Aidan O‘Brien
31. August 2017
Aus dem Englischen:
Einar Schlereth
Eine seltsame Sache
geschah in voriger Woche. Der US-Präsident hat offiziell die CIA
aufgefordert, ihren Krieg gegen Syrien zu beenden. Es ging also nicht um die globale Erwärmung oder
„Assad“ oder den Neoliberalismus, es war sogar nicht einmal ein
Bürgerkrieg. Der Kriegsmacher in Syrien war die CIA. Natürlich wird
die CIA inoffiziell ihren Krieg gegen Syrien weiterführen. Aber wir
können für einen Moment die Wahrheit genießen. Und eine
„offizielle CIA-Niederlage“.
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| Die syrische Armee schreitet siegreich voran. |
Warum nur genießen?
Warum nicht jubeln? Denn dieser Moment könnte der Wendepunkt in dem
Jahrhunderte langen westlichen Ansturm gegen das moslemische Volk
sein. Was viele den „Bogen des Widerstands“ (Shiiten und säkular)
nennen, ist jetzt gefestigt worden, während die westliche imperiale
Offensive gescheitert ist.
US-General Wesley
Clark hat das Spiel vor Jahren aufgedeckt, als er die US-Absichten
im Nahen Osten nach 9/11 aufdeckte: sieben Länder sollten invadiert
werden (Irak, Libyen, Syrien, Libanon, Somalia, Sudan und Iran).
Frankreichs Außenminister Roland Dumas deckte ebenfalls das Spiel
auf, als er enthüllte, dass der britische Staat (eine definitive
CIA-Agentur) sich auf einen Krieg gegen Syrien vorbereitet, zwei
Jahre vor dem Beginn des syrischen Holocausts 2011. Und der
investigative Journalist Seymour Hersh deckte auch das Spiel auf, als
er 2007 im New Yorker den
Artikel „Die Umleitung“ veröffentlichte. Darin enthüllte er,
wie die USA sich wieder einmal mit den Saudi/Sunni Fundamentalisten
in und um Syrien verbandelte.
Und
als wenn all diese Enthüllungen noch nicht ausreichten – hat auch
Wikileaks die Machenschaften der US-Botschaft in Damaskus im ersten
Jahrzehnt dieses Jahrhunderts aufgedeckt. Destabilisierung war ihre
Agenda. Die CIA „Diplomatie“ war die Regel. Kurz gesagt, so stand
Syrien im Fadenkreuz des Imperiums. Und das ist in der Tat in den
vergangenen etwa sechzig Jahren so gewesen. Pläne für
ein Chaos in Syrien lagen auf dem imperialen Tisch seit den 50-er
Jahren (Operation Straggle). Gibt es diesen Punkt nicht in den
westlichen Köpfen?
All
diese Verschwörungen platzten wie eine Atombombe über Syrien 2011.
Doch der syrische Widerstand dagegen und der endliche Sieg erhält
nicht die enorme Anerkennung und Respekt, die es verdient. Syrien
erduldete einen Schlag für die
Menschheit. Und es gewann einen Sieg für die Menschheit. Und die
Menschheit – oder zumindest der westliche Teil davon – schaut
einfach weg.
