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Donnerstag, 18. Februar 2021

Die Umgestaltung der globalen Agrikultur: die WEF-Agenda hinter Indiens Modi Regierungs "Farm-Reform”

Die Umgestaltung der globalen Agrikultur: die WEF-Agenda hinter Indiens Modi Regierungs "Farm-Reform”

F. William Engdahl

16. Februar 2021

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Nicht nachgeben!

Im September 2021 wird die UN einen Food Systems Summit abhalten. Ziel wird es sein, die weltweite Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion im Rahmen der malthusianischen UN-Agenda 2030 "nachhaltige Landwirtschaft" neu zu gestalten. Die jüngsten radikalen Landwirtschaftsgesetze der Regierung von Narenda Modi in Indien sind Teil der gleichen globalen Agenda, und das ist alles andere als gut.

In Modis Indien protestieren die Landwirte massiv, seit im vergangenen September drei neue Agrargesetze im Eilverfahren durch das Parlament gebracht wurden. Die Modi-Reformen wurden durch eine gut organisierte Anstrengung des Weltwirtschaftsforums (WEF) und seiner Neuen Vision für die Landwirtschaft motiviert, die Teil von Klaus Schwabs Great Reset ist, der unternehmerischen Seite der UN-Agenda 2030.

Modi-Schocktherapie


Im September 2020 verabschiedete die Regierung von Premierminister Narenda Modi in einer überstürzten parlamentarischen Abstimmung statt einer ordnungsgemäß registrierten formellen Abstimmung und Berichten zufolge ohne vorherige Rücksprache mit indischen Bauernverbänden oder -organisationen drei neue Gesetze, die Indiens Landwirtschaft radikal deregulieren. Das hat monatelange landesweite Bauernproteste und landesweite Streiks ausgelöst, die sich über ganz Indien ausbreiten und die Aufhebung der drei Gesetze fordern.

In der Tat beenden die Gesetze die Beschränkungen für große Konzerne, Land zu kaufen und Rohstoffe zu horten, um die Preise für die Landwirte zu kontrollieren. Sie erlauben großen multinationalen Unternehmen auch, lokale oder regionale staatliche Märkte zu umgehen, auf denen die Produkte der Bauern normalerweise zu garantierten Preisen verkauft werden, und erlauben den Unternehmen, direkte Geschäfte mit den Bauern zu machen. All dies wird zum Ruin von schätzungsweise zehn Millionen Kleinbauern und kleinen Zwischenhändlern in Indiens fragiler Nahrungsmittelkette führen.

Die neuen Gesetze von Modi sind Maßnahmen, die der IWF und die Weltbank seit den frühen 1990er Jahren fordern, um die indische Landwirtschaft und den Ackerbau in das Modell des korporativen Agrobusiness zu bringen, das in den USA vor Jahrzehnten von der Rockefeller Foundation eingeführt wurde. Bis jetzt war keine indische Regierung bereit, die Bauern anzugreifen, die größte Bevölkerungsgruppe des Landes, von denen viele auf winzigen Parzellen oder am Rande der Subsistenz leben. Modis Argument ist, dass die indischen Bauern durch eine Änderung des derzeitigen Systems ihr Einkommen bis 2022 "verdoppeln" könnten - eine unbewiesene, zweifelhafte Behauptung. Es erlaubt Konzernen zum ersten Mal landesweit, Farmland zu kaufen, so dass große Unternehmen, Lebensmittelverarbeiter und Exporteure in den Agrarsektor investieren können - gegen sie hat ein Kleinbauer keine Chance. Wer steckt hinter dem radikalen Vorstoß? Hier finden wir die radikale globalisierte Landwirtschaftsagenda des WEF und der Gates Foundation.

WEF und die Korporativisten


Die Gesetze sind ein direktes Ergebnis der mehrjährigen Bemühungen des Weltwirtschaftsforums und seiner Initiative New Vision for Agriculture (NVA). Seit mehr als 12 Jahren hat das WEF und seine NVA ein Unternehmensmodell in Afrika, Lateinamerika und Asien vorangetrieben. Das "große Ziel" war Indien, wo der Widerstand gegen die Übernahme der Landwirtschaft durch die Konzerne seit der gescheiterten Grünen Revolution der Rockefeller Foundation in den 1960er Jahren sehr groß ist. Für den Großen Reset des WEF, besser bekannt als die UN-Agenda 2030 für "nachhaltige Landwirtschaft", muss Indiens traditionelles Landwirtschafts- und Lebensmittelsystem gebrochen werden. Die kleinbäuerlichen Familienbetriebe müssen gezwungen werden, an große Agrarkonzerne zu verkaufen, und regionale oder bundesstaatliche Schutzmaßnahmen für diese Bauern müssen abgeschafft werden. Es wird "nachhaltig" sein, nicht für die Kleinbauern, sondern für die riesigen Agrarkonzerne.

Um diese Agenda voranzutreiben, schuf das WEF eine mächtige Gruppe von Unternehmens- und Regierungsinteressen, den NVA India Business Council. Auf der Homepage des WEF heißt es: "Der NVA India Business Council dient als informelle, hochrangige Führungsgruppe, die sich für die Zusammenarbeit des privaten Sektors und Investitionen einsetzt, um ein nachhaltiges landwirtschaftliches Wachstum in Indien zu fördern." Eine Idee, was sie mit "nachhaltig" meinen, findet sich in ihrer Mitgliedschaft.

Dem NVA India Business Council des WEF gehörten 2017 unter anderem Bayer CropScience, einer der weltweit größten Anbieter von landwirtschaftlichen Pestiziden und jetzt auch von gentechnisch verändertem Saatgut von Monsanto; Cargill India Pvt. des riesigen US-Getreidekonzerns; Dow AgroSciences, Hersteller von GVO-Saatgut und Pestiziden; der GVO- und Agrarchemiekonzern DuPont; der Getreidekartellriese Louis Dreyfus Company; Wal-Mart India; India Mahindra & Mahindra (weltgrößter Traktorenhersteller); Nestle India Ltd; PepsiCo India; Rabobank International; State Bank of India; Swiss Re Services, der weltgrößte Rückversicherer; India Private Limited, ein Chemikalienhersteller; und die Adani Group von Gautam Adani, dem zweitreichsten Mann in Indien und Hauptfinanzier von Modis BJP-Partei. Beachten Sie das Fehlen jeglicher indischer Bauernorganisationen. [Ein wahrlich hochrangiger Verbrecher-Verein. D.Ü.]

Neben dem Top-Modi-Unterstützer Guatam Adani im WEF NVA India Business Council sitzt Mukesh Ambani im Vorstand von Klaus Schwabs Weltwirtschaftsforum. Ambani, ein weiterer Top-Modi-Unterstützer, ist Vorsitzender und Geschäftsführer von Indiens größtem Mischkonzern Reliance Industries und Asiens zweitreichste Person mit einem Vermögen von etwa 74 Milliarden Dollar. Ambani ist ein starker Befürworter der radikalen Agrarreform, da Reliance enorme Gewinne einfahren wird.

Im Dezember verbrannten Bauern in Punjab Bildnisse von Premierminister Modi, zusammen mit dem Vorsitzenden von Reliance Industries, Mukesh Ambani, und dem Vorsitzenden der Adani Group, Gautam Adani, und beschuldigten [völlig zu Recht. D. Ü.] sie, hinter den neuen Gesetzen von Modi zu stecken.

Für jeden, der auch nur ein bisschen Ahnung von diesen Konzernriesen hat, ist klar, dass die Interessen und das Wohlergehen von Indiens geschätzten 650 Millionen Bauern nicht im Vordergrund stehen. Bemerkenswerterweise hat die Chefvolkswirtin des IWF, Gita Gopinath, eine Inderin, die jetzt in den USA lebt, die Gesetze befürwortet und gesagt, dass Indiens kürzlich erlassene Landwirtschaftsgesetze das "Potenzial" haben, das Einkommen der Bauern zu erhöhen.

Am 26. November begann ein landesweiter Generalstreik, an dem sich etwa 250 Millionen Menschen zur Unterstützung der Bauern beteiligten. Transportgewerkschaften, die über 14 Millionen LKW-Fahrer vertreten, haben sich zur Unterstützung der Bauerngewerkschaften gemeldet. Dies ist die bisher größte Herausforderung für das BJP-Modi-Regime. Die Tatsache, dass die Regierung sich weigert, einen Rückzieher zu machen, deutet darauf hin, dass es ein erbitterter Kampf sein wird.

Damit die Agenda 2030 oder der "Great Reset" zur Umgestaltung der globalen Lebensmittel- und Agrarindustrie, wie Klaus Schwab es gerne nennt, erfolgreich sein kann, ist es von höchster Priorität, dass Indien mit der größten Bevölkerung der Welt [Quatsch - das ist immer noch China. D. Ü.] in das globalistische Netz der Kontrolle durch das Agribusiness eingebunden wird. Offensichtlich hat das Timing der Modi-Deregulierung den UN-Gipfel für Ernährungssysteme 2021 im Blick.