Hier muss ich kurz einflechten, dass, was der gute Jeff Brown über die aktuelle Wirklichkeit erzählt, vollkommen korrekt ist, nach allem, was ich darüber in Erfahrung gebracht habe oder was auch hier auf dem Blog ein Kommentator aus eigener Erfahrung bestätigt. Was den Sozialismus angeht, hat er erst 2010 zu lernen begonnen, weshalb man seine theoretischen Lücken verzeihen kann. Es ist natürlich Unsinn zu behaupten, dass China immer sozialistisch oder gar kommunistisch gewesen ist. Warum hat es dann so viele und noch viel größere Bauernaufstände als bei uns gegeben? Und ebensowenig stimmt es, dass China heute schon im sozialistischen Stadium ist. Es ist in einer staatssozialistischen Gesellschaft (in gewisser Weise mit dem schwedischen, sozialdemokratischen 'folkhemmet' = Volksheim vergleichbar), die die schlimmsten Auswüchse der Kapitalisten verhindert und ihnen die Zügel anlegt. Xi ist Nationalist, der für sein Land und sein Volk auf seine Weise das Beste tut. Und wie Putin ist er ein harter Gegner des neoimperialistischen USA-Imperiums. Jeff Brown verwechselt Reichtum an Dingen, an stuff (Zeug), wie Carlin so schön sagt, mit dem neuen, dem kommunistischen Menschen, der an Zeug herzlich wenig Interesse hat, dafür umso mehr an dem seelisch, moralisch, kulturell und einem alleits entwickelten Menschen interessiert ist. Andererseits hat er mit seiner Kritik an dem an sich verdienstvollen Professor James Petras Recht, da er in diesem Fall eine doktrinäre Auffassung vertritt.
2. TEIL:
KP: Als nächstes die Frage nach dem chinesischen politisch-ökonomischen System. Nominell ist die Volksrepublik China kommunistisch. Daran gab es keinen Zweifel, solange Vorsitzender Mao Zedong sich an die Modernisierung des Landes machte. Der linke Professor James Petras argumentiert jedoch, dass China vom Sozialismus abgewichen ist und dass eine zweite Revolution im Gange ist, die versucht, dem Kapitalismus Moralpredigten zu halten. Er zitiert Deng Xiaoping, der sagte, reich zu sein, ist wunderbar. Das ist unkorrekt. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Deng das jemals gesagt hat. Also steht die Einleitung zur These von Petras unter einem ungünstigen Stern.
Petras schreibt in einem späteren Artikel: „Chinas kapitalistische Entwicklung basierte auf einer Trippel-Allianz von nationalen, ausländischen und staatlichen Kapitalisten, die alle abhängig waren von weit verbreiteter, massiver Korruption der staatlichen Parteibeamten.“
Das war 2015, als die Amtszeit des gegenwärtigen Vorsitzenden Xi Jinping begann. Eins seiner Hauptanliegen ist die Befreiung der Chinesischen Kommunistischen Partei von der Korruption. Er meint, dass das Überleben der KPC davon abhängt (siehe: Xi Jinping 'The Governance of China' von 2014, S. 352). Xi hat klargemacht, dass China eine marxistisch-leninistische Orientierung hat, dass es aber im frühesten Stadium des Sozialismus steckt. In Anbetracht, dass die Korruption seit langem besteht und der wachsenden Zahl chinesischer Milliardäre und angesichts des hohen GINI Koeffizienten, was hältst du da von dem „Sozialismus mit chinesischen Vorzeichen?"


































