Samstag, 28. September 2013

Wiederaufbau in SYRIEN: Die Fackel wird an eine neue Generation von Syrern weitergereicht


Franklin Lamb
28. September 2013


Man kann sich denken, dass heutzutage in der Syrischen Arabischen Republik es nur wenige gibt, die die ungeheure Aufgabe des Wiederaufbaus nach dem Krieg bezweifeln, der dem Land durch den Krieg zugefügt wurde, der bereits mehr als halb so lang wie der 1. Weltkrieg dauert und sich der halben Dauer des 2. Weltkrieges nähert.

Für diese Jahrtausende alte Zivilisation und ihre tausende von unbezahlbaren Schätzen, von denen viele teilweise zerstört sind, werden dringende Anstengungen erforderlich sein, um die Gebäude vor Dieben und Kriegsschäden zu retten und zu bewahren. Kaum jemand hier wird nicht auch der Meinung sein, dass diese eine Priorität für die syrische Regierung sein wird.

Beschädigte und gefährdete historische Monumente umfassen solche, die von der UNESCO in die von Weltkulturerbe-Liste eingetragen wurden, wie etwa die Altstadt von Aleppo (1986), die Altstadt von Bosra (1980), die Altstadt von Damaskus (1979), die alten Städte in Nordsyrien (2011), Crac des Chevaliers und Qal'at Salah El-Din (2006) sowie Palmyra (1980). Jahrhunderte alte Märkte und archäologische Plätze sind von Flammen und Gewehrfeuer in Aleppo und Homs zerstört worden.
In Syrien und Libanon werden nun einige der sorgfältig dokumentierten Schadens-Untersuchungen analysiert und diskutiert und Regierungsermittler vor Ort bemühen sich um Zusammenfassungen von Daten und Analysen, was deutlich macht, dass Pläne für den Wiederaufbau zum frühest möglichen Zeitpunkt vorbereitet werden. Die syrische Bevölkerung und Beamte sind voll aufgestauter Energie und bereit zu helfen und sich einzusetzen beim ersten Zeichen eines dauerhaften Waffenstillstandes, um mit dem Wiederaufbau ihres Landes zu beginnen.

Der Wiederaufbau Syriens wird begünstigt von drei Regierungsumbildungen seit der Erhebung Anfang März 2011, was die syrische Regierung mit einer Menge „neuen Blutes“ versehen hat. Dieser Prozess umfasst mehr als 20 Veränderungen auf Ministerebene, wobei in manchen Fällen gut etablierte und einflussreiche, wenn auch leicht verknöchert, politische Persönlichkeiten mit übermäßigen Regierungsaufgaben aus den vergangenen Jahrzehnten ersetzt wurden. Die kühne reformistische Initiative hat den Zweck, die Korridore der Macht neu zu strukturieren mit dem erklärten Ziel: Reformen voranzutreiben und durchzusetzen.

Eine ganze Reihe von Beamten haben mir ihre tiefe Überzeugung und ihre Verpflichtung für Reformen bekundet, die ihrer Meinung nach sich innerhalb und außerhalb der Regierung verbreiten. „Gott weiß, dass wir ernste Fehler und falsche Einschätzungen gemacht haben und wir werden von Gott für unsere Fehler beurteilt werden. Aber unterdessen müssen wir Reformen durchführen für unser Volk, unsere Familien und für unsere Selbstachtung.

Und wir sind dabei, massive Reformen hier in Syrien vorzunehmen, die noch nicht sichtbar sind, die aber viele überraschen werden. Wir sind Syrer! Wir wissen, was richtig ist und dass Veränderungen und Reformen überfällig sind und wir wissen, was unsere Pflicht ist!“

Der Neuzugang von vergangenem Monat von 7 Ministern, bekannt für ihre Kompetenz und nicht für ihren politischen Stammbaum, umfassen mehrere 'Unabhängige' und bezweckte, laut einem Berater von Präsident Assad, dringend benötigtes neues Blut und Energie in die Führung zu bringen. Ihr Mandat ist, sich direkt der gegenwärtigen Herausforderungen anzunehmen und hemmende politische Verpflichtungen der Vergangenheit zu vermeiden.

Diese 'Besten und Hellsten' sind ermächtigt worden, beim Wideraufbau Syriens zu helfen, wurde mir von einem Professor erklärt, was eine Priorität der Regierung sei, aber ohne 'die Besten und Hellsten' Amerikaner mit noblesse oblige Arroganz und den faschistischen Tendenzen der Bundy Brüder und den 'Senkrechtstartern' McNamaras aus den 60-er Jahren.

Zu den Neuzugängen gehören die folgenden Herren (warum keine Frauen!), die für Kompetenz bekannt sind und nicht als stramme Baath-Parteileute:


  • Qadri Jamil – stellvertretender Premierminister für Wirtschaft
  • Malek Ali – Minister für höhere Erziehung
  • Khodr Orfali – Minister für Wirtschaft und Auslandshandel
  • Kamal Eddin Tu' ma – Industrieminister
  • Samir Izzat Qadi Amin – Minister für internationalen Handel und Konsumentenschutz
  • Bishr Riyad Yazigi – Minister für Tourismus
  • Hassib Elias Shammas – Staatsminister, der Najm Eddin Khreit ersetzt.
Einer der 'Neuen' ist Bishr Riyad Yazigi, kein Baathist, unabhängiger Abgeordneter, der nur von seiner Vision, Syrien und seine bedeutende Tourismus-Industrie wiederherzustellen, besessen zu sein scheint, wofür er Ende 2012 ernannt wurde.

Minister Yazigi, den ich erstmals vor ein paar Wochen am Berg Quisoun traf, hat entschieden eine Ausstrahlung wie Kennedy – gutes Aussehen, Charme, Elan, progressive Ideen und Charisma.

Geboren 1972 in Aleppo, ist er ein Geschäftsmann und das jüngste Mitglied in Assads Kabinett und wie viele andere kein Parteimitglied. Er ist Bachelorand der Aleppo-Uni als Informatik-Ingenieur (1995) und ist ein unabhängiges Mitglied der Volksversammlung (das syrische Parlament) für Aleppo-Stadt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Yazigi hat den Ruf, dieser Tage oft rund um die Uhr zu arbeiten, um die Tourismus-Industrie wiederaufzubauen. „Nicht nur, um unserer Ökonomie zu helfen, obwohl der Tourismus jährlich mehr als 8 Mrd. $ vor der Krise einbrachte,“ erklärte ein Beamter, der Yazigi bewundert, „Aber das Tourismus-Ministerium arbeitet daran, die Verbindungen mit der Welt wiederherzustellen, so wie wir Syrer das immer gemacht haben. Syriens Schätze, von der Wiege der Zivilisation, die wir sind [was sehr chauvinistisch ist, denn das ist schon immer und immer noch Ägypten. D. Ü.], gehören schließlich der ganzen Menschheit und akzeptiert bitte unser Versprechen, dass wir unser Bestes tun werden, um alle Schäden an den antiken Plätzen zu reparieren und jede Hilfe willkommen heißen werden, so wie wir auch jeden Besucher demnächst willkommen heißen werden, enshallah (so Gott will).“

Früher in diesem Monat betonte Minister Yazigi vor einer Versammlung der Mitglieder von „Loyalität für Syrien“, die dringend den Wiederaufbau des Landes wünschen, die Wichtigkeit von NGOs bei der Aufdeckung der Realität über die Ereignisse in Syrien für die globale Öffentlichkeit, und bat darum, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um das Bild von Syrien als einem Toruistenziel zu verbreiten, angesichts des Reichtums an historischen und religiösen Monumenten. Alle Syrer müssten ihre Anstrengungen verdoppeln, um ihre Ziele zu erreichen, „die sozialen Werte zu verstärken und die nationalen Fähigkeiten zu entwickeln, den besten Interessen Syriens zu dienen“.

Die Aufgaben der syrischen Reformer sind beängstigend. Doch das waren sie auch, wenn auch in geringerem Ausmaß, im Libanon nach den 33 Tagen mit Bombenteppichen durch die israelische Regierung, wobei sie eine große Reihe von amerikanischen Waffen, geschenkt von den amerikanischen Steuerzahlern ohne deren Wissen und Zustimmung und ohne Widerspruch einlegen zu können, einsetzte.

Die Kosten, Syrien wieder aufzubauen, kann man vielleicht gar nicht schätzen. Die syrische Regierung kündigte in dieser Woche an, dass 50 Mrd. syrische Pfund (250 Mill. $) für den Wiederaufbau im nächsten Jahr vorgesehen sind. Für 2013 betrug die Summe 300 Mrd. syrische Pfund (1.2 Mrd. $). Aber diese Summen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Laut syrischen Grundstücksexperten wie etwa Ammar Yussef, würden im Fall, der Krieg würde heute enden und der Wierderaufbau würde sofort beginnen, circa 73 Mrd. $ benötigt, um das Land wieder auf die Beine zu bringen. Yussuf betont, dass die Bombardierungen, die Kämpfe und Sabotage der Infrastruktur bis zum 30. August 2013 teilweise oder gänzlich 1.5 Mill. Wohnungen zerstört haben. Würde der Wiederaufbau heute beginnen, geleitet von dem neuen Reform-Team, müsste man mehr als 11000 Plätze, manche darunter ganze Viertel, wiederaufbauen, wozu 15 000 LKWs benötigt würden, 10000 Zementmischer und mehr als sechs Millionen ausgebildete Arbeiter.

Ein in den USA ausgebildeter Ökonom, Abdullah al-Dardari, der jetzt in Beirut bei der UN-Entwicklungsbehörde arbeitet, behauptet, dass die mehr als zweijährigen Kämpfe Syrien mindestens 60 Mrd. $ kosteten und den Verlust der wichtigen Erdölindustrie. Ein Viertel aller Wohnungen sind zerstört und ernshaft beschädigt und ein großer Teil des medizinischen Systems liegt in Ruinen. Al Dardaris Team schätzt, dass die Gesamtschäden für Syriens Ökonomie bei 60 – 80 Mrd. $ liegen.

Syriens Ökonomie ist um 35 % geschrumpft, verglichen mit einem 6 %-Jahres-Wachstum in den 5 Jahren vor dem Konflikt, der im März 2011 begann. Die Ökonomie hat 40% ihres BNPs verloren und die ausländischen Devisenreserven sind so gut wie erschöpft. Die Arbeitslosigkeit schoss von 500 000 vor der Krise auf 2.5 Mill. in die Höhe.

Außer einem Viertel zerstörter Wohnungen sind 3000 Schulen und 2000 Fabriken zerstört worden und beinahe die Hälfte des medizinischen Systems – Krankenhäuser und Gesundheitszentren – liegt in Ruinen. Vor der Krise war die Erdölindustrie eine Säule der syrischen Ökonomie, die täglich 380 000 Barrel Öl produzierte und die Exporte, vor allem nach Europa, brachten 2010 ca. 3 Mrd. $ ein. Aber diese wichtige Industrie wurde zerstört, als Rebellen viele der Erdölfelder des Landes besetzten, die Quellen in Brand setzten und Plünderer das Rohöl stahlen. Die Exporte sind praktisch zum Stillstand gekommen, nachdem die Produktion stark gesunken ist.

Syrien hat die grundlegenden Arbeitskräfte-Reserven, um einen hochqualitativen Wiederaufbau zu schaffen, die bereit stehen, um heute anzufangen, denn die syrischen Arbeiter gehören zu den besten und verlässlichsten der Welt, wie mir Gesprächspartner im Ministerium für Wirtschaft und Industrie versicherten.

Sie sind bekannt für ihre Bauarbeiten und Unterhalt im Libanon und der Levante, obwohl sie nur die Hälfte oder ein Drittel so viel bezahlt bekommen wie die weniger produktiven einheimischen Kräfte.

Trotz der enormen Herausforderungen gibt es etwas Licht am Horizont, wenn jene Regierungen, die sich selbst in die syrische Krise verwickelt haben und ihre Hände wegen dem Zoll an menschlichem Elend und der Zerstörung ringen, einen permanenten Waffenstillstand erreichen in dem gegenwärtigen Tauwetter mit seriösen Unterredungen.

Die neue Generation von Beamten, die mit Syriens Rettung und Wiederaufbau betraut ist, scheint bereit zu sein und eifrig, die Erlaubnis zu erhalten, in die Kriegszonen zu kommen. Die Pflicht der Politiker ist es, Wege zu öffnen ohne weitere Verzögerung.




Franklin Lamb leistet freiwillige Hilfe beim Sabra-Shatila- Stipendiaten-Programm (SSSP) im Shatila-Lager (www.sssp-lb.com) und ist unter c/o fplamb@gmail.com erreichbar.

Quelle - källa - source 
Hier noch eine Quelle mit Fotos von den umfassenden Zerstörungen der Terroristen, pardon der friedlichen Demonstranten.

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Übersetzer, natürlich ist auch Syrien die Wiege der Zivilisation. Da kann ich keinen Chauvinismus erkennen.

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    1. Nein, das ist sie nicht. Syrien war damals ein barbarisches Land. Und die Barbaren sind ständig in das reiche Ägypten mit seiner unglaublich hohen Kultur eingedrungen und sind wieder und wieder geschlagen worden. Bis es den Ägyptern zu bunt wurde und einige der Anrainer-Länder unter ihre Oberherrschaft stellten. Und dann sind auch die "Syrer" so ganz
      allmählich zivilisiert worden.

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  2. Wie du sicher weißt, kommt der Mensch aus Afrika und besiedelte von dort aus die ganze Welt. bis vor 30 000 Jahren waren noch alle Menschen schwarz. Und seit Herodot bis Ende des 19. Jahrhundertes war es allgemein akzeptierter Fakt, dass die Wiege der Zivilisation schwarz war. Aber mit Champollion dem Jüngeren begann man herumzudoktern und die Geschichte zu fälschen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Ägypter seien nicht schwarz gewesen, irgendein verlorener Arierstamm hat sich dort niedergelassen etc pp und vor allem verschob man die Wiege langsam aber sicher näher zum angeblichen Geburtsort vom Jesulein - Euphrat-Tal, Syrien bis hinein in die Türkei. Dort wurde angeblich der Ackerbau und die Schrift und überhaupt alles erfunden, was es allerdings schon ein paar tausend Jahre zuvor in Ägypten gab. Man stellte die Geschichte auf den Kopf. Ein Mann, der als erster diese ganzen Lügen eingehend widerlegte, war Cheikh Anta Diop 'The African Origin of Civilization' (in England immer wieder neu aufgelegt, aber nie in Deutschland erschienen - typischerweise). Kann ich allen sehr empfehlen. Außerdem den Kauf eines anständigen Bildbandes über das alte Ägypten, in dem man sich die Pharaonen anschauen kann (inkl. Sphinx): alle kohlschwarz bis helles rotbraun, Farben, wie sie in ganz Afrika immer noch vorkommen. Die Ägypter haben im übrigen selbst immer betont, dass ihre Kultur aus dem Süden kommt, dem Sudan (wo im übrigen die meisten Pyramiden stehen und nicht in Ägypten).

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