Freitag, 14. Juni 2013

Wer killte die Syrischen Friedensgespräche? Die Rebellen sind geschlagen. Ist der Krieg vorbei?


Ihr habt ja sicher heute gelesen/gehört, dass sie alle - USA, England, Frankreich - plötzlich Beweise für 'Assads Giftgaseinsatz' gefunden haben, und nun 'wollen wir, dürfen wir, müssen wir intervenieren'. Deswegen muss ich euch noch auf einen Artikel aus der Schweiz verweisen, der auf Deutsch erschienen ist, über die Reaktion der Russen 'Eure Giftgasbeweise sind gefälscht'. Auch Syrien hat die USA unverblümt der Lüge geziehen.

Shamus Cooke
13. Juni 2013


Der Dom in Damaskus - den die Amis so gerne bomben würden.
Die lange erwarteten syrischen Friedensgespräche – von Russland und den USA eingeleitet – haben bereits das vorgesehene Datum überschritten und sind jetzt eine offizielle Fehlgeburt.

Die Friedensgespräche sind tot, weil die US-gestützten Rebellen die Verhandlungen boykottieren, womit alle Friedenshoffnungen zerstört sind, und drohen, das bereits tragische Unglück in eine Jugoslawien-ähnliche Katastrophe zu verwandeln … oder Schlimmeres.

Die US-gestützten Rebellen nehmen an den Gesprächen nicht teil, weil sie nichts dabei zu gewinnen und alles zu verlieren haben.

Im Krieg ist der Zweck von Friedensgesprächen, die Situation auf dem Schlachtfeld zu kopieren und in einen Vertrag einzubauen. Die Armee, die den Krieg gewinnt, geht in die Verhandlungen von einer beherrschenden Position aus, da ihre Position vor Ort durchsetzbar ist.

Die US-gestützten Rebellen würden zu den Gespächen gebrochen und geschlagen kommen. Die syrische Armee hat eine Reihe von Siegen errungen und die Rebellen an die Grenzen zurückgedrängt, wo sie von den US-Alliierten Türkei, Jordanien und Nordlibanon geschützt sind. Friedensgespräche würden nur die Realität aufdecken und den Krieg zu den Bedingungen der syrischen Regierung beenden.
Ein Rebellenführer wurde in der New York Times zitiert, der die Motive für die Aufgabe der Friedensgespräche enthüllte:
„Was können wir (Rebellen) verlangen, wenn wir sehr schwach nach Genf gehen? … Die Russen und die Iraner und die Vertreter des [syrischen] Regimes werden sagen.' Ihr habt gar keine Macht. Wir kontrollieren alles. Was wollt ihr überhaupt?'

Dies ist die in Syrien bestehende Realität und realistische Friedensgespräche würden die Situation in Syrien akzeptieren und den Konflikt unmittelbar beenden. Aber die Rebellen-Unterstützer – die USA und ihre Lakaien Türkei, Saudiarabien und Katar – müssten diese Realität anerkennen und verlangen, dass die Rebellen an den Gesprächen teilnehmen mit der Drohung, dass sie politisch, finanziell und militärisch abgeschnitten werden.
Wenn das geschieht, ist der Krieg vorbei.
Aber wenn der Krieg morgen endete, wäre der syrische Präsident Bashar al-Assad immer noch an der Macht, und Präsident Obama hat doch immer gesagt, „Assad muss gehen“. Obama würde noch mehr erniedrigt durch seine Syrien-Politik, wenn er Assad wieder als Präsidenten anerkennen müsste, nachdem er ein Jahr lang eine Gruppe von reichen Syrien-Exilanten als „die legitime Regierung von Syrien“ anerkannt hat und nachdem seine Verwaltung wiederholt ankündigte, dass Assads Regime schon seit einem Jahr zu Ende gegangen ist.

Noch wichtiger – wenn Assad an der Macht bleibt, würde die US-Außenpolitik international noch schwächer dastehen, was der Hauptgrund ist, dass das US-Establishment alles auf einen Regimewechsel setzt. Supermächte müssen ihre Drohungen wahrmachen, sonst würden andere Mächte vielleicht die USA herausfordern.

Dies ist der wahre Grund, dass es keine Friedensgespräche gibt. Die USA und ihre europäischen Verbündeten wollen den Regimewechsel in Syrien, und sie sind bereit, noch viel mehr Menschen sterben zu lassen, damit es dazu kommt. Das wurde von Obama deutlich gemacht, wie die New York Times berichtet:
„Der [syrische] Präsident Bashar al-Assads Gewinne auf dem Schlachtfeld, haben die Strategie der USA in Syrien in Zweifel gesetzt, was Obama veranlasste, wieder die militärische Option zu erwägen – die Rebellen zu bewaffnen und Luftangriffe zum Schutz der Zivilisten und der syrischen Opposition durchzuführen, sagten Beamte der Verwaltung am Montag.“

Das obige Zitat erwähnt „Luftangriffe zum Schutz von Zivilisten durchzuführen“. Das ist die infame Sprache der UN-Resolution, die der US-NATO erlaubte, in Libyen zu intervenieren, aber Obama ging rasch über „die Zivilisten schützen“ hinweg und hüpfte zum „Regimewechsel“, eine grobe Verletzung des internationalen Rechts und ein Bush-ähnliches Kriegsverbrechen.

Die UNO – aber besonders China und Russland – haben aus dem Libyen-Beispiel gelernt und werden schwerlich jemals wieder einer UN-Resolution „zum Schutz von Zivilisten“ zustimmen. Wenn die USA in Syrien interveniert, wird sie es tun wie Bush mit „einer Koalition der Willigen“, d. h. den US-Alliierten.

Obamas Traum von einem nach-Assad-Syrien wird weiter verkompliziert durch die Tatsache, dass Assad offenbar populärer ist denn je zuvor. Viele Syrier, die Assad zuvor nicht unterstützt haben, tun es jetzt, weil sie zum Ergebnis kamen, dass Assad an der Macht besser ist, als wenn ihr Land durch eine Irak-ähnliche Invasion ausgelöscht oder von islamischen Extremisten beherrscht wird, was die Mehrheit der syrischen Rebellen nun mal ist.

Was Assads Popularität noch vergrößerte war, dass Israel Syrien mehrmals bombardiert hat, und weil die Syrer sehen, wie die unpopulären USA riesige Mengen Waffen an die Rebellen liefern. Das Ergebnis ist, dass Assad sich nun erfolgreich als Verteidiger der syrischen Souveränität gegen die ausländische Aggression darstellen kann.

Aber Obama wird sich nicht abbringen lassen. Nachdem es klar wurde, dass die Rebellen den Krieg verlieren, beseitigten die USA und die Europäer die verbliebenen legalen Barrieren, den Rebellen noch mehr Waffen zu liefern, während die religiösen Führer von Saudiarabien und Katar zu den Kriegsanstrengungen beitrugen, indem sie zum Dschihad gegen Syrien aufriefen, fast gleichzeitig mit Al Qaida.

Hinter diesem Wahnsinn der Rebellenhilfe steckt die kranke Logik, dass, um erfolgreiche Verhandlungen zu führen,  die Rebellen eine bessere Position auf dem Schlachtfeld brauchen. Bewaffnet also die Rebellen bis zu den Zähnen für Frieden!

Als Antwort auf diese verbogene Logik sagte Oxfam International – eine Katatrophen -Hilfe-Koalition:
„Noch mehr Waffen an die syrische Opposition schicken, wird keinen Ausgleich auf dem Schlachtfeld herbeiführen. Es wird nur zu einem „Waffen frei für alle“ führen, wobei die Opfer die Zivilisten in Syrien sind. Unsere Erfahrung aus anderen Konfliktzonen sagt uns, dass diese Krise immer länger andauern wird, wenn mehr und mehr Waffen in das Land gepumpt werden.“

Letztlich wären die Rebellen schon längst geschlagen – und tausende Menschenleben gerettet – wenn sie keine Waffen von den USA und anderen Ländern erhalten hätten. Die US-gestützten Rebellen haben gesagt, dass eine Vorbedingung für den Frieden sei, dass „Assad gehen muss“, doch diese Forderung stimmt nicht mit der Realität vor Ort überein. Die Rebellen sind nicht in einer Position, dies verlangen zu können, aber die USA werden diese unrealistische Forderung benutzen, um den bereits blutigen Krieg künstlich zu verlängern.

Obama kann entweder seinen immensen Einfluss benutzen, um diesen blutigen Konflikt jetzt zu beenden, indem er die Unterstützung für die Rebellen einstellt oder er kann den Konflikt ausweiten und das soziale Gefüge im Nahen Osten noch mehr zerstören und damit einen Viel-Völker-Krieg riskieren, den die Geschichte als leicht zu verhindernden Holocaust ansehen wird.


Shamus Cooke ist Sozialarbeiter, Gewerkschaftler und Autor für WorkersAction (www.workerscompass.org). Er kann erreicht werden unter shamuscooke@gmail.com.


Fußnoten:


http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2013/06/20136954839700894.html
http://www.nytimes.com/2013/06/09/world/middleeast/syria-opposition-wont-attend-talks-unless-rebels-get-
         armscommandersays.html?hp&_r=0
http://www.nytimes.com/2013/06/11/world/middleeast/as-rebels-lose-ground-in-syria-us-mulls-options.html?
hp&_r=0
http://www.worldtribune.com/2013/05/31/nato-data-assad-winning-the-war-for-syrians-hearts-and-minds/
http://www.economist.com/blogs/graphicdetail/2013/05/daily-chart-12
http://www.nytimes.com/2013/03/25/world/middleeast/arms-airlift-to-syrian-rebels-expands-with-cia-aid.
html?hp&_r=2&
http://news.yahoo.com/al-qaeda-leader-zawahri-urges-syrians-
unite-against-114313888.html
http://www.guardian.co.uk/world/2013/may/22/syria-arms-embargo-rebels?guni=Network%20front:
network-front%20main-3%20Main%20trailblock:Network%20front%20-%20main%20trailblock:
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Quelle - källa - source 

Kommentare:

  1. Oh Amerika,wieviel Tod und Elend brachtest und bringst du noch über die Welt!

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  2. Ehrlich gesagt. Ich finde den Artikel viel besser als in vielen großen Medien, die sich nicht trauen sowas zu äußern und natürlich auch manipuliert sind...Trotzdem dümpelt der Artikel im Klein-Klein. Dass kein Frieden in Syrien erwünscht ist, ist doch klar. Man muss etwas ausholen um die Sachlage zu verstehen: Das British Empire hat sich seinerzeit so ziemlich alles unter den Nagel gerissen was einst zum Herrschaft- und Einflussgebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches gehörte. Zu dieser Zeit wurde die Industrialisierung immer weiter vorangetrieben und, ganz entscheidend, auf Ölbefeuerung umgestellt - vorher wurden ja alle Maschinen, Schiffe usw. mit Kohle betrieben. Man bedenke, der gesamte Weltreichtum, Erfolg, die Industrialisierung, die Technik, Automobilindustrie, alles beruht auf dem Stoff Öl mit dem man den Motor zündet. Nun, wo finden sich die größten Erdölvorkommen vor allem der damaligen Welt? Na eben in diesen Gebieten, die einst zum Osmanischen Reich und drumherum gehörten. Eben der gesamte Raum des Nahen und Mittleren Ostens um den es die nächsten Jahre weiter gehen wird und gerade geht. Da die Industrialisierung seinerzeit in diesen Gebieten des Osmanischen Reiches ein Fremdwort war, die Bedeutung des Öls erst aufkam und eh die Briten überall ihre Hand darauf hatten, hatten sie ein leichtes Spiel,Herrscher (Verwalter) nach ihren Vorstellungen einzusetzen, die ihnen ermöglichten, möglichst hohe Gewinne einzufahren und die Länder defakto auszubeuten. Unter diesem Gesichtspunkt ist es notwendig gewesen zu verhindern, dass die ganzen Länder dort zu eigenständig werden und sich selbst behaupten können - weil ja dann nicht mehr freiwillig so hohe Gewinne an die Konzerne über die Ölabschöpfung fließen würden. Krieg und Zwietracht zu sähen ist hierfür ein bekanntes Mittel. Die bedeutensten Unternehmen, die das Öl, Benzin und so weiter betreiben sind britisch (BP), Shell usw. oder eben wie Esso, Texaco usw. amerikanisch. Auch die Franzosen mischen da mit - mit dem Arabischen Frühling usw. haben die ein gutes Geschäft gemacht. Das Hauptgeschäft teilen sich aber die 2 großen Brüder. Nun, geht man direkt auf heute ein, kann man feststellen, dass sich eben doch nach und nach, die Länder mit dem Öl immer mehr emanzipierten und den 2 Brüdern widersetzten. Was macht man? Krieg führen und unter fadenscheinigen Gründen diese Länder unterwerfen. Im Greater Middle East Project, ein Plan der Bushregierung ist der Gesamtplan aufgezeigt - siehe auch http://www.bpb.de/apuz/28717/demokratisierung-des-greater-middle-east?p=all. Über das Project finden sich viele Infos im Netz. Dieses Project macht einen auf: "Wir müssen alles dmokratisieren". Beachtet, dass der Regimewechsel in Syrien schon 2004 angesstrebt und erwünscht ist. Das nächste Ziel ist es dann, den Iran in die Zange zu nehmen. Im Kern geht es darum, all die Länder in Besitz zu nehmen. Das mag der ein oder andere nicht verstehen. Es hat aber eben viel mit einer ganz anderen Art der Wirtschaft bei den Briten oder Amerikaner zu tun, wo nicht "das Volk" als solches im Vordergrund steht, sondern wie bei Adam Smith, der Freihandel und die Bereicherung Einzelnder ermöglicht wird, bzw. sogar im Vordergrund steht - eben der pure Liberalismus. Was uns Restvölker betrifft, bleibt uns nur die Möglichkeit, bei diesem Treiben zuzusehen - leider ist das so. So lange die nicht wollen, kommt auch kein Frieden. Deutschland kann nur darauf achten, möglichst nicht hineingezogen zu werden, was ja in der Vergangenheit leider immer wieder passierte. Und Schuldige sind dann immer schnell gefunden...

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  3. Du hast völlig recht - da gibt es viel mehr zu sagen. Aber wenn man mehr wissen will, greift man am besten zu Büchern. Hier kann ich keine theoretischen Abhandlungen auflegen. Man muss erst einmal einen sehr wichtigen Gedanken begreifen: Das wir von Grund auf beschissen, belogen, betrogen, ausgenutzt und ausgebeutet werden. Dann bekommt man vielleicht die Wut, um weiter zu forschen und am Ende aktiv zu werden.

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    1. 'Du hast völlig recht - da gibt es viel mehr zu sagen. Aber wenn man mehr wissen will, greift man am besten zu Büchern.'

      Wie Recht du doch hast...

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  4. 'Man muss erst einmal einen sehr wichtigen Gedanken begreifen: Das wir von Grund auf beschissen, belogen, betrogen, ausgenutzt und ausgebeutet werden.'

    Wie recht du doch hast...

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