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Mittwoch, 19. Juni 2019

Der Iran im Zentrum des eurasischen Rätsels


Wieder ein hervorragender Artikel von Pepe Escobar. Er sieht sehr klar die große Bedeutung von Iran und Pakistan und Modis dämliches Gehampel (aber natürlich hält er sich selbst für oberschlau). Imran Khan, den ich seit Jahren schätze, setzt auf die richtige Karte. Allerdings hat Pepe das wichtige Treffen von Erdogan mit Xi übersehen, worauf ich vorgestern schon hinwies (hier). China, Pakistan, Iran & die Türkei ist die Autostrada nach Europa, das aber immer noch im Halbschlaf liegt und lieber Zittertouren mit Ukraines neuem Präsidenten durchsteht.


Präsident Rouhani attackiert US-Chef Donald Trump als "ernste Bedrohung für die regionale und weltweite Stabilität", bietet SCO-Unternehmen, die in seinem Land investieren, eine Vorzugsbehandlung an.

Von Pepe Escobar

18. Juni 2019
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Mehr als die halbe Menschheit ist hier vertreten.
Unter scharfer Beobachtung der Kriegshunde geschah auf dem 19. Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) Ende vergangener Woche in Bischkek, Kirgisistan, etwas Außergewöhnliches.

Die SCO, die im Westen praktisch unbekannt ist, ist das wichtigste eurasische politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bündnis. Es ist keine eurasische NATO. Sie plant keine humanitären imperialistischen Abenteuer. Ein einziges Bild aus Bischkek erzählt eine ziemlich bedeutsame Geschichte, denn wir sehen Chinas Xi, Russlands Putin, Indiens Modi und Pakistans Imran Khan mit den Führern von vier zentralasiatischen "Stans" in einer Linie.

Diese Führer vertreten die derzeit acht Mitglieder des SCO. Hinzu kommen vier Beobachterstaaten - Afghanistan, Belarus, die Mongolei und vor allem der Iran - sowie sechs Dialogpartner: Armenien, Aserbaidschan, Kambodscha, Nepal, Sri Lanka und vor allem die Türkei.

Der SCO wird bis 2020 voraussichtlich deutlich expandieren, wobei sowohl für die Türkei als auch für den Iran eine Vollmitgliedschaft möglich ist. Dann werden alle wichtigen Akteure der eurasischen Integration einbezogen sein. Angesichts des heißen geopolitischen Schachbretts ist es kaum ein Zufall, dass ein wichtiger Protagonist in Bischkek der "Beobachterstaat" Iran war.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani spielte seine Karten meisterhaft. Rouhani, der direkt mit Putin, Xi, Modi und Imran am selben Tisch spricht, ist sehr ernst zu nehmen. Er beschimpfte die USA unter Trump als "ein ernsthaftes Risiko für die Stabilität in der Region und der Welt". Dann bot er diplomatisch allen Unternehmen und Unternehmern aus den Mitgliedsstaaten der SCO, die sich für Investitionen auf dem iranischen Markt engagieren, eine Vorzugsbehandlung an.

Die Trump-Administration hat - ohne stichhaltige Beweise - behauptet, dass das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), das Washington als "terroristische Organisation" bezeichnet, hinter den Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman in der vergangenen Woche stand. Als sich der SCO-Gipfel entwickelte, war die Story bereits zusammengebrochen, als Yutaka Katada, Präsident des japanischen Frachtunternehmens Kokuka Sangyo, Eigentümer eines der Tanker, sagte: "Die Crew sagt, dass sie von einem Flugobjekt getroffen wurde."

Der iranische Außenminister Javad Zarif hatte das Weiße Haus der "Sabotagediplomatie" beschuldigt, aber das brachte nicht Rouhanis eigentliche Diplomatie in Bischkek aus der Fassung.

Xi war unnachgiebig; Peking wird die Beziehungen zu Teheran weiter ausbauen "egal wie sich die Situation ändert". Der Iran ist ein wichtiger Knotenpunkt der New Silk Roads, kurz Belt and Road Initiative (BRI). Für die Führung in Teheran ist klar, dass der Weg in die Zukunft die vollständige Integration in das riesige, eurasische Wirtschaftsökosystem ist. Europäische Nationen, die den Atomvertrag mit Teheran unterzeichnet haben - Frankreich, Großbritannien und Deutschland - können den Iran nicht wirtschaftlich retten.


Indiens Problem


Aber dann sagte Modi ein bilaterales Treffen mit Rouhani in letzter Minute mit der lahmen Ausrede von "Zeit-Problemen".