Dienstag, 27. Oktober 2015

Bhaskar Save – Vater des organischen Anbaus in Indien - ist tot


Einar Schlereth
27. Oktober 2015


Colin Todhunter hat einen schönen Nachruf geschrieben, den ich für euch kurz zusammenfasse.
Bhaskar Save
Bhaskar Save starb am 24. Oktober 2015 im Alter von 93 Jahren. Vor 5 Jahren erhielt er von dem Internationalen Verband der Bewegungen für organische Landwirtschaft den 'One World Award for Lifetime Achievement' (Eine-Welt-Preis für seine Lebensleistung). Der legendäre japanische organische Anbauer Masanobu Fukuoka (verstorben 2008 mit 95 Jahren) beschrieb die Farm von Bhaskar Hiraji Save als „die beste der Welt, sogar besser als meine!“. Hier gibt es zu Fukuoka einen langen Dokumentarfilm.

Bhaskar Save hat genau wie Vandana Shiva (und vielen anderen Forschern, die nicht so bekannt wurden) bewiesen, dass mit traditionellen Methoden weit höhere Erträge als auf jeder anderen Farm, die mit Chemikalien bewirtschaft wird, erzielt werden hinsichtlich Quantität, Nährwert, Geschmack, biologischer Vielfalt, Energie-Einsparung, ökologischer Nachhaltigkeit, Wassererhaltung und wirtschaftlicher Profitabilität. Er wurde als der „Gandhi der natürlichen Landwrtschaft“ angesehen.

2006 schrieb er einen offenen Brief an den indischen Minister für Landwirtschaft, Vorsitzender der nationalen Landwirte-Kommission und an andere Spitzenbeamte, um die Aufmerksamkeit auf die steigende Selbstmordrate der indischen Bauern und ihre Schulden zu lenken und um mit der Benutzung giftiger Chemikalien aufzuhören, wie es die „Grüne Revolution“ befürwortete. Er sah die Grüne Revolution als Katastrophe für Indien an – sozial, ökonomisch und ökologisch.

Seine Ansichten über Landwirtschaft waren der gegenwärtigen Politik diametral entgegengesetzt, die den Ausverkauf der Bauern und Landwirtschaft an korrupte ausländische Agro-Konzerne betreibt.


Hier folgt der Brief an den indischen Landwirtschafts-Minister Shri A. S. Swaminathan.
„Ich bin ein 84-jähriger Bauer für natürlichen/organischen Anbau mit mehr als 60 Jahren persönlicher Erfahrung mit einer großen Reihe von Feldfrüchten. Ich habe im Lauf der Jahre verschiedene Anbau-Systeme ausprobiert, einschließlich der chemischen Methode in den 50-er Jahren – bis ich deren Nachteile begriff. Ich sage mit Überzeugung, dass es allein der organische Anbau in Harmonie mit der Natur ist, mit dem Indien nachhaltig seinem Volk reichliche und gesunde Nahrung liefern kann. Und die grundlegenden Bedürfnisse aller zufriedenstellen kann – um gesund, würdevoll und in Frieden zu leben.

Sie, Herr Swaminathan werden als 'Vater' von Indiens sogenannter 'Grüner Revolution' angesehen, die den giftigen 'Agro'-Chemikalien die Tore öffnete und das Land und das Leben vieler Millionen indischer Bauern in den vergangenen 50 Jahren zerstörte. Mehr als irgendeine andere Person in unserer langen Geschichte halte ich Sie für verantwortlich für den tragischen Zustand unserer Böden und unserer schulden-beladenen Bauern, die jedes Jahr in zunehmender Zahl in den Selbstmord getrieben werden.

Wie es das Schicksal will, sind Sie gegenwärtig der Vorsitzende der 'Nationalen Kommission der Landwirte' mit dem Auftrag, eine neue Landwirtschaftspolitik zu entwerfen. Ich hoffe, dass dies ein In-sich-gehen und eine offen Debatte bewirkt auf allen Ebenen dieser extrem wichtigen Fragen, damit wir nicht dieselbe Art von Fehlern begehen, die unsere jetzige, tief wurzelndes Chaos gebracht haben.


Hier weiterlesen.

Nachwort: Wie zu erwarten, wurde der Brief umgehend dem Papierkorb anvertraut wie gewohnt. Denn diese hohen Persönlichkeiten sind Teil einer Mafia gekaufter Politiker, die sich allein den übermächtigen multinationalen Agro-Unternehmen verpflichtet fühlen und in keiner Weise dem Volk.

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