10. März 2015
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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| Russlands neue Generation - findet man so ein Bild bei uns? |
Etwas Beeindruckendes geschieht in Russland und es ist völlig verschieden von dem, was man erwarten würde. Statt sich erniedrigt und niedergedrückt zu fühlen, durchläuft Russland so etwas, wie ich es nennen würde, wie eine Art Renaissance, eine Wiedergeburt als eine Nation. Dies trotz oder tatsächlich wegen des Westens, geführt von den sogenannten Neo-Konservativen in Washington, der alles versucht, sogar mit einem Krieg in der Ukraine vor der Haustür Russlands, um dessen Ökonomie zum Kollaps zu bringen, Putin zu erniedrigen und Russland allgemein als schlecht darzustellen. In diesem Prozess entdeckt Russland positive Seiten seiner Kultur, seines Volkes, seines Landes, die lange vergessen oder unterdrückt wurden.
Mein erster von vielen Besuchen Russlands liegt mehr als 20 Jahre zurück, im Mai 1994. Ich war von einem Wirtschafts-Think-Tank in Moskau eingeladen worden, um kritische Gesichtspunkte über den IWF vorzutragen. Meine Eindrücke damals waren die von einem einst großen Volk, das bis auf den letzten Tropfen Lebensenergie erniedrigt worden war. Mafia-Gangster brausten über die breiten Boulevards von Moskau in splitterneuen Mercedes 600-Limousinen mit dunklen Scheiben und ohne Kennzeichen. Gesetzlosigkeit war an der Tagesordnung, von dem US-gestützten Jetsin im Kreml bis hinunter auf den Straßen. "Harvard boys" wie Jeffrey Sachs oder Schwedens Anders Aaslund oder George Soros schwärmten durch die Stadt und dachten sich neue Methoden aus zur Vergewaltigung und Plünderung Russlands unter dem Motto "Schock-Therapie" und "Markt-orientierte Reform", ein anderes Wort füru "gebt uns eure Kronjuwelen".
Der menschliche Zoll jenes Traumas des totalen Kollapses des Lebens in Russland nach dem November 1989 war erschütternd. Ich konnte es in den Augen der gewöhnlichen Russen in den Straßen Moskaus sehen, der Taxifahrer, einkaufender Mütter, ganz normaler Russen.








