Mittwoch, 1. Februar 2012

Liberia: Jede Menge 'Demokratie', aber kein Strom


von Thomas C.Mountain
am 31. Januar 2012

Liberia kann sich zwar Wahlen leisten, in denen Präsidentin Ellen Johnson ohne Gegenkandidaten zur Wahl stand, aber die Menschen im Lande haben weder Strom noch fließendes Wasser.
Lange der Liebling der westlichen Bankdiktatoren verbrachte Ellen Johnson das Jahr vor ihrer Wahlkampagne 2006 damit, ein sattes Gehalt plus üppige Zusatzleistungen von dem UN-Entwicklungsprogramm zu beziehen.
In den sechs Jahren ihrer Präsidentschaft und hunderten Millionen westlicher Hilfe scheint der einzig sichtbare Fortschritt die Profitmarge von Firestone Rubber (Gummi) zu sein, der größten Industrie Liberias.
Kein Strom, aber jede Menge 'Demokratie', nach westlicher Machart.
Der ganze jüngste Wahlprozess in Liberia erwies sich als eine Peinlichkeit für die westlichen Schutzherren von Ellen Johnson. Die erste Runde wies derart viele Wahlfälschungen und Betrügerein auf, dass es der ganzen Opposition gelang, sich zu einigen und die Endrunde aus Protest zu boykottieren.
Die internationalen Medien haben mitgespielt und nichts gesehen und alle tuen so, als ob Liberia Wahlen hatte und eine „Demokratie“ sei.
In Afrika beruhen traditionelle Demokratie und Konfliktlösung auf einer Politik des Einverständnisses. Ein Altenrat tritt zusammen und alle Parteien sind am Ende einer Meinung, wobei niemand völlig glücklich ist, aber alle stimmen überein, das Ergebnis zu akzeptieren. Keine Sieger und keine Verlierer und alle schließen sich zusammen statt sich zu trennen.
Auf diese Weise funktionierte es über viele tausend Jahre hinweg, und erst die westliche Auferlegung seiner Version von 'Demokratie', des Neokolonialismus, hat so viel Mord und Chaos in Afrika verursacht.
So lange man „Wahlen“ abhält, wird man von den westlichen Bankdiktatoren mit offenen Armen willkommen geheißen. Viel „Demokratie“ und kein Strom scheint die Lösung des Westens für das Leiden Afrikas zu sein.
Quelle

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