Lisa Mckenzie
15. Juni 2016
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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| Demo gegen die Wohnungsnot |
Die Stimmen der Arbeiterklasse werden selten außerhalb ihrer Gemeinschaften und Viertel gehört und beinahe nie in der politischen oder Medien-Sphäre. Doch die Debatte um das EU-Referendum hat eine Pandora-Büchse geöffnet von Wut und Frustration der Arbeiterklasse. Es ist klar, dass die Westminster-Politiker dadurch genervt werden. Selbst ich bin überrascht, wie das Referendum die Aufmerksamkeit und die Vorstellungskraft eben jener Menschen gefangen genommen hat, die mir noch im vorigen Jahr erzählt haben, dass sie kein Interesse an allgemeinen Wahlen hätten, „weil 'sie' alle gleich sind“.
Nur 13 Monate später fragen sie mich, was ich denke und diskutieren mit mir über die Feinheiten von Brexit. In Kreise der Arbeiterklasse ist das EU-Referendum beinahe ein Referendum über alles geworden. In den Cafés, Pubs und den Schenken im Osten Londons, wo ich wohne und wo ich meine Untersuchungen über das Leben der Londoner Arbeiterklasse seit drei Jahren anstellte, wird kaum über etwas anderes gesprochen (obwohl der Fussball seit kurzem dazugekommen ist). In Ost-London geht es um Wohnungen, Schulen und die niedrigen Löhne. Die Frauen sorgen sich um ihre Kinder und ihre alten Eltern – was wird mit ihnen sein, wenn die Mieten noch mehr steigen? Der Mangel an erschwinglichen Wohnungen ist erschreckend.
