Posts mit dem Label Ägypten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ägypten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. Dezember 2011

2011 DAS JAHR DES NÜTZLICHEN IDIOTEN: Ein Jahr nach dem fabrizierten „arabischen Frühling“ - einen Schritt weiter zur Globalen Hegemonie Teil I

Diesen sehr langen Essay von dem uns schon bekannten Tony Cartalucci lege ich in drei Teilen auf. Die Fortsetzung kann jedoch frühestens im nächsten Jahr am 2. Januar 2012 kommen. Denn morgen reise ich mit einer Delegation aus Arabern, Schweden und (so weit ich weiss) einem Deutschen (mir selbst) nach Syrien, organisiert von einem Verein "Zur Verteidigung Syriens". Wir werden versuchen, so viele Informationen wie möglich zu erhalten, über die ich hier dann natürlich berichten werde. Sollte etwas sehr Dringendes passieren, habe ich Christof Lehman (siehe link nsnbc hier rechter Hand) fest versprochen, ihn zu benachrichtigen.

von Tony Cartulucci
am 24. Dezember 2011


Das englische Wort 'dupe' bezeichnet

1. eine leicht zu täuschende Person

2. Eine Person, die als Werkzeug für eine andere Person oder Macht fungiert = nützlicher Idiot

Im Januar 2011 wurde uns erzählt, dass „spontane“, „einheimische“ Erhebungen über Nord-Afrika und den Nahen Osten hinwegfegten, die „arabischer Frühling“ getauft wurden. Es sollte beinahe vier Monate dauern, bevor die Mainstream-Medien (MM) zugaben, dass die USA hinter den Erhebungen standen und dass sie alles andere als „spontan“ und „einheimisch“ waren. In einem Artikel vom April mit dem Titel „US-Gruppen halfen den arabischen Erhebungen auf die Beine“, hieß es:

„Eine Anzahl von Gruppen und Personen, die direkt in den Revolten und Reformen engagiert sind, die über die Region hinwegziehen, wie die 6. April Jugendbewegung in Ägypten, das Bahrain Zentrum für Menschenrechte und Graswurzelaktivisten wie Entsar Qadhi, ein Jugendführer im Jemen, erhielten Training und Gelder von Gruppen wie dem International Republican Institute und Freedom House, eine ideelle Organisation in Washington.“

Der Artikel fügte mit Bezug auf die US National Endowment for Democracy (NED) hinzu:

„Die Republican und Democratic Institutes sind lose mit der Republikanischen resp. Demokratischen Partei verbunden. Sie wurden vom Kongress geschaffen und werden von der NED finanziert, die 1983 eingerichtet wurde, um Gelder für die Förderung von Demokratie in Entwicklungsländern bereitzustellen. Die NED erhält etwa 100 Mill. $ jährlich vom Kongress. Freedom House erhält auch das meiste Geld von der US-Regierung, vor allem vom Außenministerium.“

Es ist kaum eine spekulative Theorie, dass die Erhebungen Teil einer riesigen geopolitischen Kampagne waren, die im Westen entworfen wurde und von Stellvertretern umgesetzt wird mit Hilfe von nicht-einheimischen Stiftungen, Organisationen und dem Stall von NGOs, die diese in der ganzen Welt unterhalten. Wie wir sehen werden, begannen die Vorbereitungen für den „Arabischen Frühling“, der sowohl auf China und Russland übergreift, wie im Februar 2011 in „The Middle East & then the World“ vorhergesagt, nicht zu Beginn der Unruhen, sondern Jahre, bevor die erste „Faust“ gereckt wurde und zwar in Seminarräumen in NY und Washington, in von den USA bezahlten Einrichtungen in Serbien und Lagern in benachbarten Ländern, nicht innerhalb der Arabischen Welt.

Die Zeittafel – 2008-10 Vorbereitung des Schlachtfeldes


3.-5. Dezember 2008: Ägyptische Aktivisten von der nun berüchtigten 6. April Bewegung waren in NY für den Eröffnungsgipfel der Allianz der Jugendbewegungen (AYM), auch als Movements.org bekannt. Dort erhielten sie Training, Gelegenheit für Netzwerkarbeit und Unterstützung von AYMs verschiedenen Unternehmens- und Regierungssponsoren, auch vom Verteidigungsministerium. Der AYM-Gipfelbericht 2008 (S.3 des .pdf) erklärt, dass der Stellvertr. Verteidigungsminister für diplomatische und öffentliche Angelegenheiten, James Glassman, anwesend war sowie Jared Cohen vom Planungsstab des Außenministers. Sechs weitere hohe Beamte des Ministers waren auch anwesend und eine lange Liste von Unternehmens-, Medien- und Institutsvertretern.

Kurz danach reiste der 6. April nach Serbien, um unter der US-bezahlten CANVAS, formal die US-bezahlte NGO „Otpor“ zu trainieren, die zum Sturz der Regierung von Serbien beitrugen. Otpor, berichtete die NYT, war „eine gut geölte Bewegung, die mit mehreren Millionen aus den USA unterstützt wurde“. Nach ihrem Erfolg änderte sie den Namen in CANVAS und begann Aktivisten zu trainieren, die in anderen von den USA gestützen Operationen für Regierungswechsel benutzt wurden.

Serbiens 'Otpor', ein Modell für US-geförderte Farben-Revolutionen
Das 'Foreign Policy Magazine' berichtete in seinem Artikel „Revolution U“, dass CANVAS den Demonstranten in der „Rosa Revolution“ in Georgien half, der „Orange Revolution“ in der Ukraine und gegenwärtig in Netzwerken in Belarus, Myanmar (Burma) und überall im Nahen Osten und Nordafrika und auch mit Aktivisten in Nordkorea und 50 anderen Ländern tätig ist.

2009: In einem vom US-Außenministerium bezahlten Artikel für Europe/Radio Liberty (RFE/RL) mit dem Titel „Export von gewaltlosen Revolutionen von Osteuropa bis zum Nahen Osten“ wurde festgestellt: „Popovic exportierte dann seine gewaltfreien Methoden und half beim Training der Aktivisten, die an der Spitze der Netzwerke der Rosa Revolution Georgiens 2003 und von Ukraines Orange Revolution 2004 standen. Und jetzt setzt Popovic seine neue Organisation CANVAS in noch ferneren Gebieten ein – und half den pro-Demokratie-Aktivisten, die kürzlich die despotischen Regime in Ägypten und Tunisien stürzten.“

Aktivisten von Iran, Belarus und Nordkorea erhielten auch Training von CANVAS, wie RFE/RL bestätigte. Dieser Artikel platziert das Treffen dieser Aktivisten mit CANVAS irgendwann im Jahr 2009.

Februar 2010: Die 6. April Bewegung kehrte nach ihrem Training mit CANVAS 2010 nach Ägypten zurück, zusammen mit dem IAEA Chef Mohammed El Baradei. Mitglieder vom 6. April, die auf Baradeis Ankunft warteten, wurden Mitte Februar sogar auf dem Flughafen Kairo verhaftet. Schon 2010 kündigte El Baradei seine Absicht an, bei den Wahlen 2011 sich als Präsidentenkandidat aufzustellen. Zusammen mit dem 6. April Mitglied Wael Ghonim von Google und einer Koalition anderer Oppositionsparteien bildete er seine „National Front for Change“ und begann die Vorbereitung für den kommenden „Arabischen Frühling“.

Damals war also die Unruhe seit langem geplant mit den Aktivisten, die ausländische Hilfe und Training erhielten, damit sie in ihre Heimat fahren und in einer koordinierten Kampagne Unruhe in der ganzen Region säen konnten.

Ein AFP-Bericht vom April 2011 bestätigte dies, als US-Verteidigungsminister Miachael Posner erklärte, dass die „US-Regierung in den vergangenen zwei Jahren 50 Mill. $ ausgelegt habe, um neue Technologien zu entwickeln, um den Aktivisten zu helfen, sich selbst vor Verhaftung und Verfolgung durch autoritäre Regierungen zu schützen“. Der Bericht erklärte weiterhin, dass die USA „Trainingssitzungen für 5000 Aktivisten in verschiedenen Teilen der Welt veranstalteten. Eine Sitzung im Nahen Osten brachte vor sechs Wochen Aktivisten aus Tunesien, Ägypten, Syrien und Libanon zusammen, die in ihre Länder zurückreisten mit dem Ziel, ihre Kollegen dort auszubilden.“ Posner fügte hinzu: „Sie reisten heim und das gibt einen Schneeballeffekt.“ Dieser Effekt ist natürlich der „Arabische Frühling“.

Zeittafel – 2011 das Jahr des nützlichen Idioten 

16. Januar 2011: Al Arabiya News berichtet in ihrem Artikel „Tunesische Reformisten kommen aus dem Exil zurück“, dass Moncef Marzouki nach Tunesien zurückkehrt (aus Paris) inmitten des Chaos, das vom US-Außenministeriums gesät wurde vermittels ihrer ausgebildeten, unterstützten und ausgerüsteten Mobs, die „angefeuert“ wurden durch die passende Veröffentlichung der US-Außenministerkabel durch Wikileaks. Da die tunesischen Oppositionsgruppen lange vorher ihr Training erhalten hatten, wurden die Wikileakskabel nur benutzt als geplante rhetorische Rechtfertigung für eine lange zuvor vorsätzlich geplante fremdfinanzierte Aufwiegelung. Seither wurde Wikileaks überall in ähnlicher Weise benutzt von Ägypten bis Libyen und sogar bis Thailand.

Moncef Marzouki, so stellte sich heraus, war der Gründer und Chef der Arabischen Kommission für Menschenrechte, eine Unterabteilung der US NED Weltbewegung für Demokratie (WMD) und der „Konferenz für Menschenrechtsaktivisten im Exil“; dazu gehörten auch die „dritte Versammlung“ der WMD zusammen mit Marzoukis Tunesischer Liga für Menschenrechte, die vom NED und Soros Open Society und der USAID gesponsort wurde.

Ein „Aufruf zur Solidarität“ von der Internationalen Föderation für Menschenrechte (FIDH) nennt namentlich jede einzelne Gruppe, die im Januar 2011 die tunesische Opposition darstellte, als „FIDH-Mitgliedsorganisationen“. Sie umfassen Marzoukis 'Tunesische Liga für Menschenrechte', die 'Tunesische Assoziation demokratischer Frauen' und den 'Nationalen Rat für Freiheiten in Tunesien' oder CNLT. FIDH fungiert als ein internationaler Knotenpunkt für verschiedene fremdfinanzierte Organisationen, die weltweit Aufwiegelung in Szene setzen unter dem Deckmantel von „Menschenrechten“ und wird voll vom US-Außenministerium finanziert durch die NED, Soros Open Society und viele andere anrüchige Unterabteilungen.

28. Januar 2011: Nach einer Warnung vom Journalisten/Aktivisten Dr. Webster Tarpley vom World Crisis Radio begannen die alternativen Medien die Unruhen in Ägypten genauer zu betrachten, die kurz nach der zunehmenden Krise in Tunesien begannen. In „Alles ist nicht was es scheint bei den ägyptischen Unruhen“ wurde festgestellt, dass der Protestführer Mohammed ElBaradei in der Tat ein ergebener Agent des Westens ist mit langer Mitgliedschaft in der von Wallstreet/London finanzierten International Crisis Group (ICG) zusammen mit „hohen israelischen Beamten“ wie dem gegenwärtigen israelischen Präsidenten Shimon Peres, dem aktuellen Gouverneuer der Bank von Israel, Stanley Fischer und dem ehemaligen Außenminister Shlomo Ben-Ami. Zur ICG gehören auch große amerikanische Banker und geopolitische Manipulatoren wir George Soros, Zbigniew Brzezinski, Richard Armitage, Samuel Berger und Wesley Clark.

http://www.mideastnewswire.com/wp-content/uploads/2011/02/elbaradei.jpg
ElBaradeis Bindungen an den Westen gehen viel weiter als bloß seine Rolle in der ineffektiven, genozid-befördernden UNO. Er ist auch Mitglied der von Großbanken finanzierten International Crisis Group.

Ironischerweise bestanden westliche Medien darauf, dass ElBaradei sowohl anti-amerikanisch und sehr anti-israelisch sei, am besten beschrieben in der Zeitung 'Über ausländische Beziehungen' vom März 2010 unter dem Titel: „Ist ElBaradei Ägyptens Held?“:

„Außerdem ist Ägyptens enge Beziehung mit den Vereinigten Staaten ein kritischer und negativer Faktor in der ägyptischen Politik geworden. Die Opposition hat diese Beziehungen benutzt, um das Regime zu delegitimisieren, und die Regierung hat sich durch Anti-Amerikanismus eigener Machart zu schützen gesucht. Wenn ElBaradei wirklich eine Chance bekommen sollte, politische Reformen in Ägypten durchzusetzen, dann würden die US-Politiker am besten seiner Sache dienen, wenn sie leise träten. Paradoxerweise befördert ElBaradeis frostige Beziehung mit den USA als IAEA-Chef jetzt die US-Interessen.“

Die jüngste Manifestation dieser Kabale kam, als Israel possenhaft ElBaradei einen „iranischen Agenten“ nannten. Dieses Schauspiel illustriert, mit welcher enormen Doppelzüngigkeit die Weltereignisse manipuliert werden.

17. Februar 2011: Die in London ansässige 'National Front for the Salvation (Rettung) of Libya' (NFSL) ruft zu einem libyschen „Tag der Wut“ auf, entsprechend der US-Destabilisierungs-Rhetorik in Tunesien und Ägypten. Die NFSL ist von CIA und MI6 seit den 80-er Jahren unterstützt worden und hat zahlreiche Versuche unternommen, Gaddafis Regierung zu stürzen durch sowohl terroristische Angriffe als auch bewaffneten Aufstand.


Man beachte die 'EnoughGaddafi.com' Icone. Der Webmaster von EnoughGaddafi.com wird von der Movements.org-Liste des US-Außenministeriums als der zu beachtende „Twitter“ bezeichnet.
18. Februar 2011: Nach Hosni Mubaraks Sturz wurde enthüllt, dass das Open Society Institute die NGOs unterstützte, die die neue ägyptische Verfassung entwarfen. Zu diesen „Bürger“-Gruppen gehörten das Arabische Netzwerk für Menschenrechtsinformationen, offen von dem Open Society Institute gefördert und die vom NED finanzierte Egyptian Organization for Human Rights. Es scheint, dass die International Crisis Group die Strategie entwickelte, ihr Treuhänder ElBaradei den Mob auf den Straßen anführte und die lange Reihe von US-finanzierten NGOs die Details vor Ort ausarbeiteten und durchführten.

21. Februar 2011: Ein Interview mit Ibrahim Sahad von Libyens NFSL auf ABC Australia gab jedes Thema wieder, das in den vorausgegangenen Wochen von den M-Medien in Bezug auf Libyen verbreitet wurde, mitsamt dem Weißen Haus und dem Washington Monument im Hintergrund. Er rief nach einer no-fly-Zone als Reaktion auf haltlose Anklagen, dass Gaddafi „unbewaffnete Demonstranten“ mit Flugzeugen niedermähen würde.

„US Libyan Policy: Zero Legitimacy“ (US-Libyen Politik mit Null Legimität“ beschrieb, wie der deutlich schwer bewaffnete, vom Westen gestützte Aufstand, unaufrichtig vom Westen als „friedliche Demonstranten“ dargestellt wurde.

28. Februar 2011: „Destroying Libya“ stellte fest 

„Während der libysche Oppositionsführer Ibrahim Sahad den rhetorischen Angriff von Washington aus führt, ist seine NFSL vor Ort bis an die Zähne bewaffnet, wie in seiner 20-jährigen Geschichte von CIA-gestützten Rebellionen gegen Gaddafi. 1984 versuchte sie in einem bewaffneten Coup, Gaddafi zu stürzen. Die 'Daily Globe' und 'Mail' bestätigten auch kürzlich, dass die NFSL zusammen mit der Libyan National Army, beide unter Sahads Führung, „Coup-Versuche und Mordversuche gegen Gaddafi durchgeführt haben“.

Bereits zu dem Zeitpunkt gaben britische und US-Vertreter zu, dass die libyschen Rebellen tatsächlich schwer bewaffnet seien, aber statt sie zu verurteilen, verlangten sie noch mehr Waffen und militärische Unterstützung für sie.
Fortsetzung folgt


Quelle

Samstag, 24. Dezember 2011

ÄGYPTEN: WIEDER GIGANTISCHE DEMO AUF DEM TAHRIRPLATZ



von Serene Assir

am 23. Dezember 2011


Die ägyptischen Demonstranten halten eine gigantische ägyptische Fahne, als sie sich zu einer riesigen Massendemo am 23. Dezember 2011 auf dem Tahrirplatz versammelten (Foto: Filippo Monteforte)

SCAFs (Militärrat) unaufhörliche und gewalttätige Angriffe auf die Demonstranten in den vergangenen Wochen konnten nicht die hunderttausende Ägypter – selbst jene, die eigentlich den Militärrat unterstützen - davon abhalten, am Freitag auf die Straße zu gehen.
Der Tahrirplatz wurde erneut zum Epizentrum der Straßenaktionen mit einigen hunderttausend Demonstranten am Freitag. Die Protestanten nannten den Tag „als den Freitag zur Wiederherstellung der Ehre“ und die Teilnehmer sangen Slogans zur Verteidigung der Würde der ägyptischen Frauen.
„Ägyptische Frauen wollen nicht ausgezogen werden“ schrieen männliche und weibliche Demonstranten aus allen Gesellschaftschichten. Das war die Antwort auf die Gewalt der Armee gegen weibliche Demonstranten, die den Militärrat aufforderten, die Macht an die zivile Regierung zu übergeben.
„Weil das Foto veröffentlicht wurde, sahen wir alle, was die Soldaten mit dem Mädchen taten, das sie auszogen und durch die Straßen schleiften“, sagte die Demonstrantin Alaa Abdel Rahman in Bezug auf das Foto, das die öffentliche Meinung empörte. „Aber ich war alle Tage hier, als wir die extremste Gewalt erlebten. Und ich kann garantieren, dass sie nicht das einzige Opfer war. Ich sah viele junge Mädchen, die ausgezogen und geschlagen wurden, unter ihnen ein Ärztin.“
Das Zentrum Kairos erlebte fünf Nächte von exzessiver Gewalt in der vergangenen Woche. Mit Beginn am Freitag Abend, den 16. Dezember, gab es fünf nächtliche Überfälle von der Militärpolizei, der Armee und den weithin verachteten Zentralen Sicherheitskräften auf die Demonstranten.
Insgesamt wurden 17 Demonstranten getötet und fast 2000 wurden verwundet, laut Angaben des Komitees der Märtyrer und Verwundeten, das von freiwilligen Ärzten gebildet wurde. Die Waffen, die gegen die Demonstranten benutzt wurden umfassten scharfe Munition, Gummigeschosse, Elektroknüppel, Steine, die von den Dächern der Regierungsgebäude heruntergeschleudert wurden und Tränengas.
Die Gewalt begann, um ein dreiwöchiges Sit-in den Straßen um den Regierungssitz im Zentrum von Kairo aufzulösen. Das Sit-in war friedlich, aber gegen die Angriffe der Armee und der Sicherheitskräfte verteidigte man sich mit Steinen und Molotow-Cocktails.
Die Demonstranten auf dem Tahrirplatz forderten auch ein Ende der Gewalt. „Wir sind gegen die Gewalt aufgestanden in der Revolution vom 25. Januar. Unser kollektives Leiden unter der Gewalt der Sicherheitskräfte des früheren Regimes war der wichtigste Grund, dass wir beschlossen, wir müssten alles tun, um Mubarak zu stürzen“, sagte der Ingenieur Hakem Bassiouni.
„Aber die Dinge haben sich nicht geändert, sie sind eher noch schlimmer geworden. Die Armee greift nicht nur die Demonstranten an, sondern auch die Prinzipien der Revolution. Die Leute, die an dem Sit-in vor dem Regierungsgebäude beteiligt waren, die waren dort, um die Revolution zu verteidigen“, fügte Bassiouni hinzu. „Der SCAF hat jedoch nichts getan, um die Ziele des Volkes zu verwirklichen.“
Die Schlüsselforderungen des Volkes, die alle gegen Mubarak vereinte, waren „Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit“. Nach Ansicht der Demonstranten auf dem Tahrirplatz ist keines dieser Ziele bisher erreicht worden.
„Die Leute, die an den Protesten in der vergangenen Woche teilnahmen, als die Armee direkt in die Menge schoss, waren vor allem arme Menschen, die nichts unter Mubarak hatten und die immer noch nichts haben“, sagte Abdel Rahman. „Der SCAF hat nichts getan, um den Ägyptern zu helfen.“

Eine der unpopulärsten Maßnahmen von Mubaraks Regime waren seine politischen und Handelsbeziehungen zu Israel. „Hat der SCAF den Export von Gas nach Israel gestoppt? Nein, hat er nicht“, sagte Abdel Rahman. „Und unterdessen haben die armen Leute einen Mangel an Butangas für den Haushalt erlebt. Das ist ungerecht. Das ist es, weshalb wir hier sind.“
Glichzeitig gab es eine weitaus kleinere, aber emotional aufgeladene Demonstration von zehntausenden auf dem Abbasiyaplatz zur Verteidigung der SCAF. Auf den ersten Blick gab es ironische Ähnlichkeiten mit der Tahrir- Demo, wie einer Menge von Straßenverkäufern, ägyptische Fahnen und Familien mit Kindern.
Aber die Botschaften der beiden Demos waren grundverschieden. In Abbasiya sang die Menge „das Volk und die Armee sind eine Hand“. Lieder klagten auch die Präsidenten-Kandidaten Mohammed El-Baradei und Amr Hamzawy als „Verräter“ an und die Mitglieder der '6. April' Bewegung wurden als „Kollaborateure“ bezeichnet.
Mit einem Plakat, das die unabhängigen ägyptischen Medien wie CBC und ONTV als „Kollaborateure“ bezeichnete, sagte der 43-jährige Gamal (seinen Nachnamen sagte er nicht), dass er auf dem Tahrirplatz gewesen sei und nur Linke mit einer ausländischen Agenda gesehen hätte.
„Was die Gewalt gegen junge Mädchen angeht, müssen wir zugeben, dass die Armee Fehler begangen hat“, sagte Gamal. „Aber man muss sich ja fragen, was sie dort zu suchen hatten?“ Der SCAF-Verteidiger nannte auch den Fall von Alia Mahdi, die auf ihrem Block im November ein Nacktfoto von sich veröffentlichte als einen Protestakt gegen die Militärherrschaft.
„Wir haben unsere Sitten und Gebräuche in Ägypten“, sagte Gamal. „Man kann so etwas nicht machen und erwarten, dass es keine Konsequenzen hat.“
Bei einem Protest, der von einer kleinen Gruppe Soldaten geschützt wurde, erhoben SCAF-Anhänger ihre Stimme gegen ausländische Einmischung in innere Angelegenheiten. Ein Plakat an einer Brücke zeigte die US- Außenministerin Hillary Clinton.
Ein Mann auf der Brücke zog seinen Schuh aus und schlug damit auf das Bild ein, während unten die Menschen Beifall klatschten.
„Fokus auf den Monica Lewinsky Skandal“, stand darunter als Antwort auf Clintons Erklärung zuvor in der Woche gegen die Gewalt gegen Frauen.

Wieder auf dem Tahrirplatz. Der junge Demonstrant Ahmed Taha glaubte, dass das Misstrauen der Ägypter gegen ausländische Einmischung von allen Demonstranten auf der Straße am Freitag geteilt wird. „Die USA kann sagen, was sie will über unsere Revolution“, sagte Taha. „Seit dem 25. Januar haben die Ägypter begonnen, ihr eigenes Schicksal zu schaffen. Ich glaube, dass der Rückgriff der SCAF auf anti-westliche Parolen nur eine Taktik ist, um Unterstützung für sich zu gewinnen.“
In der vergangenen Woche inmitten der gewalttätigen Angriffe auf die Demonstranten haben die staatlichen Medien eine Kampagne gestartet, die vor ausländischer Einmischung in Ägypten warnte. Artikel und Fernsehberichte beschuldigten linke Gruppen und Ausländer in Ägypten der Versuche, den ägyptischen Staat zersören zu wollen.
Die Kampagne hat den Abbasiya-Demonstranten Gamal überzeugt. Aber ONTV berichtete, dass ein Team von ihnen die Demonstration verlassen musste wegen Gewalt seitens der Demonstranten. „Ich bin einverstanden, dass jeder das Recht hat zu demonstrieren“, sagte Gamal. „Aber wir müssen an die Zukunft des Staates denken.“
Gamal sagte weiter, dass er zwar den SCAF im Moment unterstütze, aber dass er sich so schnell wie möglich aus der Politik raushalten solle. „Wenn er die Macht nicht bis zum Juni 2012 an den gewählten Präsidenten übergibt, werde ich auch zum Tahrirplatz gehen“, sagte er.


Quelle

Donnerstag, 22. Dezember 2011

10 000 ägyptische Frauen marschieren gegen die Gewalt und Herrschaft der Militärs (Videos)


Daran können sich Männer und Frauen hierzulande ein Beispiel nehmen, an dem Mut und der Entschlossenheit dieser Frauen, die unter Lebensgefahr der unglaublichen Brutalität von Armee und Polizei trotzen.

von Salma Shukrallah
am 20. Dezember 2011
Frauen organisieren eine massive Demonstration gegen die Armee-Brutalität nach einer Welle von gewalttätigen Akten gegen weibliche Demonstranten, was Millionen schockiert hat; die Demonstanten fordern ein Ende der Armee-Herrschaft.



Nach dem Bild von drei Soldaten, die eine weibliche Demonstrantin nackt auszogen und misshandelten, marschierten tausende Frauen am Dienstag von Kairos Tahrirplatz zum nahe gelegenen Pressesyndikat und sangen „Ägyptische Frauen sind ein rote Linie“ und „Nieder mit der Militärherrschaft“.
Frauen jeden Alters und Herkunft strömten am dem Tahrirplatz zusammen nach Aufrufen über Facebook für einen Frauenprotestmarsch, um ihrem Abscheu  über die Bilder Ausdruck zu verleihen – die in Medien und Zeitungen zirkulieren – von jungen Frauen, die von Soldaten angegriffen, geschlagen und nackt ausgezogen werden.
Manche Frauen trugen Kopftücher, andere nicht; manche trugen Gesichtsschleier andere nicht. Manche koptische Frauen hatten Bilder von der koptischen Mina Danial dabei, die im Oktober erschlagen wurde. Andere führten ägyptische Fahnen mit sich.
Auch ältere Frauen waren dabei, die den langen Marsch vom Tahrirplatz zum Pressezentrum durchstanden trotz schlechter Gesundheit und offenbarer Trauer über die jüngsten Ereignisse. Viele Mütter waren zusammen mit ihren Töchtern da.
„Ich kam, weil ich gegen die Gewalt gegen Frauen bin; weil ich gegen Gewalt gegen jeden Ägypter bin“, sagte Noha El-Khouly, die über den Marsch von ihrer Tochter erfuhr.
„Frauen wurden angegriffen seit den Mohamed Mahmoud-Zusammenstößen im vergangenen Monat, als Männer in die Demos geschickt wurden, um systematisch weibliche Aktivisten zu misshandeln", sagte Somaia Ahmed, ein 17-jähriges Mitglied der „Nein zu Militärprozessen“-Kampagne. „Im vergangenen Sit-in waren Frauen das bevorzugte Ziel. Diese Angriffe sind kein Zufall.“
Obwohl Ahmed glaubt, dass der Marsch am Dienstag eher humanitär als politisch ist – da die meisten Frauen einfach kamen, um ihren Abscheu vor der Gewalt zu bekunden – kann man doch auch Lieder hören, die ganz klar politische Töne anschlagen. Viele verurteilen die Militärherrschaft, während andere die schnelle Übergabe der Gewalt an die gewählte zivilen Behörden verlangen.
„Habt keine Angst, sagt es laut, der Rat muss gehen“, singen sie und „Wir wollen einen zivilen Staat, nieder mit der Militärherrschaft“.
Die Demonstranten zogen auch Parallellen zwischen Ägyptens herrschendem Militärrat und dem früheren Regime des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak. „Der Rat verwandelte die Armee in eine Polizei“, sangen sie.
2005 waren mehrere weibliche Demonstranten ebenfalls nackt ausgezogen und attackiert worden von Gangstern, die mit der Polizei verbunden waren, um Frauen zu terrorisieren und sie von politischer Betätigung abzuhalten.
Am Dienstag hatten manche Frauen Plakate, die ein Frauengesicht und den Arm eines Soldaten zeigten und den Text: „Deine Hand sollte abgeschlagen werden“.
Auf ihrem Marsch klatschten viele von den Balkonen Beifall. Die Demonstranten forderten sie auf, ihr Haus zu verlassen und mitzukommen.
Viele Vorübergehende zeigten auch ihre Sympathie mit der Sache der Demonstranten. Ein Anzahl Männer bildeten Ketten am Rande als lebender Schild zum Schutz vor möglichen Angriffen.
Die Zahl der Demonstranten wuchs stetig auf dem Weg zum Pressesyndikat, bis sie auf über 10000 anwuchs. Am Ende marschierten sie zum Tahrirplatz zurück.

Quelle