Sonntag, 10. August 2014

Wall Streets nie dagewesener Landraub

Dies ist ein wahrer Krimi, der sich im Stillen und im Windschatten der 'großen Politik', das will sagen der weltweiten Kriege und Schlächtereien abspielt, und im Mainstream eher am Rande notiert wird. Obwohl man weiß - was auch zahlreiche Experten und UN-Berichte bestätigen - dass industrielle Landwirtschaft äußerst energie-und kapital-intensiv ist, die Böden aussaugt, die Qualität der Feldfrüchte mindert, die Produktivität senkt, die Arbeitslosigkeit erhöht, die Armut vergrößert - von den kriminellen GMO-Giften ganz zu schweigen - wird eisenhart an dieser Wahnsinnspolitik festgehalten. Und dass von den Regierungen keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, ist der eindeutige Beweis für die rassistische Einstellung der 'demokratischen' Führer im Westen. Ist der Beweis, dass das Geschwätz von Nahrungs-Sicherheit und Reduzierung der Armut nur Augenwischerei ist, dass diese Politik umgekehrt die Armut und die Todesraten erhöhen soll. 
DAS IST DER ZWECK DER ÜBUNG.

Häufige Methode des Landgrabbings in der 3. Welt

Wall Streets nie dagewesener Landraub

Colin Todhunter

5. August 2014


Ein neuer Bericht der Organisation GRAIN [das Wort bedeutet Getreide und es ist gleichzeitig eine NGO] enthüllte, dass Kleinbauern den größten Teil der Nahrung für die Welt produzieren und effizienter sind als Großfarmen [1]. Würden sie durch einen geeigneten politischen Rahmen gefördert, könnten die Kleinbetriebe mühelos die globale Bevölkerung ernähren. Doch die kleinen Bauern sind gegenwärtig auf weniger als einem Viertel des globalen Ackerlandes zusammengepfercht. Die Welt verliert immer mehr Höfe und Bauern durch die Konzentration des Landes in den Händen der Reichen und Mächtigen. Der Bericht schloss, dass, sollte nichts getan werden, um den Trend umzukehren, die Welt sich nicht mehr ernähren kann.
Ein Hauptgrund, weshalb Kleinbauern verschwinden, ist das rapide Anwachsen von Monokulturen. In den vergangenen 50 Jahren sind 140 Mill. Hektar - weit über dem gesamten Ackerland Chinas - allein für Sojabohnen, Ölpalmen, Raps und Zuckerrohr  übernommen worden. Definitionsmäßig bevorzugen Kleinbauern Lebensmittel für örtliche und nationale Märkte sowie für die eigene Familie, während die großen Unternehmen knappes fruchtbares Ackerland an sich reißen und Feldfrüchte für den Export anbauen um des Profits willen und für weit entfernte Märkte, die auf die Bedürfnisse der Reichen zugeschnitten sind.

Dieser Prozess verarmt örtliche Gemeinden und bringt Nahrungsunsicherheit mit sich. Camila Montecinos von GRAIN kommt zu dem Schluss, dass die Konzentration von fruchtbarem Ackerland in immer weniger Händen direkt in Beziehung steht mit der zunehmenden Zahl Menschen, die täglich hungern. Obwohl industrielle Farmbetriebe große Macht, Einfluss und Geld haben, zeigen die Daten von GRAIN, dass die Kleinbauern bezüglich der Produktivität die Großbetriebe  bei weitem übertreffen.

Gleich nach der Untersuchung von GRAIN kam ein neuer Report vom 'Policy Think Tank' des Oaklandinstituts, der erklärte, dass die ersten Jahre des 21. Jharhunderts in Erinnerung bleiben werden als die globale Jagd nach Land in einem nie dagewesenen Ausmaß [2]. Schätzungsweise 200 Mill. ha, eine 8 x größere Fläche als England, wurde zwischen 2000 und 2011 in den Entwicklungsländern gekauft oder geleast, oft auf Kosten der örtlichen Nahrungssicherheit und der Landrechte.

Das Oaklandinstitut weist darauf hin, dass eine neue Generation von Investment-Firmen, darunter Hedgefonds, privates Kapital, Pensionfonds und Universitätsstiftungen eifrig dabei sind, globales Ackerbauland in Kapital umzuwandeln als neue und sehr wünschenswerte Anlageklasse. Finanzielle Erträge sind wichtig und nicht Nahrungssicherheit.

Und dieser Trend ist nicht beschränkt auf den viel beschriebenen Kauf von wertvollem Ackerland durch ausländische Konzerne in Niedrig-Einkommens-Ländern [3]. Die Geschäftsführerin des Instituts, Anuradha Mittal, sagt, obwohl die Medien sich auf den Landraub in jenen Ländern konzentrieren, gibt es auch einen Run auf US-Farmland. Durch das steigende Interesse der Investoren und steigende Landpreise setzen riesige Pensionsfonds wie TIAA-CREF Milliarden auf den Kauf von Ackerland.

Sie erklärt, dass ein Branchenführer schätzt, dass 10 Mrd. $ auf US-Farmland suchen, aber dass diese Zahl rasch steigen könnte, da Investoren die unsicheren finanziellen Zeiten überstehen wollen, indem sie Geld in die scheinbare Sicherheit von Landwirtschaft stecken wollen. Die USA werden in den nächsten 20 Jahren eine nie dagewesene Krise mit pensionierten Farmern erleben, was zu üppigen Gelegenheiten für diese Akteure führt, das schätzungsweise 160 Mill. ha durch Generationswechsel in andere Hände übergehen werden.

Mittal meint, dass trotz dieses Umfangs und der Absichten, praktisch so gut wie nichts über diese neuen Investoren und ihre Geschäftspraktiken bekannt ist. Vom wem kaufen sie Land? Was werden sie anbauen? Wie werden sie ihren Besitz managen? Sie schließt, dass in einem Geschäftsbereich, der nicht für Transparenz bekannt ist, keine dieser Fragen eine befriedigende Antwort erhält.

Die Landwirtschafts-Konzernbildung wird genauso stark in Iowa und Kalifornien empfunden wie auf den Philippinen und in Mosambik. Mittal bemerkt, dass einige der größten Akteure UBS Agrivest, Tochter der größten schweizer Bank, die Hancock Agricultural Investment Group (HAIG), eine Tochter der größten Versicherungs-Gesellschaft in Kanada und die Teacher Annuity Insurance Association College Retirement Equities Fund (TIAA-CREF), einer der größten Pensionsfonds der Welt, sind.

Mittal ist der Meinung, dass es wichtig sei, sich die Motive und Praktiken dieser großen Akteure genau anzusehen, weil, obwohl Investment-Firmen gegenwärtig nur ein winziges Prozent des gesamten US-Farmlands besitzen und Farmer immer noch die größten Käufer im Land sind, es abzusehen ist, dass der langfristige Trend die US-Landwirtschaft bedroht.

Investoren glauben, dass es Farmland im Wert von grob gesagt 1.8 Billionen Dollar   in der ganzen USA gibt [Gesamte Ackerbaufläche in den USA beträgt 369 Mill. Hektar. D. Ü.]. Laut Oaklandinstitut wird davon [eine Fläche für] zwischen 300 und 500 Mrd. als "investitionswürdig" angesehen, eine Kombination von Faktoren, die sich auf die Größe, Wasserzugang, Boden-Qualität und Lage beziehen, die einen Anreiz für Investitionen bilden. Dadurch wird heimisches Farmland zu einer riesigen, noch nicht erschlossenen Anlageklasse. Einige der größten Akteure haben diese Gelegenheit für Kapitalinvestitionen bereits ergriffen. Häufig treten diese Käufer mit so viel Kapital auf dem Markt auf, dass ihr Rückhalt praktisch grenzenlos ist im Vergleich zu den Mitteln der meisten Farmer.

Anuradha Mittal sagt ferner, dass diese Leute bereits einen Fuß fest in der Tür haben und dies nicht das Ende, sondern der Anfang des Ansturms auf Land ist. Es gibt nicht nur genug Raum, sondern auch große finanzielle Anreize. Und wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, dann könnte es zu einer permanenten Eigentumsveränderung von Familien-Betrieben zu Investment-Firmen und anderen Groß-Unternehmen kommen.

Der Bericht von UN-Konferenz für Handel und Entwicklung [4] vom September 2013 stellte fest, dass die Landwirtschaft sowohl in reichen als auch armen Ländern von Monokulturen zu einer größeren Vielfalt von Kulturen, zu einer Reduzierung von Düngemitteln und anderen Inputs, zu stärkerer Unterstützung von Kleinbauern-Betrieben und zu stärker lokal verankerter Produktion und Nahrungs-Konsum übergehen sollte. Der Report erklärte, dass Monokultur und industrielle Landwirtschaftsmethoden nicht ausreichend erschwingliche Nahrung erzeugen, wo sie gebraucht wird. Dieses System verursacht Nahrungsarmut, wirkt ihr nicht entgegen, was Leute wie Vandana Shiva seit langem sagen [5].

Zahlreiche Top-Reports von UN- und Entwicklungs-Behörden haben zu Gunsten von Kleinbauern-Betrieben und Agro-Ökologie plädiert. Jedoch wird die Basis der Nahrungs-Produktion und Nahrungs-Sicherheit - der kleine Bauer - marginalisiert und gerät in wirtschaftliches Elend. Der Trend mit der profitorientierten Groß- Landwirtschaft bedeutet nichts Gutes, vor allem für arme Länder, die direkt von der Landwirtschaft abhängen. Dieser System-Typ ist nicht geeignet, Nahrungs-Sicherheit zu garantieren oder lolake Ökonomien zu stützen. Es basiert auf Spekulation, die Festlegung von Gütern für den Markt und die Kontrolle der Subventionen, Preise und Inputs und es existiert, um Aktionäre und Investoren im Ausland zufriedenzustellen.

Fußnoten:
[1]
http://www.grain.org/article/entries/4929-hungry-for-land-
small-farmers-feed-the-world-with-less-than-a-quarter-of-all
-farmland

[2] 
http://www.oaklandinstitute.org/sites/oaklandinstitute.org/
files/OI_Report_Down_on_the_Farm.pdf

[3] http://www.oaklandinstitute.org/publications

[4]  http://unctad.org/en/PublicationsLibrary/tdr2013_en.pdf

[5] http://www.globalresearch.ca/our-hunger-games/5302603


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. ein bisschen alarmistisch der artikel
    auf 1,8 Billionen=1.800.000.000.000 Farmland sollen
    300-500 Mio=500.000.000 Nachfrage speziell von Investoren kommen? also 0.027%, wenn ich richtig gerechnet habe? oder 10Mrd. Gesamtnachfrage (=0.55%)
    wie sollen diese investoren mit diesem winzigen anteil bestand auf dem markt haben, wenn die kleinbauern angeblich effizienter (=billiger, mehr produktion/fläche?) produzieren als großfarmen?

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    1. Du solltest vielleicht erst einmal den Text genau lesen. Was du erzählst, das steht dort nicht. Farmland im Wert von 1.8 Billionen. Und 10 Mrd. sind jetzt geil drauf, investiert zu werden. Für den Anfang! Und typisch ist, dass du dich auf die USA konzentrierst, die typische eurozentristische, 'whities first'-Sicht. Die Folgen für die Ärmsten der Welt haben einfach keinen Stellenwert. Der zweite zentrale Punkt ist, dass Kleinbauern effektiver produzieren. Interessiert dich auch nicht. Das ist nur 'angeblich', weil du zu faul bist, dich zu informieren. Das hat man schon vor 100 Jahren z.B. in Tansania festgestellt, dass die Erträge der kleinen Kaffee-Anbauer wesentlich höher lagen, als die von Engländern 'wissenschaftlich' und 'progressiv' geführten Großfarmen.

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    2. ...und es sind auch nicht 300-500 Millionen sondern Milliarden, was nach Adam Riese in drei Nullen mehr resultiert und dementsprechend eher 27% und nicht 0,027% ausmacht...

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  2. War ja klar das wieder ein von der Regierung bezahlter Kommentar kommt. Das merkt man daran, das diese Leute die Langzeitfolgen der Monokulturen systematisch ausblenden (Wasserknappheit, Desertifikation, Kultur- und Wissensverfall).

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  3. Gerade in der Ukraine gibt es, wie in vielen Ländern auch, Gesetze welche das Land vor Ausländischem Besitz schützen. Trotzdem sind heute mehr als 50% des fruchtbaren Bodens unter Kontrolle von ausländischen Investoren,namentlich Argarkonzerne die im grossen Stil Nahrungsittel anbauen und exportieren. Der lukrative Export ist der Hauptgrund für die Zollbefreiung für die Ukraine... Profite können so maximal privatisiert werden. Die meisten Menschen verstehen nun mal nicht was die Investoren genau planen und da diese maximal laustigste Arebitsplätez schaffen. Mit dem systematischen Landraub (übrigens auch sehr grosse Teile der eh. DDR) suchen sich die Investoren Anlagemöglichkeiten für die unmenge an Kapital, WErtschöpfung, Vermögen, Bargeld das von den Milliarden erarbeitet und in den Händen von einigen dutzend Reichen landet.

    Die 85 reichsten Individuen besitzen gleichviel Vermögen wie die 3.5 Milliarden ärmsten Hälfe auf diesem Planeten.

    Das zweite Verbrechen an der Menschheit sind umfassende weltweite Privatisierungen von Wasser, Wasserrechten und Infrastruktur um Wasser auszuliefern. Empfehlung von etwa Goldmann Sachs, einem der grössten kapitalistischen plünderungssystemen die es gibt, empfiehlt Investitonen in diesen Segmenten der Gesellschaft da hier die grösste Renditen erwartet werden. Mehr als bei allen anderen Investitionen...

    Wasserrechte, Wasservorräte und deren Verteilsysteme werden von den üblichen durch Steuer- und Standortwettwberb ruinierten Kommunen verkauft. Nebst dem das es unzählige Soziopathen gibt welche die Neoliberale Ideolgie mit ihrer inhärenten Verachtung für alles staatlich gemeinschaftliche aus Prinzip umsetzen und komunale Syteme, Besitz und Einrichtungen an die Steuerbefreiten Investoren verramschen... kommen noch die weltweit Steuerbefreiten extrem reichen Investoren dazu welch das alles antreiben und fördern.

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  4. Das Schlimme ist auch, dass dieses ganze Land mit Dollars gekauft werden, die in keinster Weise gedeckt sind.
    Ich drucke mir also ein bisschen Geld, dass eigentlich Nichts wert ist und kaufe den Bauern das Land ab.
    Wenn alles zusammenbricht habe ich alles an Land und der Rest der Welt nichts mehr.

    Langfristig wird das auch mir nix bringen, denn die Masse wird mich früher oder später endlich aus dem Weg räumen ;).

    Sinnvoller wäre es eine Welt zu kreieren, in der die Gier und Macht der Wenigen gebrochen ist und die Gemeinschaften
    in Frieden und Freiheit und voller Lebensfreude sind. In der LEBEN IMMER mehr zählt als ein Unternehmen, die Börse oder die Bank.

    UBUNTU stellt so ein Zusammenleben in Aussicht
    http://www.osirisbuch.de/epages/61075500.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61075500/Products/0461

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