Lili Fuhr
29. August 2016
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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Bergbau |
Lithium und Kobalt für die Produktion von Auto-Batterien; Titan,
Chrome und Palladium für Entsalzung von Seewasser; Ruthenium und
Selen für Fotovoltaik (Solartechnik); seltene Erden (1) für Handys
und Laptops – die europäische Industrie ist abhängig von
Mineralien, die meistens importiert werden müssen für die
Entwicklung und Einsatz zahlreicher Technologien der Zukunft. Die
langfristige Sicherheit für den Nachschub sogenannter „kritischer“
Rohmaterialien war noch vor ein paar Jahren kein Thema, ist jetzt
aber an die Spitze der politischen Agenda gerückt. Aus diesem Grund
hat die deutsche Bundesregierung im Oktober 2010 eine
Rohmaterial-Strategie entwickelt. Die EU-Kommission stellte auch im
Februar 2011 eine neue Version ihrer Rohmaterial-Initiative von 2008
vor. Beide Strategien bezwecken, einen zuverlässigen Nachschub
wichtiger Materialien an deutsche und europäische Industrien
sicherzustellen durch Handels- und Investitionspolitik, besonders
durch Nutzung der Instrumente der Außenhandelspolitik. Wie alle
natürlichen Resourcen sind diese Rohmaterialien in ersten Linie Resourcen der Allmende. Aus diesem Grund erhebt sich hier auch die
klassische Frage: Wie handhaben wir das so, dass, was immer geteilt
werden muss, auf sinnvolle und gerechte Weise für alle genutzt
werden kann, ohne andere zu schädigen? Wie müssen wir die neue deutsche
Rohmaterial-Strategie auf dem Hintergrund dieser Frage verstehen?