Mittwoch, 23. Januar 2013

Die hundert Reichsten der Welt verdienten 2012 genug, um die globale Armut viermal zu beenden


Die Zahlen sprechen für sich. Oxfams Vorschläge sind sicher gut gemeint. Aber was denkt man sich dabei? Die Uhr einfach ein paar Jahre zurückstellen, dass sie dann wieder nach dem alten Schema abläuft. Die Krise ist systemimmanent. Davon hat man bei Oxfam wohl noch nie etwas gehört.
Ich hätte einen besseren Vorschlag. Die Steuerparadiese schließen - die Gelder konfiszieren als minimale Strafgelder für jahrzehntelange Steuerhinterziehung - und den obersten 1 % ein Stück Land zur Verfügung stellen, wo sie mit nachhaltiger Landwirtschaft ihre eigenen Bedürfnisse  zufriedenstellen können. Und mit den 240 Mrd. $ die Beseitigung der Armut schnellstens vorantreiben.


OXFAM-REPORT zur GLOBALEN UNGLEICHHEIT


20. Januar 2013


Die 100 reichsten Leute der Welt verdienten überwältigende 240 Mrd. $ im Jahr 2012 – genug Geld, um die bestehende Armut in der Welt viermal zu beenden, hat OXFAM enthüllt und hinzugefügt, dass die globale ökonomische Krise die Superreichen noch mehr bereichert.
„Die reichsten 1 % haben ihr Einkommen um 60 % in den vergangenen 20 Jahren erhöht, wobei die Finanzkrise weiterhin wächst, statt abzunehmen“; obendrein ist das Einkommen der 0.01 % an der Spitze noch schneller gewachsen, heisst es im Oxfam-Bericht.

Zum Beispiel ist der Markt für Luxusgüter zweistellig in jedem Jahr, seit die Krise begann, gewachsen. Und während die 100 Reichsten 240 Mrd. $ verdienten, leben die „extrem armen“ Menschen von weniger als 1.25 $.

Oxfam ist eine führende philanthropische Organisation.

In ihrem neuen Bericht „Die Kosten der Ungleichheit: Wie Reichtum und Einkommensextreme uns allen schaden“, wird argumeniert, dass die extreme Konzentration des Reichtums die Fähigkeit der Welt behindert, die Armut zu reduzieren.

Der Report wurde vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der nächsten Woche veröffentlicht und fordert die Führer der Welt auf, „den extremen Reichtum bis 2025 zu beenden und die schnelle Zunahme der Ungleichheit, wie sie in der Mehrzahl der Länder in den vergangenen 20 Jahre zu beobachten ist, umzukehren.

Der Bericht von Oxfam meint, dass extremer Reichtum unethisch ist, ökonomisch ineffektiv, politisch zersetzend, sozial entzweiend und umweltmäßig zerstörend. Der Report schlägt den Führern der Welt ein neues globales Abkommen vor, um die extreme Armut auf den Stand von 1990 zu bringen.


  • Schließung der Steuerparadiese bringt 189 Mrd. $ an zusätzlichen Steuereinnahmen
  • Umkehrung der regressiven Besteuerung
  • Einführung eines globalen Minimums der Besteuerung für die Multis
  • Anhebung der Löhne proportional zu Kapitaleinnahmen
  • Erhöhung der Investitionen in kostenlosen öffentlichen Dienstleistungen


Das Problem ist global, sagt Oxfam. „In England geht die Ungleichheit zurück auf ein Niveau, wie es seit den Zeiten von Charles Dickens nicht mehr gesehen wurde. In China verdienen die obersten 10 % jetzt 60 % des chinesischen Einkommens. Das Niveau der chinesischen Ungleichheit ist jetzt ähnlich dem in Südafrika, das jetzt das Land mit der größten Ungleichheit der Welt ist und sehr viel ungleicher als am Ende der Apartheid.“

In den USA ist der Anteil der reichsten 1 % am Einkommen seit 1980 von 10 auf 20 % gestiegen. Für die 0.01 % an der Spitze hat sich der Anteil am Nationaleinkommen vervierfacht, ein nie zuvor gesehenes Niveau.

„Wir können nicht länger so tun, als ob die Schaffung von Reichtum für die Wenigen unausweichlich den Vielen zugutekommt – zu oft ist das Gegenteil der Fall“, sagt der geschäftsführende Direktor Jeremy Hobbs von Oxfam International.

Hobbs erklärte, dass die Konzentration des Reichtums in den Händen der Wenigen an der Spitze die ökonomische Aktivität auf ein Minimum reduziert, was den Anderen die Teilnahme erschwert. „Von Steuerparadiesen bis zu wöchentlichen Anstellungsgesetzen profitieren die Reichsten am globalen Wirtschaftssystem, was zu ihren Gunsten zurechtgebastelt wurde.“

Der Report hebt hervor, dass sogar die Politik von den Superreichen kontrolliert wird, was zu Maßnahmen führt, „die den Reichsten dienen und nicht der armen Mehrheit, selbst in Demokratien.“

Und der Report schließt: „Es ist an der Zeit, dass unsere Führer das System reformieren, damit es dem Interesse der Gesamtheit der Menschheit statt der globalen Elite dient.“

Das 4-Tage-Weltwirtschaftsforum wird in Davos stattfinden mit Beginn am nächsten Mittwoch. Die Führer der Weltfinanz werden zu ihrem jährlichen Treffen zusammenkommen, um die Wiederbelebung der globalen Ökonomie, die Krise der Eurozone und die Konflikte in Syrien und Mali zu bereden.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. auf die Idee, dass diese ungleiche verteilung so gewollt ist und in unserem geldsystem so angelegt ist, sind die macher der studie wohl nicht gekommen?

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  2. Nicht ist es an der Zeit, daß „unsere Führer” das System reformieren. Es ist an der Zeit, daß wir die „Führer” von ihren Thronen stürzen! Gerade wir in Deutschland haben ja nun genug Erfahrung damit, was „Führer” anrichten. Es ist ein Irrtum zu meinen, man könne das Notwendige an andere delegieren. Und in einer echten Demokratie haben „Führer” auch gar keine Platz! „Führer” gibt es in Diktaturen -so wie in den kapitalistischen Diktaturen, nicht in echten Demokratien.

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  3. Nun, das mit den "Steuerparadiesen" ist eben nicht so einfach. Staaten, deren Nationalbanken überwiegend in Besitz der öffentlichen Hand sind( z.B. Schweiz, Grenzsteuersatz <30%; Russland Grenzsteuersatz < 13%!!!), können, da die Zinserträge aus Staatsschulden eben wieder an die öffentliche Hand zurückfliessen, niedrigere Steuern verlangen. Dahingegen müssen Staaten, der Nationalbanken in überwiegend privatem Besitz sind (die meisten anderen, schlicht höhere Steuern erheben, weil der Zinsanteil an den Staatsausgaben entsprechend höher ist.

    Der Zinstransfer von der öffentlichen Hand in private Hände ist das *grosse Verbrechen". Auf die vermeintlichen Steuerparadiese (die natürlich gerne von jenen Privaten "benutzt" werden, die ihr Vermögen mit dem beschriebenen Zinstransfer machen) bringt nix, man prügelt den falschen Hund. Verstaatlicht FED, EZB, etc. und ALLE Länder rücken näher zum Steuerparadies.

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