Dienstag, 3. Juni 2014

Schweden bestraft Thyssen Krupp wegen seiner "russischen Neigungen"

Eine merwürdige Story. Keiner scheint zu wissen, was eigentlich los war. Auch nicht 'Die Stimme Russlands'. Sie schreibt "...sollen verübt haben...", obwohl der Fakt ja in den schwedischen Medien stand. Aber weshalb und warum ist Objekt von Spekulationen, vor allem in den westlichen Medien. Die führen einen Eiertanz auf, ob die Aktion legal war oder nicht. Sie wüssten es genau, stellten sie sich das Geheul unserer Medien vor, wenn der russische Geheimdienst mit Spezialeinheiten bei IKEA in St. Petersburg reinmarschiert wäre. Außerdem dürfte klar sein, dass der kleine Laufbursche Reinfeldt diese Aktion gegen ein deutsches Mammutunternehmen nicht ohne Zustimmung der USA oder in deren Auftrag durchgeführt hätte. Da wird spekuliert, ob und was oder ob überhaupt etwas geklaut wurde. Maschinen, Motoren, Konstruktionspläne oder Computer oder von allem etwas. Gibt man 'Kockums + Malmö + Raid' bei Google ein, kommt eine ganze Seite mit Artikeln dieser Art hoch. 'Dagens Nyheter' schreibt am 19. 5. 2014 "Die Wahrheit über den geheimen Überfall im Morgengrauen auf Kockums":
"Um 7.30 am 8. April führte das Materialwerk der Armee eine einmalige Aktion durch, um äußerst geheime schwedische U-Boot-Technologie bei Kockums zu sichern. Die Behörden drangen in das private, in deutschem Besitz befindliche Unternehmen ein und luden die Ausrüstung auf zwei von Soldaten geschützte LKWs. Das Unternehmen antwortete mit der Schließung der Tore."

Selbst der Unternehmenschef wurde erst nach langen Verhandlungen hineingelassen. Das Feilschen zog sich bis in den Nachmittag hinein und man kam übereins, das Material an einem neutralen Platz zu lagern, bis beide Parteien gemeinsam kontrolliert hätten, dass nur schwedisches Eigentum geladen wurde.

Der Kernpunkt ist ein 'Stirlingmotor', der besonders leise ist und ohne Luft auskommt. Damit wollten die Schweden das U-Boot A26 bauen. Die Deutschen kauften Kockums, um das zu verhindern, weil sie ein eigenes Modell hatten, das sie viel teurer verkauften. Eine beliebte Unternehmensstrategie. Alle Verhandlungen zwischen Schweden, FLV (Materialbeschaffung der Armee) und ThyssenKrupp strandeten. Schließliche legte Schweden seine Verteidigungspolitik um und beauftragte SAAB mit einem U-Boot-Entwurf. Gleichzeitig warb SAAB die Top-Ingenieure von Kockums ab. Da blieb Kockums nichts andres übrig, als den Laden SAAB zum Verkauf anzubieten.

Aber den Rest der Wahrheit, die Dagens Nyheter eigentlich bieten wollte, verschweigt man. Aber der steht hier unten im Artikel der 'Stimme Russlands'.

Schweden bestraft Thyssen Krupp wegen seiner "russischen Neigungen"

15. April 2014
Einar Schlereth und
Stimme Russlands
Collage
Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth
Im Innern von Kockums
Das Echo der ukrainischen Krise hat auf merkwürdige Weise seinen Weg bis hinauf nach Schweden gefunden. Spezialeinheiten vom schwedischen Sicherheitsdienst sollen dieser Tage einen Überfall auf Kockums Forschungszentrum in Malmö verübt
haben. Kockums ist führend für die Ausrüstung von U-Booten und ist [zu hundert Prozent. D. Ü.] im Besitz des deutschen Industieriesen ThyssenKrupp.

Die Militärs sollen geheime Dokumente, Zeichnungen, Software und sogar Ausrüstung beschlagnahmt haben. Vertreter von ThyssenKrupp wurden informiert, dass es sich bei dem beschlagnahmten Material um supergeheime Unterlagen handle und die Aktion aus Rücksicht auf die Sicherheit des Reiches stattfand.

Die Aktion gegen ThyssenKrupp war kein Zufall. Dieser deutsche Industrieriese hat eine Menge Tochterunternhmen und Tätigkeiten in Russland. Der Konzern liefert schwere Ausrüstung, Metallteile und Maschinen an Russland. Außerdem installiert Thyssen Aufzüge und gibt russischen Unternehmen Service. ThyssenKrupp hat ein Abkommen über Zusammenarbeit mit einer russischen Universität. Der schwedischen Geheimdienst deutet an, dass ThyssenKrupp schwedische technische Geheimnisse an das "aggressive Russland" liefern könnte.

Aber eigentlich gibt es ganz andere Ursachen für die Razzia in Malmö. Erstens ist der Überfall auf Kockums die primitivste Art, heimliches Material zu beschlagnahmen. Seit langem beschuldigen die Schweden den deutschen Konzern, dass er Kockums als seinen Hauptkonkurrenten für die U-Boot-Produktion runtergewirtschaftet habe. Jetzt ist der SAAB-Konzern schon bereit, Kockums aufzukaufen. Konstruktionspläne und Computer wurden beschlagnahmt, damit die Deutschen sie nicht außer Landes schaffen können.

Der zweite Grund für die Wiederbelebung des Russenschrecks geht tiefer. Die Zeitung 'Svenska Dagbladet' zitiert den Analytiker Vilhelm Unge von SÄPOs Konterspionage: "Wir können eine zunehmende russische Spionage-Tätigkeit in Zusammenhang mit der Entwicklung auf der Krim und in der Ukraine sehen. Einen Teil davon sehen wir als Vorbereitung für einen Krieg oder militärische Bedrohung Schwedens.

Mit anderen Worten so übt Russland in der Ukraine und auf der Krim Strategien für einen Kampf gegen Schweden."

Das ganze Theater um Kockums und ThyssenKrupp, die Diskussionen über "die russische Bedrohung" muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden, meint der Analytiker Viktor Mjasnikov von der militärhistorischen Zeitschrift 'Nezavisimoe voennoe obozrenie'. Schwedische Militärs und ein bedeutender Teil der Politiker des Landes versuchen jetzt, Schweden in die NATO zu steuern und dafür ist ein äußerer Feind die beste Propagandahilfe, sagt Viktor Mjasnikov.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. " Der schwedische Geheimdienst deutet an..."

    Die Schweden haben keinen Grund sich als Saubermänner in die Brust zu werfen, weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart ! Für die Nazis haben sie alles geliefert was die schwedische Industrieproduktion hergab und sich dabei eine goldene Nase verdient. Dadurch hatten sie nach dem WK2 die größte Handelsflotte in Europa, während sich alle anderen mit Schrott behelfen mussten.

    Um das Jahr 1976 herum haben sie mit Lieferungen an die "Südafrikanische Union" das Embargo umgangen und heimlich höchstmoderne Waffen an den Apartheitstaat geliefert.
    Ich bin (ungewollt) Zeitzeuge dieser Aktionen geworden. In dieser Zeit bekam ich von einer Hamburger Reederei den Auftrag nach Gran Canaria zu fliegen um dort einen Leitenden Ingenieur abzulösen, der mit dem Schiff von Schweden kommend, inzwischen kalte Füße bekommen hatte und nicht weiter nach Südafrika fahren wollte. Nachdem ich erfahren hatte um was es ging, hatte ich keine Möglichkeit mehr auszusteigen. Das Schiff ging nach Durban in den Hochsicherheitsbereich des Militärhafens und wurde dort von den dümmmsten Afrikanern, die man auftreiben konnte, entladen. Alles zur Tarnung. Zur weiteren Tarnung hatten wir geteerte Telegrafenmasten an Deck geladen und mussten ein zweites Schiffstagebuch führen, unter einem falschen Schiffsnamen. (Der Schiffsname war nach Verlassen des Hafens von Las Palmas umgepinselt worden)
    Noch leben die Zeitzeugen und die Reederei in Hamburg existiert auch noch, aber wen interessiert das schon ?

    MfG. grillbert aus Hamburg

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  2. wundert mich überhaupt nicht,
    wisst`s immer noch nicht, das im ehemls neutralen Schweden die gleichen Leute das eigtl. sagen haben wie in D bzw. ganz Europa !

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  3. Ja, ihr habt vollkommen Recht. In Deutschland wurden immer Mythen um Schweden gewoben, die in weiten Teilen genau das waren: Mythen. Schweden war lange das Land mit der höchsten Kapitalkonzentration in einigen wenigen Händen. Seit Bushobama hat sich das wohl in die USA verlagert. Die Waffenschieberei nach Apartheid-Südafrika haben fast alle gemacht, auch die Engländer und Amerikaner. Ordinäres Lumpenpack, alle zusammen.

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