Sonntag, 18. Januar 2015

Update zu 'Aufruf an das Volk Venezuelas'


Ein Freund schickte mir gerade einen wunderbaren Link zu Venezuela, der genau die richtige Antwort auf den monumental dämlichen Kommentar zum Aufruf  von gestern ist. An dem gestrigen Kommentar könnt ihr auch sehen, wie die Propaganda der Kritiker funktioniert. An allem ist die Unfähigkeit der Regierung, der Beamten und letztlich Maduro Schuld. Dass die Großverteiler von Konsumartikeln und auch den Lebensmitteln Privatleute sind, das verschweigen diese sauberen Herren.
Warum? Weil diese Verbrecher aus ihrer eigenen Klasse stammen. Und ihr könnt an den ungeheuren Mengen dieser Vorräte auch ermessen, über welch riesiges Kapital diese Oligarchen verfügen, dass sie solche Vorräte kaufen und auf Jahre, wenn nötig, horten, um ihre politischen Ziele durchzusetzen. Es ist ein großer Fehler von Hugo Chávez gewesen, spätestens nach dem fehlgeschlagenen Staatsstreich, dieser Meute  ihren gestohlenen Besitz nicht zu entziehen. Das wäre doch wohl das Mindeste gewesen.

Über 1.000 Personen in Venezuela wegen Schmuggels in Haft


Regierung beschlagnahmt erneut Tausende Tonnen zurückgehaltene Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs. Lagerhallen von Vertriebsfirmen besetzt

Die Lager des Unternehmens Herrera C.A. sind mit Gütern voll, die in den Supermärkten fehlen
Die Lager des Unternehmens Herrera C.A. sind mit Gütern voll, die in den Supermärkten fehlen
Quelle: aporrea.org
Caracas. In Venezuela wird gegen 2.584 Personen wegen Schmuggels ermittelt, davon sind 1.082 in Haft, weitere 29 stehen unter Anklage. Dies gab die Leiterin der staatlichen Kommission gegen Organisierte Kriminalität, Yurima Gil, bekannt. Die der Generalstaatsanwaltschaft angegliederte Behörde wurde im August vergangenen Jahres geschaffen, um gegen die Mafiastrukturen vorzugehen, die den Schmuggel und das Horten von Lebensmitteln, Gütern des täglichen Bedarfs sowie Benzin organisieren. Bis zum Jahresende 2014 habe die Arbeit der Kommission zur Beschlagnahme von insgesamt 28.000 Tonnen Lebensmittel beigetragen, die außer Landes gebracht und dort zu einem Vielfachen ihres Preises verkauft werden sollten.
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Und hier gleich noch ein Artikel:

22.09.2014 Venezuela / Soziales / Wirtschaft

4.732 Tonnen Lebensmittel in Venezuela beschlagnahmt



Ein staatlicher Lebensmittelmarkt (Mercal) in Caracas
Ein staatlicher Lebensmittelmarkt (Mercal) in Caracas
Quelle: mercal.gob.ve
Caracas. Die Sicherheitsbehörden Venezuelas haben bei ihren Einsätzen gegen den Schmuggel seit dem 11. August dieses Jahres 4.732 Tonnen Lebensmittel, 858 Tonnen Tierfutter und 2.763 Tonnen "strategische Materialien" beschlagnahmt. Auch wurden rund 617.000 Liter Benzin, davon 521.000 Liter auf fünf Schiffen im Bundesstaat Falcón, sichergestellt. Dies gaben Vizepräsident Jorge Arreaza und der Leiter des strategischen Einsatzkommandos der Streitkräfte, Vladimir Padrino López, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag bekannt.

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Kommentare:

  1. eure interpretation ist und bleibt falsch. die schmuggler und horter (die ich auch schon im kommentar zum letzten artikel erwähnt habe!) sind nicht die zerstörer, sondern die retter.
    es ist völlig illusorisch anzunehmen, die produzenten könnten ihre waren in einer währung verkaufen, die mit 100% inflationiert, dazu noch zu von der regierung festgesetzten preisen, die wahrscheinlich nicht einmal kostendeckend sind. selbst wenn sie es schaffen, mit gewinn zu produzieren- wohin mit dem geld? halten können sie es nicht, da es sich entwertet, umtauschen können sie es nicht, da die regierung ihnen die devisen vorenthält (sie wollen ihre eigenen schrottpapiere ja auch nicht!), investieren können sie es nicht, da sie (sehr wahrscheinlich) maschinen aus dem ausland brauchen, die wiederum devisen kosten, oder von den inländischen produzenten aus den vorher genannten gründen nicht hergegeben werden. sie könnten mehr an arbeiter bezahlen (in den seltenen fällen, wo sie trotz der preiskontrollen noch gewinn machen)- aber wenn sie panisch alles an die arbeiter weiterleiten, können sie die übrigen betriebskosten + die beträge, die für reparaturen etc. zu anderen zeiten anfallen, nicht mehr decken und gehen pleite.
    das einizge was bleibt ist, die waren zu halten, was im interesse keines produzenten ist, da die waren:
    1. durch alterung an wert verlieren
    2. lagerkosten verursachen
    3. dem produzenten nichts nützen, der sie verkaufen will, er möchte geld haben um andere konsum- und investitionsgüter zu kaufen
    4. enteignet werden könnten
    wenn aber ein produzent sich trotz all dieser verluste und entgagener gewinnmöglichkeiten die sich dadurch ergeben entschließt, seine waren nicht herzugeben, dann bedeutet das, dass alle alternativen für ihn schlechter sind, denn er handelt nicht gegen sein interesse. oder hat schon einmal jemand erlebt, wie ein händler seine ware NICHT verkaufen wollte?
    was bleibt dem produzenten dann noch? schmuggel. das ausland kennt die diversen restriktionen und eingriffe nicht, die längst einen produktionsstillstand und infarkt der wirtschaft hätten bewirken müssen. also verbünden sich produzenten mit pragmatischeren regierungsbeamten, die die missstände sehen und auch nicht einsehen wieso sie sich selbst opfer auferlegen sollen, um leute daran zu hindern etwas zu tun, was zu allen zeiten moralisch unproblematisch war: ihr eigentum zu verkaufen. die waren werden exportiert und die produktion aufrecht erhalten, bis das land bessere zeiten sieht. sobald das system gescheitert ist, wird man dafür dankbar sein, dass diese produktion überhaupt noch steht und eben nicht der gesamte kapitalstock vernichtet wurde. aber im vorwort wird schon eine richtige andeutung gemacht, die auch die liberalen unterschreiben würden: der in venezuela betriebene interventionismus muss scheitern und entweder
    1. abgeschafft werden
    2. im sozialismus enden (alles wird gemeineigentum).
    die durchführbarkeit der 2. alternative hier zu kommentieren würde zu weit führen.

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  2. Jawohl, die Oligarchen sollen leben, dreimal HOCH! Sie sollen wieder an die Macht, um noch mehr Milliarden $ zu klauen, weil das Volk mit dem Geld gar nichts anzufangen weiß.

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    1. die kritikresistenz und die totalverweigerung, auf argumente einzugehen, erstaunt mich immer wieder. das volk ist nicht identisch mit der regierung!

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  3. "Es ist ein großer Fehler von Hugo Chávez gewesen, spätestens nach dem fehlgeschlagenen Staatsstreich, dieser Meute ihren gestohlenen Besitz zu entziehen."
    Du meintest sicher "nicht zu entziehen"

    Moho

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    1. ich (der anonym von oben) habe das auch so interpretiert - genau das entziehen wäre der nächste logische schritt gewesen. wie man sieht, führen die interventionen dazu, dass die (noch verbliebenen) waren in den lagern verschwinden. also worauf wartet die regierung noch? warum verstaatlicht sie nicht alle besitztümer, wo sich doch die unternehmen als unkooperativ erwiesen haben? das ist doch das ziel jedes sozialistischen systems. ist es die "macht der oligarchen" oder die angst, dass das volk gegen den wirtschaftlichen selbstmord protestiert, weil der hunger, der dem totalen zusammenbruch folgt, einen doch recht schnell zur ökonomischen vernunft zwingt?

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  4. Danke, liebe Feunde, für die Aufmerksamkeit.

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  5. Hallo lieber Einar,

    vineyardsaker auf deutsch ist seit heute leider nicht mehr erreichbar. Stattdessen macht sich "T-Online Navigationshilfe" auf.

    Liebe Grüße sendet Dir Helena

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  6. Hallo Einar

    Ich schließe mich dem Kommentar von Helena an. Seit gestern abend kann vineyardsaker deutsch nicht mehr aufgerufen werden.

    Viele Grüße

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  7. Bitte um Entschuldigung, das ist völlig OT. Muss mich leider Anonym und Helena anschließen. Gestern war The Saker auf Ipad schon down, heute auch am Pc unter Windows. Frage, ist das nur bei t-online Kunden so? Auch bei mir erscheint"T-Online Navigationshilfe". Welcher Browser liefert noch? Ich bin ein völliger DAU was kann und sollte man dagegen tun? Noch mal, sorry!

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    1. Scheinbar ist die Seite in den letzten Tagen immer wieder Angriffen ausgesetzt und “verschwindet” vom Netz. Neueste Erscheinung – die DNS-Auflösung scheint von einigen Providern (wohl auch der Telekom) blockiert zu werden. Ergebnis dieser Blockierung ist, dass der Name www.vineyardsaker.de von den DNS-Servern nicht mehr oder nicht mehr richtig aufgelöst wird, die Suchanfrage der entsprechenden Clients läuft ins Leere und der verwendete Browser meldet “Website nicht verfügbar” oder ähnliches.

      Der Server läuft durchaus, wird aber im WWW nicht mehr gefunden. Ohne hier große Verschwörungstheorien zu erörtern, kann man wohl davon ausgehen, dass dieser Effekt von wem auch immer durchaus beabsichtigt ist …

      Sollte es euch so gehen wie mir gestern – der vineyardsaker ist nicht erreichbar – könnt ihr diese DNS-Abnormalität relativ leicht umgehen. Einfach einen Eintrag in die hosts-Datei eures Systems vornehmen:

      82.221.109.115 vineyardsaker.de www.vineyardsaker.de

      Die entsprechende Datei findet ihr unter /Windows/system32/etc (unter Windows)

      Diesen schlauen Tipp habe ich grad gefunden, nur, fluppt nicht, der Tipp, W. system32/etc gibts bei mir gar nicht.
      Trotzdem, ein Informatiker kann bestimmt helfen, da der Server wohl läuft.
      Scheint grad richtig loszugehen in der Ukraine, nicht nur bezahlte Trolle fluten die seriösen Seiten im Netz, die machen das übrigens gar nicht schlecht, jetzt blockieren die Internet Anbieter auch noch misliebige Seiten.
      Beim Parteibuch war das auch mal ganz schlimm, die sind jetzt bei wordpress, und alles ist gut.

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    2. The Saker hätte sich selbst dazu, entweder über Oceania Saker, die noch funktioniert oder über seine eigene Website melden können, was nicht geschah. Mangels dessen dürfte er nicht handlungsfähig sein. Zuerst wurde ja die französische Version gesperrt, nachdem ein sehr aufreibender Artikel mit mehreren Hinweise erschienen ist.
      Die EU versucht über ihre Überwachungsstellen missliebige Websites zu blockieren.
      Speziell im Falle der Ukraine war diese Website die einzige, die letzte Informationen vom Stand der Kämpfe oder Aussagen direkt von Beteiligten in mehreren Sprachen lieferte. Dass den Verantwortlichen der EU die ständigen Aufklärungen, entgegen der Mainstreampresse, ein Dorn im Auge ist, kann man annehmen, speziell die Verbreitung von Aussagen oder Videos, im Falle der MH 17, etc.
      Da der Saker scheinbar in Florida greifbar ist und nach seinen letzten Darstellungen seiner Schwierigkeiten Spenden für seine Rechtsanwälte entgegen nahm, kann es sein, dass er vorläufig nach amerikanischem Recht zu einer Anhörung vorgeführt wurde und einsitzt, denn warum hätte er sich nicht melden sollen um die Sachlage zu erklären ?

      In diesem Sinnen betone ich, dass es sich um meine eigenen Mutmaßungen dabei handelt, näheres wüsste ich auch gerne!

      Stcorona

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    3. Stcorona, vielleicht hast Du Recht, was ich nicht hoffe. Habe auch schon soweit gedacht, da ich das mit der französischen Version und den Schwierigkeiten sowie den Spendenaufruf gelesen hatte.
      Echt schade und ich hoffe, wir können doch bald wieder vom Saker lesen, vermisse diesen Blog :(
      Danke für all die Antworten.
      Leider funzt das mit Windows/system32 auch nicht bei mir.
      LG Helena

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    4. Die Datei hosts finden Sie bei Windows 7 im Verzeichnis "\Windows\System32\drivers\etc". Zum Bearbeiten sind Administratorrechte notwendig.


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  8. Hier wird man informiert
    http://vineyardsaker.blogspot.com/2015/01/this-is-too-good-to-wait-for-this.html

    Von Thailand ist der deutsche Saker ebenfalls nicht aufrufbar, obiger Link aber schon

    Moho

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  9. In Venezuela läuft z.Z. das gleiche Szenario ab wie 1973 in Chile. Sozialistische Ideen verwirklichen zu wollen, geht eben nicht ohne Änderung der Besitzverhältnisse der Produktionsmittel. Das hatte marx schon richtig erkannt.

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  10. wieviel der welt wohl erspart worden wäre, wenn er noch andere dinge richtig erkannt hätte...

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