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Dan Glazebrook
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| übersetzt von Susanne Schuster | ||
Afrikas
klassische Darstellung in den Mainstreammedien als ein absolut
hoffnungsloser Fall, geprägt von endlosen Kriegen, Hunger und hilflosen
Kindern, erzeugt die Illusion eines Kontinents, der vollkommen von
westlichen Almosen abhängig ist. In Wirklichkeit trifft das glatte
Gegenteil zu – es ist der Westen, der von afrikanischen Almosen abhängig
ist. Diese Almosen nehmen sehr viele verschiedene Formen an. Eine
davon ist der illegale Fluss von Ressourcen, deren Profite über ein Netz
von Steueroasen unweigerlich ihren Weg in den westlichen Bankensektor
finden (dies wurde von Nicholas Shaxson in Poisoned Wells gründlich
dokumentiert). Eine andere ist der Mechanismus der Schuldenerpressung,
durch den Banken Kredite an Militärherrscher (die oft mit der Hilfe
westlicher Regierungen an die Macht gekommen sind, wie Kongos früherer
Präsident Mobutu) vergeben, die dann das Geld für sich selbst behalten
(oft auf einem privaten Konto der Kreditbank) und es dann dem Land
überlassen, auf eine exponentiell wachsende Schuld Wucherzinsen zu
zahlen. Eine neue Studie von Leonce Ndikumana und James K Boyce hat
ergeben, dass 80 Prozent des vergebenen Kredits innerhalb eines Jahres
die Schuldnernation verlassen haben, die sogenannte „Kapitalflucht“, ohne
jemals im Land investiert worden zu sein; gleichzeitig verliert Afrika
pro Jahr 20 Milliarden US-Dollar als „Schuldendienst“ für diese im
Grunde genommen betrügerischen „Kredite“.