Posts mit dem Label Ozean - Plastik-Sättigung - dämliche Reden - unwirksame Maßnahmen . alles bleibt beim alen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ozean - Plastik-Sättigung - dämliche Reden - unwirksame Maßnahmen . alles bleibt beim alen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 8. September 2020

Warnung vor Plastik: David Attenborough, England und dir Umweltmissionen


Seit Jahren habe ich wiederholt auf die Plastikgefahren hingewiesen und in regelmäßigen Abständen kommen immer neue Horrorberichte. Man denkt/hofft immer, dass mal etwas Eingreifendes geschieht, aber es wird nur Pipifax geliefert. Hier in Schweden muss man jetzt für die kleinen durchsichtigen Plastiktüten bezahlen. Lächerlich. Im Restaurant werden Sie demnächst gefragt: “Darf es Plastik mit Lachs oder mit Hummer sein?” Und in der Kneipe um die Ecke, da gibt es halt Plastik mit Sardinen. GUTEN APPETIT! Aber ohne mich! Und Herr Binoy Kampmark scheint es sehr gelassen zu betrachten.
Warnung vor Plastik: David Attenborough, England 
und die Umweltmissionen
Dr. Binoy Kampmark
7. September 2020
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Da packt einen das Grausen!
Nur wenige Dokumentarfilme haben eine so große Wirkung gehabt, so sehr, dass sie die unglückliche Kombination von Krieg und Plastik eingeläutet haben, zwei Begriffe, die, wenn überhaupt, nur unbehaglich zusammenpassen.  Es wurden Tränen verzeichnet; die Angstpegel wurden angehoben, als Sir David Attenborough in seiner Produktion Blue Planet II an den Fäden des Herzens riss und zerrte.  Die Ozeane, so warnte der Dokumentarfilmer, werden zu einem giftigen Speicher, und die Menschen sind schuld.
Mehr als acht Millionen Tonnen Plastik finden schließlich ein ozeanisches Ziel.  Die Zersetzung wird Jahrhunderte dauern.  Für Attenborough stach eine Szene aus der Serie heraus.  "In ihr liegt ein Babyalbatros tot, während sich Schneeflocken auf dem Boden absetzen. Sein Bauch ist von einem Plastikzahnstocher durchbohrt, den ihm seine eigene Mutter verfüttert hat, nachdem sie ihn mit gesunder Nahrung verwechselt hatte.  In der Nähe liegt Plastikstreu, die von anderen hungrigen Küken hochgewürgt wurde.”
Für Attenborough liefert Plastik eine gewisse Dämonologie für die Umweltbewegung, ein riesiges und dringendes Ziel, das Massenmobilisierung und Aktionen erfordert. "Es gibt Fragmente von Netzen, die so groß sind, dass sie die Köpfe von Fischen, Vögeln und Schildkröten verfangen und sie langsam erwürgen.  Andere Plastikteile sind so klein, dass sie mit Nahrung verwechselt und gefressen werden, wobei sie sich in den Mägen der Fische ansammeln und sie unterernährt zurücklassen.
Zunächst einmal: den Krieg zu erklären gegen etwas, das als wertvoll, ja sogar unentbehrlich für die Konservierung, Verteilung und Lagerung einer Vielzahl von Produkten, um nur einige wenige Zwecke zu nennen, erachtet wird, ist hochtrabend.  Auch den casus belli gegen Unbelebtes zu erkennen, findet eine unheimliche Resonanz bei anderen gescheiterten Konflikten: det Krieg gegen Drogen zum Beispiel oder gegen den Terrorismus. Wird dieser Krieg in die gleiche Richtung gehen?
Ein schlechtes Gewissen ist ein starker Motivator und weniger schuldig als das der Wohlhabenden oder der leicht Wohlhabenden.  Großbritanniens Premierministerin Theresa May ist eine davon, eine Persönlichkeit, die sich entschlossen hat, sich für die Umwelt zu engagieren, und zwar mit stimmgewaltigem Enthusiasmus.  "Allein in Großbritannien", so ihre Stimme, "würde die Menge an Einwegplastik, die jedes Jahr verschwendet wird, 1.000 Royal Albert Halls füllen".
Die Richtung, die May eingeschlagen hat, ist alles andere als überraschend.  Da ist Attenborough, der eine Bewegung vorantreibt, und da waren die Stimmen, die 2017 gebraucht wurden.  Ein Think-Tank der Tory, Bright Blue, stellte fest, dass viele, die sich bei den letzten Parlamentswahlen geweigert hatten, für ihre Partei zu stimmen, Umweltinitiativen für entscheidend hielten.  Ihre Umfrage "zeigt, dass der Klimawandel das zweitwichtigste Thema ist, über das sich jüngere Menschen wünschen, dass hochrangige Politiker mehr diskutieren, nach der Gesundheit an zweiter Stelle und eigentlich das wichtigste Thema für 18- bis 28-Jährige".