Mittwoch, 9. November 2011

Warnzeichen: Immobilien-Crash in China

Goldreporter vom Mittwoch, 9. November 2011

Wenn die chinesische Immobilienblase platzt, dürfte es auch für westliche Industrieländer ungemütlich werden.

Die chinesische Immobilienbranche wird derzeit von einer Pleitewelle erfasst. Die Häuser-Verkäufe brechen ein. Die Zentralregierung hält ihren restriktiven Kurs bei der Kreditvergabe dennoch aufrecht. Ein neues Bedrohungsszenario für die Weltwirtschaft tut sich auf.

Bereits seit geraumer Zeit wird das Platzen der chinesischen Immobilienblase von zahlreichen Ökonomen als eine der größten Bedrohungen für die Weltwirtschaft angesehen. Mit gigantischen öffentlichen Investitionen in den Bausektor und billigem Hypothekengeld wurde in den vergangenen Jahren ein Immobilienboom in China ausgelöst. Steigende Häuserpreise lockten immer mehr Investoren an. Der damit verbundene Wirtschaftsaufschwung wurde auf Pump finanziert.

Dass das Immobilienangebot die reale Wohnraumnachfrage zuletzt bei weitem überstieg, schien kaum jemanden zu kümmern. So entstanden wahre Geisterstädte, nur um das Geld gieriger Anleger einzusammeln (Bauen gegen jede Vernunft: Immobilienblase in China). Irgendwer wird später schon darin wohnen, lautet vielfach die optimistische Einschätzung der Investoren.

Nun mehren sich die Anzeichen, dass dieses Kartenhaus möglicherweise kurz vor dem Einsturz steht. Wie China Business News (CBN) berichtet, wird Chinas Immobilienbranche derzeit von einer Pleitewelle erfasst. Überall im Land machen große Maklerbüros dicht. Ein Insider gibt gegenüber der Zeitung eine Schätzung ab, nach der in diesem Jahr 3.000 Immobilienbüros dicht machen könnten, aber weiterhin 50.000 Hausvermittler um eine schrumpfende Nachfrage konkurrierten.

Die Verkäufe bestehender Häuser in Peking gingen nach den CBN-Angaben in den ersten drei Quartalen um 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2009 zurück. Alleine im Oktober sei der Absatz gegenüber Vorjahr um 48,7 Prozent eingeknickt. Gegenüber dem Vormonat September wird ein Minus von 17 Prozent gemeldet. Die Preise bestehender Häuser seien seit Januar um 6,7 Prozent gefallen.

Hintergrund: Die Zentralregierung hat die Vergabe von Immobilienkrediten aus Angst vor Blasenbildung stark beschnitten. Ähnlich wie seinerzeit in den USA, könnten rasant fallende Preise den stark auf Spekulation ausgerichteten chinesischen Immobilienmarkt zu Fall bringen. Die entstehenden Verluste und Kreditausfälle für Kapitalanleger dürften die chinesische Wirtschaft, die dortigen Banken und damit auch die Weltkonjunktur erheblich belasten.

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