Mittwoch, 15. April 2015

Macht Russland ein weiteres 'Lybien' im UN- Sicherheitsrat?



The Saker
14. April 2014


Gerade kommt die Bestätigung: der UNSC hat die Resolution angenommen, die „ein Waffen-Embargo gegen die Houthi-Rebellen in Jemen und ihre alliierte Armee des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh auferlegt“. Wie verrückt ist denn das?

Eine internationale Koalition von Gangstern, geführt von Saudis und al-Qaida führen eine umfassende Aggression gegen Jemen durch und wenn die Jordanier vorschlagen, ein Waffen-Embargo einzuführen, dann enthalten sich die Russen einfach, obwohl die Saudis bis an die Zähne von den USA bewaffnet wurden?

Schlimmer noch, der russische UN-Botschafter sagte in einer monumental heuchlerischen Erklärung, dass „wir darauf bestanden, dass das Embargo umfassend sein muss. Es ist gut bekannt, dass der Jemen Waffen im Überfluss hat“. Churkin sagte außerdem: „Die angenommene Resolution sollte nicht für eine Erweiterung des bewaffeneten Konfliktes benutzt werden.“ Weiß Churkin nicht, dass die schwer bewaffneten Saudis eine militärische internationale Aggression in diesem Krieg durchführen?
Ehrlich gesagt, mir fehlen die Worte. Diese russische Enthaltung riecht nach Heuchelei und erinnert mich an die schändliche russische Enthaltung bei der anti-libyschen Resolution von 2011. Ich kann mir nicht für mein Leben vorstellen, was die russische Begründung ist, die Annahme dieser Resolution zu erlauben. Vielleicht, um die Saudis weiter in den Krieg zu ziehen, den sie nicht gewinnen können. Aber wenn das der Fall ist, dann ist es in meinen Augen nicht moralisch oder gar politisch angemessen, es zu tun, und wenn es nur wegen des Schadens ist, den die russische Diplomatie (wieder einmal) erleidet.

Als Russland einseitig sich weigerte, die S-300 an den Iran zu liefern und als es 2011 erlaubte, dass die anti-libysche Resolution durchgeht, war Medwedew an der Macht. Jetzt ist es jedoch Waldimir Putin. Diesmal kann er nicht argumentieren, dass „es der andere war“.

Ich finde diese neue Entwicklung sowohl sehr enttäuschend als auch erschreckend.
Was denkt ihr?


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Ich bin nicht allzugut Informiert über die jüngsten Ereignisse.
    Das mit Lybien damals, also die Enthaltung Russlands, war definitiv eine Schande.
    Von da an war für mich klar, das Russland keineswegs der "gute Gegenpol" zum Westen ist, auch wenn es oft so ausschaut (siehe zb Medienhetze gegen Russland, um die Leute aufzustacheln).
    Strategisch macht es mMn keinen Sinn, zu warten, bis die Nato das Haus umstellt hat.
    Ich denke das Russland versucht, Kriege zu umgehen bzw hinauszuzögern, leider unter Inkaufnahme weiterer Opfer.
    Ich will aber auch anmerken, das, so traurig es klingt, die Russen sich schon was dabei denken, wieder so zu handeln.

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  2. Ziemlich irrelevant denn die "Rebellen" werde ihr waffen von saudi arabien bekommen, klarer ausgedrückt - diesen abnehmen.

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    1. oder sie bekommen sie vom Iran den Russland beliefert ???

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  3. Ist doch raffiniert. Die US- Vasallen sind mit Krieg beschäftigt und Putin hat Zeit dem Iran die lange vorenthaltenen S- 300 zu liefern.
    Warum sollte der Russe sein Veto einlegen?
    Nur um einen angeblich guten Ruf zu wahren?
    Ein guter Ruf nutzt nichts, wenn mann Tod ist und die Welt in der Vergangenheitsform von einem spricht.
    Bleibt der Iran wehrlos gegen israelische Flugzeuge, hat sich die derzeitige Pattsituation erledigt und die restliche Welt gleich mit.

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  4. kennt ihr george orwells 1984? da gibt es doch drei große reiche, die sich gegenseitig bekämpfen, aber alles bleibt immer im gleichgewicht, so als ob sich die drei mächte in den wirklich wichtigen kernpunkten ihrer politik einig wären. off-topic... oder vielleicht auch nicht...?

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  5. Nach einem alten jemenitischen Sprichwort (hab ich vor kurzem gelesen) bringen die Saudis soviel Waffen mit, dass es für beide Seiten reicht. Die Rebellen werden bald genug erbeutet haben, dass sie keine mehr kaufen brauchen.

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  6. alle gutmenschen sollten wissen: ein waffenembargo bedeutet nur, dass die waffen auf dem schwarzmarkt gekauft werden und entsprechend mehr kosten.

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  7. Der eurasiatische Pol zum bisherigen transatlantischen wird doch schlussendlich von dem gleichen Kapital finanziert. Das kleinere Übel scheint ein multipolarer Kapitalismus. Eine gerechte Verteilung der Reichtümer dieser Welt ist nach wie vor unwahrscheinlich und eine Auflösung des militärindustriellen Komplexes fast unmöglich. Eurasien ist das neu spielfeld des kapitals für die nächsten tausend jahren?

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  8. @Wie verrückt ist denn das?

    Geopolitik ist Interessenpolitik. Wir wissen nur nicht immer, was die jeweiligen Interessen der Akteure ist.

    Die Wahrheit über den Krieg im Jemen wurde auf den Kopf gestellt. Der Krieg und die Vertreibung des Präsidenten im Jemen sind nicht die Folge des "Huthi-Staatsstreichs", sondern das Gegenteil. Hadi wurde vertrieben, weil er mit Unterstützung der Saudis und der USA die Abmachung über die Teilung der Macht rückgängig machen und den Jemen wieder allein und autoritär regieren wollte. Die Vertreibung des Präsidenten Hadi durch die Huthis und ihre politischen Verbündeten war nur die Reaktion auf die von Hadi mit der Unterstützung Washingtons und des saudischen Königshauses geplante erneute Alleinherrschaft.
    http://nattvandare.blogspot.se/2015/04/die-geopolitik-hinter-dem-krieg-im.html

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  9. Ich pack es nicht mehr was diese sogenannten Herren Politiker
    so alles verzapfen.

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  10. Russen und Amis arbeiten Hand in Hand, sind doch beide den Juden gehörig, dieses KasperleTheater gibt es auch bei uns im Bundestag...die einen spielen die Guten die anderen die Bösen, da werden schon mal ein paar Millionen Menschen geopfert um ans Ziel zu kommen

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  11. Nur mal logisch. Ich liebte seit Anfang der 80er Libyen und bis zum Schluss auch Ghadaffi. Aber das Land war mit Syrien und Iran verfeindet. Es half der USA gegen Islamisten und war auch sonst aufs engste mit dem Westen verzahnt. Es hatte auch keine Freunde mehr in Afrika oder bei den Palästinensern. Solche labilen Staatsgebilde nutzen zur Zeit nur dem Westen. Für Russland oder China wäre jede grössere Unterstützung solcher Länder mit zig verfeindeten Gruppen nur ein gefährliches zig Milliarden Grab. Diese Chaos Länder und deren Gruppen untereinander können sich NOCH nicht mal auf eine antiwestliche Linie einigen. Sinnvoller, effektiver und viel billiger wäre es sicher, Syrien von den westlichen / saudischen Terroristen zu befreien. Aber aus irgendeinem Grund tut Russland dies aktuell nicht.
    Ein russischer Sportskollege meint : Russland rüstet den Iran auf, damit der Iran Syrien, der Hizbollah und später auch dem Jemen helfen kann.
    Mir ist der Nahe Osten und Afrika zu verworren. So verworren wie die intellektuellen Spinner, die ich persönlich aus diesen Regionen kenne. Keiner ist konsequent anti imperialistisch / -westlich. Alle glaube, dass man vielleicht doch und irgendwann mit den USA ganz gut fahren könnte.
    Ich hab zwar wenig Ahnung, aber wer hat das schon bei diesem Thema ? Auch Nur mal logisch. Ich liebte seit Anfang der 80er Libyen und bis zum Schluss auch Ghadaffi. Aber das Land war mit Syrien und Iran verfeindet. Es half der USA gegen Islamisten und war auch sonst aufs engste mit dem Westen verzahnt. Es hatte auch keine Freunde mehr in Afrika oder bei den Palästinensern. Solche labilen Staatsgebilde nutzen zur Zeit nur dem Westen. Für Russland oder China wäre jede grössere Unterstützung solcher Länder mit zig verfeindeten Gruppen nur ein gefährliches zig Milliarden Grab. Diese Chaos Länder und deren Gruppen untereinander können sich NOCH nicht mal auf eine antiwestliche Linie einigen. Sinnvoller, effektiver und viel billiger wäre es sicher, Syrien von den westlichen / saudischen Terroristen zu befreien. Aber aus irgendeinem Grund tut Russland dies aktuell nicht.
    Ein russischer Sportskollege meint : Russland rüstet den Iran auf, damit der Iran Syrien, der Hizbollah und später auch dem Jemen helfen kann.
    Mir ist der Nahe Osten und Afrika zu verworren. So verworren wie die intellektuellen Spinner, die ich persönlich aus diesen Regionen kenne. Keiner ist konsequent anti imperialistisch / -westlich. Alle glaube, dass man vielleicht doch und irgendwann mit den USA ganz gut fahren könnte.
    Ich hab zwar wenig Ahnung, aber wer hat das schon bei diesem Thema ? Selbst Tierre Mason verliert sich nur in langweiligste Details.

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