Montag, 22. August 2011

REBELLEN IN TRIPOLIS



Mathaba News vom 22. August 2011
Der in Tripolis weilende unabhängige Journalist Lizzie Phelan sagt, in Übereinstimmung mit Dr. Franklin Lamb, dass die libysche Regierung die de facto Kontrolle in Tripolis ausübe. Er meint, dass es eine strategischer Schachzug der libyschen Armee sein könnte, die Rebellen in die Stadt zu lassen, um sie an einem bestimmten Ort zu haben.
„So weit wir gehört haben, ist es die Strategie der libyschen Regierung und Armee, die Rebellen in die Stadt zu lassen, weil sie zuvor in heimtückischer Weise operierten und es schwierig war zu wissen, wo sie waren und wo sie sich versteckten. Nun könnte man sie direkt angehen“, sagt der Journalist und fügte hinzu, dass, wenn diese Information sich als richtig erweist, es interessant wäre zu sehen, was die NATO unternimmt, um die Rebellen am Boden zu unterstützen.

Journalist Mahdi Nazemroaya vom Zentrum für Untersuchungen zur Globalisierung ist auch in Tripolis, und er sagt, die Situation sei kritisch und die nächsten Stunden würden entscheidend sein.
Laut ihm, haben die Rebellen Heckenschützen beauftragt, das Gebiet um das Hotel, wo die ausländischen Journalisten sind, zu kontrollieren.
„Es gibt keine Sicherheit, die einzige Sicherheit ist, dass die Journalisten das Gelände des Hotels selbst sichern“, sagte Mahdi Nazemroaya. Er sagte auch, dass die Rebellen die Dokumente der Gäste des Hotels kontrolliert hätten, das vom Personal verlassen wurde, und festgestellt hätten, dass einige Journalisten gar keine Journalisten waren.

Mahdi Nazemroaya sagt, dass „jugoslawische“ Taktiken benutzt wurden, indem die NATO militärische und zivile Infrastruktur ausbombte, um den Weg für die Rebellen frei zu machen.
„Die NATO hat hier mit dem Bombardieren alle Arbeit geleistet und ihre Führer müssen als Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen werden für das Töten von Zivilisten,“ sagte er.
Plünderer reissen bereits im ersten Stock Komputer und Projektoren heraus. Sie gehen von Zimmer zu Zimmer und schnappen sich, was sie können.
Die Journalisten im verlassenen Hotel sind in Panik – sie hängen Schilder auf mit „TV“ und „Presse“, wo sie nur können, auch um den Hals.
Die Journalisten hoffen gegen alle Hoffnung, dass sie aus dem Hotel von einem internationalen Kontingent der UNO nicht der NATO evakuiert werden würden. Nazemroaya sagt, dass vor dem Hotel sich eine Menge versammelt habe mit dem ausdrücklichen Ziel, Panik zu säen und die Presse einzuschüchtern.

Eine weitere Quelle aus Tripolis, Dr. Franklin Lamb, der am Sonntag von einem Heckenschützen ins Bein geschossen wurde, sagt, dass viele Leute in Libyen, er selbst auch, glaubten, dass die libysche Regierung die Rebellen „reingelockt“ habe und ihnen erlaube, ein bißchen Spass auf dem Grünen Platz zu haben, während sie einen Gegenangriff planen, um sie endlich zu vernichten. Er sagt, die Schlacht um Tripolis sei nicht vorbei und es sei nicht sicher, wer genau gegenwärtig die Kontrolle in Tripolis habe.
Dr. Lamb sagte auch, dass die NATO alle Versuche der Rebellen, mit der libyschen Regierung zu verhandeln, blockiere.
„Wir haben mit Rebellen gesprochen, die Verhandlungen wollen“, sagte er. „Sie wollen nicht ihre libyschen Brüder und Schwestern töten. Die NATO hat es verboten. Das ist die Kampagne der NATO. Sie will Gaddafi tot oder außer Landes, damit sie den Sieg erklären kann. In gewissem Sinne benutzen sie die Rebellen als Bauern. Und wenn alles vorbei ist, je nachdem wie es ausgeht, wird es ein enormes Gerangel geben.“

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