Mittwoch, 6. August 2014

"Lieber Honig voneinander kaufen, als aufeinander zu schießen."


Ein Leser schrieb, dass ihn der gestrige Artikel über Weißrussland getroffen und berührt habe. Und er schickte eine kleine Geschichte, die er gerne veröffentlicht sähe. Das tue ich mit Freude und ich danke dir, denn es sind gerade die kleinen Stories, die oft tiefe Eindrücke hinterlassen.


"Lieber Honig voneinander kaufen, als aufeinander zu schießen."

Vor 12 Jahren beschlossen wir Studienfreunde, einen Kommilitonen nachhause in den Osten von Weißrussland zu begleiten. In ein Dorf ca. 5 km von der russischen Grenze 60 km südlich von Orscha. Es war September. Durch die Obstbäume in den Gärten erinnert, fragte ich, ob es einen Imker im Dorf gäbe. Ja klar! Den können wir besuchen, na klar!
Nun schickte unser Freund ein eingescanntes Foto von den authentischen, selbst gebastelten Bienenstöcken.

Ein Telefonat und los ging es. Wir trafen einen damals sicher schon 80-jährigen Mann mit schlohweißen Haaren. Im Garten unter den Obstbäumen standen etwa zwanzig Bienenstöcke, um die herum es summte und brummte. Nach einer freundlichen Begrüßung und einem übersetzten Gespräch über Baumschnitt, ließ ich ihn fragen (slavische Sprachen kriege ich bis jetzt nicht hin), ob ich Honig kaufen könnte. Ich würde gerne welchen mit nach Deutschland nehmen.

Er hatte den Honig in einer großen Zinkwanne unter seinem Bett und füllte mir 2 oder 3 große Gläser voll. Zum Abschied meinte der Imker: "Unsere Väter haben gelernt, aufeinander zu schießen - es ist aber besser, voneinander Honig zu kaufen." Mir treibt es heute noch die Tränen in die Augen ob dieser Aussage.

Zum Abschluss unserer Reise haben wir die Nationale Gedenkstätte Chatyn besucht (nicht zu verwechseln mit Katyn). Den offiziellen Zahlen nach hat die deutsche Besatzung etwa ein Viertel der Bevölkerung das Leben gekostet. Die drei Birken und die brennende Flamme als Symbol in dem schwarzen Steinquadrat sollen dies verdeutlichen.

Allerdings weiß - insbesondere die ältere Bevölkerung - dass diese Zahlen wohl deutlich geschönt sind und eher ein Drittel der Bewohner umgekommen ist.


Kommentare:

  1. Wenn ein Russe mir was vom 2. Weltkrieg erzählt, glaube ich ihm kein Wort. Der lügt, wenn ers Maul aufmacht.

    Gegen die jetzigen Russen habe ich nichts. Aber der Scheiß, der hier über die Wehrmacht verbreitet wird, zwingt mich dazu, diesen blog hier NIE zu verlinken. Da bin ich nachtragend.

    killerbee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Anonym 1, ich empfehle Ihnen dringend, nicht alles zu glauben, was Ihnen Ihr Opa über die "saubere Wehrmacht" an der Ostfront erzählt hat. Ansonsten empfehle ich Ihnen, das, was Sie hier gerade von sich gegeben haben, einem Veteranen zu erzählen. Könnte Ihnen zum Erweckungserlebnis werden.

      Mir haben übrigens die Kriegserzählungen meines Großvaters gereicht, um zu verstehen, dass die russische Darstellung die richtige Version ist.

      Solche Leute wie Sie sind einfach nur zum K.otzen.

      Löschen
    2. Abscheulich!
      Ich bin RUSSLANDSDEUTSCHE(geb. in Kazachstan), verheiratet mit einem RUSSEN, meine Mutter eine DEUTSCHE (geb. in Polen (noch unter den Deutschen), mein Vater- ein DEUTSCHER (geb. in Ukraine), meine Großeltern- DEUTSCHE (geb. in Schwaben und Bayern). Mein Opa wurde 1943 von polnischen und ukrainischen polizisten (schreibe extra klein) erschossen. Sie fragen, was ist mit mir. Und Ich sag es. Ich empfinde keinen Hass,Ich teile Menschen nicht in Nationalität und Glaube, für Mich zählt nur MENSCH.
      Einfach ABSCHEULICH!

      Löschen
  2. Du glaubst also,dass ein Volk,das 27 Millionen Opfer zu beklagen hat,nichts vom 2.Weltkrieg weiss?Dann fahr mal nach Weissrussland oder in die Ukraine und rede mit älteren Leuten,die damals noch Kinder waren.Dir werden Haare zu Berge stehen.Und vergiss nicht,ihnen ins Gesicht zu sagen,dass sie Lügner sind...

    AntwortenLöschen
  3. Ihr habt dem Menschen oben die richtige Antwort gegeben. Er hätte sich auch damals die große Wanderausstellung über die "Saubere Wehrmacht" anschauen können. Es war leider so, dass die meisten (nicht alle), aber die meisten Soldaten mitgemacht haben.

    AntwortenLöschen
  4. Die Wehrmachtsausstellung war nun absolut das falsche Beispiel. Die hatte genau jenen manipulativen und verfälschenden Propaganda-Charakter, den wir jetzt den westlichen Medien in Bezug auf Russland vorwerfen.

    AntwortenLöschen
  5. Es kann doch wohl niemand behaupten das die Sowjetarmee keine Kriegsverbrechen begangen hätte. Überlegt doch einfach mal, was Stalin mit hunderttausenden Russen gemacht hat, und das waren seine eigenen Leute. Und dann glaubt ihr, das niemals einem deutschen Zivilisten etwas angetan wurde? Es gibt kein schwarz - weis Schema in einem Krieg und in der damaligen Zeit schon gar nicht.
    Es ist auch meiner Meinung nach überhaupt nicht nötig, die ruhmreiche Sowjetarmee so zu glorifizieren, dass verstellt nur den Blick für die Suche nach Erkenntnissen.

    Noch eine Frage an Einar: Du behauptest immer, das die Vietnamesen in China eingefallen sind und das nach 20 Jahren Krieg gegen Frankreich und die USA. In meinen Augen ist das total unlogisch und es war meiner Meinung nach auch umgekehrt. Gibt es über dieses Thema irgendwelche Bücher oder andere Literatur?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe die Rote Armee nicht glorifiziert. In einem Kommantar weiter oben (Ital. Intellektuelle) habe ich EINE Kritik geübt. Aber der Westen FÄLSCHT die Geschichte, indem er den Sieg den Amis zuschiebt (die erst auf den allerletzten Drücker gekommen sind) und Russland nicht einmal erwähnt. - Was die Vietnamesen angeht, so gibt es Literatur, aber ich habe jetzt keine Zeit, das herauszusuchen. Es ist auch völlig unlogisch, dass sie Kambodscha überfallen und einen Regimewechsel durchgesetzt haben. Oder bezweifelst du das auch?

      Löschen
    2. Einar, mir ist klar, dass die Sowjetunion die Hauptlast beim Kampf gegen den Faschismus getragen hat. Etwas anderes habe ich nicht behauptet.
      Die Amis kamen erst 1944 um Beute zu machen.....ist mir auch bekannt.

      Das die Vietnamesen in Kambotscha einmarschiert sind und das Pol-Pot-Regime beseitigt haben (sicherlich auch eine Form des Faschismus) ist mir auch bekannt. Ich kann jedoch nicht den Zusammenhang zu meiner Frage herstellen. Dir wird sicherlich beim nochmaligen Lesen deiner "Antwort" bewußt werden, dass du auf einem etwas seltsamen Niveau argumentierst.

      Meine Frage betraf nur den Vietnam-China Konflikt, der ja in ziemlich kurzer Zeit nach der Vertreibung der Amis stattfand. Ich hatte mich schon gefreut hierzu näheres zu erfahren.

      Löschen
  6. Danke für diese Geschichte und JAAAAAAAAAAAAAAAAAA, wenn es unter 1 Million Mördern einen solchen Menschen gibt,
    der gelernt hat aus der Vergangenheit und der das GOLD des Honigs aus seinen Bienenbauten zu schätzen weiss

    "Unsere Väter haben gelernt, aufeinander zu schießen - es ist aber besser, voneinander Honig zu kaufen."

    und es auf der anderen Seite jemanden gibt, der diese Gaben annehmen kann - und so beide mitEINander in KONTAKT gehen,
    DANN besteht noch ein Funken Hoffnung für diese Welt.


    LEBENS-FREUDE, FREISEIN, FRIEDEN und herzliches MITEINANDER
    für alle Wesen auf dieser schönen Erde

    AntwortenLöschen