Samstag, 7. Dezember 2013

Die üblen Methoden des GMO-Sektors am Beispiel Seralini


Colin Todhunter
6. Dezember 2013


Seralinis Forschungsergebnisse

Der Biotech-Sektor schreit immer nach Peer-Review (Kollegen-Begutachtung), wenn die anti-GMO-Bewegung sich auf Analysen oder Forschungsberichte bezieht, um ihre Sache zu vertreten. Obwohl Prof. Seralini seine Forschungs-Ergebnisse (mit GMO gefütterte Ratten), die kritisch gegenüber den Gesundheitsrisiken der GMOs waren, in einer international angesehenen peer-reviewed Zeitschrift 2012 veröffentlichte, wurden seine Methodologie und seine Ergebnisse unentwegt von dem Sektor attackiert. Hinzu kamen Verleumdungen seiner Person¹. Jetzt findet er heraus, dass sein Papier von dem Journal zurückgezogen wurde.

Peer-review hin und Peer-review her, es scheint den Sektor wenig zu kümmern, wenn Forschungsergebnisse das Potential haben, ihre Interessen zu schädigen. Peer-reviews gelten auf jeden Fall nur für die Kritiker des Sektors. Nicht auf sie selbst. Zum Beispiel haben Wissenschaftler in der US Food and Drug Administration (FDA= die US-Aufsichts-Behörde für Nahrung und Medikamente) gewarnt, dass die GMO-Feldfrüchte unvorhersehbare und schwer feststellbare Nebeneffekte, Giftproduktion, Ernährungsprobleme und neue Krankheiten schaffen könnten. Sie empfahlen, dass Langzeit-Studien nötig wären, um die Effekte der GMOs auf andere Früchte, das Ökosystem und die Gesundheit von Tier und Mensch voll zu erforschen, aber diese Warnungen wurden ignoriert ².

Kommerzielle Interessen, politische Strategien und Lobbying, nicht Wissenschaft sind das, was in dieser Industrie zählt. Viel von der Forschung, die sie benutzt, um ihre Behauptungen zu untermauern, wird von ihr selbst durchgeführt und wird der Untersuchung von außen vorenthalten. Gewisse negative Befunde, die ihren Interessen entgegenstehen würden, werden unterdrückt. Laut Open Earth Source hat die Huffington Post 2011 einen Artikel gehabt, dass dies auf jeden Fall in Bezug auf Glysophat (Round Up) zutraf ³. Es ist daher befremdlich, dass die Politiker bereitwillig die Behauptungen der Industrie akzeptieren und deren Ziele befördern, nicht zuletzt in England.

GeneWatchUK hat enthüllt, wie Monsanto, Syngenta, Bayer und BASF (alles Biotech-Unternehmen) unter dem Mantel eines 'Agricultural Biotechnology Council' ein Treffen im Juni 2012 hielten zusammen mit Ministern und Akademikern, um eine 'Strategie' zu formulieren, GMO in Schulen zu fördern, um die Öffentlichkeit zu 'erziehen' und den Bewilligungsrahmen zu Gunsten der GMOs zu 'verbessern', und gleichzeitig die Bauern zu ermutigen, ihre Anbau-Methoden zu ändern und sie den GMO-Produkten anzupassen.

Dr. Helen Wallace, Direktor von GeneWatch UK sagte, dass diese atemberaubende Arroganz dieser Unternehmen zeige, dass sie zu denken scheinen, die britische Landwirtschaft müsse zerstört werden, um ihren kommerziellen Interessen zu dienen, und die britischen Kinder müssten einer Gehirnwäsche unterzogen werden, um ihre Geschäftsstrategien zu unterstützen. Sie meint, dass die Minister nicht die Propagande des GMO-Sektors in britischen Schulen auf Kosten der Steuerzahler fördern sollten 4. Das wirft die Frage auf: Wo ist die Rolle der unabhängigen Wissenschaft (nicht die von der Industrie gekaufte Wissenschaft) in all dem? Der Sektor scheint fähig zu sein, sich politische Protektion verschaffen zu können oder – wenn nötig – wichtige Persönlichkeiten an sich zu binden.

Und der Grund hierfür ist klar. Der Schriftsteller Rich Murray wirft auf Rense.com ein Licht darauf, wie Spitzenleute aus dem GMO-Sektor mühelos hohe Positionen in verschiedenen US-Regierungsbereichen einnehmen konnten, wie etwa in der FDA 5.

William F. Engdahl hat ähnliche Fälle in Europa beschrieben 6. In beiden Fällen sorgt eine Drehtür zwischen Regierung und dem Biotech Sektor dafür, dass den Interessen der letzteren gedient wird.

Seralinis Forschungsteam basierte seine Experimente nach dem Vorbild einer früheren Monsanto-Studie, aber – ganz wichtig – es hat viel mehr Parameter und häufiger getestet. Und die GMO-gefütterten Ratten wurden viel länger studiert. Der lange Zeitraum scheint entscheidend gewesen zu sein. Die ersten Tumore tauchten in der Studie erst nach vier bis sieben Monaten auf. In der früheren 90-Tage-Studie der Industrie mit dem gleichen GMO Monsanto Mais NK603 wurden Anzeichen von Vergiftung entdeckt, aber von der Industrie und der Europäischen Behörde für Nahrungssicherheit als „biologisch nicht bedeutsam“ beiseitegeschoben. Es scheint, dass sie doch biologisch bedeutungsvoll waren.

In seinem neuen Artikel im The Ecologist argumentiert William F. Engdahl, dass Seralinis Forschung gültig ist, und dass der Druck der Biotech-Industrie zur Entscheidung des Journals geführt hat, Seralinis Papier zurückzuziehen 7. Engdahl merkt an, dass das 'Journal of Food and Chemical Toxicology', wo Seralinis Papier erschien, selbst wissenschaftliche Standards verletzt hat, als es beschloss, das Papier zurückzuziehen.

Das fordert die Frage heraus: wann wird Wissenschaft 'Nicht-Wissenschaft' und wann kann ein Journal beschließen, neue Kriterien für die Publikation oder Zurücknahme zu erfinden? Auf der Webseite der 'Independent Science News' 8 schreiben Claire Robinson und Jonathan Latham, dass vor der Zurücknahme der Herausgeber des Journals Elsevier erklärte, dass man einen neuen Posten geschaffen habe für einen 'Associate Editor for Biotechnology'. Und diese neu geworbene Person war Richard E. Goodman, ein ehemaliger MONSANTO-Angestellter. Sechs Monate, nachdem Goodman die Kontrolle über GMO-Fragen im Journal übernommen hatte, hat der Herausgebeer des Journals, Dr. A. Wallace Hayes die Studie von Seralini zurückgezogen, wobei er als Grund die 'Unschlüssigkeiten' in den Forschungsergebnissen nannt.

Doch hat Claire Robinson auf der Webseite von GMWatch 9 geschrieben, dass 'Unschlüssigkeit' in Forschung kein gültiger Grund ist für eine Zurücknahme, weil zahlreiche wissenschaftliche Papiere Unschlüssigkeiten enthielten, die häufig vermischt werden mit Ergebnissen, die mit größerer Sicherheit präsentiert werden können. Sie erklärt zu Recht, dass es an künftigen Forschern liegt, auf den Ergebnissen aufzubauen und das wissenschaftliche Verständnis von Unklarheiten zu verbessern.

All dies ist irgendwie sehr verdächtig.

Die Öffentlichkeit wird GMO-Nahrung aufgezwungen, ohne dass sie dabei etwas zu melden hat Dank des Betrugs und verschiedener Formen institutioneller Korruption. Unglücklicherweise werden Argumente von unabhängigen wissenschaftlichen Forschern allzu oft übergangen zu Gunsten anderer Einflüsse. Man denke an Dr. Arpad Pusztai in England, der effektiv zum Schweigen gebracht wurde, und wo vor einigen Jahren eine Kampagne in Gang gesetzt wurde, um seinen Ruf zu zerstören, weil seine Forschungen mit denen des Biotech-Sektors unvereinbar waren. Dann gibt es das berüchtigte Wikileaks-Kabel, das beleuchtete, wie die GMOs europäischen Ländern aufgezwungen werden durch den US-Botschafter in Frankreich, der mit anderen US-Beamten ein Komplott schmiedete, um eine 'Vergeltungsliste' für alle aufzustellen, die versuchten, GMOs zu regulieren.

Unterdessen wachsen die Beweise, die Auswirkungen auf die Gesundheit und Effizienz oder Mangel an Anbauvorteilen durch GMOs (10, 11, 12, 13) bezweifeln. Aber das kümmert die Industrie und ihre Druck-Taktiken und ihre globale Reklame-Maschine wenig, die die volle und aktive Unterstützung des US-Außenministeriums genießen 14.

Wird die Wissenschaft das Opfer von äußerem Druck? Claire Robinson und Jonathan Latham sagen, dass peer-reviewed Publikationen, die viele für das entscheidende Charakteristikum der Wissenschaft halten, eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen haben. Ursprünglich garantierten sie Qualität und Unabhängigkeit und nun sind sie zum Werkzeug geworden einer Vision der Wissenschaft der Multis, die nun die volle Kontrolle haben. Es sei eine radikale Reform vonnöten. Sie sagen, dass nun Richard Goodman die Gelegenheit hat, alles rauszuwerfen, das nicht den Stempel 'geprüft von der Industrie' trägt.

Das ist durchaus richtig. Wie Don Huber, Professor für Pflanzenpathologie an der Purdue Universität gesagt hat, ist die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, die nicht mit den wichtigsten kommerziellen Interessen übereinstimmen, schwierig und geht mit gewissen Risiken einher 15. Durch äußerst mächtige Interessenten, von denen viele Einfluss auf den Inhalt von Journalen haben und die erfolgreich wichtige Regierungs- und andere offizielle Einrichtungen infiltriert haben, ist ein großer Teil der Wissenschaft und Debatten manipuliert und durch eigennützige Interessen für kommerziellen Nutzen in Beschlag genommen worden.



Fußnoten:
1) http://www.countercurrents.org/todhunter301212.htm

2)http://www.nongmoreport.com/articles/october2011/
FDAignoredscientistswarningsGMfoods.php

3) http://www.huffingtonpost.com/2011/06/24/roundup-scientists-
birth-defects_n_883578.html

4) http://orderoftruth.wordpress.com/2013/06/20/uk-government-
patterson-calls-gm-food-concerns-complete-nonsense-and-
humbug-we-take-a-closer-look-at-his-lies-monsanto-gmo/

5) http://rense.com/general33/fd.htm

6) http://www.globalresearch.ca/stench-of-eu-corruption-in-
monsanto-gmo-whitewash

7) http://www.theecologist.org/News/news_analysis/2185442/
scientific_journal_retracts_study_exposing_gm_cancer_risk.
html

8) http://www.independentsciencenews.org/science-media/the-
goodman-affair-monsanto-targets-the-heart-of-science/

9) http://www.gmwatch.org/index.php/news/archive/2013/15184-
journal-retraction-of-seralini-study-is-illicit-unscientific
-and-unethical

10) http://www.greenmedinfo.com/blog/it-time-acknowledge-roundup
-herbicide-contraceptive

11) http://www.responsibletechnology.org/gmo-dangers

12) http://vidarbhatimes.blogspot.co.uk/2012/11/maharashtra-
reports-btcotton-failure-in.html?m=1

13) http://www.globalresearch.ca/india-genetically-modified-
seeds-agricultural-productivity-and-political-fraud/5328227

14) http://documents.foodandwaterwatch.org/doc/Biotech_Report_US
.pdf

15) http://farmandranchfreedom.org/wp-content/uploads/2013/01/
don-huber-may2011-acres.pdf
 
Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Monsantos Produkte dürfen nie in der EU zugelassen werden
    Deshalb
    Stop TTIP Petition mitzeichnen um das Freihandelsabkommen mit der USA zu stoppen
    http://umweltinstitut.org/freihandelsabkommen/allgemeines/freihandelsabkommen-verhindern-1144.html

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  2. Achtung, achtung vor den Monsanto und die anderen monopolen die Welt.

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