Finian Cunningham
7. Februar 2018
Aus dem Englischen:
Einar Schlereth
Provokativ und
rücksichtslos hat das US-Pentagon kürzlich Russland beschuldigt,
die europäischen Alliierten mit Atom -Waffen zu bedrohen. Auf Basis
dieser bedauernswerten Anschuldigung beginnt die USA mit einer
Billion Dollar
eine Modernisierung ihres nuklearen Arsenals. Die amerikanische atomare
Aufpolierung ist nicht nur eine potentielle Verletzung der
Abrüstungs-Abkommen, sondern sie destabilisiert auch die Atommächte
und erhöht das Risiko eines katastrophalen globalen Krieges.
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| Russland bedroht UNS! |
Wenn jemals
Washingtons rücksichtslose Machtpolitik in Frage gestellt wurde,
dann ist dies sicherlich ein Prüfstein. Wie bei so vielen
anderen Anschuldigungen, die Washington gegen Russland erhoben hat –
vom Wahlkampf hacking bis zum olympischen Sportdoping – ist die
Behauptung, dass Moskau nukleare Bedrohungen betreibt, bei weitem
nicht belegt. In der Tat, könnte man sagen, sie gehört ins Reich
der Phantasie.
Aber die irrsinnige
Behauptung wird dann benutzt, um Washingtons eigenes verwerfliches
Verhalten zu rechtfertigen.In der Nuclear
Posture Review (NPR) des Pentagons, die letzte Woche veröffentlicht
wurde, stellt der US-Verteidigungsminister James Mattis im Vorwort
des Dokuments fest, dass "Russlands Vereinnahmung der Krim und
seine nuklearen Bedrohungen gegen unsere Verbündeten, die
entschiedene Rückkehr Moskaus zur Großmacht sind".
Mattis macht weitere
Klagen gegen Russland geltend, unter anderem, dass es gegen die
Rüstungskontrollverträge verstoße, um die nuklearen Lagerbestände
zu reduzieren. Er behauptet auch, dass Moskau "nicht-strategische
Nuklearsysteme einsetzt, um einen zwingenden Vorteil in Krisen und
niedrigeren Konfliktstufen zu schaffen", und dass Moskau "die
Schwelle für den Erstschlag von Atomwaffen senkt".
Gleichzeitig wird in
dieser Woche berichtet, sogar von US-Medien, dass Russland seine
Ziele für Atomwaffen-Beseitigung, die im New START-Abkommen 2010
festgelegt sind, vollständig erfüllt hat.
Die antirussischen
Vorwürfe des Pentagons gehen jedenfalls unvermindert weiter.
Washington behauptet insbesondere, dass Russland durch die
Entwicklung von den Mittelstreckenraketen-Vertrag (INF) von 1987
verletzt habe durch Entwicklung von landbasierten
Kurzstreckenraketen. Moskau hat alle Verletzungen bestritten. Auch
hier legt Washington keine Beweise vor, um seine Behauptungen zu
stützen.
Vermutlich bezieht
sich Washington auf die Installation ballistischer Iskander-Raketen
durch Russland in seiner Exklave Kaliningrad an der Grenze zu den
baltischen Staaten und Polen. Das ist es auch, worauf sich das
Pentagon zu beziehen scheint, wenn es Russland beschuldigt, "unsere
Verbündeten zu bedrohen".
