Montag, 20. April 2015

Saudiarabiens wachsende Isolierung im Jemen


Al Monitor
20. April 2015


Ein Anhänger der Jamiat Ahle Hadith Organisationhält ein Bild des saudischen Königs Salman bin Abdul-Aziz Al Saud hoch auf einer Versammlung in Lahore zur Untertützung der saudischen Intervention in Jemen am 19. April 2015
In einer ungewöhnlichen und scharfen Zurechtweisung hat Pakistans Nawaz Sharif in dieser Woche Saudiarabiens Forderung nach einer Beteiligung an seiner Militärkampagne verworfen.

Bruce Riedel schreibt: „Der pakistanische Führer glaubt Berichten zufolge, dass, falls die Saudis im Jemen einmarschieren sollten – mit oder ohne pakistanische Truppen – sie in einen Sumpf geraten. Sie haben einfach „einen viel zu großen Biss genommen, als dass sie ihn kauen könnten“. Die ägyptische Erfahrung in den 1960-ern, als sie ebenfalls die Zaydi-Stämme bekämpften, die jetzt die Huthis unterstützen, und dabei 20000 Tote verloren, haben die Pakistanis nicht vergessen, besonders in der Armee.“

Das Wall Street Journal berichtet, dass 646 Zivilisten bereits getötet wurden seit Beginn der saudischen Luftangriffe, bei denen Krankenhäuser, Schulen und Flüchtlingslager getroffen wurden. US-Beamte haben in aller Stille damit begonnen, über die saudische Kampagne gegen eins der ärmsten Länder der Welt Bedenken zu äußern.

Der irakische Premier Haider al-Abadi, der sich mit Obama in Washington in dieser Woche traf, warnte, dass die Saudi-Angriffe im Jemen der Auslöser eines noch größeren sektiererischen Krieges sein könnten. Adnan Abu Zeed berichtet aus Baghdad, dass der Jemen-Krieg die Sunni-Shiiten-Animosität noch vertieft.

Mohammad Ali Shabani schreibt aus der iranischen Hauptstadt, das Irans Vorschlag für eine diplomatische Lösung ein reiferes Herangehen im Umgang mit dem Bürgerkrieg im Jemen wäre als die saudische miitärische Intervention. „Während es unklar ist, wann der Krieg im Jemen enden wird, ist jedoch eine Sache klar, dass die iranische Diplomatie sich als effektive Antwort auf saudischen Geld und Feuerkraft erweist. Saudiarabien und seine Alliierten werden sich bald in einem Sumpf finden.“

In einer Rede in Beirut am 17. April hat der Generalsekretär der Hisbollah Hassan Nasrallah den Aufruf Irans nach Verhandlungen aufgegriffen und ein Ende der Luftangriffe verlangt. Ali Hashem berichtet: „Nach Irans Vorschlag deutete Nasrallah an, dass Teheran bereit ist, mit Saudiarabien zu sprechen, aber Saudiarabien ist 'halsstarrig, weil es in allen Ländern gescheitert ist – im Irak, in Syrien und Libanon – und einen Erfolg haben will, bevor es sich an den Verhandlungstisch setzt.'“

Die Debatte über den Krieg im Jemen hat sogar die Moslem Bruderschaft gespalten, wie Ahmed Fouad schreibt:
„Nach der Zurückweisung der Bruderschaft einer Teilnahme ägyptischer Truppen an der Operation 'Decisive Storm', haben sowohl die Islah Partei (der politische Arm der Bruderschaft im Jemen) und der jemenitische Bruderschaft-Aktivist Tawakhol Karman seine Hilfe für die Operation zugesagt. Sie dankten allen arabischen Ländern, die an der Operation teilnehmen und sie haben nicht die Golfländer oder Ägypten kritisiert, die Karman besonders auf Twitter pries.“

Quelle - källa - source

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