Samstag, 15. Oktober 2016

Pentagons Soldat MONSANTO und der kolumbianische Friedensprozess (Update)

Ein weiteres Beispiel dafür, wie selbst eine Gangster-Firma wie MONSANTO, die in Vietnam schon Millionen Tote fabriziert hat, immer noch dick im Geschäft ist und der US-Regierung MVW (Massenvernichtungswaffen) für ihre biologische Kriegsführung liefert, was von der gesamten westlichen Welt mit ihren „hohen Werten“ ohne Kritik gebilligt und abgesegnet wird. Obendrein stimmten alle unisono in den Chor der Verunglimpfung der FARC ein. So sieht seit 70 Jahren die westliche Politik aus. 
Lest zum Vergleich hierzu mal, was die peruanischen Bauern in einem langwierigen Kampf erreicht haben: sie warfen MONSANTO samt ihrem verdammten Saatgut aus dem Land. Hier klicken - Artikel auf deutsch.)


Die Gringos liefern die Waffen, Kolumbien die Toten.
Pentagons Soldat MONSANTO und der kolumbianische Friedensprozess

Elena Sharoykina

14. Oktober 2016

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

In einem landesweiten Referendum am 2. Oktober 2016 wiesen die kolumbianischen Wähler den Friedensdeal mit den Revolutionären Bewaffneten Kräften  Kolumbiens, der größten linken Guerilla-Bewegung zurück (FARC-EP = Fuerzas Armadas Revolucionarias de Columbia – Ejército del Pueblo).

Die Verhandlungen bis zur Unterzeichnung dauerten 4 Jahre und wurden als eine Hoffnung angesehen, den ein halbes Jahrhundert andauernden Bürgerkrieg zu beenden, der 250 000 Menschenleben kostete.

Die negativen Ergebnisse des Referendums mit einer knappe Marge von 0.5% waren völlig unerwartet und schwächte die Position des Präsidenten Juan Manuel Santos Calderón. Im Laufe der vergangenen Jahre investierte er sein ganzes politisches Kapital in die Verhandlungen mit den Rebellen, trotz der lauwarmen Haltung des Weißen Hauses gegenüber einem Friedensabkommen.


Präsident Santos, Präsident Raul Castro und Timoshenko beim Abschluss des Friedens-Deals in Havana.
Jahrzehnte lang war Kolumbien eine Art Schlachtfeld, wo die USA versuchten, anti-US-Tendenzen in Südamerika aufzuhalten. Washington hat gegen die neo-marxistischen Ideen, den Guevarismus und die Befreiungs-Theologie gekämpft, von denen sowolh die FARC-Rebellen als auch andere linke Fraktionen beeinflusst waren. Doch ist es nicht weithin bekannt, dass es in den Dschungeln Kolumbiens noch eine Kriegsfront gab – die ökologische.

Die USA und die kolumbianische Regierung klagen die Rebellen der illegalen Coca-Produktion an und unter dem Deckmantel des sogenannten „anti-Narkotika-Krieges“ hat sie den Dschungel mit Glyphosat Herbiziden besprüht. Dieses Pestizid wird von dem US-Unternehmen MONSANTO hergestellt und ist weithin unter dem Handels -Namen Roundup bekannt. Wenn es auf die Erde trifft zerstört es nicht nur die Coca, sondern auch alle anderen Pflanzen.

Der Einsatz von Glyphosat im Krieg gegen die Partisanen begann 1980. Und 1999 nach Unterzeichnung des anti-Drogen-Abkommens zwischen Washington und Bogota, als „Plan Colombia“ bekannt, erhielt diese Kriegsmethode eine offiziellen Status.

Entsprechend dieser Abkommen verpflichtete sich die US-Regierung, das Pestizid von MONSANTO zu erwerben, das Projekt mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen zu versehen und auch kolumbianische Kommandos zu trainieren und zu bewaffnen, um die Flugzeuge vor möglichem Beschuss zu schützen.

Hier kommt das, was der FARC-Führer Timoleon Jimenez (sein wahrer Name ist Rodrigo Londoño Echeverria), bekannt als „Timoshenko“ unter Partisanen (nebenbei gesagt hat er an der Universität für Völkerfreundschaft in Russland promoviert und ist Doktor der Medizin), in einem Interview mit der kolumbianischen Zeitung VOZ sagte:

„In den Gebieten, wo bäurische Gemeinden nahe an Coca-Feldern liegen, klagt die Regierung die Bauern der illegalen Coca-Produktion an und unter diesem Vorwand besprüht sie permanent ihre Felder mit Glyphosat, das wahllos Coca-Pflanzen und andere Feldfrüchte zerstört und irreparable Schäden für Tiere und Menschen, besonders Kinder, Alte und schwangere Frauen verursacht.“




Die Partisanen versuchten, die US-Flugzeuge mit dem Chemischen Tod abzuschießen. Um dem Feuer zu entgehen flogen sie höher, wodurch das Besprühen mit Glyphosat noch ungenauer wird.

Der Krieg der FARC gegen „MONSANTOs Sprüh-Flugzeuge“ wurde von dem US-Geheimdienst zu einer Provokation gegen den russischen Geschäftsmann Victor But benutzt. Er wurde von der US Drug Enforcement Administration 2008 in Thailand verhaftet und angeklagt, versucht zu haben, den kolumbianischen Rebellen tragbare Luftverteidigugnssysteme verkaufen.

Kolumbien ist das einzige Land in der Welt, wo der Einsatz von Glyphosat auf diese barbarische Weise passiert. Millionen Liter des giftigen Herbizids sind über „den Lungen des Planeten“ versprüht worden, wie die tropischen Regenwälder in Südamerika oft genannt werden. Das Land ist einer der Orte in der Welt mit der größten Biovielfalt. Hier ist es, wo beinahe 10 % aller endemischen (indigenen) Pflanzenarten wachsen.

Mehr als 6 Millionen Kolumbianer wurden gezwungen, ihre Häuser in den vom Glyphosat zerstörten Gebieten zu verlassen. Das ist vergleichbar mit der Zahl der Flüchtlinge im syrischen Krieg, nur dass Kolumbien vier weniger Aufmerksamkeit in den westlichen Medien erhalten hat.

Die Zahl der verschiedenen Krankheiten der einheimischen Bevölkerung wächst ständig, vor allem Krebs und Geburts-Anomalien. Der Boden verliert seine Fruchtbarkeit, die Wälder sind ausradiert worden und die Gewässer sind vergiftet worden.

Das lässt mich an den Vietnam-Krieg denken, als das Pentagon das Agent Orange Herbizid als Waffe gegen den Viet Cong einsetzte, das ebenfalls von MONSANTO hergestellt wurde. Rund drei Millionen Menschen wurden krank durch Agent Orange und eine halbe Million starben. Die Folgen von Agent Orange werden wohl auch in künftigen Generationen auftauchen durch verschiedene vererbte Krankheiten.

Das von den Kolumbianern aufgegebene Land, das nicht mehr für die traditionelle Landwirtschaft zu gebrauche ist, wird jetzt von BIOTECH-Unternehmen kontorlliert, um ihre GMO-Pflanzen zu erweitern, die resistent gegen Glyphosat sind.

MONSANTO hat von der kolumbianischen Regierung jetzt freie Hand bekommen, um ihre GMO-Saat im ganzen Land zu verkaufen. Das bedeutet, dass diese GMO-Früchte auch von Menschen und Tieren konsumiert werden. So hat der Krieg gegen die kolumbianische Guerilla zur gegenwärtigen Ausdehnung der GMO-Technologie geführt.

Im März 2015 hat die Internationale Behörde für Krebsforschung (IARC) der WHO (Weltgesundheits-Organisation) das Glyphosat unter die Risikoprodukte eingestuft, die Krebs beim Menschen verursachen (Gruppe 2A). die IARC berichtet, dass Glyphosat in der Lage ist, in die menschlichen Zellen einzudringen und das DNA und die Chromosomen zu schädigen.

ImMai 2015 hat der Nationale Drogen-Rat von Kolumbien entschieden, die „Benutzung von Glyphosat als Mittel, Narkotika zu bekämpfen einzustellen“. Dieses Moratorium war von den FARC-Vertretern bei den Friedensgesprächen in Havana verlangt worden.

Der IARC Report war eine nette Entschuldigung für Präsident Santos, um mit den Rebellen einen Kompromiss zu schließen. Trotz der Unterstützung des Präsidenten wurde das Moratorium von der kolumbianischen „Kriegs-Fraktion“ und ihren amerikanischen Sponsoren bekämpft, auch vom Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón Bueno, vom ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez und dem US-Botschafter in Bogota. Sie behaupteten, dass es eine unverdiente Konzession an die FARC sei und forderten die Fortsetzung der Herizid-Besprühung, „um den Handel mit Narkotika zu bekämpfen“.

Natürlich geht es nicht nur um die Coca-Pflanzungen. Die USA nutzen die anti-Narkotika-Kampagne in Kolumbien als passende Ausrede zur Auslöschung der FARC. Umgekehrt kann Washington überraschend tolerant bei der Drogen-Produktion sein, wenn sie Profite einbringt.


Lasst uns Afghanistan als Beispiel nehmen. Laut Büro für Drogen und Verbrechen der UNO ist das Land zum weltgrößten Heroin-Hersteller geworden, nachdem es von den US-Käften besetzt wurde.


Russland hat wiederholt vorgeschlagen, (mit den USA) eine Kampagne gegen die Opiumproduktion (aus Mohn) in Afghanistan einzuleiten. Aber US-Beamte und NATO-Repräsentanten lehnten den Vorschlag ab, weil ihrer Meinung nach die örtlichen Bauern dazu bringen würde, sich den Mudschahedin anzuschließen, was eine zusätzliche Bedrohung wäre.

Lasst uns die Situation nüchtern einschätzen. Heute beträgt die Zahl der aktiven FARC-Mitglieder kaum noch 5-6000 Mann. Es ist naiv zu glauben, dass ein paar tausend Rebellen, die im Dschungel festsitzen, die Kontrolle über ein transnationales Joint Venture – als „die Kolumianische Kokain-Industrie“ bekannt – im Wert von Milliarden US- Dollars ausüben könnten.

Nicht nur die linken Partisanen  sind in die Drogen-Industrie involviert [wie kommt sie jetzt darauf? Das hat nur immer die USA behauptet, ohne je Beweise vorzulegen. D. Ü.], sondern auch die extrem rechten „Todesschwadronen“, die von der Regierung unterstützt werden, und andere militante Gruppen gehören zum Kern des mächtigen Drogenkartells. Horden von korrupten Bürokraten, Bankern, Polizisten sind Komplizen.

Es ist bemerkenswert, dass der FARC-Führer Timoshenko in seinem Artikel „Über Glyphosat: eine mächtige chemische Waffe der transnationalen Macht“ die Feindseligkeit des Pentagon und von MONSANTO in der Region mit „dem kolumbianischen Geldwäsche-Imperium“ in Verbindung brachte.

„Glyphosat“ und „Krieg“ sind in Kolumbien Synonyme geworden. Deswegen konnte das Moratorium für das Herbizid nicht lange halten. Bereits im April 2016 hat die kolumbianische Regierung unter Druck der USA und dem Vorwand des Kampfes gegen den Drogenhandel wieder das Glyphosat eingesetzt.

Die MONSANTO-Flugzeuge sind zurück im Himmel von Kolumbien und wurden zu Sturmzeichen, die für die Friedensgespräche nichts Gutes bedeuteten. Das fehl geschlagene Referendum im Oktober 2016 könnte eine neue und dramatische Krise im Kolumbien auslösen.

So lange es „Glyphosat regnet“ über den Wäldern von Kolumbien kann im Land kein Friede erwartet werden.

Aus dem Russischen von Global Reserach übersetzt.

Quelle – källa – source

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