Donnerstag, 26. Februar 2015

Ist Russland eine Kleptokratie?

Thomas Riggins
25. Februar 2015

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Im Merriam-Webster Lexikon wird Kleptokratie als "eine Regierung derer (bezeichnet), die Chefstatus und persönlichen Gewinn auf Kosten der Untertanen suchen". Viele anti-russische Kommentatoren haben heute keine Probleme, Wladimir Putins Regierung als Kleptokratie zu bezeichnen, aber Richard Sakwa, russischer Experte an der Universität Kent gehört nicht zu ihnen.

Er gibt seine Gründe in "Grey - area Gold" über die Analyse von Karen Dawisha in ihrem Buch "Putin's Kleptocracy: Who Owns Russia" , das am 6. Februar bei TLS erschienen ist, wieder. Im Folgenden ein paar Kommentare und Beobachtungen über Sakwas Artikel.

Dawisha denkt offenbar, dass Russland eine Kleptokratie ist. Sie malt ein Bild von verbreiteter Korruption und Missbrauch der Macht jener, die am Sturz der Sowjetmacht und der Übertragung des kollektiven Reichtums und Eigentums des sowjetischen Volkes an Privatpersonen beteiligt waren. Die Sicherheitskräfte des Sowjetstaates spielten eine große Rolle bei diesem Betrug. Sakwa sagt, dass ihre Argumente so "gefährlich" seien, dass Cambridge University Press von der Publizierung zurücktrat, weswegen es in England nicht zu haben ist. In den USA kann man es von Simon & Schuster bekommen.
"Es taucht ein grundlegendes Bild von einem Russland auf, das von einer Elite gekapert wurde, die von Anfang an bewusst auf die Mehrung ihres Reichtums aus war und die volle politische Kontrolle brauchte, um diesen Prozess zu sichern." In marxistischen Begriffen würde man es eine Konterrevolution nennen, geführt von Elementen der Führung in Kooperation mit dem staatlichen Sicherheits-Apparat. Doch stellt das nicht das Stillhalten der Roten Armee oder die Passivität des sowjetischen Volkes in Rechnung.

Das Bild von Dawisha zeigt, dass Putin und sein Kreis am Ende der Sowjetmacht die Chance ergriffen haben, um sich auf Kosten der Bevölkerung zu bereichern ( "das typische Verhalten von nouveaux riches zu allen Zeiten) und sie haben Akte der Korruption unterstützt, aber ihre Analyse führt auch "zur Verdunklung der Komplexität und der Gegentrends".

Das will heißen, wie Sakwa sagt, das mehr an Putins Russland dran ist als nur kleptokratische Züge, die von Dawisha beleuchtet werden. Wenn das ganze Bild mit einbezogen wird, dann erweist sich Russland, auch wenn es kleptokratische Züge hat, die es in vielen Ländern gibt [einschließlich den USA], "nicht einfach als Kleptokratie".

Und zwar, weil die Putin-Regierung eine viel größere Rolle spielt als nur die Bereicherung ihrer Elite-Helfer. Sie hält den sozialen Frieden zuhause aufrecht und ist aktiv auf der Weltbühne, um russische Interessen zu stützen und sie "erfüllt die grundlegenden Bedürfnisse des Volkes", indem sie ein "dirigistisches" Modell des Kapitalismus benutzt. Statt ihre Einkünfte in Übersee zu horten, investiert die russische Regierung die Steuergelder und Öl-Einnahmen in öffentlichen Projekten und Investitionen für "schlechte Zeiten".

Und die sind hier, sagt Sakwa. Da Russland in Interesse der Russen geführt wird statt für die Interessen der Deutschen oder Amerikaner hat das bewirkt, dass der "Westen" überreagiert hat und eine Politik gegen Russland in Gang setzte, die von den Russen einfach nicht gebilligt werden kann.  Das eine sind die "Sanktionen", die den Putin's Kumpanen aufgedrückt wurden (und jetzt die Drohung der direkten Einmischung in den ukrainischen Bürgerkrieg durch Bewaffnung von Kiew).

Das wird keine Auswirkung auf Putins Führung haben, berührt aber "die Gesamtheit der Bevölkerung als kollektive Bestrafung". Wie zu erwarten (wenn Obama und die amerikanische Führung nur das Geringste über die wahre Geschichte und die Gefühle der Russen wüssten), haben die harten Reaktionen nur die Popularität von Putin zuhause erhöht und "das Volk hat sich um seine Fahne geschart". Die USA ist auf einem selbst verursachten Kollisionskurs mit Russland.

Sakwa listet vier Gründe auf, warum Dawashis Buch wie auch sogenannte liberale Opposition gegen Putin (und die mit ihnen liierten anti-Putin-Leute der Alliierten) nicht wörtlich genommen werden sollte. Diese sind:

1. Das von Putin präsentierte Portrait. Brauchen wir wirklich so eine Art von Beweis für unsere Außenpolitik?
2. Es gibt Beweise, dass in Russland Teile der Armee und der Sicherheitsleute [wie bei uns auch] der früheren Partei (resourceskleptocracy.mafiastruggle) dabei sind, ein Modikum guter korporativer Regierungsarbeit zu erzielen und bedeutende öffentliche Güter durch neoklassische liberale Geheimmittel erwirtschaftete, um sie in große Infrastruktur-Projekte zu investieren.
3. Alles in allem, sagt Sakwa, wäre das Land vielleicht in noch besserem Zustand, wenn nicht die Elite sozialen Reichtum für sich abgeschöpft hätte (das betrifft auch Putin) [wäre ja schön, wenn er Beweise beibrächte. d. Ü.] .
4. Russische Außenpolitik wird nicht auf Basis dessen, was gut für Kleptokraten ist, durchgeführt, sondern eher von einer Vision, dass Russland ein Macht ist und, es erübrigt sich zu sagen, nicht als zweitrangige Macht behandelt werden möchte, die den US-Diktaten gehorchen soll.

Die Ukraine ist ein Testfall und die Russen werden gesehen, als müssten sie den US-Forderungen entsprechen.
.....

Zum Abschluss seiner Rezension sagt Sakwa über das Buch von Dawisha, dass die Realität komplexer ist. Ihr Buch gibt einen guten Einblick über die Eliten und wie sie ihren Reichtum erwarben, aber es gibt viel mehr, was in Putins Russland vor sich geht, als man in dem Buch findet.  Es ist also nicht die Art Buch, das man lesen sollte, um wirklich gut informiert zu sein über das, was in Russland passiert.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Der Verräter und USA Knecht (mal von den paar Schaukämpfen abgesehen) Chrustschow hat es geschafft die UDSSR stark zu bremsen. Er hat die grossartigen Wohlstands-, Wirtschafts- und technologischen Fortschritte zur Zeit Stalins aber nicht ganz aufhalten können. Auf Fabriken, Infrastruktur, Gesundheitseinrichtungen und Technologie zur Stalins Zeit ist die russische Bevölkerung gerade heute mehrheitlich nicht nur stolz, sondern ALL dies - besonders die erfolgreichen - Fabriken gibt es noch heute.
    Winston Churchill sagte : Vor Stalins Intelligenz, Logik, Konsequenz, musste man einfach strammstehen und Bewunderung empfinden. Der hat aus einem Hungerstaat mit lauter Analphabeten eine hochentwickelte Industriemacht mit Atomtechnologie gemacht.
    Leider gibt eszur Zeit NOCH keine Genossen wie Stalin. Aber die Verbrechen, die Gorbatschow, Jelzin dem russischen Volk angetan haben, werden jetzt zurückgedreht. Es ist von der Wirtschaftswissenschaft auch ganz in Ordnung, dass man hier erstmal auf einen begrenzten Kapitalismus setzt.Schon Lenin NÖP wusste, dass in einem chaotisch / rückständigen erstmal "nur" die wichtigsten Betriebe ins Volkseigentum überführt werden müssen. Erst danach kann man auch die restlichen Zocker, Grossgrund Parasiten, Halsabschneider, Sklavenhändler (heute Zeitarbeitsunternehmen) enteignen. Dann lernen diese Menschenschinder mal selber Arbeit oder den Galgen kennen.

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    1. welche fabriken sind das? welche produkte stellen sie her? russland war kein "hungerstaat", den hunger haben die kommunisten erst nach machtergreifung eingeführt. man mag sich kaum vorstellen, welche industrien sie hätten aufbauen können, wenn sie eine vernünftigere regierung gehabt hätten. was die kommunisten so hinbekommen haben, waren die industrien für rüstungsgüter und die zwischenprodukte. der rohstoffsektor ist noch hinzugekommen, aber sonst siehts nicht so gut aus. vergleichen sie mal mit japan, wo die industrialisierung sicher nicht früher anfing.
      jetzt lesen sie noch einmal die letzten zwei sätze durch, die sie geschrieben haben. was da für ein hass rauskommt! und es geht hier nicht um irgendwelche kinderschänder, sondern um trockene wirtschaft! fragen sie sich: wie wurde der hass erzeugt, steht dahinter nicht eine gewisse ideologie, ist diese ideologie wirklich gut für sie, wenn sie solche gefühle bei ihnen induziert?
      hinter dem ausbeutungsgedanken steht die marxsche arbeitswertlehre. lesen sie die kritiken dazu bei den modernen nationalökonomen nach. vielleicht hilft es gegen den hass.

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  2. sie haben eines übersehen, das jüdische kapital. dieses ist für die kriege in der welt verrantwortlich.
    das war bei dem fall der mauer. hier haben die Juden Russland, mit Gorbatschow übernehmen wollen. Putin drehte ihnen ein strick
    daraus und deshalb muss er heute weg.tote spielen für das kapital keine rolle.

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    1. lieber herr schlereth, sie zensieren aussagen die ihrer meinung nach faschistisch sind. wie kommt es dass sie zu dem kommentar, dem die antwort hier gilt, nichts zu sagen haben? ihre angeblichen "faschisten" sind wohl nur wir liberale, deren einziges verbrechen darin besteht, für eigentumsrechte und ein darauf basierendes freiheitsliches system zu sprechen!

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  3. Hat blacky white wirklich gerade den millionenfachen MASSENMÖRDER josef Stalin gelobt?? Ich glaub`ich spinne!! Pintor

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  4. Kapitalistisch dressierte Affen hassen:
    1) DEUTSCHE Arbeitslose, Griechen, Muslime und jede Art von Südländern
    -- Es sind als dümmste Rassisten
    2) Länder wie Kuba, Iran, Nord Korea, Lybien, Syrien, Venezuela und bald auch China / Russland
    -- Es sind also dümmste Opfer der Usrael Propaganda
    3) Volkswirtschaftliche Klassiker wie Marx/Engels/Lenin/Stalin
    --Es sind also ökonomisch dümmste Trolle
    4) am meisten sich selber
    -- Vielleicht sind sie ja mal beim gemeinsamen Onanieren mit ihrem Schulfreund erwischt worden ? Oder scheissen sich bei ner harmlosen, lustigen Schlägerei in der S-/U-Bahn vor Angst in die Hose ? Kriegen schon mit 25 Haren keinen mehr hoch ? Anstatt mal tüchtig mitzukloppen ? Ich kenne aus meiner Hooligan Zeit diese Typen - heute verängstigten Forentrolls zu genüge.
    Herr Schlereth, soll Ihr erfolgreicher Blog an so ängstlich, faschistischen Spinnern Schaden nehmen ?

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    1. ist ihre hooliganzeit auch gaaanz sicher zu ende ...? ganz im ernst, welche gerhirnwäschemethoden wendet die antifa an, um ihre leute so mit hass und frust zu füllen? wieso lassen leute so etwas mit sich machen?
      marx und engels sind überholt und widerlegt, lenin hat nichts in der wirtschaftstheorie hinzugefügt, sondern es entsprechend der theorie in der praxis vergeigt, und stalin war einfach nur ein diktator und massenmörder. kommen sie mir nicht mit dem kampf gegen nazis, sonst muss ich sie an den hitler-stalin-pakt erinnern.
      bitte, tauschen sie ruhig den pass mit einem staatsbürger der genannten länder, es werden sich viele, viele interessenten finden, die den kaptialismus, oder besser das was noch von ihm übrig ist, zu schätzen wissen...

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  5. Tja, Blacky und Kurt, was soll man gegen so viel Blödheit machen? "Russland war kein Hungerstaat!" Die Hungernden sind zu Hunderttausenden vor den Palast des Zaren gezogen und haben sich zum Spaß zusammenschießen lassen. Auf solche Typen stützt sich das System. Dabei ist es eine Minderheit, aber sehr großmäulig!!!

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    1. ich weiß nicht, vielleicht hatte die revolution auch ganz entfernt etwas mit dem 1. weltkrieg zu tun, den man dabei war zu verlieren... möglicherweise haben weltkriege negative auswirkungen auf die versorgungslage, unabhängig vom wirtschaftssystem...
      außerdem war russland noch ziemlich feudalistisch, mit reformen hätte man auch zum ziel kommen können, anstatt das kind mit dem bade auszuschütten. die hungersnöte in der sowjetunion wurden durch die misswirtschaft im agrarbereich produziuert, als man grundbesitzer enteignet und irgendwelche kollektive auf ihrem land installieren wollte, die keine eigentumsrechte am land hatten. kein eigentumsrecht -> keine investitionen so sieht es nun mal aus, egal in welchem system. die nationalökonomie beschreibt das gesamte wirtschaftliche handeln.

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    2. Sie können mir mit ihrem verdammten Kapitalismus und Eigentumsrechten gestohlen bleiben. Sie sind auf beiden Augen blind und sehen nicht, wohin uns der Kapitalismus gebracht hat - die Welt liegt in Trümmern, die Kriege kann man kaum noch zählen, aber Sie machen immer noch Reklame für diese Scheiße. Machen Sie das doch woanders. Meine Zeit ist zu kostbar, als dass ich sie mit diesem Schwachsinn vergeuden könnte.

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    3. warum rechnen sie alle negativen ereignisse dem kapitalismus an? wenn die regierungen das eigentum und das leben respektieren würden, könnte es kriege überhaupt nicht geben. durch den versuch den sozialismus zu errichten werden sie ihre ursache nicht beseitigen. der krieg wird dann zeitweise gegen innere unterdrückung getauscht werden (siehe nordkorea), bis das system wegen seiner mangelnden funktionsfähigkeit kollabiert und es weitergeht wie vorher. was sie versuchen müssen, ist die befugnisse der regierungen in den kapitalisischen ländern zu entfernen, die diesen machtmissbrauch erst ermöglichen! sie verschwenden ihre zeit, indem sie einer utopie nachjagen. wenn sie den politikern die macht der besteuerung weitestgehend abnehmen und verhindern, dass sie papiergeld ausgeben können, ist das das ende der kriege! ein für alle mal! denn ohne ihren diebstahl am volk können die regierungen und die wenigen personen im hintergrund NICHTS, aber auch GAR NICHTS machen! sie sind nicht reich genug dafür, der kapitalismus würde ihnen die verfügungsrechte über die produktionsmittel abnehmen, weil krieg sich für den einzelnen nicht rechnet! anstatt die großartigen erfolge des liberalismus in den vergangenen 200 jahren gegen einen ameisenstaat austauschen zu wollen (wo wieder wenige viele unterdrücken und bei bedarf auch in den krieg schicken könnten), stopfen sie die quelle aller kriege zu, welche die totalitären regierungen und die fähigkeit sind! ihre machtmittel heißen politisch vermehrbares papiergeld und steuern!

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