Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Präsident der Philippinen hat eine Zielscheibe auf seinem Rücken


Glen Ford
13. September 2016

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Glen Ford
Die Amerikaner – auch und vielleicht besonders die Afro-Amerikaner – waren empört, dass Präsident Rodrigo Duterte Obama einen „Hurensohn“ auf dem Gipfeltreffen in Laos in der vergangenen Woche nannte. Aber wie würden Amerikaner den Chef eines Landes nennen, der eine Million ihrer Mitbürger getötet hätte, ihr Land ein halbes Jahrhundert kolonisiert und ein weiteres halbes Jahrhundert seine Angelegenheiten beherrscht hätte, und dann Lektionen über Menschenrechte predigen würde? Sohn von wem?
Duterte akzeptiert nicht, von den USA belehrt zu werden, ein Land, das so viel philippinisches Blut an seinen Händen hat.

Seid nicht überrascht, wenn Präsident Rodrigo Duterte plötzlich gestürzt oder von seinem eigenen Militär oder der Nationalpolizei ermordet wird im Auftrag der USA. Alles, was die meisten Amerikaner über Präsident Duterte wissen, ist, dass er Präsident Obama einen „Hurensohn“ nannte – ein Begriff, den Duterte reichlich verteilt. Duterte erklärte später seine Bemerkung, dass der Gegenstand seiner Wut nicht Obama persönlich war, sondern „Amerika“ im allgemeinen. Und das ist ziemlich verständlich, weil die USA bis zu einer Million Philippinos ermordeten, als sie das Land 1898 kolonisierten und das Land mit einer Million Menschen immer noch wie einen Kolonie behandeln. Die USA haben einen großen Einfluss auf das pilippinische Militär, das eine enge Zusammenarbeit mit den US-Spezial-Einheiten pflegt, die im Lande stationiert sind.
Präsident Rodrigo Duterte
Duterte begann zu fluchen, als er hörte, dass Obama plante, ihm auf dem G-20 Gipfel in Laos einen Denkzettel zu geben. Duterte akzeptiert nicht, von den USA belehrt zu werden. Obama, der den Tod von zehntausenden Menschen befohlen hat durch Bombardierung in sechs Ländern, wollte die Politik Dutertes kritisieren, angeklagte Drogen-Dealer auf der Stelle zu erschießen, was bisher zu 3000 Toten führte. Als der Präsident hörte, dass er deswegen gescholten werde sollte, explodierte er:
„Ihr scherzt wohl,“ sagte er. „Wer ist er, um mich so zu behandeln? Amerika hat eine Frage zu viel zu beantworten für seine Schandtaten in diesem Land … Und außerdem erbten wir dieses Problem“ – er meinte das Drogenproblem – "von den Vereinigten Staaten. Warum? Weil sie dieses Land invadierten und uns zu einem unterworfenen Volk machten … Kann ich die außergerichtlichen Tode erläutern? Können sie die 600 000 massakrierten Moros auf dieser Insel erklären?“ Duterte sprach auf Mindanao, wo er geboren wurde.

Amerikaner = kein Frieden

Die Anwesenheit der US-Truppen löst Spannungen mit der örtlichen moslemischen Bevölkerung aus. „Die Spezial-Einheiten müssen das Land verlassen,“ sagte er. „Sie haben aus Mindanao zu verschwinden. Es gibt viele Weiße hier.“

Aber die Afro-Amerikaner müssen auch gehen. „So lange wir an der Seite Amerikas stehen,“ sagte der Präsident, „werden wir in diesem Land keinen Frieden haben.“

Duterte meint, dass Obama Nerven hat, ihm mit dem Finger zu drohen wegen „Menschenrechten“. „Warum töten die Amerikaner die Schwarzen dort, schießen sie zusammen, wenn sie schon am Boden liegen?“ fragte er.

Duterte ist bei seinem Volk beliebt, vor allem, weil er keine Marionette der USA ist. Er nennt sich selbst einen Sozialisten und hat einen verlängerten Waffenstillstand in dem beinahe 50 Jahre währenden Krieg mit den kommunistischen Guerillas eingehalten. Duterte sagt, er werde anfangen, Waffen von Russland und China zu kaufen, die „sanfte Darlehen“ geben und bessere Bedingungen. Er sagte, dass er nicht länger gemeinsame Patrouillen philippinischer und US-Marine im Südchinesischen Meer erlauben wird, und dass er „eine unabhängige Außenpolitik befolgen wird.“ Er sagte auch, dass sein Land keine amerikanischen F-16 Jets und andere teuren Waffen brauche.

Es gibt mehr als genug, um ihn zu killen, am wahrscheinlichsten durch die philippinische Armee. Aber der Mord wird von den USA in Auftrag gegeben, die nicht zulassen wird, dass ein Präsident einer ihrer ehemaligen Kolonien sich Amerikas „Drehpunkt“ Asien und der sich anbahnenden Konfrontation mit China in den Weg stellt.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Wer der USA Paroli bietet hat immer eine Zielscheibe auf dem Rücken - auch wenn er nichts gesagt hat.

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  2. Eigentlich muss man diesen Präsidente bewundern, weil er sich gegen die "Weltpolizei" auflehnt, denn das wagen nur sehr, sehr wenige. Aber die Weltpolizei wird es sicherlich auch wieder schaffen, diesen Ungeliebten, Renitenten zu eliminieren.

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