Peter König
30. Mai 2019
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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| Montreux Palace Hotel |
Vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 findet das 67. Bilderberg Meeting in Montreux statt, wo die rund 130 geladenen Gäste - bisher bestätigt - aus 23 Ländern an einem der luxuriösesten Orte der Schweiz, dem Montreux Palace Hotel, übernachten. Etwa ein Viertel der Teilnehmer sind Frauen.
Die Bilderberg-Treffen begannen zu Beginn des Kalten Krieges, als Diskussionsclub amerikanischer und europäischer Führer, als Stärkung gegen den Kommunismus, im Klartext gegen die Sowjetunion. Die erste Veranstaltung fand 1954 im Bilderberg Hotel im niederländischen Oosterbeek statt. Seitdem fanden jährlich Treffen der Bilderberggruppe statt, an verschiedenen Orten in der westlichen Welt, die meisten davon jedoch in Nordamerika.
Es ist kein Zufall, dass sich die Bilderberger in der Schweiz treffen. Die Schweiz ist eines der bevorzugten Gastländer der Gruppe ausserhalb der USA. Die Schweiz veranstaltete ihre Treffen mindestens fünfmal vor dieser bevorstehenden Montreux-Veranstaltung (1960 - Palace Hotel, Bürgenstock; 1970 - Grand Hotel Quellenhof, Bad Ragaz, St. Gallen; 1981 - Palace Hotel, Bürgenstock; 1995 - Palace Hotel, Bürgenstock; 2011 - Suvretta House, St. Moritz).
Die Konferenzen der Bilderberger sind die geheimnisvollsten Ereignisse, die von denen geleitet werden, die die Fäden hinter den Weltführern ziehen - Politiker, CEOs von Unternehmen, Big Finance und anderen Geschäftsführern - Künstler und die, die zur Weltelite gehören. Und wir sprechen von der westlichen Welt. Abgesehen von etwa zehn Teilnehmern aus der Türkei, Polen, Bulgarien und Estland sind die Teilnehmer Nordamerikaner oder Europäer, der Rest der Welt zählt nicht.
Die Bilderberger sind eine rein westliche Domäne. Am weitesten östlich gehen sie in die Türkei. Es ist quasi eine Karotte für Erdogan, in der Hoffnung, die NATO-Türkei wieder in das Lager des Westens zu bringen. Aber wie lange noch? - Die Türkei, die immer wieder zwischen Ost und West schwankt, hat bereits mehr als ein Bein im Osten - den Eintritt in die Shanghai Cooperation Organization (SCO) - nicht gerade die Ostversion der Bilderberger, denn die SCO ist ein offenes Forum für wirtschaftliche Entwicklungspolitik und Verteidigungsstrategien, keine Geheimnisse, keine Manipulationen im westlichen Stil.
Den Vorsitz des diesjährigen Bilderberg-Treffens führt Henri Castries, Frankreich, Vorsitzender des in Paris ansässigen Institut Montaigne, einem gemeinnützigen Think Tank, der sich für öffentliche Ordnung und sozialen Zusammenhalt einsetzt. Weitere prominente Teilnehmer sind Mike Pompeo, US-Außenminister, und die treibende Kraft dieser Veranstaltungen und der Protegé von Rockefellers, dem ehemaligen US-Außenminister (und Kriegsverbrecher) Henry Kissinger, Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire, Mark Rutte, niederländischer Premierminister, von der rechtsextremen Volkspartei für Freiheit und Demokratie; Ursula von der Leyen, Verteidigungsministerin der konservativen CDU; und, vielleicht am bemerkenswertesten, Jared Kushner, persönlicher Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump und enger Freund von Israels Ministerpräsident Bibi Netanyahu.
