Sonntag, 2. Juni 2013

Syrische Terroristen verhaftet mit chemischen Waffen im Sack


Bill Van Auken
Samstag , den 1. Juni 2013


Bei einer Serie von Razzien in Istanbul und in den südlichen Provinzen Mersin, Adana und Hatay nahe der syrischen Grenze hat die türkische Polizei 12 Mitglieder der Al Qaida angeschlossenen Al Nusrah Front mit chemischen Waffen verhaftet.

Die türkischen Medien berichteten, dass die Polizei 4 1/2 Pfund Sarin, das tödliche Nervengas sichergestellt hat, das schon bei früheren chemischen Angriffen in Syrien genannt wurde.

Während in den türkischen Medien darüber weithin berichtet wurde, wurde in US-Zeitungen absolutes Stillschweigen bewahrt, auch in der New York Times, die offen eine US-Intervention in Syrien befürwortete unter dem Vorwand, dass Bashar al-Assad chemische Waffen eingesetzt hätte.

Die Tageszeitung Zaman berichtete, dass „die al-Nusrah- Mitglieder für Donnerstag einen Bombenangriff in [der türkischen Stadt] Adana geplant hatten, aber der Angriff wurde abgewehrt, als die Polizei die Verdächtigen fing. Zusammen mit dem Sarin stellte die Polizei eine Anzahl Handwaffen, Granaten, Munition und Dokumente sicher“.

Adana, etwa 100 km von der syrischen Grenze entfernt, hat eine beträchtliche arabische Alawiten-Bevölkerung, die mit der syrischen Regierung sympathisiert und feindlich gegenüber den Sunni-Islamisten eingestellt ist, die den US-unterstützten Krieg für Regimewechsel in Syrien führen.

Die al Nusrah-Front, die förmlich sich als Teil von al Qaida bezeichnete, wurde am 1. Dezember vom US-Außenministerium als ausländische Terroristen-Organisation bezeichnet. Der UN-Sicherheitsrat setzte am Freitag die Gruppe auf die schwarze Liste mit Al Qaida Sanktionen.

Die syrische Regierung hatte im vergangenen Monat gefordert, dass die Gruppe den Sanktionen einer Terroristen-Organisation unterworfen würde, aber das wurde anfänglich von England und Frankreich blockiert. Schließlich wurde ein Übereinkommen erreicht und Al Nusrah wurde als Ableger von Al Qaida im Irak bezeichnet.

Die Al Nusrah Front ist weltweit als die effektivste Kampfgruppe der Terroristen betrachtet worden. Sowohl England als auch Frankreich gelang es kürzlich das Verbot für Waffenexport nach Syrien der EU umzustoßen, womit für sie der Weg für Waffensendungen frei wurde.

Keiner der verhafteten Verdächtigen ist identifiziert worden. Türkische Medien berichteten, dass fünf frei gelassen wurden und sieben noch verhört werden. Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan, der der syrischen Opposition reichlich Material hat zukommen lassen, hat zu der Polizei-Aktion keinen Kommentar abgegeben.

Der Provinzgouverneur von Adana, Huseyin Avni Cos, leugnete am Donnerstag, dass Sarin sichgestellt worden wäre, sondern sprach nur von unbekannten Chemikalien, die noch analysiert würden.

Die Verhaftungen finden gut zwei Wochen nach dem Doppel-Bombenanschlag in der Stadt Reyhanli in der südlichen Provinz Hatay statt, die 52 Menschen das Leben kostete. Die Erdoganregierung hat sofort Syrien dafür verantwortlich gemacht und nach einer Intervention gerufen. Sie erließ gleichzeitig einen nie gewesenen Maulkorberlass für die türkische Presse, um Berichte über die extensiven Beweise zu verhindern, dass die Anschläge das Werk der syrischen Opposition gewesen sind, die Reyhanli als Nachschubbasis benutzt und frei die türkisch-syrische Grenze überqueren darf.

In der Folge verhafteten die Behörden einen Armeeangehörigen unter der Anklage eines „Verbrechens gegen den Staat“, weil er angeblich streng geheime Kabel weitergereicht habe, die zeigten, dass die Regierung Vorhandwissen über die Bombenangriffe hatte, die von der al Qaida Kräften geplant wurden. RedHack, die türkische Hackergruppe, die in der vergangenen Woche die Kabel veröffentlichte, leugnete, dass man irgendwelche Kontakte mit dem Militär gehabt habe, der als Utku Kali identifiziert wurde.

Die Adana Tageszeitung Taraf berichtete am Donnerstag, dass die Polizei Straßensperren errichte und Fahrzeuge auf Sprengstoffe hin untersuche, von denen man glaubt, dass sie von den anti-Assad-Kräften in die Türkei geschickt wurden.

Die Entdeckung von Sarin oder einem anderen chemischen Mittel in den Händen der al-Nusrah Front veranlasste die Forderung des russischen Außenministers Sergej Lawrow nach einer sofortigen Untersuchung. Er verurteilte auch das Versagen, eine UN-Inspektionsgruppe Syrien zu schicken, um den Zwischenfall eines Angriffs mit chemischen Waffen in Aleppo im März zu untersuchen.

„Wir sind äußerst enttäuscht, dass das UN-Sekretariat wegen politischer Ränkespiele, nicht auf diese Forderung umgehend reagiert hat“, sagte Lawrow.
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Es gab wiederholte Behauptungen seitens der syrischen Opposition als auch von den britischen und französischen Regierungen, dass al-Assad chemische Waffen eingesetzt hätte. Doch im vergangenen Monat erklärte Carla del Ponte, ein führendes Mitglied einer UN-Kommission zur Untersuchung in Syrien, dass die Masse der Beweise darauf hindeute, dass die chemischen Waffen von den 'Rebellen' eingesetzt wurden.

Die neuesten Nachrichten aus der Türkei deuten an, dass die vom Westen unterstützten Islamisten sich darauf vorbereiteten, einen weiteren Angriff mit chemischen Waffen offenbar gegen die türkische zivile Bevölkerung durchzuführen, mit dem Ziel einer Masse von Opfern, es dann der syrischen Regierung aufzuhalsen, um damit die Bedingungen für eine US-Invervention zu liefern.
Das Schweigen der US-Medien über den Vorfall zeigt nur, dass man dieselbe Rolle spielen möchte wie schon in Irak, einen Krieg zu verkaufen, der auf Lügen für die amerikanische Öffentlichkeit aufbaut. Die Erfahrung des vergangenen Jahrzehnts mit dem endlosen Krieg hat die Aufgabe jedoch schwieriger gemacht.

Eine Gallup Untersuchung, die am Freitag veröffentlicht wurde, zeigte, dass mehr als zwei von drei Amerikanern (68 %) gegen jede Intervention in Syrien sind, wenn die „diplomatischen Anstrengungen versagen, den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden“.

Quelle - källa - source

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