Montag, 9. September 2013

Öl fließt, aber nicht in Richtung Afrika

Diesen Artikel hat ein Freund aus Namibia mir zugeschickt und ich lege ihn auf, auch wenn er erhebliche Mängel aufweist. Andererseits deckt er die trostlose Situation in Angola auf, das in ferner Vergangenheit mal einen hoffnungsvollen Befreiungskampf begann, der am Ende in den Sumpf der Petrodollars führte. Die Idee des Autors ist natürlich schön und gut, nur reichlich blauäugig. Kann er mir ein Beispiel nennen, wo die Amis ein fettes Steak loslassen, an dem sie gerade nagen? Sie haben sich die Ölreserven in Nigeria zusammen mit Engländern und anderen unter den Nagel gerissen, sie haben Libyen zerschmettert, um das Öl klauen zu können, sie sind dabei, einen größeren Krieg in Uganda, Burundi, Kongo um die dort entdeckten riesigen Ölreserven zu starten usw. Cabinda werden sie also nicht eher loslassen, bis alle Quellen erschöpft sind und das Land total versaut ist.
Und übrigens - in Schweden betragen die Steuern auf das Benzin gut 65 %. Das hat sich Angola also abgeguckt.




Oben links liegt Cabinda, wo auch das Öl liegt.
Daniel Steinmann

9. September 2013

Welchen logischen Grund gibt es, der Angola daran hindert, das ganze südliche Afrika mit Rohöl und auch mit einigen raffinierten Produkten zu versorgen? Und welche Vorteile würde Angolas Öl für die Südafrikanische Entwicklungs- Gemeinschaft bringen, wenn es der Region mit Kooperation Integration, Handel zwischen den Mitgliedern, Infrastruktur Entwicklung und all dem anderen Bla-bla-bla, mit dem wir ständig gefüttert werden, wenn die Politiker nicht gerade irgendeinen anderen Schmarrn haben, den sie uns vorsetzen können, wirklich ernst wäre.
Angolas Öl schwirrt mir seit langer Zeit im Kopf herum. Hier sitzt die Südafrikanische Entwicklungs-Gemeinschaft zusammen mit einem großen Ölproduzenten als Mitglied, doch außerhalb Angolas gibt es keinen sichtbaren Vorteil vom Besitz von Ölreserven, die den ganzen Block am Laufen halten könnten.
Es ist immer eine Quelle von Neid und Frustration zu hören, wie superbillig Benzin und Diesel in Angola sind. Damit habe ich kein Problem. Im Grunde ist das ein direkter Vorteil für die angolanische Bevölkerung, d. h. für den, der sich einen Wagen leisten kann. Aber diese Diskrepanz zwischen den Benzinpreisen zwischen Angola und dem Rest der SADC legt die grundlegenden Mängel offen in den sogenannten Abkommen, die die Existenz und die Absichten der Gruppe von Staaten umreißen, die sich selbst Südafrikanische Entwicklungs-Gemeinschaft nennen oder kurz SADC.

Die Ölreserven in Angola vor allem trieben den endlosen Bürgerkrieg an, der 1974 begann. Jede politische Gruppe, die nach der Stimme des Volkes schielte, wusste, dass ihr Weg mit Petro-Dollars gepflastert wäre, wenn sie erst einmal die Ölfelder kontrollierten. Und das ist genau das, war dem MPLA-Regime gelang, dessen Herrschaft und Brutalität durch das Öl garantiert wurden. Eigentlich hat die MPLA niemals die Ölreserven kontrolliert, sie profitierte nur von den Royalties, die von den US-Ölgesellschaften gezahlt wurden, um ihr das Maul zu stopfen und sicher zu stellen, dass keinerlei politische Drohung in oder gegen Cabinda entsteht, der kleinen Enklave, wo das ganze Öl Angolas vor der Küste konzentriert ist.

Aber die Situation hat sich in Angola verändert und es gibt zumindest einen Anschein von einem kleinen Demokratie-System, das darum kämpft, von den Regierungspartei-Mitgliedern anerkannt zu werden. Während das MPLA Regime rein kommunistisch war während und nach dem Krieg, genießt es offenbar einen ausreichend garantierten Nachschub an Petro-Dollars, um alle zwei Jahrzehnte eine Wahl abzuhalten. Aber insgesamt wird Angola als das korrupteste und rückständigste Land in der SADC eingestuft. Es schlägt sogar die Demokratische Republik Kongo in Bezug auf Abwesenheit von sozialen Investitionen und von Gesamt-Entwicklung.

Aber weil es als mächtig und mit reichlich Geld versehen betrachtet wird, gibt es seitens der SADC keine Opposition gegen die Regierung wegen der Korruption, der Menschenrechtsverletzungen und des Mangels an sozialen Leistungen.

Bisher habe ich noch nie die leiseste Kritik am Regime in Angola gehört von irgendeinem SADC-Mitglied. Vergleicht dies mit den Treffen der Staatschefs der SADC, wenn sie ihre Meinung zu Simbabwe, Swasiland, Madagaskar und sogar Malawi sagen und man sieht eine wichtige Institution wie das SADC-Tribunal dahinschwinden zwischen Kaffee und Kuchen an einem sonnigen Nachmittag. Aber über Angola niemals ein Wort.

Wenn dieses Gerede über die Integration der SADC ernst ist, warum beginnen unsere Führer nicht mit der mühsamen Aufgabe, ein Abkommen mit den angolanischen Öl-Kompanien auszuhandeln, einen gewissen Prozentsatz der Produktion an andere SADC-Mitglieder zu liefern? Auf ein- und demselben Treffen könnten die Energieminister anfangen, die Einzelhandelspreise zu vergleichen und einen Mechanismus zu entwerfen, um uns von der Menge an Steuern und Gebühren zu befreien, die unsere Benzinpreise ausmachen. Ich war erstaunt, als ich zum ersten Mal die Aufschlüsselung unseres Benzinpreises sah. Das war vor ca. 2 Jahrzehnten und es tat weh zu hören, dass beinahe 70 % des Preises aus Steuern und Gebühren bestand. Das hilft den verschiedenen Regierungen, alle möglichen Projekte zu finanzieren, von denen keins die Verbesserung der Energie-Infrastruktur vorsah oder sich mit den Profiten der Öl-Gesellschaften befasste, sowohl nach oben als auch unten.

Mit anderen Worten – die Verbraucher in mindestens acht SADC-Ländern werden bestraft und müssen die Aufrechterhaltung einer ineffektiven Energielieferkette bezahlen.

Die Energiekosten sind wohl einer der wichtigsten Faktoren, die entweder ökonomisches Wachstum bremsen oder befördern können. Sowohl Benzin als auch Diesel können wesentlich billiger verkauft werden, aber dann brauchen wir einen Lieferanten (Angola), der das Öl auf den Markt zu einem ausgehandelten Preis schickt, und wir brauchen SADC-Regierungen, die aufhören, Strafsteuern aufzuschlagen, damit wir erschwinglicheres Benzin bekommen. Jedoch zweifle ich sehr, dass das jemals geschehen wird. Es ist ja auch viel einfacher, den Idioten zu spielen, als eine gemeinsame Anstrengung zu unternehmen, einen Kanal für Angolas Rohöl zu schaffen, damit sein Öl Afrika zugutekommt.


Quelle - källa - source

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