Mittwoch, 6. November 2019

Aushungern mit dem Segen des Kardinals. Reinhard Marx und das Elend der syrischen Bevölkerung.



Freund Bernhard Duschner ist seit Jahren in dem mit tatkräftiger Hilfe Deutschlands zerstörten Serbien tätig und ebenfalls in Syrien. Gestern bekam ich diesen Artikel zugeschickt, der das schändliche Benehmen der katholischen Kirche gegenüber ihren eigenen Glaubensgenossen in Syrrien in das Visier nimmt. Aber das braucht uns ja nicht zu wundern. Die Kirche hielt sich immer unter dem Mantel der Mächtigen versteckt, um ihre schmutzigen Ziele zu verfolgen. Beachtet bitte auch den Spendenaufruf unten auf dieser Seite.

Aushungern mit dem Segen des Kardinals. Reinhard Marx und das Elend der syrischen Bevölkerung.

Bernd Duschner 
 

Ein Zwischenruf von Bernd Duschner. Er ist Sprecher der Hilfsorganisation Freundschaft mit Valjevo e.V., die seit vielen Jahren auf dem Balkan engagiert ist und sich zusätzlich um ein Krankenhaus im syrischen Damaskus kümmert. Albrecht Müller.

Bernd Duschner:
Auf einer Pressekonferenz der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) am 29. Mai 2019 in Berlin hat der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates in Genf, Idriss Jazairy, über die Auswirkungen der Sanktionen auf das Leben der syrischen Bevölkerung informiert. Seit 2011 gegen Syrien in Kraft, haben diese, wie von Bundesregierung und EU beabsichtigt, zu einer weitgehenden Lahmlegung der Wirtschaft dieses Landes geführt [1]: Zahllose Firmen mussten schließen, weil sie Rohstoffe und Maschinen nicht mehr beziehen können und ihnen die Exportmöglichkeiten genommen wurden. Die Arbeitslosigkeit explodierte von 8,5% (2010) auf über 48% (2015), das Bruttoinlandsprodukt stürzte um unvorstellbare zwei Drittel ab, die Lebensmittelpreise stiegen auf das Achtfache (!) und die syrische Bevölkerung versank im Elend [2]. Seit die USA auch Drittstaaten mit der Androhung von Sanktionen davon abhalten, Öl nach Syrien zu liefern, hat sich die wirtschaftliche Lage für die Bevölkerung weiter erheblich verschlechtert [3].

WARUM WIR UNS AN KARDINAL REINHARD MARX GEWANDT HABEN

Seit einigen Jahren unterstützen wir als lokale Friedensgruppe das Italienische Krankenhaus in Damaskus. Aus dieser Zusammenarbeit kennen wir die Schwierigkeiten, vor denen syrische Krankenhäuser infolge der Sanktionen stehen: der Zahlungsverkehr mit dem Ausland ist unterbunden, Hersteller schrecken aus Angst vor möglichen Sanktionsverstößen vor Lieferungen zurück, ihr Land Syrien und damit sie selbst verfügen kaum über eigene Devisen, um dringend benötigte medizinische Geräte, Ersatzteile und Medikamente über dritte Kanäle importieren zu können [4]. Das ist auch der Grund, weshalb wir aktuell um Spenden für einen Sauerstoffgenerator für dieses Krankenhaus bitten, den es für seine Intensivstation dringend benötigt.

Bereits mehrfach haben die Patriarchen und Bischöfe Syriens eindringlich um die unverzügliche Aufhebung der Sanktionen gegen ihr Land gebeten [5]. Mit dem Erzbischof von Genua, Kardinal Bagnasco, Vorsitzender des Rates der europäischen Bischofskonferenzen, haben sie einen wichtigen Fürsprecher. Die Sanktionen verurteilt er als „eine Form des Krieges, um ein Land zu begraben“ [6]. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat auf der UNO–Generalversammlung ihre Aufhebung gefordert [7]. Die deutschen Bischöfe mit Kardinal Marx an der Spitze schweigen dagegen beharrlich seit über 8 (!!!) Jahren, sieht man von einzelnen Ausnahmen ab [8]. Dabei verfügen sie mit Zehntausenden von Geistlichen und kirchlichen Mitarbeitern, ihren Organisationen und Medien durchaus über die Möglichkeit, unsere Bevölkerung über das gezielte Aushungern der syrischen Bevölkerung durch die Sanktionen zu informieren und für ihre Aufhebung zu mobilisieren.

Hier weiterlesen.

Wir bitten weiter um Spenden auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91, Stichwort Krankenhaus Damaskus.
Für die Spendenbescheinigungen benötigen wir die genaue Adresse der Spender und bitten, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen:
Bernd@Freundschaft-mit-Valjevo.de

 
Quelle - källa - source

Keine Kommentare:

Kommentar posten