflicht der britischen Regierung, die Hauptschuldigen zu verurteilen und Libyen und seiner Bevölkerung eine angemessene Entschädigung zukommen zu lassen.

Durch Zufall bin ich heute auf diesen Artikel gestoßen, der vor über einem
Jahr auf Salon.com erschienen ist! Es wird wohl nicht viele geben, die sich 
so intensiv mit der Materie beschäftigen wie ich - und wenn sogar mir dieser
Bericht entgangen ist, dann nehme ich an, dass außer den Salon-Lesern 
kaum jemand etwas davon gehört hat. Den Lesern von antikrieg.com ist das 
alles natürlich schon längst bekannt, sogar dass es sich um ein 
Kriegsverbrechen der schlimmsten Art handelt. Das Parlament ihrer Majestät
bezeichnet es natürlich nicht als solches, lässt aber wenig Zweifel daran ... 

Klaus Madersbacher


Ben Norton


"Libyen: Untersuchung der Intervention und des Zusammenbruchs und die zukünftigen politischen Optionen des Vereinigten Königreichs" - eine Untersuchung des parteiübergreifenden Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des britischen Unterhauses verurteilt scharf die Rolle des Vereinigten Königreichs in dem Krieg, der die Regierung des libyschen Führers Muammar Gaddafi zu Fall brachte und das nordafrikanische Land ins Chaos stürzte.

"Wir haben keine Beweise dafür gesehen, dass die britische Regierung eine angemessene Analyse des Aufstands in Libyen durchgeführt hat", heißt es in dem Bericht. "Die britische Strategie basierte auf falschen Annahmen und auf einem unvollständigen Verständnis der Beweise."

Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten kommt zu dem Schluss, dass die britische Regierung "nicht erkannt hat, dass die Bedrohung der Zivilbevölkerung übertrieben war und dass die Rebellen ein bedeutendes islamistisches Element beinhalteten".

Die Libyen-Untersuchung, die im Juli 2015 gestartet wurde, basiert auf über einem Jahr Forschung und Interviews mit Politikern, Wissenschaftlern, Journalisten und mehr. Der Bericht, der am 14. September 2016 veröffentlicht wurde, deckt das folgende auf:

Gaddafi plante nicht, Zivilisten zu massakrieren. Dieser Mythos wurde von Rebellen und westlichen Regierungen übertrieben, die ihre Intervention auf mangelnde geheimdienstliche Information gründeten.
Die Bedrohung durch islamistische Extremisten, die einen großen Einfluss auf den Aufstand ausübten, wurde ignoriert - und die Bombardierung durch die NATO hat diese Bedrohung noch verschlimmert und dem ISIS eine Basis in Nordafrika verschafft.
Frankreich, das die militärische Intervention initiierte, war durch wirtschaftliche und politische Interessen motiviert, nicht durch humanitäre.
Der Aufstand - der gewalttätig und nicht friedlich war - wäre wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen, wenn er nicht militärische Unterstützung aus dem Ausland erhalten hätte. Auch ausländische Medien, insbesondere Qatars Al Jazeera und Saudiarabiens Al Arabiya verbreiteten unbewiesene Gerüchte über Gaddafi und die libysche Regierung.
Die NATO-Bombardierung stürzte Libyen in eine humanitäre Katastrophe, tötete Tausende von Menschen und vertrieb weitere Hunderttausende, wodurch Libyen aus dem afrikanischen Land mit dem höchsten Lebensstandard in einen vom Krieg zerrütteten, gescheiterten Staat verwandelt wurde.


Das Gerücht, dass Gaddafi Zivilisten massakriert, und der Mangel an Informationen


"Trotz seiner Rhetorik wurde die Annahme, Muammar Gaddafi hätte das Massaker an Zivilisten in Benghazi angeordnet, nicht durch die verfügbaren Beweise unterstützt", stellt der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten klar.

"Muammar Gaddafi drohte zwar mit Gewalt gegen diejenigen, die gegen seine Herrschaft zu den Waffen griffen, aber das bedeutete nicht unbedingt eine Bedrohung für jedermann in Benghazi", so der Bericht.


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