Dienstag, 29. Oktober 2013

Das Blaue Gold – warum Trinkwasser bald teurer als Öl wird


Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Es liegt wohl einige Jahrzehnte zurück, dass man davon hörte, dass in der Zukunft reines Wasser mit Blauem Gold verglichen werden wird.

Niemand kann wohl richtig erklären, wieso etwas, das 70 % der Erdoberfläche bedeckt und was in regelmäßigen Abständen vom Himmel regnet, plötzlich zu einer Mangelware werden soll. Erklärungsversuche haben bisher sich immer auf irgendeine Art der Überbevölkerung konzentriert.

Das Problem mit dieser Annahme ist, dass Wasser (im Unterschied zu z. B. von Gold) praktisch nie zu Ende geht, sondern in einem steten Kreislauf zirkuliert und zurückgewonnen werden kann.

Wenn man 54 Minuten und 24 Sekunden in das Video hier unten hineingeht, wird bestätigt, warum reines Wasser plötzlich zu einer Mangelware werden kann. Und zwar wenn die Erdölgesellschaften durch das sogenannte Fracking die Außenschicht der Erde zerschlagen und permanent vergiften sowie das darunterliegende Grundwasser. Aber den ganzen 'Fracking Nightmare' Film anzuschauen, kann auch nicht schaden.

Pardon - das Video wurde ohne Ton heruntergeladen. Hier ist der link.

Danach kann man das Wasser weder trinken noch kann man etwas auf der Erde anbauen. Diese Erklärung wurde am 28. Oktober 2013 von einem Insider der Ölindustrie gegeben: „Wasser ist das Lebenselexier und Wasser wird bald teurer werden als Erdöl ...“ Und:
„Wasser-Erhaltung, Lagerung und Unternehmen mit Bezug auf Wasser werden bald mehr Bedeutung gewinnen!“

Fracking bedeutet allso einen doppelten Vorteil für die Bosheit in unserer Zeit: Man verdient nicht nur mehr Geld an dem Gas und dem Öl, das man gewinnt, sondern man hat auch ein unerhört effektives Werkzeug für einen globalen Volksmord, indem man den Menschen, die verschwinden sollen, einfach den Wasserhahn zudreht.


Quelle - källa - source



Kommentare:

  1. Keine Frage - Fracking ist eine wasserverschmutzende Umweltmatzerei. Genau so wie die Teersandgewinnung in Alberta, wo die mit öliger Giftbrühe gefüllten Abwasserseen schon eine Fläche von über 150 Quadratkilometern bedecken.
    Aber das Wasserproblem ist in manchen großen und dicht besiedelten Regionen darüber hinaus von einer geradezu existenzbedrohenden Relevanz, wenn die Entwicklungen so weitergehen.
    - In Indien werden pro Jahr 250 Kubikkilometer Grundwasser von über 20 Millionen Elektropumpen aus dem Boden gefördert - auch immer mehr kaum regenerierbares Tiefengrundwasser. Nur so konnte die 8 monatige Trockenzeit für eine zweite oder dritte Ernte (sogenannte grüne Revolution) erschlossen werden und trotz Bevölkerungsverdoppelung in den letzten 4 Jahrzehnten die Ernährungslage verbessert werden. Aber immer mehr Brunnen versiegen und es muss ständig tiefer gebohrt werden. Wenn diese Wasserressource in weiten Landesteilen versiegt, steht Indien vor einer ernährungspolitischen Katastrophe.
    - Britische Hydrologen hatten einst vor dem Bau des Assuanstaudamms gewarnt. Wie sich immer mehr zeigt, zurecht. Denn fast 25% der Jahresdurchflussmenge des Nil gehen durch Verdunstung im Nasser-Stausee verloren - annähernd 15 Kubikkilometer pro Jahr.
    Aber mehr noch: die einstige Fracht aus fruchtbarem Schlamm, der dem Nildelta eine 7000-jährige reiche Ackerbaukutur brachte, lagert sich nun nutzlos auf dem Grund des riesigen Nasserstausees ab. Was zusätzlich dazu führen wird, dass das energetische Potenzial des Assuan-Staudamms in den nächsten Jahrzehnten immer geringer wird und irgendwann völlig zum Erliegen kommt. Durch die fehlende Schlammfracht sinkt das Nildelta immer mehr ab und immer größere Teile dieses größten ägyptischen Agraranbaugebietes versalzen.
    - Der Aralsee ist ein "gutes" Beispiel, wie verheerend sich eine falsche Wassernutzung für eine Region auswirken kann. Vor 40 Jahren gab es rund um den Aralsee durch reichen Fischfang eine starke fischverarbeitende Industrie und das Klima in der Ragion war, anders las in den anderen Teilen der Großregion, mild und relativ wenig kontinental.
    Heute gibt es praktisch keinen Fischfang mehr, das Klima ist etrem trocken-kontinental geworden mit heißen Sommern und extrem kalten Wintern. Und die ganze Region hat ein gewaltiges Versalzungsproblem. Viele Menschen sind aus der Region weggezogen. Selbst die mit dem Wasser von Amu Darja und Syr Darja bewässerten Baumwollfelder (= Grund der Austrocknung des Aralsses) bringen heute nur wenig Ertrag durch die zunehmende Versalzung.

    3 Beispiele aus einer langen Kette von Fällen Rücksichtslosen Umgangs mit einer existenziell wichtigen Basisressource des Menschen.

    Und in Deutschland? Klar, hier gibt es nicht so gravierende Fehlentwicklungen. Aber die oberflächennahen Grundwasservorkommen werden durch Überdüngung und Schwermetalleintrag (sogar Uran!) infolge immer minderwertigerer Phosphate allmählich zu Schadstoffdeponien, mit ständig steigender Tendenz. Wenigstens die immer stärkere Verschmutzung eniger Flüsse konnte wieder verringert werden. Trotzdem gehen auch wir nicht angemessen mit unseren Wasserressourcen um.

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  2. Hallo M. E., deine Beiträge sind ja durchaus fruchtbar, aber ich würde dich trotzdem bitten, dich kürzer zu fassen. Du weisst, dass auch Zeitungen immer Begrenzungen auferlegen, und das ist verständlich. Bei solchen Kommentaren, müssen sie Sonderdrucke beilegen. Außerdem - wie sie ein anderer Leser hier ausdrückte - erschlägt es andere Kommentatoren. Fasse dich kürzer und lege einen link dazu, dann hat jeder die Wahl, ob er sich mehr in das Thema vertiefen will oder nicht.
    Ciao und du musst nicht sauer sein.

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  3. Hast schon recht. Meine Analyse verliert sich manchmal zu sehr in Details, was dann den Rahmen sprengt.
    Deshalb zu diesem Wasser-Thema nur noch ein Buchtipp: "Wenn die Flüsse versiegen" von Fred Pearce. Spannend zu lesen und faktenreich.

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  4. Danke und hier ist auch noch ein guter Link zu einem Kapitel aus dem neuen Buch von Richard Heinberg 'Snake Oil' http://www.countercurrents.org/heinberg301013.htm . Handelt von dem üblen Medien-Hype.

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