Sonntag, 15. Dezember 2013

JEMEN: 15 Tote durch US-Drohnenschlag

Peter Symonds
13. Dezember 2013

WSWS.org
Das vereinigte Nord- und Südjemen
Wenigstens 15 Menschen sind gestern in Zentral-Jemen getötet worden, als Raketen einer unbemannte Drohne in einem Hochzeitszug einschlug. Jemenitisch Sicherheitsbeamte sagten, der Angriff fand in der Nähe der Stadt Radda, Hauptstadt der Bayda-Provinz, statt und ließ nur verkohlte Leichen und ausgebrannte Autos zurück.

Es wurden keine Namen und Details enthüllt. Die CIA und die US-Armee, die verantwortlich für das kriminelle Programm gezielter Morde in Jemen, Pakistan und anderen Ländern sind, gaben keine Erklärung ab.
Beamte in Jemen gaben widersprüchliche Erklärungen. „Ein Luftangriff verfehlte sein Ziel und traf einen Hochzeits-Konvoy“, sagte ein Beamter zu Reuters. „10 Leute wurden sofort getötet und fünf Verwundete starben im Krankenhaus.“ Es gab noch 5 Verwundete. Worin der „Fehler“ bestand, wurde nicht erklärt.

Ein anderer Beamte versuchte, den Angriff zu rechtfertigen und meinte, dass al Qaida-Leute sich dem Konvoy angeschlossen hätten. Beweise gibt es nicht. Radda wird als Al Qaida-Hochburg bezeichnet.

Diese erneuten zivilen Toten unterstreichen den wahllosen und illegalen Charakter der US-Drohnen-Angriffe, die benutzt werden, um die Bevölkerung zu terrorisieren und die amerikanische Militärmacht in der ganzen Region zu demonstrieren.
Der gestrige Angriff kam nur Tage nach einem Angriff am Montag, bei dem drei Menschen getötet wurden, die auf einer Straße in al-Qatan in der Provinz Hadramaut fuhren, wobei das Auto und die Insassen total verbrannten.

Die beiden Drohnen-Angriffe scheinen eine Vergeltung für einen al-Quaida-Angriff auf das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Sanaa gewesen zu sein. Die Angreifer sprengten eine Autobombe außerhalb des Gebäudes, stürmten hinein und erschossen alle, die sie sahen. Der Angriff am hellichten Tage forderte 56 Tote und verletzte 167. Al-Qaida bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die US-Drohnen-Angriffe.

Nachdem das Obama Regime den jemenitischen Diktator Ali Abdullah Saleh von Anfang an unterstützte, half es auch bei der Einsetzung von Präsident Mansour Al-Hadi, um die Proteste gegen Saleh zu ersticken [Al-Hadi war Stellvertreter von Ali Saleh – es wurde also nichts verändert. D. Ü.] Die USA unterstützen das Regime mit Geld, militärischer Ausrüstung und Training sowie Drohnen-Angriffen.

Washington betrachtet den Jemen als sehr wichtig für seine strategischen Interessen im Nahen Osten. Das Land liegt an der strategisch wichtigen Bab-el-Mandeb Straße, die Hauptschiffahrtslinie zwischen den Ölfeldern am Persischen Golf und dem Roten Meer, dem Suez-Kanal und Europa.

Laut Human Rights Watch vom Oktober hat der US Joint Operations Command, ein halb-heimlicher Arm von Armee und CIA, mindesten 81 Drohnenschläge in Jemen im vergangenen Jahrzehnt durchgeführt. Einer wurde 2002 ausgeführt und die übrigen seit 2009 – d. h. unter Obama. Mindestens 473 Menschen wurden dabei getötet, die meisten davon Zivilisten.

[Es folgen einige Berichte von der US-halbstaatlichen NGO Human Rights Watch.]
Beim schlimmsten Angriff am 17. Dezember 2009 wurden von der US-Armee bis zu 5 Tomahawk-Rakten mit Splitterbomben auf das kleine Dorf a-Majalah im Süden des Landes geworfen. Jemenitische Beamte sagten, dass das Ziel eine Trainingslager der al-Qaida war, in dem 34 „Terroristen“ getötet wurden. Eine nachfolgende Untersuchung ergab, dass 14 verdächtige Kämpfer (sic!) getötet wurden zusammen mit mindestens 41 Zivilisten, davon 9 Frauen und 21 Kinder. Die Splitterbomben töteten nachträglich noch 4 Zivilisten und verletzten 13 weitere.

[Es folgt ein Bericht von Amnesty International über einen Drohnen-Angriff in Pakisten, bei dem Zivilisten getötet wurden.]

Die Obama-Verwaltung wies alle diese Bericht sofort zurück. Der Sprecher des Weißen Hauses war „absolut dagegen“, dass die USA illegal handelten und fügte hinzu: „Die Verwaltung hat wiederholt die außerordentliche Sorgfalt betont, die wir beachten, um sicher zu gehen, dass die anti-Terrorismus-Aktionen in Übereinstimmung mit den bestehenden Gesetzen stattfinden.“

Der gestrige mörderische Drohnenschlag auf einen zivilen Hochzeits-Konvoy enthüllt wieder einmal die Lügen des Weißen Hauses. Die Obama-Verwaltung hat sich selbst das „Recht“ zugesprochen, völlig außerhalb des amerikanischen und internationalen Rechts zu handeln, als Richter, Geschworener und Henker über jeden, der als Bedrohung für die US-imperialistischen Interessen angesehen wird.


Quelle - källa - source

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