06. Januar 2015
Aus dem Französischen: Einar Schlereth
![]() |
| Hier hocken sie, die Sklaven des Kapitals in ihren Sardinenbüchsen! |
In seinem neuen Buch 'La proclamation sur la vraie crise mondiale' beschreibt François Meyronnis ein System, das weit über ökonomischen Erwägungen hinausgeht und uns direkt in die Katastrophe führt.
Warum "Proklamation"?
Ausrufen soll heißen "vorwärts
schreien". Die Wahl dieses Wortes ist auch eine Metapher für
eine Diskussion, die ich als prophetisch bezeichnen würde. Ich bin
kein Ökonom, ich habe keine Autorität auf dem Gebiet, aber ich bin
ein Schriftsteller und folglich achte ich aufmerksam auf
Zeichen. Ausgehend von dem, was der Schriftsteller hört, sieht er
das, was die anderen vernachlässigen, betrachtet er unter einem
unerwarteten Blickwinkel. Durch diese "Proklamation" zwinge
ich mich, den allgemeinen Schlaf zu unterbrechen, eine Art Lethargie,
bewirkt durch die Konfusion, die von den Medien erzeugt wird, zum
Beispiel die aktuelle Polemik um das Buch von Eric Zemmour.
Und warum die "wahre" Krise?Weil man sich im allgemeinen auf die Krise im ökonomischen Sinn des Begriffes beschränkt. Aber es geht offensichtlich nicht darum, deren Bedeutung zu verkennen. Die ist beträchtlich. Im Herbst 2008 hat uns die Finanzkrise in den Abgrund schauen lassen und die nächste könnte schlimmer werden, denn die Staaten sind bereits überschuldet und können nichts mehr eindämmen. Aber die Krise, in der wir leben, ist sehr viel umfassender, und der ökonomische Diskurs verdeckt in gewisser Weise ihre "wahre" Natur. Was man unbedingt sehen muss, dass ist die Koinzidenz - Anfang der 1980-er Jahre - der zwei Revolutionen. Die der Finanz, deren Deregulierung das Leben der Leute in der ganzen Welt durcheinandergebracht hat.
