Montag, 19. November 2012

Pussy Riot Mitglieder waren früher in eine anti-semitische Aktion verwickelt

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Einar Schlereth
19. November 2012


Mein Freund und Russland-Experte Stefan Lindgren teilt mir gerade mit, dass einige Mitglieder von Pussy Riot am 8. September 2008 in eine Aktion verwickelt waren, bei der in dem Warenhaus SVET eine symbolische Erhängung von drei Gastarbeitern, zwei Homosexuellen und einem Juden durchgeführt wurde.
Das sollte wohl witzig sein!
Die Aktion wurde von „Vojna“ durchgeführt, Vorgänger von Pussy Riot, mit teilweise denselben Mädchen und richtete sich gegen den Bürgermeister Luzjkow und nicht gegen Juden, wie Pussy Riot Mitglieder heute behaupten.

Luzjkow klagte man an, dass er gegenüber Einwanderern nicht hart genug durchgreife, und führende Persönlichkeiten von Vojna waren obendrein in einer ultranationalistischen Bewegung tätig.


"Erhängte Juden bewirken unter keinen Umständen spontanes Gelächter unter gewöhnlichn Russen", sagt Stefan.

Dass diese zwielichtigen Leute nun den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" erhalten sollen, pass sich mit Luthers Antisemitismus zusammen. Gleichwohl sind  Zweifel angebracht, ob sie unbedingt als „Ikone der globalen Freiheitsbewegung“ gefeiert werden müssen.

Ich habe das Gefühl, dass sich damit einige Leute gewaltig in die Nesseln setzen werden. Zumal die Doppelzüngigkeit nun noch um eine Dimension erweitert wird – nicht nur bezüglich der Kirchenschändung sondern auch um Verunglimpfung von Homosexuellen und Juden, deren Schicksal in Russland der deutschen Regierung ansonsten doch so warm am Herzen liegt.

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