Sonntag, 3. November 2013

Fracking ist ein Monster Ponzi-Schema


Am 29. Oktober hatte ich den Artikel 'Das Blaue Gold' aufgelegt und Wolfgang hat vergeblich versucht, seinen Kommentar reinzulegen (aus unerfindlichen Gründen
wurde der sofort gelöscht). Daraufhin schickte er ihn mir per Email zu und da ich ihn wichtig finde, lege ich ihn nun mit seiner Genehmigung hier auf. In seinem letzten Satz würde ich gerne noch "die verheerenden Begleiterscheinungen" eingefügt sehen, die aus Erdbeben, verseuchtem und giftigem Grundwasser (das zum Brennen gebracht werden kann, wenn es aus dem Wasserhahn kommt), schwere und leichte Krankheits- Erscheinungen, vergiftetes Ackerland etc. bestehen. Über das Fracking als Ponzi scheme gibt es massenweise Material, wenn man es googelt.

Wolfgang

29. Oktober 2013

Wie von "Insider-Dissidenten" hinlänglich dokumentiert (u.a. auf dieser Webseite) , wird mit Schiefer-Öl und -Gas *eben nichts* verdient. Die Öl- und Gasfirmen können durch die Produktionserlöse kaum die Bohrkosten decken. Der Grund liegt darin, daß die Förderraten innerhalb kürzester Zeit kollabieren (~50% innerhalb eines Jahres).

Warum man es trotzdem macht?

 
Weil die Bohrrechte als "Assets" dienen, die man durch absichtliche Überbewertung in den Bilanzen nach Belieben aufbläht, um dann mit den Aktien der betreffendenden Unternehmen Spekulationsblasen aufzupumpen, mit denen die top-Manager sowie Investmentbanker ordentlich abkassieren können.

Also mal wieder ein Ponzi-Schema nach dem Muster der "dotcom"-Blase. Unternehmen, die aufgrund eines finanziell nicht nachhaltigen Geschäftsmodells nicht überlebensfähig sind, werden in den Himmel gehypt, um ahnungslose "Anleger" abzuzocken.

Insbesondere Chesapeake Energy wird praktisch als das nächste "Enron" avisiert. Das Unternehmen ist hoffnungslos überschuldet und muß Aktiva verschleudern, weil man die Kredite nicht aus den laufenden Einnahmen bedienen kann. Der CEO, der die Blase aufgebläht hat, hat sich bereits mit rund 1 Mrd Dollar an Tantiemen und Boni davongemacht.

Kurz: Fracking ist schon aus rein betriebswirtschaftlicher Hinsicht ein reines Verlustgeschäft. Selbst wenn man die verheerenden Folgeschäden ignoriert.

Einige wichtige links: Hier und hier und hier  und hier.

Kommentare:

  1. Fracking ,Öl , Gas , sind die Hauptgründe der Zerstörung der Erde und werden im vollen Bewusst sein der Folgen für die Menscheit in Kauf genommen ! Der Grund ist Macht und Gier ohne Rücksicht auf Verluste .
    Anmerkung ; auch meine Kommentare , verschwinden häufig da ist die Kontroll Anstalt ganz fix ;) LG

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  2. Wenn sie so argumentieren, dann gilt das mindestens ebenso für Gas, Öl, Kohle, Sonnen- und Windenergie, ja für alle Energiearten. Denn der Mensch greift in seine Umwelt ein, sobald er sich bewegt, so wie jedes Lebewesen. Ein Leben "im Einklang mit der Natur" ist ein Mythos. Der kleinste Wurm, oder das kleinste Bakterium greift in seine Umwelt ein, zerstört, baut auf, verändert, beeinflusst. Der Gedanke, dass dies schlecht sei, der kommt alleine dem menschen.

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  3. Die Quintessenz des wirtschaftlichen Wahnsinns, den Schieferöl und -gas darstellt, zeigen insbesondere die Reports auf http://www.shalebubble.org sehr gut:

    http://shalebubble.org/drill-baby-drill/
    http://shalebubble.org/wall-street/

    Eine der Autorinnen, Deborah Rogers, hat auch einige Interviews dazu gegeben:

    http://www.youtube.com/results?search_query=Deborah+Rogers

    Und ebenso Arthur Berman:

    http://www.youtube.com/results?search_query=Arthur+Berman

    Für jeden, der mal im Entferntesten mit BWL zu tun hatte (ich bin bloß Ingenieur mit Zusatzkenntnissen), sind insbesondere die Zahlen zum Verhältnis von "Capital Expenditure" zu "Cash Flow" interessant. Ist diese Rate größer als 1 ("Break Even"), ist das Unternehmen finanziell auf Kamikaze-Kurs. Bei den großen Schiefergas- und -ölfirmen liegt der
    Wert laut Arthur Berman bei 2 bis 6 (!).

    "Capital Expenditure" sind die Ausgaben, die für die Förderung notwendig sind. "Cash Flow" sind die Einnahmen, die aus der Förderung erzeugt werden. Wenn die Ausgaben zwei- bis sechsmal so hoch sind wie die Einnahmen ist klar, daß das ganze finanziell vor die Wand gehen muß, wenn alles Geld im Unternehmen aufgebraucht ist.

    Auf gut Deutsch gesagt: Dort wird nicht nur "Begleit"-Gas abgefackelt, sondern auch Geld. Und zwar lichterloh.

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  4. Zu den Öl- und Gasshales muss man 2 Dinge bedenken, neben den ökologischen Folgen:
    Das Erste sind die irren Decline-Raten beim Fracking, die nach einem Jahr zu einem Fördermengenrückgang von 35 bis 50% führen, nach 3 Jahren von 85 bis 90%. Man muss also ständig immer mehr bohren und fracken, um die Gesamtfördermenge noch zu erhöhen.
    Das Zweite ist die starke gelogische Inhomogenität der Shales. Es gibt die sweet spots, die die größten Mengen liefern, und es gibt die minderwertigeren Bereiche, die flächenmäßig den größeren Teil der Shales bilden.
    Schon heute sinken jedes Jahr die Erstjahresfördermengen der neu in Betrieb gehenden Rigs um gut 10% ab, trotz technologischer Verbesserungen. Die besten Stellen werden immer zuerst ausgebeutet, das ist ein Gesetz menschlichen Handelns.
    Wenn in ,sagen wir, 10 Jahren die neuen Rigs nur noch etwa die Hälfte der heutigen Fördermenge der heutigen neuen Rigs erbringen, dann müsste man erstens doppelt so viel bohren und fracken, um die gleiche Gesamtfördermenge zu erzielen, und zweitens würde sich der break-even-Preis, ab dem man ohne finanzielle Verluste fördern kann, annähernd verdoppeln.

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  5. 2 interessante Charts:

    http://www.eia.gov/todayinenergy/detail.cfm?id=13451

    Man sieht, dass bei den Ölshales nur noch Eagle Ford deutlich expandiert, bei den Gasshales nur noch Marcellus. Alle anderen Shales sind im Bereich der Maximums, einige darüber hinaus.
    Es ist keine seherische Meisterleistung, das Maximum der Öl- und Gasförderung aus den US-Shales noch für dieses Jahrzehnt vorauszusagen.

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    1. Ich frage mich nur, wenn selbst die Regierung diese Daten veröffentlicht, wie dann noch irgendein Idiot in das Abenteuer investieren kann - ich spreche von den kleinen anlegern, nicht von den movern and shakern.

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