Dienstag, 12. November 2013

DIE MENSCHHEIT WURDE IN AFRIKA GEBOREN UND NICHT IN ÄGYPTEN ODER MESOPOTAMIEN


Dies ist genau das, was der große afrikanische Anthropologe und Historiker aus dem Senegal, Cheikh Anta Diop, schon vor fast 60 Jahren in seinen Büchern 'Nations nègres et culture' und 'L'origine africaine de la civilisation- mythe et réalité' geschrieben hat. Er beweist, dass die Menschen aus dem Inneren Afrikas, als die einst fruchtbare Sahara auszutrocknen begann, in das fruchtbare Niltal wanderten. Er beweist es anhand der Identität zahlreicher Wörter aus westafrikanischen Sprachen mit altägyptischen Wörtern und gemeinsamen kulturellen Eigenheiten bis hin zu den Frisuren. Außerdem haben die Ägypter selbst stets betont, dass ihre Kultur aus dem Süden, dem Sudan stammt, wo heute noch die meisten Pyramiden stehen. Alles andere, was nach Napoleons Invasion kommt und erzählt wurde, ist nonsense, wie Cheikh Anta Diop akribisch belegt.


DIE MENSCHHEIT IST IN AFRIKA GEBOREN UND NICHT IN ÄGYPTEN ODER MESOPOTAMIEN


Jean-Paul Pougala
12. November 2013
Aus dem Französischen: Einar Schlereth

Die Wissenschaft sagt uns, dass Afrika die Wiege der Menschheit ist, d. h. dass die Afrikaner die Erzeuger der Welt sind. Die Afrikaner gibt es seit 100 000 Jahren und die Europäer und die Asiaten sind vor ca. 20000 Jahren aus Afrika ausgewandert.
Und im 19. Jahrhundert nach der Expediton Napoleons in Ägypten gab es katholische Missionare, die den Mut hatten, der Wissenschaft zu sagen, dass alle Afrikaner ohne Ausnahme vor 3000 Jahren aus Ägypten gekommen seien. Damit wollten sie uns diesen Vorrang als Erzeuger der Welt streitig machen, einschließlich unsere eigenen Vorgänger.


Von dem Moment an, wo wir den Anspruch erheben, die ganze Welt erzeugt zu haben, reduziert man unsere Geschichte von 100 000 auf 3000 Jahre, einer großen Zivilisation gewiss, aber heruntergekommen und verschwunden. Indem ich mich allein und schlicht auf die Wissenschaft und die Logik stütze, sage ich, dass es 1000 mal kohärenter ist zu sagen, dass die alten Ägypter aus dem Afrika südlich der Sahara kamen statt umgekehrt. Wie auch die Römer, die Azteken usw.

Vor zwei Tagen (am Sonntag, dem 10. 11. 2013) haben englische Wissenschaftler auf dem britischen Fernseh-Kanal 4, die eine Autopsie der Leiche von Tutanchamun vorgenommen haben, enthüllt, dass er mit 19 Jahren an einem Unfall mit seinem Streitwagen 1324 v. u. Z. gestorben sei.

Mein afrikanischer Bruder, Ägyptologe oder Historiker, wie kannst du von einer Milliarde Afrikaner verlangen, sich auf die Authentizität einer Geschichte, die ständig in Bewegung ist, zu stützen, aus der uns alle sechs Monate Episoden von unseren Räubern erzählt werden?

Mein afrikanischer Bruder, Ägyptologe, um diese Autopsie vorzunehmen, bist du nicht anwesend gewesen. Ich auch nicht. Du und ich haben nur am Sonntag im Fernsehen die wahren oder falschen Schlussfolgerungen gehört, die unsere Räuber uns erzählten. Wie kannst du morgen von mir verlangen, bevor ich die Wahl, alles auf Ägypten zu setzen, kritisiere, müsse ich die Tonnen von Büchern lesen, die du in den Bibliotheken ausbreiten wirst, um sagen zu können, wer mit Tutanchamun im Streitwagen saß und was er vor seinem Tod gegessen hat? Hast du dir nie die Frage gestellt, ob es Sinn macht für einen ganzen Kontinent, die Hoffnung auf seine Renaissance auf eine Geschichte zu setzen, die andere an unserer Stelle konstruiert haben, jene, die uns systematisch verbieten, an ihren Forschungsmannschaften teilzunehmen? Das ist ein Fortsetzungsroman, der alle Halbjahr mit neuen Entwicklungen erscheint wie im Film und all das, ohne dass ein einziger Afrikaner bei der Redaktion des Szenarios dabei ist.

Nein, Afrika kommt nicht aus Ägypten, wie die katholischen Priester im 19. Jahrhundert nach der Expedition Napoleons in Ägypten behauptet haben. Das alte Ägypten kommt aus dem sub-Sahara-Teil Afrikas, genau wie die anderen Menschen der ganzen Welt. Und wenn ich mir die Sitten und Gebräuche aneignen muss, die, wie mir westliche Wissenschaftler erzählen, aus Ägypten stammen, kann ich mir auch mit gleichem Recht aneignen, was aus Kolumbien, dem Land der Etrusker oder Indonesien kommt.

Wenn ein Afrikaner sich schämt, seinen Ursprung auf die Pygmäen zurückzuführen, die älteste Bevölkerung im afrikanischen Äquatorialdschungel, oder auf unsere 'Buschmänner' in Namibia und lieber ein angeseheneres Volk wählt, kann er das tun, aber ohne zu verlangen, dass ich ihm folge. Wenn ein Afrikaner sich der tausende Jahre alten Traditionen der Fang oder Bantus schämt und das Bedürfnis verspürt, neue Attribute für ruhmreichere Völker hervorzubringen, soll er das tun, aber uns die Freiheit lassen, mit allen unseren Kräften fortzufahren, in unseren Dörfern in Afrika, die Verteidiger unserer Traditionen, unserer eigenen Spiritualität zu unterstützen und zu ermutigen, stolz auf das, was wir sind, und die keineswegs das Bedürfnis haben, loszugehen und Neues zu entlehnen von denen, die von uns abstammen, vor allem in Ägypten, Mesopotamien, Kolumbien oder Indonesien. Denn wir haben einen Vorteil über alle anderen Völker: wir sind ihre Erzeuger, von allen ohne Ausnahme und nicht umgekehrt.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Was will er uns damit sagen?
    Nehmen wir als gegeben, daß der Homo sapiens sich in Afrika entwickelt hat, so bedeutet das längst nicht, daß heutige Afrikaner gewissermaßen die Vorfahren der Europäer und Asiaten wären.

    Herr Pougala sollte seine Publikationen besser recherchieren.

    Wir haben gemeinsame Vorfahren.
    Alles Andere ist blühender Blödsinnn.
    Vor 20k Jahren wanderten Protoeuropäer und -asiaten mit Sicherheit nicht aus Afrika aus. Dies fand bereits erheblich früher statt. Vor ca. 20k Jahren dürfte der letzte Homo neandertaliensis (dessen Vorfahren übrigens ebenfalls aus Afrika kamen) ins Gras gebissen haben. Da überwiegend Carnivore bekam ihm das nicht und deshalb finden wir dessen Nachfahren im Geiste nur noch im Boxring. Nebenbei war der Homo sapiens vermutlich am Aussterben seines Vetters nicht ganz unbeteiligt.
    Zu dumm, daß es keine Neandertaler mehr gibt. Jetzt muß Homo sapiens ersatzweise an seinem eigenen Aussterben arbeiten.
    Die Wanderung des Homo sapiens aus Afrika begann vor ca.100k Jahren, China erreichte er vor ca. 40k, Europa vor ca. 35k und Australien vor ca. 30k Jahren. (Diese Zeitangaben bedeuten natürlich nur, daß es bislang keine älteren Funde gibt.)
    Aber zurück zur Eingangsfrage:
    Menschen entwickeln sich weiter. Zumindest physisch.
    Sollte also etwas an der Evolutionslehre und den mendelschen Regeln dran sein, so ergibt sich zwingend, daß die, die sich heute Afrikaner nennen, eben ganz und gar nicht die ''Erzeuger'' der restlichen Weltbevölkerung sind.

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    1. 'Wir haben gemeinsame Vorfahren' und 'Protoeuropäer kamen nicht aus Afrika' - woher kamen die denn? Sind wohl vom Mond gefallen. Ich habe kürzlich diesen Artikel aufgelegt http://einarschlereth.blogspot.se/2013/10/erster-europaer-aus-afrika-eingetroffen.html , in dem neuesten Funden in Georgien zufolge der Homo Sapiens (die ersten Europäer) bereits vor 2 Mill Jahren eingewandert sind und dass wir allesamt von derselben Spezies abstammen. Aber das widerspricht auch nicht Pougalas Artikel.

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  2. So kompliziert habe ich mich doch nun wirklich nicht ausgedrückt.
    Ich habe nicht gesagt, daß Protoeuropäer nicht aus Afrika eingewandert wären.
    Vielmehr ist aus dem Folgesatz zu erlesen, daß das deutlich früher stattfand.
    Wenn Du dann Deinen eigenen Artikel ebenfalls noch einmal richtig liest, wirst Du erkennen, daß es sich bei genanntem Schädelfund eben nicht um einen Homo sapiens handelt. Nebenbei macht die Schädelform dies auch mehr als deutlich.

    Und noch einmal: Heutige Afrikaner können defintiv nicht Vorfahren heutiger Europäer und Asiaten sein. Pougala schreibt Stuß und Du liest nur die Hälfte.

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    1. Also 1) die Proto-Europäer sind eine reine Hypothese, zu der es keine wissenschaftlichen Belege gibt, siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Proto-Indoeurop%C3%A4er
      2) Pardon - ich habe homo erectus und homo sapiens in einen Topf geworfen, obwohl das kein gravierender Fehler ist, wie du hier sehen kannst (https://de.wikipedia.org/wiki/Homo_erectus):
      "Homo erectus ist eine ausgestorbene Art der Gattung Homo. Aus den Homo erectus zugeschriebenen pleistozänen Populationen entwickelte sich vermutlich in Europa der Neandertaler und – parallel zu diesem, aber unabhängig von ihm – in Afrika der moderne Mensch (Homo sapiens). Die Abgrenzung des Homo erectus von anderen Arten der Gattung Homo ist in Fachkreisen – zwischen sogenannten Lumpern und Splittern – allerdings umstritten.[1]

      Homo erectus war laut Richard Leakey „die erste hominine Art, die das Feuer benutzte; die erste, die das Jagen als ein wesentliches Element zur Sicherung ihrer Nahrungsversorgung einsetzte; die erste, die wie ein moderner Mensch laufen konnte.“[2]"
      Aus dem homo erectus ist auch (vermutlich, siehe oben) der Neandertaler entstanden und "kamen die Forscher zu dem Schluss, dass alle anfänglichen Menschen des Homo genus – dem Stammbaum der modernen Menschen – zur selben Spezies gehörten, nicht zu dreien oder vieren, wie viele Experten behaupteten" (Zitat aus 'Georgien'-Artikel').
      Also kann man durchaus sagen, dass alle Menschen, dem gegenwärtigen Wissensstand zufolge, von dem homo erectus abstammen - da der homo sapiens sapiens bislang eine zweifelhafte Figur ist, wie du ja auch gesagt hast. Ich gebe dir Recht, dass Pougala sich nicht ganz korrekt ausdrückte, aber nicht prinzipiell falsch. Es ging ihm um die rassistischen Lügen, die allgemein verbreitet werden.

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  3. Mit der Verwendung der Begriffe Protoeuropäer und Protoasiaten bezog ich mich nicht auf die Proto-Indoeuropäer. Dies wäre dann tatsächlich nur im linguistisch-kulturellen Kontext zu sehen. Vielmehr verwendete ich die Vorsilbe ''proto-'' in ihrer einfachen, allgemeinen Bedeutung. Mithin -ursprüngliche- oder -erste-.
    Pougala macht aber, neben seiner verquasten Ausdrucksweise, zwei elementare und eklatante Fehler.
    Zum einen sind seine Einlassungen miserabel recherchiert, zum anderen, und das ist das wirkliche Eigentor, ist er nicht weniger rassistisch als die von ihm Beschwerten.
    ''Denn wir haben einen Vorteil über alle anderen Völker: wir sind ihre Erzeuger, von allen ohne Ausnahme und nicht umgekehrt.''
    Mit einem solchen Elaborat erweist er seiner Sache einen Bärendienst.

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