Dienstag, 25. März 2014

Das Krim-Gambit - Putins Triumph


Das Krim-Gambit - Putins Triumph


Israel Shamir
21. März 2014
Tiefblau bedeutet 100 % russisch-sprachig

Niemand erwartete, dass die Ereignisse sich mit solch atemberaubendem Tempo ereignen würden. Die Russen nahmen sich Zeit; sie saßen auf dem Zaun und schauten zu, wie die braunen Sturmtruppen Kiew eroberten, und sie schauten zu, als Frau Victoria Nuland vom US- Außenministerium und ihr Kumpel Jazenjuk ("Yats") sich auf den Rücken klopften und sich zu ihrem schnellen Sieg gratulierten. Sie schauten zu, als Präsident Janukowitsch nach Russland entkam, um seine Haut zu retten. Sie schauten zu, als die braunen Horden ostwärts zogen, um den russisch-sprechenden Südosten zu bedrohen. Sie hörten geduldig zu, als Frau Timoschenko, frisch aus dem Gefängnis, schwor, die Verträge mit Russland ungültig zu erklären und die russische Schwarzmeerflotte aus ihrem Haupthafen Sevastopol zu werfen. Sie beachteten nicht, dass die neue Regierung Oligarchen ernannte, um die östlichen Provinzen zu regieren. Sie reagierten auch nicht, als Kinder in ukrainischen Schulen gezwungen wurden, "Hängt einen Russen an einen dicken Ast" zu singen und der Stellvertreter des Oligarchen versprach, unzufriedene Russen aufzuhängen, sobald die Krim befriedet ist. Während diese folgenreichen Ereignisse stattfanden, behielt Putin sein Schweigen bei.
Er ist wirklich unerschütterlich, der Herr Putin. Jedermann, mich eingeschlossen, dachte, er sei im Fall des Kollapses der Ukraine zu nonchalant. Er wartete geduldig. Die Russen machten einige wenige langsame und zögerliche, fast verstohlene Züge. Die Marine-Einheiten Russlands auf der Ukraine, auf Basis eines internationalen Vertrags (so wie die USA ihre Mariners in Bahrein haben), sicherten die Flughäfen der Krim und stellten Straßensperren auf, lieferten die notwendige Hilfe für die Freiwilligen der Krim-Miliz (die sich Selbstverteidigungskräfte nennen), aber hielten sich bedeckt. Das Krim-Parlament bekräftigte seine Autonomie und versprach ein Plebiszit innerhalb eines Monats. Und dann plötzlich ging alles sehr schnell!

Die Abstimmung wurde auf den Sonntag, den 16. März vorgezogen. Schon bevor es stattfinden konnte, erklärte die Krim ihre Unabhängigkeit. Das Wahlergebnis war spektakulär: 96 % der Stimmen waren für den Anschluss an Russland; die Wahlbeteiligung war ungewöhnlich hoch - über 84 %. Nicht nur die ethnischen Russen, sondern die ethnischen Ukrainer und Tataren stimmten ebenfalls für die Wiedervereinigung mit Russland. Eine gleichzeitige Abstimmung in Russland zeigte, dass über 90 % des Volks für die Wiedervereinigung mit der Krim war, trotz der Panikmache der Liberalen ("das wird zu teuer, die Sanktionen werden die russische Ökonomie zerstören, die USA werden Moskau bombardieren", sagten sie).

Aber auch dann noch erwartete die Mehrheit der Experten und TV-Sprecher, dass die Situation für lange in der Schwebe bleiben würde. Manche dachten, dass Putin am Ende die Unabhängigkeit der Krim anerkennen würde, wie er es mit Ossetien und Abchasien im August 2008 nach dem Krieg mit Tbilisi gemacht hat. Andere, insbesondere russische Liberale, waren überzeugt, dass Putin die Krim aufgeben würde, um die russischen Investitionen in der Ukraine zu retten.

Aber Putin bewahrheitete das russische Sprichwort: die Russen nehmen sich Zeit, ihre Pferde zu satteln, aber sie reiten wahnsinnig schnell. Er erkannte die Unabhängigkeit der Krim am Montag an, bevor die Tinte auf den Umfrage-Ergebnissen trocken war. Am nächsten Tag, dem Dienstag, versammelte er alle russischen hohen Staatsmänner und die Parlamentarier im größten, prächtigsten und elegantesten St. Georgs-Staatssaal im Kreml, aufwendig restauriert in seinem kaiserlichen Glanz, und erklärte Russlands Zustimmung zur Wiedervereinigungsbitte der Krim. Gleich nach seiner Rede wurde der Vertrag zwischen der Krim und Russland unterzeichnet, und die Halbinsel kehrte zu Russland zurück, wie es vor 1954 war, als der Führer der Kommunistischen Partei Kruschtschow sie an die Ukrainische Sowjetrepublik übergab.

Das war ein sehr erhebender Moment für die versammelten Politiker und die Menschen, die es live auf ihren Fernseher miterlebten. Der riesige St. Georg-Saal applaudierte Putin wie nie zuvor, beinahe so laut und intensiv wie der US-Kongress Netanyahu applaudierte. Die Russen fühlten immensen Stolz: sie erinnern sich noch an die beißende Niederlage 1991, als ihr Land auseinandergerissen wurde. Die Wiedergewinnung der Krim war für sie ein wunderbarer Gegenzug. Es gab in ganz Russland öffentliche Feiern zu Ehren dieser Wiedervereinigung und besonders fröhlich auf der Krim.

Historiker verglichen das Ereignis mit der Wiederherstellung der russischen Souveränität über die Krim 1870, beinahe 20 Jahre nach Ende des Krim-Krieges, der mit Russlands Niederlage endete, als von dem siegreichen Frankreich und England die russischen Rechte schwere Beschränkungen erlitten. Jetzt wird die Schwarzmeerflotte sich entwickeln und wieder frei sich bewegen können und Syrien in der nächsten Runde verteidigen können. Obwohl die Ukrainer die Flotten-Einrichtungen verkommen ließen und den modernsten U-Boothafen Balaclava in einen Saustall verwandelten, ist doch das Potential vorhanden.

Außer dem Vergnügen, dieses verlorene Stück Land zurückbekommen zu haben, gab es die zusätzliche Freude, den Gegner ausgetrickst zu haben. Die US-Neocons haben den Staatsstreich in der Ukraine inszeniert und das unglückliche Land in den Abgrund gestürzt, aber die erste greifbare Frucht des Zusammenbruchs ging an Russland.

Ein neuer jüdischer Witz wurde zu der Zeit geprägt:
Der israelisch Präsident Peres fragt den russischen Präsidenten: "Wladimir, hast du jüdische Vorfahren
Putin: Nein, wie kommst du darauf, Shimon?
Peres: Du hast die USA fünf Mrd. Dollar zahlen lassen, um die Krim an Russland zu übergeben. Selbst für einen Juden ist das ein starkes Stück!

Fünf Mrd. Dollar bezieht sich auf Victoria Nulands Geständnis, so viel für die Demokratisierung (lies: Destabilisierung) der Ukraine bezahlt zu haben. Präsident Putin schnappte sich den Sieg aus dem Rachen der Niederlage und die US-Hegemonie erlitt einen Rückschlag.

Die Russen genossen den Anblick ihres UN-Vertreters Vitali Churkin, wie er einen beinahe-Angriff von Samantha Power abwehrte. Die in Irland geborene US- Vertreterin war nahe daran, den älteren grau-haarigen russischen Diplomaten körperlich anzugreifen, als sie ihn anschrie, dass "Russland besiegt war (wahrscheinlich meinte sie 1991 - I. S.) und sollte die Konsequenzen tragen ... Russland erpresst die USA mit seinen Atomwaffen", während Churkin sie nur ruhig aufforderte, ihre Hände von ihm zu nehmen und aufzuhören, mit dem Mund zu spucken. Das war nicht die erste feindliche Begegnung zwischen diesem Doppel. Vor einem Monat hatte Samantha ein Pussy Riot Duo eingeladen und Churkin sagte, sie solle doch der Gruppe beitreten und auf Tournee gehen.

Die Rolle der US-Neocons in Kiew-Putsch wurde durch 2 unabhängige Enthüllungen erklärt. Der wundervolle Max Blumenthal und Rania Khalek zeigten, dass die anti-Russen-Kampagne der jüngsten Monate (Schwulenprotest, die Wahl-Affäre - Ansagerin von RT-TV kündigte etc.) von der Zionisten-Neocon PNAC (jetzt in FPI umbenannt) unter Leitung von Herrn Robert Kagan, Ehemann von Victoria "Fuck EU" Nuland organisiert wurde. Es scheint, dass die Neocons auf Teufel komm raus Russland mit allen Mitteln unterminieren wollen, während die Europäer viel flexibler sind. (Gewiss, die US-Truppen stehen immer noch in Europa und der alte Kontinent ist nicht frei zu handeln, wie er vielleicht möchte.)

Die zweite Enthüllung war ein Interview mit Alexander Jakimenko, Chef des ukrainischen Geheimdienstes (SBU), der nach Russland entkommen war wie sein Präsident. Jakimenko beschuldigte Andrej Parubiy, den jetzigen Sicherheits-Zaren, einen Deal mit den Amerikanern gemacht zu haben. Auf amerikanische Aufforderung lieferte er Waffen und karrte Scharfschützen herbei, die innerhalb weniger Stunden 70 Personen töteten. Sie töteten Krawall-Polizisten und auch Demonstranten.

Die US-Neocon-Verschwörung in Kiew war gegen den europäischen Versuch gerichtet, einen Kompromiss mit Janukowitsch zu erzielen, sagte der SBU-Chef. Sie kamen fast in allem überein, aber Nuland wollte das Abkommen kippen und das gelang ihr auch - mit Hilfe ausländischer Scharfschützen.

Diese Scharfschützen wurden erneut auf der Krim eingesetzt: einer tötete einen ukrainischen Soldaten. Als die Selbstverteidigungskräfte der Krim ihn verfolgten, beschoss er sie und verwundete einen. Es ist immer dasselbe Muster: Scharfschützen werden benutzt, um eine Reaktion zu provozieren und ein Feuergefecht in Gang zu bringen.

Novorossia - Neu Russland

Obwohl die Krim ein Kinderspiel war, sind die Russen noch lange nicht aus dem Schneider. Jetzt hat sich die Konfrontation in die südöstlichen Provinzen von Festland- Ukraine verlagert, genannt Novorossia (Neu Russland) vor der kommunistischen Revolution von 1917. Alexander Solschenizin hat in seinen späteren Jahren vorhergesagt, dass Ukraines Verderben daher kommt, dass es durch die Industrie-Provinzen überlastet ist, die niemals vor Lenin zur Ukraine gehörten - das russisch-sprechende Novorossia. Diese Vorhersage scheint sich zu bewahrheiten.

Wer kämpft gegen wen dort? Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass es um einen Stammeskonflikt geht, zwischen Russen und Ukrainern. Der gute alte Pat Buchanan beging diesen Irrtum, indem er sagte: "Wladimir Putin ist ein Blut-und-Boden, Altar-und Thron, Ethno-Nationalist, der sich als Beschützer Russlands sieht und auf die Russen im Ausland genauso sieht wie die Israelis auf die Juden im Ausland, als Leute, deren Sicherheit ihre legitime Sorge ist."

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Außer vielleicht die ausländische Behauptung, dass Putin eifrig dabei ist, das russische Imperium wiederherzustellen.

Putin ist keineswegs ein Imperium-Bauer (zum großen Kummer von Russlands Kommunisten und Nationalisten). Selbst seine schnelle Übernahme der Krim war eine Handlung, die ihm von dem starken Willen des Volkes der Krim und durch die freche Aggression des Kiew-Regimes aufgezwungen wurde. Ich erfuhr aus einer sehr guten Quelle, dass Putin hoffte, nicht diese Entscheidung treffen zu müssen. Aber als er sich entschied, handelte er schnell.

Die ethno-nationalistische Behauptung von Buchanan ist noch irreführender. Die Ethno-Nationalisten Russlands sind Putins Feinde; sie unterstützen die ethno-Nationalisten der Ukraine und marschieren zusammen mit jüdischen Liberalen auf den Straßen Moskaus.

Ethno-Nationalismus ist so fremd für die Russen wie er fremd ist für die Engländer. Man kann erwarten, einen Waliser oder schottischen Nationalisten zu treffen, aber ein englischer Nationalist ist eine unnatürliche Seltenheit. Selbst die Englische Verteidigungsliga wurde von einem zionistischen Juden gegründet. Ebenso kann man einen ukrainischen oder belarussischen oder Kossaken-Nationalisten treffen, aber praktisch nie einen russischen.

Putin ist ein Anhänger und Verfechter einer nicht-nationalistischen russischen Welt. Was ist die russische Welt?

Die russische Welt

Die Russen bevölkern ihr eigenes riesiges Universum, das viele ethnische Einheiten unterschiedlichster Herkunft umfasst, von Mongolen und Karelen bis zu Juden und Tataren. Bis 1991 bevölkerten sie eine noch größere Landmasse (genannt Sowjetunion und davor Russisches Imperiium), wo russisch die Lingua franca war die Sprache des täglichen Gebrauchs der Mehrheit der Bürger. Die Russen konnten dieses riesige Imperium anhäufen, weil sie nicht diskriminierten und nicht den Teppich belegten. Die Russen waren erstaunlicherweise nicht stammesbewusst, in einem Ausmaß, wie es in kleineren osteuropäischen Länder unbekannt ist, aber ähnlich anderen großen östlichen Imperien, wie den Han-Chinesen und den Türken vor der Ankunft der Jungtürken und Atatürk. Die Russen assimilierten nicht ihre Nachbarn sondern akkulturierten sie und die russische Sprache und Kultur wurde für sie das Tor zur Welt. Die Russen beschützten und unterstützten auch örtliche Kulturen auf ihre Kosten, weil sie Vielfalt mögen.

Vor 1991 förderten die Russen eine universalistische humanistische Weltsicht; Nationalismus war praktisch verboten und russischer Nationalismus zuallererst. Niemand wurde verfolgt oder diskriminiert wegen seines ethnischen Ursprungs (ja, die Juden beklagten sich, aber die beklagen sich immer). Es gab vereinzelt positive Diskriminierung in den sowjetischen Republiken, z. B. hatte ein Tadschike den Vorzug für das Medizin-Studium vor einem Russen oder Juden in der Tadschikischen Republik; und er würde schneller auf der Partei-und Politikleiter klettern. Aber die Kluft war gering.

Nach 1991 wurde das universalistische Weltbild durch ein provinzielles und ethno-nationalistisches ersetzt in allen ex-Sowjetrepubliken, außer in Russland und Belarus. Obwohl Russland aufhörte, sowjetisch zu sein, behielt es seinen Universalismus bei. In den Republiken wurden Leute russischer Kultur stark diskriminiert, oft entlassen von ihren Arbeitsplätzen, im schlimmsten Falle ausgewiesen oder getötet. Millionen von Russen, Bewohner der Republiken, wurden Flüchtlinge; zusammen mit ihnen flohen Millionen nicht-Russen, die die russische universalistische Kultur "ihrer eigenen" provinziellen und nationalistischen vorzogen nach Russland. Deswegen hat das moderne Russland Millionen Azeris, Armenier, Georgier, Tadschiken, Letten und andere kleine ethnische Gruppen aus den Republiken in seinem Land. Dennoch, trotz der Diskriminierung blieben Millionen Russen und Leute russischer Kultur in den Republiken, wo ihre Vorfahren seit Generationen lebten, und die russische Sprache wurde die gemeinsame Basis für alle nicht-nationalistischen Kräfte.

Wenn man Vergleiche mit Israel, wie Pat Buchanan es tat, ziehen will, dann sind es die Ukraine, Georgien, Usbekista Estland, die dem israelischen Modell der Diskriminierung und Verfolgung ihrer "ethnischen Minoritäten" folgen, während Russland dem westeuropäischen Modell der Gleichheit folgt.

Frankreich gegen Okzitanien

Um das russisch-ukrainische Problem zu verstehen, kann man einen Vergleich zu Frankreich ziehen. Man stelle sich vor, es wird in nord und süd-Frankreich geteilt. Der Süden Frankreichs nennt sich "Okzitanien", seine Sprache ist "okzitanisch". Die Regierung Okzitaniens würde die Leute zwingen, provençalisch zu sprechen, die Gedichte von Frederic Mistral auswendig zu lernen und die Kinder lehren, die Franzosen zu hassen, die ihr schönes Land in den Albigenserkreuzzügen 1220 zerstört haben. Frankreich würde nur mit den Zähnen knirschen. Nun stelle man sich vor, dass 20 Jahre später die Macht in Okzitanien gewaltsam von einigen romantischen südlichen Faschisten übernommen würde, die unbedingt die "800 Jahre französischer Herrschaft" ausrotten wollten und die Leute diskriminieren, die es vorziehen, die Sprache von Victor Hugo und Albert Camus zu sprechen. Am Ende wäre Fankreich gezwungen einzugreifen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Wahrscheinlich würden die Frankophonen im Süden in Marseille und Toulon den Norden "gegen ihre eigene" Regierung unterstützen, obwohl sie keine Einwanderer aus der Normandie sind.

Putin verteidigt alle Russisch-Sprechenden, alle ethnischen Minoritäten wie die Gagauz oder Abtschasen, nicht nur die ethnischen Russen. Er verteidigt die russische Welt, alle Russophonen, die seinen Schutz wollen und brauchen. Diese russische Welt umfasst definitiv viele, vielleicht die Mehrheit der Völker in der Ukraine, ethnische Russen, Juden, kleine ethnische Gruppen und ethnische Ukrainer in Novorossia und in Kiew.

In der Tat war und ist die russische Welt attraktiv. Die Juden waren glücklich, ihr schtetl und Yiddish zu vergessen; ihre besten Dichter Pasternak und Brodsky schrieben auf Russisch und betrachteten sich als Russen. Kleinere Dichter benutzten gewiss noch Yiddish, um sich auszudrücken. Auch die Ukrainer benutzten russisch für die Literatur, obwohl sie zuhause ihren Dialekt sprachen. Nicolai Gogol, der große russische Schriftsteller ukrainischer Herkunft, schrieb russisch, und er war absolut gegen die literarischen Gebrauch des ukrainischen Dialekts für die Literatur. Es gab ein paar kleinere romantische Figuren, die den Dialekt für kreative Kunst benutzten, wie Taras Shevchenko und Lesya Ukrainka.

Solschenizin schrieb: "Selbst ethnische Ukrainer benutzen und können nicht die ukrainische Sprache. Um sie zu fördern, verbietet die ukrainische Regierung russische Schulen, verbietet das russische Fernsehen, selbst Bibliothekare dürfen nicht russisch mit ihren Lesern sprechen. Diese anti-russische Haltung der Ukraine ist genau das, was diee USA wollen, um Russland zu schwächen."

Putin betonte in seiner Rede über die Krim, dass er die russische Welt erhalten möchte - überall in der Ukraine. In Novorossia ist das Bedürfnis akut, weil es dort täglich Konfrontationen zwischen Leuten und Gangs gibt, die von der Kiewer Regierung geschickt werden. Während Putin jetzt noch nicht (entgegen Solschenizin und gegen das allgemeine russische Gefühl) Novorossia übernehmen möchte, wird er vielleicht dazu gezwungen wie in der Krim auch. Es gibt einen Weg, diese große Veränderung zu vermeiden: die Ukraine muss in die russische Welt zurückkehren. Sie kann die Unabhängigkeit behalten, muss aber die volle Gleichheit für ihrer russisch-sprechende Bevölkerung garantieren. Sie sollten in der Lage sein, ihre russisch-sprachigen Schulen zu behalten, ihre Zeitungen, Fernsehen und berechtigt, überall russisch zu sprechen. Die anti-russische Propaganda muss aufhören. Und die Phantasien, der NATO beizutreten, auch.

Dies ist keine ungewöhnliche Forderung: Latinos in den USA dürfen Spanisch benutzen. In Europa ist die Gleichheit der Sprachen und Kulturen ein sine qua non. Nur in den ex-Sowjet-Republiken werden diese Rechte mit Füßen getreten - nicht nur in der Ukraine, sondern auch in den baltischen Ländern. Vor zwanzig Jahren machte Russland nur zaghafte Einwände, wenn Russisch-Sprechende (die Mehrheit von ihnen waren keine ethnischen Russen) in den baltischen Staaten diskriminiert wurden. Das wird sich wohl ändern. Littauen und Lettland haben bereits für ihre anti-russische Haltung bezahlen müssen, indem sie ihren profitablen Transithandel mit Russland verloren. Die Ukraine ist viel wichtiger für Russland. Wenn das gegenwärtige Regime nicht in der Lage ist, sich zu ändern (was unwahrscheinlich ist), wird das illegitime Regime vom Volk der Ukraine verändert und Russland wird R2P (responsibility to protect = Verantwortung zum Beschützen) benutzen gegen die kriminellen Elemente an der Macht.

Die Mehrheit der Menschen der Ukraine würden wahrscheinlich Putin zustimmen, unabhängig von ihrer Ethnizität. Tatsächlich stimmten beim Referendum in der Ukraine Ukrainer und Tataren massenhaft für Russland. Das ist ein positives Zeichen: es wird keinen ethnischen Konflikt im Osten der Ukraine geben, trotz der US-Bemühungen zum Gegenteil. Die Zeit der Entscheidung kommt schnell: manche Experten nehmen an, dass bis Ende Mai die Krise in der Ukraine hinter uns liegt.

Kommentare:

  1. Wieder ein sehr guter kommentar von ihnen danke

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  2. Ein lesens-und bedenkenswerter Artikel eines friedliebenden Menschen!
    Die Schlußfolgerungen halte ich dennoch für naiv.
    Die westliche Intrige hat die Ukraine bereits übernommen. Ihr Ablaufplan wurde nur getoppt durch eine ihr entgegengesetzte, schneller agierende Aktion. Die Folge: Verlust des eigentlich angestrebten Gebietes (Krim). Die Ausschaltung der russischen Schwarzmeerpräsenz ist damit mißlungen (wie das hysterische Geschrei gegen Russland bezeugt).
    Der geplante, finanzierte und gesteuerte Putsch ist dennoch Teil einer größeren (geplanten) Auseinandersetzung mit Russland! Das die Westukraine sich zu Russland schlägt halte ich unter den Gegebenheiten für ausgeschlossen und der Rest wird daran gehindert werden. Im Zuge dessen und in Anbetracht sich wiederholender Muster müssen wir alle mit weiteren Eskalationen, die auch uns betreffen können, rechnen.

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  3. Hier ist noch ein interessanter Artikezu dem Thema:
    Der Überlebenskampf der USA eskaliert: Ein neuer Kalter Krieg wird ausgelöst, um Europa annektieren zu können

    http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/der-ueberlebenskampf-der-usa-eskaliert-ein-neuer-kalter-krieg-wird-ausgeloest-um-europa-annektieren.html

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  4. ... und dazu hat Putin für sein Land noch ca. 20 Mrd. eingenommen
    durch den Aufkauf von günstigen Gasaktien,
    die die EU und die USA schnell noch abgestoßen hatten ...
    http://principiis-obsta.blogspot.de/2014/03/putins-genialer-schachzug-oder-wie.html

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  5. Tut mir leid, mir wird schwindlig, wenn ich das lese und habe Selbstmordgedanken, dass ich mit solchen Menschen zusammen leben muss. Zum Glück wird sich das beheben, denn aufgrund, dass sich nur noch wenige Reproduzieren. Meine Muter ist auch von 1938 und wurde von Russen misshandelt und vertrieben. Hatte nicht das Glück ohne Schaden zu flüchten. Sie hat aber mehrere Kinder und die, wie ich auch haben Kinder und bereits Enkelkinder. Die lernen nicht so eine Einstellung.

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  6. Bei den Sowjets waren es nicht immer Russen, die diese Schandtaten begangen haben, bei den Amerikanern und Briten waren es
    seh wohl weißen Soldaten, die diese Taten begannen. Hier liegt der große Unterschied der Nationalitäten. Im Osten sind ebenso wie
    im westen Millionen Menschen nach 1945 getötet worden

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