Samstag, 25. Oktober 2014

VOR KOLUMBUS: WIE AFRIKANER DIE ZIVILISATION NACH AMERIKA BRACHTEN

Natürlich hatte ich von diesen afro-amerikanischen Kontakten auch schon gehört oder gelesen, wurde aber, wie wohl viele Menschen von dem autoritären Pondus der "Experten" reichlich unbewusst "zur Ordnung gerufen". Aber jetzt sind mir durch diesen Artikel und meine Vergleichsmöglichkeit durch meinen Besuch in Ägypten gleichsam die Schuppen von den Augen gefallen. Es würde enormer geistiger Verrenkungen bedürfen, um diese zahllosen Ähnlichkeiten, die zuweilen direkt identisch sind, zu leugnen.

Garikai Chengu hätte noch die große transatlantische Meeresströmung nennen können, die eine Überfahrt nach Amerika von Afrika kollossal erleichtert. Außerdem die Tatsache, dass die indianischen und Indiovölker ja erwiesenermaßen aus Nord Asien eingewandert sind, es dort aber weit und breit keinen Pyramidenbau gibt außer just in Ägypten/Nubien und im kulturellen Einzugsbereich Ägyptens (z. B. Irak) und ansonsten nur ganz vereinzelt auf der Welt, ist vielleicht der schlagendste Beweis für den direkten Kontakt mit Afrika.

Persönlich möchte ich noch auf ein Buch verweisen, das für die ägyptische, letztlich aber für die afrikanische Geschichte insgesamt von enormer Bedeutung war und immer noch ist: 'The African Origin of Civilization - Myth or Reality' von Cheikh Anta Diop, 1974 bei Lawrence Hill & Co, London erschienen und mehrmals neu aufgelegt. Wenn ich mich recht erinnere, hat auch er bereits auf die Entsendung einer Flotte nach Amerika hingewiesen. Auf jeden Fall aber auf die haushohe Überlegenheit der ägyptischen Flotte, die allein unter Ramses III zweimal die vereinigten Flotten aller weißen barbarischen Nordländer im wörtlichen Sinne total vernichtete und nebenbei fünf Mal große alliierte Heere der Nordvölker vernichtend schlug, was zu ungeheuren Mengen an Kriegsgefangenen führte, die als Sklaven eingesetzt wurden, nach einigen Jahren aber freigelassen wurden. Die einzigen Sklaven in Ägypten, denn ein Ägypter konnte per Gesetz niemals Sklave werden. 

VOR KOLUMBUS: WIE AFRIKANER DIE ZIVILISATION NACH AMERIKA BRACHTEN

Garikai Chengu
12. Oktober 2014
monumentaler Olmeken-Schädel


Am Montag werden alle Regierungsbüros, Geschäfte und Banken zum Stillstand kommen, um des Kolumbus-Tages zu gedenken. In den Schulen landein, landab werden kleine Kinder gelehrt, dass ein heldenhafter Italiener Amerika entdeckte, und es werden verschiedene Veranstaltungen und Paraden gehalten werden, um dieses Ereignis zu feiern.
Unter Akademikern ist es allgemein bekannt, dass Christopher Kolumbus eindeutig Amerika nicht entdeckt hat, und das es nicht zuletzt unmöglich ist, ein Volk und eine Kontinenten zu entdecken, die es bereits gab samt einer blühenden Kultur. Man kann sich nur fragen, wie Kolumbus  Amerika entdecken konte, wenn Menschen ihn von Amerikas Küsten aus beobachtet haben.

Entgegen dem allgemeinen Glauben begann die Afrikanisch -Amerikanische Geschichte nicht mit der Sklaverei in der neuen Welt. Eine überwältigende Masse an neuen Beweisen taucht auf, die zeigen, dass Afrikaner häufig über den Atlantik nach Amerika gesegelt sind, tausende Jahre vor Kolumbus und tatsächlich sogar vor Christus.

Die großen alten Zivilisationen Ägyptens und Westafrikas reisten nach Amerika und leisteten einen ungeheuren Beitrag zu den frühen amerikanischen Zivilisationen, indem sie die Kunst des Pyramidenbaus, politischer Systeme und religiöser Praktiken sowie die Mathematik, die Schrift und ausgeklügelte Kalender mit sich brachten.

Der stärkste Beweis für die afrikanische Präsenz in Amerika  vor Kolumbus kommt aus der Feder von Kolumbus selbst. 1920 hat der renommierte amerikanische Historiker und Linguist Leo Weiner von der Harvard Universität in seinem Buch 'Africa and the Discovery of America' (Afrika und die Entdeckung Amerikas) erklärt, dass Kolumbus in seinem Tagebuch notierte, dass einheimische Amerikaner bestätigt hätten, dass "schwarzhäutige Menschen aus dem Süden gekommen sind in Booten und mit Speeren mit Gold-Spitzen handelten".

Ramses III
Eins der ersten dokumentierten Beispiele von Afrikanern, die nach Amerika segelten und sich dort niederließen, waren schwarze Ägypter unter Führung von König Ramsses III während der 19. Dynastie 1292 vor Christus. Tatsächlich schrieb 445 v. Chr. der griechische Historiker Herodot von den großen Seefahrts- und Navigations-Fähigkeiten der alten ägyptischen Pharaonen. Weitere konkrete Beweise notierte Dr. Imhotep, im großen und ganzen von den euro-zentristischen Archäologen ignoriert, die  "ägyptische Artifakte, die in ganz Nordamerika gefunden wurden von den Algonquin Schriften an der Östküste bis zu den Artifakten und ägyptischen Ortsnamen im Grand Canyon".

1311 n. Chr. wurde eine zweite Welle von afrikanischen Erforschern von König Abubakari II geleitet, dem Herrscher des Mali-Imperiums im 14. Jahrhundert, das größer war als das römische Imperium. Der König entsandte 200 Schiffe mit Männern und 200 Schiffe mit Handelswaren, Feldfrüchten, Tieren, Kleidung und entscheidendes afrikanisches Wissen über Astronomie, Religion und Kunst.

Dass afrikanische Forscher die Weiten des Atlantiks in primitiven Booten überquerten, mag vielen unwahrscheinlich oder vielleicht weit hergeholt erscheinen. Derartige unglaubliche nautische Leistungen sind nicht so beängstigend wie sie scheinen, angesichts der Tatsache, dass zahlreiche erfolgreiche moderne Versuche gezeigt haben, dass alte afrikanische Boote ohne Ruder, Steuer oder Segel und selbst 'Einbäume' mit Sicherheit in der Lage waren, den Ozean in einigen Wochen zu überqueren.

Da die Zeit es erlaubt, uns immer weiter und weiter von dem "europäischen Zeitalter der Entdeckung" zu entfernen und wir über das Zeitalter der rassischen, intellektuellen Vorurteile" hinwegkommen, fangen Historiker an zu erkennen, dass die Afrikaner erfahrene Seeleute lange vor den Europäern waren, entgegen dem allgemeinen Glauben.

Natürlich weisen einige westliche Historiker immer noch die Fakten von sich, und hängen bewusst oder unbewusst immer noch an dem Begriff des 19. Jahrhunderts, dass die Seefahrt ein europäisches Monopol war.

Schließlich erzählt uns die Geschichte, dass die Seefahrt die allerwichtigste europäische Errungenschaft ist, das einzigartige Unterfangen, auf das die Europäer besonders stolz sind. Die Seefahrt erlaubte Europa, die Welt zu erobern. Die Vorstellung, dass schwarze Afrikaner die stürmischen Wasser des Atlantiks bezwangen und die Europäer auf dem Weg in die Neue Welt schlugen, bedroht ein historisches weißes Gefühl vom Besitz der Meere.

Wenn die meisten Leute an das alte Mexiko denken, dann kommen ihnen als erste die Zivilisationen der Inkas, Azteken und Maya in den Sinn. Doch Anfang der 1940-er Jahre entdeckten Archeologen eine Zivilisation, bekannt als die der Olmeken von 1200 v. Chr. , die allen anderen forgeschrittenen  Zivilisationen Amerikas vorausging.

Olmeken-Reich gelb, das spätere Maya-Reich grün

Die Olmeken-Zivilisation, die afrikanischen Ursprungs war und von Afrikanern beherrscht wurde, war die erste bedeutende Zivilisation in Mesoamerika  und die Mutter-Kultur Mexikos.

Die Olmeken sind vielleicht am meisten bekannt wegen ihrer kolosssalen gehauenen Stein-Köpfe, die in Zentral-Mexiko gefunden wurden, die ein eindeutig afrikanisches Aussehen haben. Van Sertima, Prof. für alte afrikanische Geschichte hat dargelegt, wie die Olmeken die erste mesoamerikanische Zivilisation waren, die eine geschriebene Sprache benutzten,  hochentwickelte Astronomie, Künste und Mathematik und sie bauten die ersten Städte in Mexiko, was alles stark die nachfolgenden Mayas und folgende Zivilisationen in beiden Amerika beeinflusste. "Es gibt nicht den leisesten Zweifel, dass alle späteren Zivilisationen [in Mexiko und Mittelamerika] letztlich auf den Olmeken basieren", bemerkte einmal Michael Coe, ein führender Historiker über Mexiko.

Afrikaner spielten eindeutig eine verzwickte Rolle beim Aufstieg des olmekischen Reiches; der afrikanische Einfluss erreichte in derselben Periode den Gipfel, als die alte schwarze ägyptische Kultur in Afrika emporstieg.

Ein deutliches Anzeichen der vor-Kolumbus-afrikanischen trans-Atlantik-Fahrten sind die jüngsten archeologischen Funde von in Amerika heimischen Narkotika in den Mumien des alten Ägypten, was zeitgenössische Historiker erstaunt hat. Die deutsche Toxikologin Svetla Balabanova berichtete von Kokain- und Nikotin-Funden in Mumien. Diese Substanzen können nur aus amerikanischen Pflanzen gewonnen werden, Kokain aus der Erythroxylon Coca und Nikotin aus der Nicotiana tabacum. Solche Stoffe können nur durch Handel mit Amerikanern in die alte ägyptische Kultur eingeführt worden sein.

Ähnlichkeiten zwischen frühen amerikanischen und afrikanischen Religionen deuten auch auf signifikanten interkulturellen Kontakt. Die Mayas, Azteken und Inkas verehrten alle schwarze Götter und die erhaltenen Portraits von schwarzen Göttinnen sind enthüllend. Zum Beispiel sind alte Abbildungen von Quetzalcoatl, ein Messias-Schlangen-Gott, und Ek-ahua, dem Gott des Krieges, zweifelsfrei Schwarze mit dunkler Haut und wolligem Haar. Wieso sollten einheimische Amerikaner Bilder verehren, die so unverkennbar afrikanisch sind, wenn sie sie niemals zuvor gesehen hätten? Zahlreiche Wandmalereien in den Höhlen von Juxtlahuaca zeigen das berühmte alte ägyptische "Öffnen des Mundes" und das wechselseitige Ritual des Trankopfers. Alle diese religiösen Ähnlichkeiten sind zu groß und kommen zu oft vor, als dass es Zufälle sein könnten.

Professor Everett Borders erwähnt ein weiteres wichtiges Anzeichen afrikanischer Anwesenheit, und zwar die Art der frühen amerikanischen Pyramiden. Der Bau von Pyramiden ist sehr kompliziert. Die alten Ägypter schritten von der ursprünglichen Stufenpyramide in Djosser fort zu den viel ausgeklügelteren vollendeten Produkten in Giza. Doch haben die Olmeken in La Venta in Mexico eine vollendete Pyramide gebaut ohne Anzeichen von allmählichem Lernen. Olmekische und ägyptische Pyramiden wurden beide auf einer Nord-Süd-Achse gebaut und hatten verblüffend ähnliche Konstruktionsmethoden. Bezeichnenderweise dienten alle diese Pyramiden demselben doppelten Zweck, als Grab und Tempel.

Die alten transatlantischen Ähnlichkeiten in der Botanik, Religion und Pyramidenbau stellen nur einen Bruchteil der Anzeichen für den afrikanischen Einfluss im alten Amerika dar. Andere Indikatoren umfassen Astronomie, Kunst, Schriftsysteme, Flora und Fauna.

Historisch waren die afrikanischen Völker außergewöhnliche Erforscher und Überbringer von Kulter in der ganzen Welt. Auf allen diesen Reisen haben afrikanische Erforscher kein einziges Mal verheerende Kriege gegen die Völker, auf die sie getroffen sind, geführt. Die größte Bedrohung für eine glorreiche Zukunft Afrikas ist das Unwissen seiner Völker über seine glorreiche Vergangenheit.
 
Die Grundlagen präkolumbianischer Zivilisationen in Amerika wurden von Afrikanern gelegt und weiterentwickelt durch die Genialität indigener Amerikaner. Das nach-kolumbianische Amerika wurde leider gegründet auf einem Völkermord der indigenen Amerikaner, aufgebaut auf dem Rücken von afrikanischen Sklaven und es funktioniert nach wie vor durch die Ausbeutung von Arbeitern im In- und Ausland.

Eindeutig haben die Afrikaner geholfen, Amerika zu zivilisieren lange bevor die Europäer Amerika "entdeckten" und lange vor der europäischen Behauptung, Afrika zivilisiert zu haben. Die wachsende Beweismenge wird jetzt schlicht zu groß, um sie zu ignorieren. Es ist an der Zeit, dass die Erziehungspolitik ihre Schulbücher korrigiert und mit Amerikas langer vor-Kolumbus-Geschichte ergänzt.

Garikai Chengu ist Stipendiat an der Harvard Universität. Kontakt:
garikai.chengu@gmail.com

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. "es dort aber weit und breit keinen Pyramidenbau gibt und auch sonst nirgendwo in der Welt außer just in Ägypten"

    pyramiden gibt es überall auf der erde

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  2. "Wenn die meisten Leute an das alte Mexiko denken, dann kommen ihnen als erste die Zivilisationen der Inkas, Azteken und Maya in den Sinn."

    Inkas in Mexiko? machten die damals Urlaub dort?

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    1. Nirgends steht etwas von Inkas in Mexiko! Vielleicht sieht man das nach dem 3. Whiskey.

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  3. Meine Güte, fällt euch vielleicht ein vernünftiger Kommentar dazu ein? Außerdem spricht er hier, von "den meisten Leuten" und ihren Vorstellungen, die ja meistens konfus/diffus sind.

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  4. Da die ersten Menschen in Afrika entstanden und sich von Afrika aus in alle anderen Kontinente verbreiteten, zuerst als homo erectus, der dann in Europa zum Neandertaler wurde, später als homo sapiens, der vor 180 000 Jahren im heutigen Namibia enstand und vor
    30 000 Jahren Europa erreichte, haben die "Afrikaner" alle Länder dieser Erde "zivilisiert".
    Noch nicht geklärt ist, wie weit die ägyptische Zivilisation durch Impulse aus den Zivilisationen Indiens und Chinas beeinflusst wurde.

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  5. Die Geschichte neu bzw. umschreiben, zu gunsten ehemaliger untermenschen? Darauf werden wir gewiss, nochmal ein Jahrhundert warten müssen! Ich würde mich freuen, wenn ich mich hier irre.

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