Donnerstag, 8. März 2012

Syrien - ist das Schlimmste vorüber?


Einar Schlereth
am 8. März 2012

Der libanesische TV-Sender 'Al-Manar' glaubte, dass die Krise am Ende sei, was nach Meinung von Israa Al-Fass und anderen politischen Analytikern nicht als Neuigkeit angesehen wurde. Baba Amro sei unter Kontrolle der syrischen Armee und eine große Zahl Bewaffneter hätten sich aus 'taktischen' Gründen über die libanesische Grenze zurückgezogen. 700 Mann wurden gefangen genommen. „Große Überraschungen werden in den nächsten Tagen enthüllt über die Art der eroberten Waffen und die von den bewaffneten Gruppen angewandten Taktiken.“ Der syrische Strategie-Experte Salim Harba sagte, dass man Tunnel entdeckt habe mit modernsten israelischen, europäischen und amerikanischen Waffen, die noch nirgendwo sonst eingesetzt worden seien samt modernster Kommunikations-Systeme, denen es zu verdanken sei, dass sich britische Journalisten nach dem Libanon in Sicherheit bringen konnten.
Nun kann man sich fragen, warum die Syrer mit der Veröffentlichung dieser brisanten Beweise so lange warten. Offenbar ist das schamlose Video über angebliche Folterungen von Verwundeten in einem syrischen Hospital durch Ärzte ein Ablenkungsmanöver in Vorwegnahme dieser Veröffentlichungen gewesen.
Man hätte auch eine scharfe Verurteilung dieses Manövers erwartet, zumal dieses Video von sämtlichen Medien verbreitet worden ist, mit den sattsam bekannten Kommentaren unserer Medienwindbeutel.
Zumal Salim Harba selbstbewusst seine Ausführungen mit den Worten schloss: „Am Ende werden die USA sich der russischen Initiative anschließen müssen, nachdem klar geworden ist, dass die Konfrontation nur zu ihrer Niederlage führen würde, und dass das syrische Regime stark genug ist, um mit jeder Verschwörung fertig zu werden.“
Selbst der US-Marine-General James Mattis, Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, meinte am Dienstag, dass die USA nicht mehr viele Optionen hätten. Er warnte auch davor, dass man von der 'Freien Syrischen Armee' kaum Demokratie erwarten könne, und dass der Einfluss von Al Qaida am Zunehmen sei. Und Obama ergänzte: „Es gäbe keine einfache Lösung.“
Das kann man wohl sagen, da sowohl die Russen als auch Chinesen an ihrem Standpunkt gegen jede Art von Intervention festhalten. Auch die internationale Unterstützung für Syrien nimmt zu.
Und gestern hat der syrische Außenminister Walid Muallem sich nach Gesprächen mit Pekings früherem Botschafter in Damascus, Li Huaxin, bereit erklärt, mit der chinesischen Initiative zur Beendigung des Blutvergießens und dem Beginn eines Dialogs zwischen Regierung und Opposition zu kooperieren. Damascus sei auch bereit „mit dem Gesandten der UNO, dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan zu kooperieren“, fügte der Minister hinzu.
Li Huaxin sagte zuvor der Al-Watan Zeitung, dass er auch bereits mit dem stellvertretenden syrischen Außenminister Ahmad Amus Chinas „Sechs-Punkte-Vision“ diskutiert habe.
Dies mag ein geschickter Schachzug der Syrer sein, um die Chinesen stärker an sich zu binden  und ihre Verhandlungsposition zu stärken.
Sicher hat sich nach den erfolgreichen Operationen der syrischen Armee im Lande und im Libanon die Situation etwas entschärft. Aber von einem Ende der Krise zu sprechen, halte ich wirklich für verfrüht. Da stellt man nicht die rabiaten Israelis und arabischen Fundamentalisten von Saudiarabien bis Katar hinreichend in Rechnung.

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