Sonntag, 23. August 2020

YouTube entfernt neue Kanäle von Venezuela und Kuba

teleSUR/ ovg-JF

23. August 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth

BOYKOTTIERT YOU TUBE!!!


Ohne Vorankündigung hat YouTube am Donnerstag drei venezolanische Kanäle und zwei kubanische Kanäle von seiner Plattform entfernt.

Samstag, 22. August 2020

Wessen Jahrhundert ist dies?

Dilip Hiro

19.August 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth


ür die hohen Beamten der Trump-Administration war es eine offene Saison, China zu verprügeln. Wenn Sie ein Beispiel brauchen, denken Sie an das "Schuldzuweisungsspiel" des Präsidenten über "das unsichtbare chinesische Virus", wie es sich wild in den USA verbreitet.

Wenn es um China geht, scheint die immer heftiger werdende Kritik in der Tat niemals aufzuhören.

Zwischen Ende Juni und Ende Juli wetteiferten vier Mitglieder seines Kabinetts in antichinesischer Rhetorik miteinander. Diese besondere Welle von China-Bashing begann, als FBI-Direktor Christopher Wray den chinesischen Präsidenten Xi Jinping als Nachfolger des sowjetischen Diktators Joseph Stalin bezeichnete. Sie wurde von Außenminister Mike Pompeo mit einem klaren Aufruf an die US-Verbündeten gekrönt, die "bankrotte" marxistisch-leninistische Ideologie des chinesischen Führers und den damit einhergehenden Drang nach "globaler Hegemonie" zur Kenntnis zu nehmen und darauf zu bestehen, dass sie sich "zwischen Freiheit und Tyrannei" entscheiden müssten. (Vergessen Sie, welches Land auf diesem Planeten tatsächlich die globale Hegemonie als sein Recht beansprucht).

Zur gleichen Zeit setzte das Pentagon seine Flugzeugträger und andere Waffen immer bedrohlicher im Südchinesischen Meer und anderswo im Pazifik ein. Die Frage ist: Was steckt hinter diesem Aufschwung der Trump-Administration, die China ködert? Eine wahrscheinliche Antwort kann in der unverblümten Erklärung des Präsidenten in einem Juli-Interview mit Chris Wallace von Fox News gefunden werden. [Der gute Dilip Hiro hat offenbar übersehen oder vergessen, dass die stolze US-Flotte mit eingezogenem Schwanz abziehen musste, weil die Chinesen deren gesamten elektronischen Verkehr lahmlegten. Eine echte Katastrophe! Trump beschwerte sich jaulend: Hört auf damit (sonst können wir euch nicht bombardieren). D. Ü.]

Die Realität ist, dass die Vereinigten Staaten unter Donald Trump in der Tat in zwei wichtigen Bereichen gegen China verlieren. Wray vom FBI drückte es so aus: "In wirtschaftlicher und technischer Hinsicht ist [China] bereits ein ebenbürtiger Konkurrent der Vereinigten Staaten... in einer ganz anderen Art von [globalisierter] Welt". Mit anderen Worten: China steigt und die USA fallen. Aber geben Sie nicht nur Trump und seinen Kumpanen die Schuld dafür, denn dieser Moment hat lange auf sich warten lassen.

Die Fakten sprechen für sich selbst. Nahezu unbeschadet von der globalen Rezession 2008-2009 verdrängte China im August 2010 Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Im Jahr 2012 überholte es mit Importen und Exporten im Wert von 3,87 Billionen US-Dollar die USA mit insgesamt 3,82 Billionen US-Dollar und verdrängte sie damit von einer Position, die sie 60 Jahre lang als Nummer eins im grenzüberschreitenden Handel weltweit gehalten hatte. Ende 2014 belief sich das Bruttoinlandsprodukt Chinas, gemessen an der Kaufkraftparität, auf 17,6 Billionen Dollar und übertraf damit leicht die 17,4 Billionen Dollar der Vereinigten Staaten, die seit 1872 die größte Wirtschaft der Welt waren.

Im Mai 2015 veröffentlichte die chinesische Regierung einen Plan "Made in China 2025", der auf die rasche Entwicklung von 10 Hightech-Industrien abzielt, darunter Elektroautos, Informationstechnologie der nächsten Generation, Telekommunikation, fortgeschrittene Robotik und künstliche Intelligenz. Weitere wichtige Sektoren, die in dem Plan behandelt werden, sind die Agrartechnologie, die Luft- und Raumfahrttechnik, die Entwicklung neuer synthetischer Materialien, der aufstrebende Bereich der Biomedizin und die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahninfrastruktur. Der Plan zielte darauf ab, bis 2049, ein Jahrhundert nach der Gründung der Volksrepublik China, eine Autarkie von 70% in den High-Tech-Industrien und eine dominierende Position auf diesen globalen Märkten zu erreichen.

Halbleiter sind für alle elektronischen Produkte von entscheidender Bedeutung, und für 2014 wurde in den nationalen Entwicklungsrichtlinien der Regierung für die Industrie für integrierte Schaltkreise ein Ziel festgelegt: China sollte bis 2030 weltweit führend bei Halbleitern werden. Im Jahr 2018 stieg die lokale Chip-Industrie von der einfachen Silizium-Verpackung und -Prüfung zu höherwertigem Chip-Design und -Herstellung auf. Im folgenden Jahr stellte der US-Verband der Halbleiterindustrie fest, dass Amerika zwar mit fast der Hälfte des globalen Marktanteils weltweit führend sei, China jedoch aufgrund der enormen staatlichen Investitionen in kommerzielle Fertigung und wissenschaftliche Forschung die größte Bedrohung für seine Position darstelle.

Zu diesem Zeitpunkt waren die USA bereits hinter China zurückgeblieben, was genau diese wissenschaftliche und technologische Forschung betraf. Eine Studie von Qingnan Xie von der Universität Nanjing und Richard Freeman von der Harvard-Universität stellte fest, dass sich Chinas Anteil an den weltweiten Publikationen in den Bereichen Physik, Ingenieurwissenschaften und Mathematik zwischen 2000 und 2016 vervierfacht und damit den der USA übertroffen hat.

Im Jahr 2019 haben die USA zum ersten Mal seit der Erfassung der Patentzahlen im Jahr 1978 nicht die größte Anzahl von Patenten angemeldet. Nach Angaben der Weltorganisation für geistiges Eigentum meldete China 58.990 Patente an und die Vereinigten Staaten 57.840. Darüber hinaus lag der chinesische High-Tech-Konzern Huawei Technologies Company mit 4.144 Patenten im dritten Jahr in Folge deutlich vor dem US-amerikanischen Unternehmen Qualcomm (2.127). Unter den Bildungseinrichtungen behielt die Universität von Kalifornien mit 470 veröffentlichten Anmeldungen ihren Spitzenplatz, während die Tsinghua-Universität mit 265 an zweiter Stelle lag. Von den fünf besten Universitäten der Welt waren drei chinesische.

Freitag, 21. August 2020

“Der Dollar ist buchstäblich eine BOMBE, die jeden Tag hochgehen kann,” warnt Peter Schiff

Nach RT

19. August 2020

                                                     Die Dollar-Bombe

Das Ausmaß des Gelddruckens in den Vereinigten Staaten ist beispiellos, sagt der altgediente Börsenmakler Peter Schiff. Die Defizite gehen "durch die Decke, und die Regierung gibt mehr Geld aus als je zuvor".

Schiff, der CEO von Euro Pacific Capital ist, sagte der MoneyShow, dass mehr als 60 Cent von jedem Dollar, den die Regierung ausgibt, gedruckt werden. Die Federal Reserve druckt also mehr Geld, das die Regierung ausgibt, als die US-Regierung an Steuern einzieht.

"Der Mythos ist, dass die US-Wirtschaft vor Covid stark war. Sie war überhaupt nicht stark; sie war die schwächste, die es je gegeben hat. Es war die größte Blase, die es je gegeben hat. Deshalb implodierte die Wirtschaft als Folge der Covid-19-Sperren so schnell. Die Luft begann im vierten Quartal 2018 zu entweichen ... Und der Dollar wird ausgelöscht".

Schiff weist darauf hin, dass "alles, was die US-Regierung im Gefolge der Finanzkrise von 2008 getan hat, ein Fehler war". Ihre gesamte Geldpolitik war falsch, ihre gesamte Finanzpolitik war falsch. "Infolgedessen haben wir uns nie wirklich von der Krise erholt, die von der Fed und der Regierung verursacht wurde. Wir haben einfach alle Probleme, die diese Krise verursacht haben, nur verschlimmert".

Amerika steht vor einer Inflation in einem noch nie dagewesenen Ausmaß, sagt er. Die Lebenshaltungskosten werden in die Höhe schießen, und das wird sehr schnell geschehen. "Sie wird die Menschen wie eine Tonne Ziegelsteine treffen. Und sie werden das nicht kommen sehen."

Von der Dollarkrise werden mehr Menschen überrumpelt werden als von der Finanzkrise, und die Dollarkrise ist viel schlimmer, warnt Schiff. "Denn als wir eine Finanzkrise hatten, konnte die Fed Dollars drucken, um allen aus der Klemme zu helfen. Wenn man eine Dollarkrise hat, spielt das keine Rolle mehr. Man kann keine Dollar drucken, weil niemand sie will."

Er erklärt, dass dies eine Staatsschuldenkrise sein wird, was bedeutet, dass die US-Staatsanleihen sowie alle Schulden, die auf US-Dollar lauten, in den Ruin getrieben werden.

Der Dollar "wird durch den Boden fallen und die Inflation wird eine Schande für die Vereinigten Staaten sein", prognostiziert Schiff und fügt hinzu: "Was passieren wird, ist, dass die Welt den Dollarstandard verlassen und zum Goldstandard zurückkehren wird. Darauf steuern wir zu".

Das gegenwärtige System funktioniert nicht, man kann seine Währung nicht mit einer nicht gesicherten Währung stützen, sagt er. "Die gesamte amerikanische Wirtschaft ist auf dem Fundament des Dollars als der Reservewährung der Welt aufgebaut. Das ist die geheime Quelle, die diese Wirtschaft zum Funktionieren bringt. Wenn der Dollar erst einmal nur eine beliebige Währung ist, dann ist alles vorbei, das ist das Ende des Spiels für Amerika.”
Dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge "könnte der Dollar jeden Tag zusammenbrechen, es ist buchstäblich wie eine Bombe. Der Schlüssel liegt darin, Geld aus dem US-Dollar herauszuholen, denn es ist der Dollar, der zusammenbrechen wird".

Er sagt, es sei vernünftig, Gold zu kaufen, um die finanziellen Schmerzen zu lindern, denn "Gold- und Silberaktien sind ein Schnäppchen".


Quelle - källa - source

Donnerstag, 20. August 2020

WICHTIG::Agenda ID2020 der "Einen Weltordnung": Die 101 zum Verständnis ihrer Implikationen

Agenda ID2020 der “Eine Welt Ordnung”:Agenda ID2020 der "Einen Weltordnung": Die 101 zum Verständnis ihrer Implikationen

Von Peter Koenig und Dr. Vernon Coleman

17. August 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Agenda ID2020 - wird von kaum einem Medium erwähnt, geschweige denn vom Mainstream. Die Agenda ID2020 ist, wenn sie durchgeführt wird, die ultimative Kontrolle einer kleinen Elite - der Einen Weltordnung (OWO), auch Neue Weltordnung (NWO) genannt - über die Weltbevölkerung. Es ist ein Mechanismus, der es ermöglichen würde, jede Bewegung jedes einzelnen der mehr als 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde zu kontrollieren [der 1,4 Milliarden Chinesen garantiert nicht. D. Ü.], einschließlich der Gesundheitsdaten, Geldflüsse, Bankkonten sowie unser Verhalten in dieser ultrakontrollierten Gesellschaft - die ich nicht mehr als Zivilisation bezeichnen möchte.

Hört sich verrückt an. Ja, aber das ist der Plan. Keine Verschwörungstheorie.

Das ist der absurde Traum von ein paar multi-Millionären [müsste in diesem Fall ‘Milliardären’ heißen. D. Ü.], einschließlich Bill Gates. Und das Werkzeug für solch eine Kontrolle ist ein universaler Impfstoff. Lest diesen Artikel mit einem Abriss dessen, was geschehen könnte: “The Corona Virus Covid-19 Pandemic: The Real Danger is Agenda ID2020”(Die Corona Virus Covid-19 Pandemie: Die wahre Gefahr ist die Agenda ID2020):

“Was ist die berüchtigte ID2020? Es ist ein elektronisches ID-Programm, das die allgemeine Impfung als eine Plattform benutzt für digitale Identität ... Das Programm nutzt die vorhandenen Geburtsregistrierungen und Impf-Operation, um Neugeborene mit einer tragbaren und dauerhaft biometrisch verknüpften digitalen Identität auszustatten.”

Lasst euch von Dr. Vernon Coleman in einfacher Form den Mechanismus erklären, mit dem die Menschheit – ihr und ich - konfrontiert werden könnte, wenn die super-Machtelite mit der NWO durchkommt. Schaut euch dieses 10 Min. Video an zur Kontrolle der Menschen – mit Impfstoffen, Microchips und elektromagnetischen Feldern (EMF) – ein altes Wissen, das neu verwendet wird ...

Die Wikipedia beschreibt Dr. Vernon Coleman als einen englischen Autor, Kolumnisten und ehemaligen Allgemeinmediziner. Er hat über 100 Bücher geschrieben über menschliche Gesundheit, Politik, Kricket und Tierfragen sowie eine Reihe Romane.

*

An die Leser: Klickt bitte auf den Teilen-Knopf oben oder unten. Verteilt ihn auf eure Email-Liste, auf Blogs und Internet-Foren usw.

https://youtu.be/ht-LfAJFtFQ

Ihr könnt euch auch die ungezählten spanischen Kommentare anschauen. Nicht einmal die Spanier sind so feige wie die Deutschen, die sich nicht mal trauen, einen anonymen Kommentar zu schreiben.

Dr. Coleman liest den Text auf Englisch. Ich kann die Technik zum Übersetzen von Videos nicht. Vielleicht findet jemand eine deutsche Übersetzung. 

Der liebe Saffet Soylu hat mir eine Anleitung geschickt, wie man den Text von Dr. Coleman in jeder beliebigen Sprache wenigstens lesen kann. Man muss allerdings YouTube aufrufen, um den Technikknopf für die Auswahl der Sprache drücken zu können. Ich gebe sein Mail hier wieder mit herz,ichem Dank:

Lieber Einar

So kann man; Youtube Videos Untertittel mit anderer Sprache ansehen

Video (Dokumentation) öffnen Einstellungen klicken Untertittel einschalten

Automatisch Übersetzen klicken Die Sprache auswählen (deutsch?).

Das wars

schön, dass es dich gibt!

Lg safo

Quelle - källa - source

Mittwoch, 19. August 2020

Venezuela und Trumps irrationale Wahl-Politik

Jorge Arreaza Monserrat, 

Außenminister Venezuelas

17. August 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

 


Wahlen haben immer einen interessanen Effekt auf die öffentliche Politik gehabt, insbesondere dann, wenn die verantwortliche Person, die eine gewisse Politik entwirft und durchsetzt, zur Widerwahl antritt.

In der Politik ist es logisch, dass der amtierende Kandidat entscheidet, eine erfolgreiche Politik und Leistungen vorzuzeigen und Fehler sowie schwache Punkte zu minimieren. Es ist jedoch irrational, wenn ein Kandidat darauf besteht, eine Politik vorzustellen, zu erhalten und zu vertiefen, die sich als Fehler zeigte und vom Kandidaten selbst nur halbherzig vertreten wird. Dies ist der Fall der verfehlten Politik der Trump -Verwaltung gegenüber Venezuela, die verstärkt wird trotz des Versagens und ein angepasstes Herangehen, ein Dialog verworfen wird.

Am 23. Januar 2019 haben die Trump-Berater, wie John Bolton in seinen umstrittenen Memoiren bettont, die Verwaltung gedrängt, einen obskuren jungen Politiker, Juan Guaidó, zum «interims-Präsidenten zu machen, der die Voluntad Popular (Volkswille) vertrat, die Partei von Leopoldo López, Washingtons wichtigster Alliierter, der die gewaltsamen Proteste von 2014 und 2017 organisierte. Statt einen Wechsel der Regierung zu erreichen, führte diese Aktion zu Venezuelas Entscheidung, die diplomatischen Beziehungen zur USA abzubrechen. Guaidós Anerkennung hat die US-Verwaltung und viele der untergeordneten Alliierten auf den Weg des Versagens und noch mehr Versagen zerrte nach dem Fehlschlag der Politik des Regimewechsels. Obendrein hat sie das Volk von Venezuela in eine boshafte Blockade gezerrt, die seinen Lebensstandard und ernsthaft sein Wohlergehen verschlechterte.

Im Verlauf von 2019 stellte sich die Trump-Verwaltung vor, dass die ganze Welt in einen kollektiven Zustand der Verleugnung eintauchen würde, dass sie die verfassungsmäßige Regierung von Präsident Nicolás Maduro nicht mehr anerkennen und stattdessen Guaidó anerkennen würde, der in der Praxis nicht einmal die Kontrolle über irgendeine Institution in Caracas ausübt. Einen Monat nach seiner Selbstausrufung versuchte Guaidó mit Unterstützung der USA und mit Propaganda die Lieferung angeblicher humanitärer Hilfe in das Land zu erzwingen, in der Hoffnung, dass die Streitkräfte gleichzeitig Präsident Maduro verraten würden. Sie scheiterten. Am 30. April führten Guaidó und López mit der Unterstützung ihrer US-Partner und militärischen Überläufer einen gescheiterten Putschversuch an, wobei sie auf die Unterstützung von Amtsträgern zählten, die nie kam. Dies veranlasste Bolton, verzweifelte Tweets zu senden, und Elliott Abrams beschwerte sich darüber, dass seine Anrufe nicht beantwortet wurden. Sie scheiterten erneut.

Heute erkennen immer noch mehr als zwei Drittel der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die rechtmäßige Regierung Venezuelas an, und es ist Trump selbst, der Zweifel an seiner unberechenbaren Wahl hat. Das Jahr 2020 kam jedoch mit einer unvorhergesehenen Herausforderung: der COVID-19-Pandemie. Trumps Kandidatur zur Wiederwahl rechnete nicht mit den schrecklichen Auswirkungen, die diese Pandemie auf einen der starken Punkte seiner Kampagne, die Wirtschaft, haben würde. Noch weniger hätte er sich vorstellen können, welche Auswirkungen diese Pandemie auf die gesamte Bevölkerung haben würde: Bis heute wurden offiziell über 150.000 Todesfälle dem COVID-19 zugeschrieben, und eine Krise mit über 45 Millionen neuen Arbeitslosen überschwemmt die Vereinigten Staaten. Seit der Ermordung von George Floyd, einem Afroamerikaner, durch die Polizei haben im ganzen Land massive Proteste stattgefunden. Aber sie sind viel mehr als nur Proteste gegen systemische Diskriminierung; sie sind Proteste gegen ein System, das die Mehrheit seiner armen Bürger im Stich gelassen hat.

Trump hatte in seinen Händen eine goldene Gelegenheit, Führungsstärke zu zeigen, die Mängel des Systems einzugestehen und einen beispiellosen Prozess in Gang zu setzen, der die Prioritäten der Nation neu ausrichten, die aggressive Militarisierung der Polizei und der Außenpolitik zurückschrauben und sich einer robusten Politik der Entlastung der Arbeitnehmer und der Stärkung des Gesundheitssystems zuwenden würde. Stattdessen hat sich Trump in ein Labyrinth gegraben, in dem die Verzweiflung, die Wiederwahl zu gewinnen, sein Denken vernebelt, und statt sich einer soliden Innenpolitik zuzuwenden, hat er sich dafür entschieden, die Schuld auf ausländische Feinde zu schieben und die Aufmerksamkeit von seiner katastrophalen Fehlbehandlung der Situation abzulenken.

Zunächst gab er China die Schuld und griff auf eine rassistische, an den Kalten Krieg erinnernde Erzählung zurück, als ob dies der leidenden US-Bevölkerung irgendwie helfen würde. Ende März, als die Zahl der Todesopfer zunahm, kündigte Trump an, dass er seine "Maximaldruck"-Kampagne gegen Venezuela intensivieren würde. In weniger als einer Woche reichte ein Mann, der die Invasion Panamas 1989 mit rechtfertigen half und nun das Justizministerium leitete, Anklage gegen Präsident Maduro und andere Spitzenführer der Bolivarischen Revolution wegen "Narco-Terrorismus" ein und setzte ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Präsident Maduros Kopf aus, wie im Wilden Westen. Dann schlug das Außenministerium von Trump durch die Stimme von Elliott Abrams (dessen Verwicklung in den Iran-Contra-Skandal und das Massaker in El Mozote, El Salvador, berüchtigt ist) einen "demokratischen Übergangsrahmen" vor, der auf dem Prinzip der Delegitimierung der demokratischen Wahlen von Präsident Maduro im Jahr 2018 aufbaute, und bot eine Verhandlung an, bei der die Trennung von Präsident Maduro vom Amt nicht verhandelbar war. Schließlich ordnete Trump unter dem Vorwand der Bekämpfung des Drogenhandels von Venezuela aus den größten Einsatz des US-Militärs in der Karibik seit der Panama-Invasion an, als die Aufzeichnungen des Verteidigungsministeriums zeigen, dass die Hauptroute für Drogen in die USA über den Pazifischen Ozean verläuft, an dessen Küste Venezuela nicht liegt.

Im Mai versuchte eine Gruppe von Söldnern einen Überfall auf die venezolanischen Küsten. Zwei von ihnen waren ehemalige Green Berets, die gestanden hatten, bei einer US-Sicherheitsfirma namens SilverCorp angestellt gewesen zu sein. Der Geschäftsführer dieser Firma legte einen Vertrag mit der Unterschrift von Guaidó und seinen Helfern vor, um in Venezuela Aktionen durchzuführen, die darauf abzielten, Präsident Maduro seines Amtes zu entheben und andere revolutionäre Führer ins Visier zu nehmen. Auch dies scheiterte, und es folgten Versuche, die Handelspartner Venezuelas einzuschüchtern und wirksam daran zu hindern, dringend benötigte Hilfsgüter wie Benzin einzuführen, das in einer Zeit der Pandemie der Schlüssel für den Transport von medizinischen Hilfsgütern, Personal und Lebensmitteln durch das ganze Land ist.

Venezuela hat all diesen Angriffen fest widerstanden. Die internationale Solidarität von Ländern wie Kuba, China, Russland, Iran und der Türkei war entscheidend. Dank strenger Maßnahmen und einer organisierten und gemeinschaftsbewussten Bevölkerung gehört Venezuela nach wie vor zu den Ländern mit den niedrigsten Todeszahlen und den aktivsten COVID-19-Fällen in der Region. In scharfem Gegensatz dazu werden die Venezolaner, während Washington Städte wie Portland, das unter der Entsendung von Bundespolizisten zu leiden hatte, unterdrückt, im Dezember erneut an die Urnen gehen, in der Hoffnung, ein erneuertes Parlament zu wählen, das die politischen Kräfte im Land besser widerspiegelt und dessen Führung nicht wie in Guaidó durch die Förderung von Sanktionen und Blockaden gegen das eigene Land kompromittiert wird.

In der verzerrten Sicht der Realität, die Trump und seine Berater von der gegenwärtigen Konjunktur haben, gibt es die Überzeugung, dass eine harte Linie, eine Politik des Regimewechsels gegen Venezuela zu einem Wahlerfolg in Florida und damit landesweit führen würde. Es könnte durchaus sein, dass einige von Trumps Stützpunkten einen Staatsstreich in Venezuela gerne sehen würden, aber ein Misserfolg nach dem anderen sollte inzwischen angedeutet haben, dass Venezuela sich nicht in diese Richtung bewegt. Der weitere Versuch ungeschickter Lösungen wird nur die Frustrationen der Vergangenheit wiederholen. Eine vernünftige Politik gegenüber Venezuela muss im Einklang mit den Bestrebungen des venezolanischen Volkes und mit den wirklichen Interessen des venezolanischen Volkes der USA stehen, das Frieden, Dialog und Politik will. Trump würde es besser machen, wenn er seinem anfänglichen Instinkt, mit Präsident Maduro zu sprechen, folgen würde. Ein respektvoller Dialog mit Venezuela ist das, was wirklich im Interesse der US-Wähler liegt. Anstatt das Geld der US-Steuerzahler für gescheiterte Abenteuer und erfundene Drogenkartelle auszugeben, könnte es besser für den Umgang mit der Pandemie und anderen Bedürfnissen der USA ausgegeben werden. Eine vernünftige Politik ist einer Wiederwahl eher förderlich. Ein Regimewechsel wird nur zu noch mehr Misserfolgen führen.


Jorge Arreaza Monserrat ist der Außenminister der Bolivarischen Republik Venezuela.


Quelle– källa - source


Dienstag, 18. August 2020

Samir Amin über Kuba

Justin Theodra

25. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Samir Amin war einer der großen anti-iperialistischen marxistischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ich habe ihn an anderer Stelle einen ‘globalen, organischen Intellektuellen’ bezeichnet, weil er sein Schluß-Folgerungen aus einem Schatz von primären Daten zog, die von den Mainstream-Intellektuellen kaum beachtet wurden; vor allem die aufrichtigen theoretisch-politischen Reflektionen von radikalen Intellektuellen der ‘Dritten Welt’, mit denen er 5 Jahrzehnte lang in ständiger Diskussion auf sieben Kontinenten stand (Theodra 2019). Daher ist es passend am Vorabend des 67. Jahrestags der kubanischen Revolution, sich mit Amins Kommentaren zu Kuba zu befassen. Ich hoffe, es wird die Diskussion unter Genossen mit einer anti-imperialistischen und kreativen (‘uferlosen’) marxistischen Gesinnung über entscheidende Fragen in Kuba ankurbeln, insbesondere 1) ob es ein kubanisches ‘Modell’ gibt oder nicht und den Nutzen von ‘Modellen’ als solchen (besonders in Bezug auf die postkolonialen Attacken gegen den Universalismus im allgemeinen), 2) wie die gegenwärtige politische Auseinandersetzung innerhalb Kubas aussieht und wie wir die Entwicklungen der Wirtschaftsreformen dieses Landes lesen sollten, und (3) welche Lehren wir von revolutionären Persönlichkeiten wie Che Guevara und Fidel Castro ziehen können.

Amin stellt Kuba in den latein-amerikanischen Kontext und erlangt daher für ihn einen Großteil seiner Spezifik - aber nicht alles. Kuba ist zwar das einzige Land in Lateinamerika, das die Monroe-Doktrin in Frage stellt, oder war es zumindest, bis Venezuela und Nicaragua auf den Plan traten; es ist jedoch nicht nur anti-imperialistisch, sondern auch kommunistisch. Amin findet es beachtlich, dass Kuba einen Internationalismus zeigt, der von seinem Volk und seiner Elite gleichermaßen verkörpert wird und in direktem Kontrast zu den eurozentrischen Vortäuschungen des restlichen lateinamerikanischen Kontinents steht (Amin 2020, 382). Dieser Eurozentrismus, betont Amin, rührt von den politischen Revolutionen her, die die Region früher als Afroasien unabhängig machten, sie aber gleichzeitig mit imperialen Bestrebungen und europäischem Schein befleckten (Amin 2014). Kuba führt seine Revolutionen auf die Revolutionen von Jose Marti zurück, auf die mexikanischen Bauern, die sich um Zapata scharten, auf die haitischen Sklaven, die unter Toussaint-L’Ouverture kämpften (Amin 2020, 383). Seine Revolution war eine soziale und daher setzte sie ein Entwicklungsmodell durch, völlig verschieden von der ‘Lumpen-Entwicklung’, die den Rest der Region charakterisiert (Amin 1994, 29).

Während andere lateinamerikanische Länder unter der prebischitischen Doktrin des "Desarrollismo"(Entwicklung) eine "importsubstituierende Industrialisierung" einführten, vollzog Kuba einen sozialistischen Übergang, indem es die Hand des ungleichen Austauschs abtrennte, der die Insel so viele Jahre lang ihrer Zuckerüberschüsse beraubte, und gleichzeitig soziale Ziele in den Vordergrund des Planungskriteriums stellte. Soziale Vorrechte garantierten, dass Wachstumszahlen nicht mit Mitteln verfolgt wurden, die Slums produzierten und neu produzierten, wie dies anderswo auf dem Kontinent geschieht (Amin 2020, 278; 26). Ein Entwicklungsmodell, das die breite Masse nicht verarmt, wird nur von wenigen anderen Ländern wie China und Vietnam (ebenfalls Nachkommen sozialistischer Revolutionen) geteilt, und zusammen stellt dieser avantgardistische Länderblock eine große Bedrohung für die Hegemonie der USA dar.

Amin hält Kuba für eine Inspiration für Länder wie Haiti in der Region (Amin 2020, 306), aber sollten wir uns auf ein kubanisches "Modell" berufen und uns auf die grenzüberschreitende Umsetzung der Politik berufen? Einige weisen zu Recht auf die Gefahren einer Verneinung der Länderspezifität hin, aber Amin hält es für eine größere Gefahr, unsere Pflicht zu vernachlässigen, Kuba "jede Unterstützung" gegen die euro-amerikanischen Sanktionen zu gewähren, gegen die regionale Parteien nur leise unter dem Deckmantel der Skepsis über die Anwendbarkeit des kubanischen "Modells" protestieren. Es ist diese Apotheosierung der Differenz, die Amin an anderer Stelle als eine Säule des "liberalen Virus" (des ideologischen Modus des neoliberalen Modells) bezeichnet hat, die eine Gefahr darstellt (Amin 2004, 56). Warum das Rad neu erfinden, wenn Aspekte der kubanischen Wirtschaft und politischen Struktur ähnliche Länder vor einer Katastrophe bewahren könnten? Was hier in den Sinn kommt, ist der nordkoreanische Vergleich und was Amin über die größere Fähigkeit des demokratischen Verwaltungssystems Kubas sagt, akute Nachschubschocks bei Krediten und logistisch wichtigen Materialien zu bewältigen (Amin 2020, 271).

Sowohl Kuba als auch Nordkorea erlebten solche Schocks nach dem sowjetischen Zusammenbruch, aber in Nordkorea konsteten diese Schocks bis zu drei Millionen Menschen-Leben (Kim et al 2011, 29), während man in Kuba nicht in der Lage war, das Wachsen der Lebenserwartung zu bremsen (Yaffe 2020, 59). Amin besteht darauf, dass das kubanische Modell wahrlich spezifisch ist. Wenn wir seine Besonderheit schützen wollen, sollten wir nicht die universalen Elemente, die es in sich trägt, negieren, sondern uns auf die Änderungen konzentrieren, die es am sowjetischen Entwurf vorgenommen hat – innerhalb des Systems (Amin 2020, 385). Und als solche wurden Faktoren wie demokratisches Management und soziale Vorrechte in Kuba weiter vorangetrieben als anderswo.

Samstag, 15. August 2020

China gelingt Neustart der Wirtschaft – Westen weiter im Corona-Krisen-Chaos

China gelingt Neustart der Wirtschaft – Westen weiter im Corona-Krisen-Chaos

 Fred Schmid 

 03.08.2020

China Containerhafen

 

 

: Noch nie ist die bundesdeutsche Wirtschaft so stark eingebrochen wie im zweiten Quartal diesen Jahres. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die USA befinden sich im schwersten Wirtschaftsabschwung seit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent, die Arbeitslosenzahlen explodieren. Dem gegenüber ist die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, nach dem historischen Einbruch von -6,8 Prozent im vorhergehenden Vierteljahr. Eine Analyse von Fred Schmid (isw):

Das hatten die Peking-Astrologen nicht auf ihren Wahrsage-Kristall-Kugeln: Die Rückkehr der chinesischen Wirtschaft auf den Wachstumspfad bereits im zweiten Quartal, nach dem historischen Einbruch von – 6,8 Prozent im vorhergehenden Vierteljahr. Die meisten prophezeiten stattdessen, auf das Jahr bezogen, eine wirtschaftliche Rezession; die erste seit Maos Todesjahr 1976. Damals war die chinesische Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent zurückgegangen, auf ein BIP von 154 Milliarden Dollar. Seither folgten 43 Jahre ununterbrochenen Wachstums, mit Raten im Durchschnitt von neun Prozent. Die chinesische Wirtschaft war 2019 mit 14.140 Milliarden Dollar 92-mal so stark wie 1976. Und es sieht so aus, dass China auch 2020 trotz Corona-Krise ein Wachstumsland bleibt – das einzige, wie der IWF in seinem World Economic Outlook vom Juni herausstellt. Der IWF schätzt Chinas Wachstum für 2020 auf 1 Prozent; nach dem 3,2%-Zuwachs im zweiten Quartal (gegenüber Vorjahr) gehen neuere Schätzungen von zwei bis drei Prozent Ganzjahreswachstum aus – trotz eines Rückgangs des Wachstums von 1,6 Prozent im ersten Halbjahr.

China hat damit nach einem steilen Absturz zu Beginn des Jahres einen ebenso rasanten Aufstieg hingelegt, gewissermaßen einen perfekten V- Aufschwung. Westliche China-Korrespondenten versuchen das jetzt kleinzureden, suchen nach "Schattenseiten" und ziehen die Zahlen in Zweifel: "Unglaubliche Erholung" schreibt die SZ doppeldeutig[1]. Sie alle wollen nicht wahrhaben, dass eine staatlich gelenkte Planwirtschaft vielleicht besser mit Krisensituationen zurechtkommt, als die vorgeblich so elastische und reaktionsschnelle Marktwirtschaft – die jedoch den Entwicklungen im Wesentlichen hinterherhinkt, "post festum" reagiert.

Zum chinesischen Erfolg beigetragen hat das konsequente, wenn auch rigide, Pandemie-Krisenmanagement. Lockdown und Shutdown wurden erst gelockert, als man das Virus im Griff hatte. Tian Yun, stellvertretender Direktor der Beijing Economic Operation Association: Die Lehre sei, dass man erst einen gewissen Preis zahlen müsse, um das Virus unter Kontrolle zu bringen, und erst dann die Wirtschaft mit Konjunkturmaßnahmen stützen könne.[2] Und Dan Wang, von der Chinese Academy of Sciences in Beijing: Als in Beijing im Juni eine zweite Welle drohte – Lebensmittelmarkt Wangfujing – setzte bei nur 300 Neuinfektionen im Juni die Stadtregierung ganze Stadtviertel unter Quarantäne, schloss Schulen und Transportwege. "Das Signal ist klar: Das Virus einzudämmen ist wichtiger als das Wirtschaftswachstum".[3] People First!

Nicht nur China, alle südostasiatischen Länder verhalten sich – in Variationen – ähnlich konsequent wie China. Sie alle haben ihre Lehren aus der SARS-Pandemie 2002/03 gezogen, die sich auf Ostasien konzentrierte, obwohl es dabei "nur" 774 Todesfälle gab; bei Covid-19 sind inzwischen 624.000 Opfer (23.7.) zu beklagen. Sie haben den Vorlauf durch China/Hubei-Wuhan genutzt und schnelle Maßnahmen zur Isolation und Quarantäne von Kontaktpersonen ergriffen. "Vietnam und andere ASEAN-Staaten wendeten konsequent das "Rapid Case Contact Management an, das bereits in der chinesischen Provinz Hubei erfolgreich praktiziert wurde", schreibt Stefan Kühner von der Freundschaftsgesellschaft Vietnam.[4] Ein Vergleich der Fallzahlen zeigt himmelhohe bzw. abgrundtiefe Unterschiede zwischen Asien und dem Abendland, zwischen ASEAN und EU auf.

Corona-Fallzahlen ASEAN – EU

 

ASEAN:
Wirtschaftsgemeinschaft:
660 Millionen Einwohner; 10 Staaten:
Mayanmar, Vietnam, Thailand, Laos, Kambodscha, Philippinen, Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei

EU
447 Millionen Einwohner; 27 Mitgliedsstaaten.
Bestätigte Infektionen (22.7.20): 226.000 1.365.000
Tote (22.7.20) 6.519 135.162


Zum Vergleich: Das EU-Land Belgien (11,5 Mio. Einwohner) hat 9.805 Corona-Tote, 50% mehr als die gesamte ASEAN Staatengemeinschaft. Vietnam hat bei 96 Millionen Einwohner nur 408 Infizierte und bisher keinen Toten zu beklagen.
Selbst wenn man die bevölkerungsreichen ostasiatischen Staaten China (1,4 Milliarden Einwohner), Japan (127 Mio.) und Südkorea (52 Mio.) dazu nimmt, schneidet Südost-Asien absolut und relativ um Dimensionen besser ab.

Bevölkerung  Südostasien: 2.239 Mio. EU: 447 Mio
Bestätigte Infektionen (22.7.20): 352.000 1.365.000
Tote (22.7.20); 12.448 135.162
Quelle/Fallzahlen: Johns Hopkins University, Gründe für die schnelle Erholung von Chinas

 

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Ökonomie

Ein zweites lassen die westlichen China-Auguren bei der Bewertung des Neustarts der chinesischen Wirtschaft außen vor, vor allem was die Schnelligkeit der Erholung anbelangt: China befand sich zu Beginn der Corona-Krise in einer konjunkturell stabilen Situation, das Wachstum lag konstant bei 6%. Die Grundlagen für Chinas langfristigen wirtschaftlichen Aufschwung sind nach wie vor unverändert. Das Neu-Anfahren der Produktion war nicht ohne Probleme, der Wachstumsmotor stotterte anfangs, Probleme bestehen noch mit dem Konsum und Arbeitsmarkt (siehe unten).

Anders dagegen die Länder des Metropolenkapitalismus, die sich schon vor Corona im konjunkturellen Niedergang bzw. in der Stagnationsphase befanden. Hier war bereits eine Rezessionswelle im Anrollen, die sich mit der Corona-Springflut zu einem ökonomischen Tsunami aufschaukelte, mit gewaltiger Zerstörungskraft. Nicht zufällig war bei der EU-Ratstagung auch immer vom "Wiederaufbau Europas" die Rede. Durch das gigantische Konjunkturprogramm soll vor allem verhindert werden, dass die Wirtschaft von der Rezession in eine Depression abstürzt und im Tal hängen bleibt.

Die Gesundheitskrise schlug auch deshalb so stark ins Kontor, weil sie anfangs nicht ernst genommen, bagatellisiert und von erratischen Reaktionen begleitet war, insbesondere was US-Präsident Trump anbelangt. Durch eine extra schnelle Öffnung der US-Wirtschaft wollte er den V-Aufschwung erzwingen. Herausgekommen ist das Gegenteil. Mehrere neue Pandemiewellen gefährden die konjunkturelle Erholung.

IWF-Outlook: Schlechte Aussichten für den Westen

IWF-Chefökonomin Gita Gopinath musste fast 150 Jahre zurückgehen, um eine vergleichbare Krise zu entdecken. Das gegenwärtige ökonomische Desaster sei nur vergleichbar mit der "großen" und "langen" Depression 1873 – 1896.[5] Weniger was die Tiefe des Einbruchs anbelangt, hier biete sich die Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 als Vergleich an, sondern bezüglich der Zahl der involvierten Länder und der Dauer.

Der IWF geht von einem langen Krisenmodus der Weltwirtschaft aus, befürchtet eine "Dauerkrise" bzw. eine säkulare Stagnation. Noch nie seit 1870 gab es gleichzeitig so viele Länder, deren Wirtschaft pro Kopf der Bevölkerung schrumpft. Er "befürchtet, dass sich die Rezessionen in fast allen Ländern der Erde gegenseitig noch weiter verstärken und in eine weltumspannende Dauerrezession münden könnten".[6] Der IWF korrigierte die Minus-Wachstumsrate weiter nach unten, die Weltwirtschaft werde nicht, wie im April angenommen, um 3 Prozent schrumpfen, sondern um 4,9 Prozent. Die Erholung werde länger brauchen als zunächst angenommen. "Die Weltwirtschaft wird in den Jahren 2020 und 2021 zwölf Billionen Dollar Wirtschaftsleistung verlieren", sagte Gita Gopinath. Dazu kommt die Katastrophe an den Arbeitsmärkten, die globalen Auswirkungen auf Armut/Reichtum (nach Angaben der Weltbank wird die Pandemie 60 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen), dazu Hunger (nach FAO könnten 2020 83 bis 132 Millionen Menschen mehr von Unterernährung betroffen sein), Pleiten kleiner Unternehmen, Konzentrationsschübe, Veränderung der Wirtschaftsstruktur (Vormarsch der Digitalkonzerne), usw. Insgesamt kommt es zu tektonischen Verwerfungen in der globalen Wirtschaft. Auch der Weltmarkt schrumpft: Der Welthandel geht nach IWF 2020 um 12 Prozent zurück.

Als Hoffnungsschimmer nannte Gopinath die Konjunkturpakete der Regierungen, deren Umfang bereits Ende Juni mehr als zehn Billionen Dollar erreicht hat. Dennoch befürchtet US-Wirtschafts-Nobelpreisträger Stiglitz, dass die weitere wirtschaftliche Entwicklung der kapitalistischen Industrieländer "blutleer" verlaufen wird. Ihr Absturz von durchschnittlich zehn Prozent ist historisch einmalig, sie werden sich frühestens 1922/23 ganz erholen und auf den Stand vor der Corona-Krise Ende 2019 kommen. Stiglitz: "Ohne Eindämmung des Virus wird es keine wirtschaftliche Erholung geben".

IWF World Economic Outlook 2020

    2019    2020 
World 2,9 -4,9
Advanced Economies 1,7 -8,0
USA 2,3 -8,0
Euro Area 1,3 -10,2
Germany 0,6 -7,8
France 1,5 -12,5
Italy 0,3 -12,8
Spain 2,0 -12,8
UK 1,4 -10,2
Japan 0,7 -5,8
Canada 1,7 -8,4
Emerging Markets 3,7 -3,0
Emerging & Developing Asia   5,5 -0,8
China 6,1 1,0
India 4,2 -4,5
ASEAN 4,9 -2,0
Russia 1,3 -6,6
Latin America/Caribbean 0,1 -9,4
Brazil 1,1 -9,1
South Africa 0,2 -8,0
Quelle: IWF-Outlook, Juni 2020    


Der Absturz der Industrieländer ist noch gravierender als der der Schwellenländer. Im (ungewichteten) Durchschnitt schrumpfen die G-7-Länder um 9,4%, die Schwellenländer um 3%. Gravierend, und für Exportnationen wie Deutschland verheerend, ist der prognostizierte Rückgang des Welthandels um 12 Prozent. Das Problem wird durch den US-Handels- und Wirtschaftskrieg noch verschärft. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDI: Die exportorientierte deutsche Wirtschat müsse sich "auf schwierige Zeiten einstellen". Außenhandelsexperte und Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr: "Die goldenen Exportzeiten werden wir nicht wieder erleben. Der Exportmotor wird nachhaltig schwächer sein."[7]

Ein Rundschreiben von Prof. Elsner und Werner Rügemer an ihre CHINA-Freunde

Ein Rundschreiben von Prof. Elsner und Werner Rügemer an ihre CHINA-Freunde. Weiter unten findet ihr einen mächtigen Anhang, der nicht zum lesen sondern zum botanisieren taugt.


hallo alle,
zensur im sinne der kollektiv-uniformen verschleierung findet in den 
westlichen leitmedien ständig statt. Beispiel: Wirecard - da wird 
umfangreichst über betrügereien berichtet, ermittlungen wegen 
"bandenmäßigen betrugs" sind aufgenommen worden - aber eines fehlt 
immer: wer sind die eigentümer, die aktionäre von Wirecard? richtig, ihr 
vermutet es schon: Blackrock gehört zu ihnen, wird aber nie erwähnt.

wegen der a)kapitalmächtigkeit von Blackrock&Co und b)wegen ihrer 
gleichzeitigen weitgehenden unsichtbarkeit organisiere ich mit anderen 
am 26/27,sept. 2020 in berlin das Tribunal gegen BlackRock. ich habe 
eine umfangreiche Anklageschrift entworfen mit 10 anklagepunkten, daraus 
wurden vom vorbereitungsteam aus pragmatischen gründen 3 anklagepunkte 
ausgewählt:
1. Mieten/nebenkosten (Blackrock ist gleichzeitig großaktionär der 5 
größten wohnungskonzerne in deutschland und hat die nebenkosten zu einem 
eigenen profitgenerierungs-feld gemacht)
2. rüstung/Krieg (B. als großaktionär der wichtigsten rüstungskonzerne in 
den USA, in GB und der EU), umgehung von rüstungsbeschränkungen soweit 
es die überhaupt gibt
3. klima/umwelt (B. als großaktionär der wichtigsten kohle-braunkohle-energie-ölkonzerne)
ein 4. punkt wird hinzukommen, wo nicht so sehr die rechtliche anklage 
im vordergrund steht, sondern die politische analyse: Aufbau paralleler 
entscheidungsstrukturen durch B. zusammen mit WEF, 
unternehmensstiftungen, EU-kommission, IWF - neben UNO/WHO/UNCTAD, nationalen regierungen, Rio-Abkommen u.ä.

frage an Euch: falls ihr für einzelne punkte als zeugen oder 
sachverständige auftreten könnt oder dafür personelle vorschläge machen 
könnt, würde mich das freuen!

beste wünsche und grüße, 

werner rügemer
---
www.werner-ruegemer.de/

aktion ./. arbeitsunrecht e.V. - Initiative für Demokratie in Wirtschaft 
& Betrieb
https://www.aktion.arbeitsunrecht.de

Werner Rügemer: Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts. 
Gemeinverständlicher Abriss zu den neuen Finanzakteuren. 2. Auflage mit 
neuem Vorwort. 361 Seiten, 19,90 Euro, Papyrossa-Verlag, Köln 2020. 
Typologie und Praktiken von BlackRock, Blackstone, Hedgefunds und 
anderer unregulierter Schattenbanken sowie deren Beraterheere  
(Wirtschaftskanzleien, Wirtschafts"prüfer", Unternehmensberater, 
Ratingagenturen, PR) bei der Verwertung der aufgekauften Unternehmen, 
Banken und Krisenstaaten. Regulatory capture, systemische 
Rechtsverletzungen, prekäre Arbeitsverhältnisse, populistische Politik, 
Parallelgesellschaft in Finanzoasen. Porträts von Fink/BlackRock, 
Schwarzman/Blackstone, Thiel/Founders Fund, Dalio/Bridgewater, 
Bezos/Amazon, Schmidt/Google sowie von Ross, Kornblum, Rohatyn, 
Macron/Lazard/Rothschild. Kooperation von  Google&Co mit Militär. 
Konflikt USA-EU-China. Verhältnis USA-EU-Russland bei 
Kapitalverflechtung, Geheimdiensten und Militär.  Vergleich des 
westlichen Kapitalismus mit China (Menschenrechte, Völkerrecht, 
erneuerbare Energien, Arbeitseinkommen, Armuts- und 
Korruptionsbekämpfung, wirtschaftliche Gesamtentwicklung, 
Globalisierung).
Englisch: The Capitalists of the 21st Century. An Easy-to-Understand 
Outline on the Rise of the new Financial Players. tredition 2019. 308 
pages, Hardcover 22 Euro, Paperback 14,99 Euro, eBook 10 Euro. In China, 
Italien und Frankreich erscheinen die landessprachlichen Ausgaben im 
September 2020.


Am 14.08.2020 13:13 schrieb welsner@uni-bremen.de:
> China-Lektüre ohne Ende: Von den Angeschriebenen sind natürlich auch
> die Bücher von Jörg Kronauer, Werner Rügemer, Conrad Schuhler, Rolf
> Geffken oder Marcel Kunzmann zu erwähnen. Oder die Website von Madeleine Genzsch …
> 
> Hab ich jemanden vergessen?
> 
> w.e.
> 
> VON: welsner@uni-bremen.de <welsner@uni-bremen.de>
> GESENDET: Freitag, 14. August 2020 13:07
> AN: 'vs.mitglieder-intern@lists.verdi.de'
> <vs.mitglieder-intern@lists.verdi.de>
> CC: Rudolph Bauer (rudolph.bauer@gmx.de) <rudolph.bauer@gmx.de>;
> Conrad Schuhler <schuhler@t-online.de>; Dr. Rolf Geffken
> <drgeffken@gmail.com>; Einar Schlereth <einar.schlereth@gmx.com>;
> Günter Küsters <GKuesters@web.de>; 'Harald Friese'
> <Harald_Friese@hotmail.de>; Jörg Kronauer
> <info@german-foreign-policy.com>; Madeleine Genzsch
> <m_genzsch@hotmail.de>; Marcel Kunzmann <marcel.kunzmann@gmail.com>;
> Margareta Steinrücke (msteinruecke@web.de) <msteinruecke@web.de>;
> Marlies Hundt <marlieshundt@web.de>; Sönke Hundt
> <soenke.hundt@hs-bremen.de>; 'To Brinkmann' <tobrinkmann@freenet.de>;
> Walter Schumacher <ws.aachen@gmail.com>; Werner Rügemer
> <werner.ruegemer@posteo.de>; Wolfgang Müller <muellerwfg@gmail.com>;
> Wolfram Elsner <welsner@uni-bremen.de>; Yan, Song
> <S.Yan@jacobs-university.de>
> BETREFF: AW: Aw: [vs.mitglieder-intern] "Made in Hollywood, Censored
> by Beijing"
> 
> Huch, in welcher Galaxie leben der US-PEN Club, Hans Peter Roentgen und Zoe
> Beck eigentlich?
> 
> Das „freie und unabhängige Hollywood wird vom bösen Chinesen
> zensiert“? Soll man über diesen Treppenwitz der Geschichte lachen
> oder heulen?
> 
> Wer sich nicht endlich mal anstrengt, ostasiatische und chinesische
> Geschichte, Kultur, Gefühle, Werte und Motive (nationaler Erneuerung,
> Unabhängigkeit und Entwicklung, statt imperialer Hegemonie) zu
> begreifen, und unser eigenes „westliches“ wertabsolutistisches und
> imperiales Kultursystem, über den wird die Geschichte zu Recht
> hinweggehen.