Montag, 27. März 2017

Neue Post aus Russland vom 27. März 2017


Neue Post aus Russland vom 27. März 2017


Stefan Lindgren
27. März 2017
Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth

Charkow in Flammen
Charkow in Flammen

In der Nacht zum 23. März begann das größte Waffenlager der Ukraine in der Stadt Balakleja zu explodieren. Der Brand und die Detonationen zwangen zehntausende Menschen, um ihr Leben zu rennen oder evakuiert zu werden. Insgesamt mussten 36 Menschen ihr Haus verlassen. Das 368 Hektar große Lager enthielt laut offiziellen Angaben 150 000 Tonnen Munition. Viele blieben in ihren Autos sitzen in den enormen sich bildenden Autoschlangen und wieder andere verkrochen sich in die Keller.

243 Häuser wurden beschädigt und 5 Häuser wurden total zerstört. Nur wenige Leute scheinen umgekommen zu sein. NATOs Experten besuchten umgehend den Platz und die halfen den Behörden, das Gebiet zu sichern , von wo man immer noch einzelne Explosionen hörte.

Die Regierung in Kiew hat unmittelbar erklärt, dass der Brand das Resultat russischer Sabotage sei. Andere meinen, dass es ein Beispiel für den Zusammenbruch des ukrainischen Staates sei. Präsident Poroschenko sagte neulich, dass das Land von der ”machnovsjtjiina” bedroht werde, nach Nestor Macho benannt, ein ararchistischer Bauernführer, der nach der russischen Revolution das Land in ein Chaos stürzte.

Die Ukraine hat bereits 20 % ihres Industriepotentials verloren durch den Bürgerkrieg im Donbass, sagte er auch. Im Februar lag die Industrieproduktion 4.6 % unter dem Fenruar des vergangenen Jahres. Die Ukraine, eins der kohlereichsten Länder der Welt, ist gezwungen, Kohle aus den USA zu kaufen, wenn man noch Geld zum Bezahlen hat. Der Internationale Währungsfond hat bereits auf Grund der Unsicherheit die Bezahlung einer bereits bewilligten Tranche aufgeschoben.

Vest nedeli 26. März

Der Mord an Denis Woronekow

Ein russischer ehem. Dumaabgeordneter, der ins Exil in die Ukraine ging, um gegen ex-Präsident Janukowitsch auszusagen (den er nie getroffen hat), ist in Kiew am Donnerstag auf offener Straße erschossen worden ... Na, wer wars? Die Russen natürlch usw. usw.

Neue USA-Sanktionen gegen Russland

Am 25. März beschloss die USA, neue Sanktionen gegen acht russische Unternehmen einzuführen, darunter auch Unternehmen, die mit Flug – und Flugausbildungsexpertise arbeiten. Der formelle Grund ist, dass sich diese Unternehmen gegen das amerikanische Verbot vergangen haben, mit dem Iran und Syrien zusammenzuarbeiten.

Diese Beschlüsse sind ”verblüffend und frustrierend”, sagte das russische Außenministerium in einem Kommentar.
Das US-Außenministerium lässt sich abermas von denen leiten, die konsequent eine US-Zusammenarbeit mit Russland verhindern wollen.”
lenta.ru vom 2

Eurovision ohne russischen Beitrag

Eurovisions Beschluss, die russische Sängerin Julia Smojlowa vom Wettkampf auszuschließen, richtet wieder die Scheinwerfer auf die unnormalen Verhältnisse in der Ukraine. Obwohl der Wettkampf unter dem Motto ”Huldigt der Vielfalt” steht, wird die russische Teilnehmerin ausgeschlossen unter dem Vorwand, dass sie die Krim besucht hat. Kiew begann seine Arbeit mit der Erklärung, dass man kein Geld habe. Als die Frage gelöst wurde, verursachte man einen Skandal dass man das Fest in die Sofiakatedrale verlegen wolle, ein heiliger Platz für die Orthodxen. Aus russischer Sicht muss sich das Verhalten der EBU sonderbar anhören, obwohl Moskau den Vorfall aus diplomatischen Gründen nicht kommentiert hat.

Zuerst wurde 2015 der russische Teilnehmer vom Publikum ausgepfiffen, das von den Medien aufgehetzt wurde. Sergei Lazarew musste sich geschlagen geben durch einen Favoriten der Jury mit einem extrem politisierten ukrainischen Lied. Und jetzt wird Samjlowa ausgeschlossen, was die EBU veranlasste, Moskau vorzuschlagen, über einen Videolink teilzunehmen. Eine Lösung, die von russischen Bloggern verglichen wurde mit der Teilnahme der Ukraine an der Fußball-WM via einer Playstation. Der einzige offizielle Kommentar aus Moskau bisher war, dass man Samojlowa, wenn sie nicht teilnehmen darf, als Russlands Repräsentant zum Festival im nächsten Jahr schicken werde.

Vesti nedeli vom 26. März

Neue russische Enzyklopädie

Die große sowjetische Enzyklopädie hat jetzt einen Nachfolger gefunden. Das Projekt, das 2003 von Putin gestartet wurde, wird nun zu Ende geführt. 36 Bände werden sie zum umfassendsten aktuellen Nachschlagewerk der Welt machen. Die Encyclopedia Britannica veröffentlichte ihre 15. und letzte Ausgabe 2010 und ist seitdem nur noch per Netz zugänglich. Das russische Werk kostet 1900 Rubel pro Band im Abonnement. Die russische Regierung kauft in etwa 20 000 Ex. und diese gratis an alle Bibliotheken im Lande zu verteilen. Die letzte Ausgabe der Großen Sowjet-Encyklopädie aus den 1970-er Jahren wurde 700 000 Mal verkauft – was die ”Stagnationsjahre” unter Breschnew als Goldenes Zeitalter erscheinen lässt.

Redakteur des neuen Werkes ist Sergei Krawets, der 150 Mitarbeiter angestellt hat. Natürlich gibt es Kritiker, die meinen, dass viele der 13 000 Artikel flücktig sind oder parteiisch. Die russische Wikipedia hat mehr als 100 Mal so viel Artikel und viele sind ausführlicher. Aber Wikipedia ist ein Forum, um das zuweilen große Konflikte entstehen, was damit zu tun hat, dass die Wikipedia-Hierarchie von den USA gesteuert wird, wie Google und Facebook auch. Russlands größter Suchdienst Yandex wird auch vom Westen gelenkt und liefert manchmal deutlich pro-westliche Resultate. In der heutigen Situation ist es wichtig für Russland, ein eigenes unabhängiges Standardwerk zu haben, an das man sich halten kann, meint Segei Krawets.
Monitor vom 23. März


Quelle - källa source

Kommentare:

  1. Apropos Wikipedia:
    https://kenfm.de/kenfm-zeigt-zensur/

    Ein Dokufilm über die Machenschaften der Wikipedia - absolut sehenswert

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    1. Ja, das Video sollte sich jeder anschauen und dann Wikipedia mit der gebotenen Vorsicht genießen.

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